Albanische Riviera

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Blick vom Llogara-Pass auf die Küste bis Korfu im Winter

Mit Albanischer Riviera (albanisch Riviera shqiptare) wird ein steiler Küstenabschnitt im Südwesten Albaniens bezeichnet. Die Riviera liegt am Ionischen Meer nördlich von Saranda und endet am Llogara-Pass (1027 m ü. A.) südlich von Vlora, wo die Adria beginnt. Von den Albanern wird die Riviera oft einfach auch als Bregu, „die Küste“, bezeichnet. Das Ceraunische Gebirge trennt die Riviera vom Hinterland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topographische Karte der Albanischen Riviera

Der Hauptort der Riviera und Sitz der Bashkia ist Himara. Bis 2015 umfasste die Gemeinde Himara lediglich den nördlichen Teil der Riviera (Kreis Vlora) mit neun Dörfern: Palasa ist das nördlichste, am Fuß des Llogara-Pass gelegen. Es folgen nach Süden Dhërmi, Gjileka, Ilias und Vuno. Pilor und Kudhës liegen in den Bergen östlich von Himara. Südlich an der Küste kommt Qeparo-Fusha und das darüber am Berg gelegene Qeparo. Der südliche Teil (Kreis Saranda) bildete die Komuna von Lukova; hierzu zählten die in den Bergen liegenden Dörfer Fterra und Çorraj sowie an der Küste Borsh, Qazim Pali, Piqeras, Sasaj, Lukova, Shën Vasil – das während der kommunistischen Diktatur Përparim hieß – und Nivica, das aber schon hinter dem Pass von Shën Vasil liegt.[1] Im Jahr 2011 hatten die beiden Gemeinden zusammen 7818 Einwohner.[2]

Das Gebiet liegt sehr abgelegen und ist nur auf schmalen, kurvenreichen Straßen zu erreichen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1990/91 wurde die Riviera stark entvölkert. Insbesondere die jungen Bewohner suchten Arbeit in Griechenland, wie dies beispielhaft für den Ort Fterra dokumentiert wurde. In manchen Dörfern leben nur mehr alte Leute.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strand von Gjipe zwischen Dhërmi und Himara

Um das Jahr 2000 begann die Region sich allmählich touristisch zu entwickeln. Es entstanden diverse Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants. Die Küstenstraße SH8 ist seit Herbst 2008 neu ausgebaut. Auch die Zufahrtsstraße über den Llogara-Pass ist neu ausgebaut. Bis 2011 wurden alle Stichstraßen zu den Stränden von Dhërmi bis zur Höhe von Lukova ausgebaut.[3][4][5][6]

Die meisten Touristen sind Albaner aus Albanien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien sowie Emigranten auf Heimaturlaub. Außerhalb des Hauptorts Himara und dem Dorf Dhërmi ist die Landschaft jedoch noch überwiegend frei von Hotels und Restaurants. Das französische Reiseunternehmen Club Méditerranée plante bei Shën Vasil als erster westlicher Investor den Bau einer Hotelanlage. Die Bauarbeiten kamen bis 2009 über Jahre hinweg kaum voran, weil die lokale Bevölkerung wegen Streitigkeiten um Grundeigentum dagegen protestierte.[7] Club Méditerranée zog sich dann zwischenzeitlich aus Albanien zurück.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Jano Koçi: Himara (Arkeologji – Histori – Kulturë – Himara sot). Shtëpia botuese Gent-Grafik, Tirana 2006, ISBN 99927-810-5-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albanische Riviera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jano Koçi: Himara (Arkeologji – Histori – Kulturë – Himara sot), Shtëpia botuese Gent-Grafik, Tirana 2006, ISBN 99927-810-5-X
  2.  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Vlorë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF, abgerufen am 25. Mai 2015).
  3. Kryeministri Berisha inauguron fillimin e ndërtimit të rrugës plazhit Jalë. 29. August 2009, archiviert vom Original am 10. Juni 2015, abgerufen am 29. August 2012 (albanisch).
  4. Kryeministri Berisha inauguron fillimin e ndërtimit të rrugës së plazhit Dhërmi. 29. August 2009, archiviert vom Original am 10. Juni 2015, abgerufen am 29. August 2012 (albanisch).
  5. Kryeministri Berisha inauguron fillimin e ndërtimit të rrugës të plazhit Palasë. 29. August 2009, archiviert vom Original am 10. Juni 2015, abgerufen am 29. August 2012 (albanisch).
  6. Borshi, mrekullia e harruar e Jonit. Abgerufen am 27. April 2011.
  7. Benet Koleka (Reuters): Albania Club Med construction starts after protest. 15. Januar 2009, abgerufen am 12. November 2015 (englisch).
  8. Club Med quits project over property ownership dispute. In: Property.al. 24. Juni 2009, abgerufen am 12. November 2015 (englisch).