Kantonsschule Frauenfeld

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Kantonsschule Frauenfeld
Kantonsschule 8500 Frauenfeld 1020028.jpg
Schulform Kantonsschule (Gymnasium), Fachmittelschule, Handelsmittelschule, Informatikmittelschule
Gründung 1853
Adresse

Ringstrasse 10

Ort Frauenfeld
Kanton Thurgau
Staat Schweiz
Koordinaten 710225 / 268193Koordinaten: 47° 33′ 18,7″ N, 8° 54′ 11,2″ O; CH1903: 710225 / 268193
Träger Kanton Thurgau
Schüler 850
Lehrkräfte 110
Leitung Hanspeter Hitz Schuljahr 2014/15
Website www.kanti-frauenfeld.ch

Die Kantonsschule Frauenfeld in Frauenfeld ist die grösste Mittelschule des Thurgaus. Das Hauptgebäude aus dem Jahre 1911 befindet sich an der Ringstrasse. Im Volksmund wird auch diese Kantonsschule meist als Kanti bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit der Gründung des Kantons Thurgau im Jahre 1803 bestand das Bedürfnis nach einer höheren Schulbildung im Kanton. Dreissig Jahre später wurde in Kreuzlingen ein kantonales Lehrerseminar eröffnet. Zur Auswahl des Standortes für eine Kantonsschule standen Diessenhofen, Weinfelden und Frauenfeld zur Auswahl. Der Grosse Rat beschloss 1847 eine Gründung der Kantonsschule in Frauenfeld. Der Standort für das zukünftige Schulgebäude mit Konvikt sollte an der Promenadenstrasse zu stehen kommen. Nach dem Baubeschluss wurde die neue Kantonsschule bis 1851 nach Plänen von Johann Joachim Brenner-Drenzler errichtet, konnte nach Volksveto 1850 aber zunächst nicht als Kantonsschule genutzt werden, sondern diente der Lagerung der liquidierten Klostergüter des Klosters Fischingen und der Kartause Ittingen. Die Kantonsschule Frauenfeld wurde am 14. November 1853 eröffnet. Der endgültige Ausbau der Räumlichkeiten erfolgte 1857–58.[1] Im ersten Semester wurden 81 Schüler und sechs Lehrkräfte gezählt. In den 1860er Jahren entstanden die beiden Schülerverbindungen, Thurgovia (Mitgründer Ludwig Forrer) und Concordia.

Der Anstieg der Schülerzahl auf 200 führte zu einer Raumnot im Gebäude. Aus diesem Grund wurde ein zweites Gebäude errichtet, welches heute das Obergericht des Kantons Thurgau beherbergt. Als das Raumangebot nach weiteren Anstiegen der Schülerzahlen zu knapp wurde, unterstützte die Stadt Frauenfeld einen grosszügigen Neubau an der Ringstrasse. Nach einem Bauwettbewerb 1907, den das Frauenfelder Büro Brenner und Stutz gewann, wurde das Projekt 1908 auch an der Urne bestätigt, und 1909 bis Oktober 1911 errichtet.[2] Dieser Neubau bot der Schule beinahe sechzig Jahre genug Platz. Eine spätere Erweiterung besteht in einem 1993 bezogenen Neubau an der Speicherstrasse.

Die erste Turnhalle, die sogenannte Konvikthalle wurde mit der Kantonsschule eröffnet und war bis ins Jahr 2003 in Gebrauch. 1968 wurden zwei weitere Turnhallen eingeweiht. Diese Turnhallen wurden 2003 durch eine Dreifachturnhalle ergänzt.

Die Kantonsschule Frauenfeld führt heute eine Gymnasialabteilung, eine Fachmittelschulabteilung, eine Handelsmittelschulabteilung und eine Informatikmittelschulabteilung.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Schulgebäude von 1853 ist heute die Kantonsbibliothek untergebracht, im damaligen Konvikt befindet sich zurzeit das Obergericht.

Das heutige Hauptgebäude aus dem Jahre 1911 von den Architekten Brenner & Stutz ist im Jugendstil erbaut und sticht als sehr repräsentatives Gebäude mit altem Baumbestand hervor. Den nördlichen Eckbau krönt eine Laterne mit einer Plattform von 5 Metern Breite, die als Aussichtsturm verwendet wird. Das Gebäude ist in den Jahren 1993 bis 1995 sanft renoviert worden. Mit dieser Renovation gilt es als eines der schönsten Jugendstil-Schulhäuser der Schweiz. Seit dem 1. Februar 2012 ist es im Kulturgüter-Inventar des Bundes. Im Gebäude befinden sich nebst Unterrichtsräumen jene der Schulleitung, die Schulverwaltung sowie der Singsaal und die Mediothek.

Der Neubau aus dem Jahre 1993 beherbergt unter anderem die meisten Spezialklassenzimmer für naturwissenschaftliche Fächer, sowie die Mensa.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kantonsschule Frauenfeld und ihre Dichterinnen und Dichter. Katalog zur Ausstellung der Klasse Emd im Herbstsemester 2008/2009. (Online, PDF-Datei, 1.8 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kantonsschule Frauenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hanspeter Rebsamen: Frauenfeld. In: INSA: Inventar der neueren Schweizer Architektur, 1850-1920. Band 4, Nr. 13, 1982, S. 127–128, doi:10.5169/seals-5494.
  2. Emil Baur: Die Kantonsschule in Frauenfeld. In: Die Schweizerische Baukunst. Band 4, Nr. 13, 1912, S. 197–207, doi:10.5169/seals-6206.