Alberto Errera (Offizier)

Alberto Errera (griechisch Αλβέρτος Ερρέρα, geboren am 15. Januar 1913 in der Präfektur Larisa, Griechenland; gestorben im August/September 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau) war ein griechischer Marineoffizier jüdischer Herkunft. Er gilt als derjenige, der heimlich die Fotografien des Sonderkommandos anfertigte – die einzige authentische Bilddokumentation des Holocaust im KZ Auschwitz-Birkenau.
Leben
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Alberto Errera nahm nach der Besetzung Griechenlands zur Tarnung den christlichen Namen Alex (Alekos) Michaelides an. Er wurde von Deutschen im März 1944 in Larisa zusammen mit 225 griechischen Juden gefangen genommen und in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er am 11. April 1944 ankam. Dort wurde er zur Arbeit im Häftlings-Sonderkommando an den Krematorien gezwungen. Er soll an der Vorbereitung eines Häftlingsaufstandes beteiligt gewesen sein.[1]
Ihm wird die Autorenschaft der vier heimlich aufgenommenen Fotografien vom Hof des Krematoriums V zugeschrieben, die aus dem Lager herausgeschmuggelt wurden. Deren Autorschaft war lange unbekannt geblieben und wurde relativ unbestimmt einem Griechen namens Alex zugeordnet. Errera soll bei einem Fluchtversuch erschossen worden sein, beim Versuch, die Soła zu durchschwimmen, sei er infolge einer Schussverletzung verblutet.[2]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georges Didi-Huberman: Bilder trotz allem. Übersetzt aus dem Französischen von Peter Geimer. Wilhelm Fink Verlag, München 2007, ISBN 978-3-7705-4020-4.
- Tal Bruttmann, Christoph Kreutzmüller, Stefan Hördler: Auschwitz im Bild. Zur kritischen Analyse der Auschwitz-Alben. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 63 (2015), Heft 7/8, S. 609–632.
- Andreas Kilian: Errera, Alberto (Alekos/„Alex“), Kurzbiografie, in: Filip Müller: Sonderbehandlung. Meine Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz. Deutsche Bearbeitung Helmut Freitag. Grußwort Felix Klein, Josef Schuster. Anhang Andreas Kilian. wbgTheiss, Darmstadt 2021, S. 283f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Andreas Kilian: Darstellungen des Auschwitz-Flüchtlings Alberto Errera: Zur Mythologisierung eines griechischen Helden des Widerstands. Website der Unabhängigen Arbeitsstelle zur Erforschung der Geschichte der jüdischen Sonderkommandos im KL Auschwitz-Birkenau
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Nach Angaben von Filip Müller, Leon Cohen, Hermann Langbein. Zalmen Gradowski: Au cœur de l’enfer. Tallandier, Paris 2009.
- ↑ Ernst Klee: Auschwitz. Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde. Personenlexikon. Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-039333-3, S. 110.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Errera, Alberto |
| ALTERNATIVNAMEN | Errera, Alberto; Alekos; Alex |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer Marineoffizier |
| GEBURTSDATUM | 15. Januar 1913 |
| GEBURTSORT | Regionalbezirk Larisa, Griechenland |
| STERBEDATUM | August 1944 oder September 1944 |
| STERBEORT | Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau |