Alexander Castell

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Alexander Castell (Heinrich Wilhelm Lang), (1883–1939) Schriftsteller
Alexander Castell, 1910

Alexander Castell (* 21. November 1883 in Kurzrickenbach als Heinrich Wilhelm Lang; † 21. Februar 1939 in Kreuzlingen) war ein Schweizer Schriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Castell war das älteste Kind des Malermeisters Jakob Wilhelm Lang und der Franziska Carolina geborene Engeler. Von 1899 bis 1904 besuchte er die Kantonsschule Frauenfeld und lernte in dieser Zeit Alfred Huggenberger kennen. Im Wintersemester 1904/1905 begann Castell mit dem Theologiestudium an der Universität Zürich, wechselte dann zur Philosophie und Kunstgeschichte und besuchte Vorlesungen an den Universitäten München, Berlin und Paris (Sorbonne).

Nach 1908 widmete sich Castell ausschliesslich der Schriftstellerei und seine Erzählungen fanden Aufnahme in angesehenen literarischen Zeitschriften. 1910 erschien sein erster Novellenband Der seltsame Kampf. Sein erster Roman Bernards Versuchung erschien 1911 und 1913 der Band Capriccio mit sechzehn Novelletten – alle im Verlag von Albert Langen in München.

Seit 1913 verwendete der Autor sein bisheriges Pseudonym «Alexander Castell» auch als bürgerlichen Namen. In den Jahren nach 1910 wurde Paris zunehmend zu Castells zweiter Heimat. Dort lernte er viele Kulturschaffende seiner Zeit kennen und befreundete sich mit ihnen.

Alexander Castell (Heinrich Wilhelm Lang), (1883–1939).
Alexander Castell

Als einziger Schweizer war Castell 1919 bei der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles anwesend. Im gleichen Jahr erschien sein Buch Französische Reise, in welchem er seine Eindrücke als Kriegsberichterstatter an der britischen Front verarbeitete.

1933 kehrte Castell wegen finanzieller Schwierigkeiten nach Kreuzlingen zurück. Seiner Weigerung, einem nationalsozialistischen Schriftstellerverein beizutreten, folgte das Verbot seines 1931 erschienenen Romans Gefahr um siebzehn. So wandte sich Castell dem Film zu und schickte seinen Roman verschiedenen Produzenten, schrieb Drehbücher und suchte Geldgeber und geeignete Schauspieler.

Alexander Castell starb 1939 im Alter von 55 Jahren an einem Herzversagen. Sein Nachlass befindet sich im Staatsarchiv Thurgau.

Schriften (chronologische Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Fenster. Novelle (= Langens Mark-Bücher. Eine Sammlung moderner Literatur, Bd. 7); München: Albert Langen [1914]. 112 S.
  • Sommermorgen im Dorf; in: Thurgauer Jahrbuch 1936, S. 42–45.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]