Alexander Doll

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Alexander Doll (* 4. April 1970) ist ein deutscher Betriebswirt und Manager. Seit November 2017 ist er Mitglied im Vorstand der Deutschen Bahn, wo er seit 1. Januar 2019 die Bereiche Güterverkehr und Logistik sowie Finanzen (CFO) verantwortet.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte in Frankfurt am Main Betriebswirtschaftslehre und besuchte anschließend zwei Jahre die Goizueta Business School der Emory University in Atlanta, die er 1998 mit einem MBA abschloss. Der gelernte Bankkaufmann arbeitete anschließend für verschiedene Banken in New York, London und Frankfurt.

Barclays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurde Alexander Doll nachdem er mehrere Jahre in verschiedenen Positionen im Unternehmen gearbeitet hatte an die Seite von Ralf Herfurth zum Co-Geschäftsführer von Barclays Deutschland berufen. Das Unternehmen befand sich zu dieser Zeit in finanzieller Schieflage und Doll hatte den Auftrag, die wirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens zu verbessern.[1]

Ab 2015 war Doll dann als alleiniger Deutschland-Chef beim Finanzunternehmen Barclays tätig[2] und gehörte wie bereits in den Jahren zuvor zum engsten Beraterkreis der Deutschen Bahn. Unter anderem war er an der Entscheidung zum Kauf der DB-Auslandstochter Arriva mit deren Ländergesellschaften in Tschechien und Polen beteiligt.[3]

Deutsche Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. November 2017 wurde er in den Vorstand der Deutschen Bahn berufen, zuständig für Güterverkehr und Logistik.[4] Er übt diese Funktion seit dem 1. April 2018 aus. Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 26. September 2018 hat er gegen die Proteste der Eisenbahngewerkschaft EVG, die eine Personalunion im Vorstand ablehnte, zum 1. Januar 2019 zusätzlich das Finanzressort (von Richard Lutz) übernommen.[5]

Doll soll die Erträge der Güterverkehrssparte DB Cargo erhöhen und die finanzielle Situation des Konzerns verbessern.[3]

Ein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und des DB-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Odenwald im November 2019 unternommener Versuch, Doll von seinen Aufgaben zu entbinden, scheiterte an einer fehlenden Mehrheit im DB-Aufsichtsrat. Scheuer habe Doll vorgeworfen, ihn beim geplanten Verkauf oder Börsengang von Arriva nicht ausreichend informiert zu haben. Auf einer Sondersitzung des DB-Aufsichtsrats solle am 17. November ein neuer Versuch unternommen werden, Doll abzuberufen.[6]

Zum 1. Januar 2020 wird Sigrid Nikutta im DB-Vorstand zuständig für Güterverkehr sein.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Doll wird Deutschlandchef von Barclays. In: Creditreform Magazin. Abgerufen am 13. März 2019 (deutsch).
  2. Britische Bank baut um: Alexander Doll wird Deutschlandchef von Barclays. Abgerufen am 13. März 2019.
  3. a b Alexander Doll soll als CFO Bahn-Probleme lösen. Abgerufen am 13. März 2019.
  4. Vorstand Güterverkehr & Logistik. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 25. April 2018, abgerufen am 25. April 2018.
  5. Alexander Doll übernimmt zusätzlich das Finanz-Ressort • Ende November AR-Klausur über künftige Strategie. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 26. September 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  6. Bahn beruft Sigrid Nikutta, Scheuer scheitert mit Rauswurf von Finanzchef Doll. In: manager-magazin.de. 7. November 2019, abgerufen am 8. November 2019.
  7. DB-Aufsichtsrat beschließt neue Vorstandsstruktur und Milliarden-Investition in neue Züge. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 7. November 2019, abgerufen am 8. November 2019.