Alexander von Waldow

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Alexander von Waldow (* um 1923[1]) ist ein deutscher Architekt und Ehrenpräsident des Vereins Eigentümerbund Ost.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammt dem pommerischen Adelsgeschlecht von Waldow; sein Vater Bernd-Bastian von Waldow (1898–1945) war Pfarrer in Kussow, Landkreis Neustettin.[2]

Rittergut Mehrenthin um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Alexander von Waldow absolvierte ein Architekturstudium (Diplom-Ingenieur) und war langjährig als Professor für Architektur tätig. Er war nach dem Tod des Vaters Anfang 1945, der im Zuge der Besetzung Pommerns durch die Rote Armee ums Leben kam, zusammen mit seinem Bruder Eberhard von Waldow Erbe des Schlosses Mehrenthin (Mierzęcin), das seit 1721 in Familienbesitz war.[2] Die Familie von Waldow wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter Anwendung der Bierut-Dekrete der polnischen Regierung enteignet und vertrieben.[3]

2000 gehörte er zu den Mitbegründern der Preußischen Treuhand, deren Aufsichtsrat er heute angehört.[3] Zeitweilig war er stellvertretender Vorsitzender.[4] Er setzt sich seitdem öffentlichkeitswirksam für mögliche Restitutionsansprüche ein.[5][6] So reichte er mit anderen Klägern vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Individualbeschwerde auf Grundlage der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ein.[7] Diese wurde zwar im Oktober 2008 für unzulässig erklärt, die Vorgänge aber führten zu erheblichen Differenzen innerhalb der Familie von Waldow (siehe offenen Brief vom in den USA lebenden Bruder und Theologieprofessor Eberhard von Waldow „Lang geheilt. Palac Mierzecin“ in der Frankfurter Rundschau vom 6. Mai 2004)[8] und zwischen deutscher und polnischer Seite bis auf Regierungsebene.[9][4][7][10]

Von Waldow war außerdem Landesvorsitzender Schleswig-Holstein der Kleinpartei Aufbruch 94 – Deutscher Freier Wählerbund,[11] Präsident des Bundes der Familienverbände[12] und Geschäftsstellenleiter des Bundes der Vertriebenen.[13] Er ist Ehrenpräsident des Vereins Eigentümerbund Ost[14] und von 2005 bis 2014[15] Ehrenvorsitzender der Deutschen Sozialen Union (DSU).[16] Zuvor war er stellvertretender Bundesvorsitzender der DSU.[17] 2006 gehörte er zu den Unterzeichnern des Appells für die Pressefreiheit der Jungen Freiheit.[18]

Er lebt in Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Spiegel 1/2007 vom 30. Dezember 2006
  2. a b Pommersche Evangelische Kirche (Hrsg.): Erinnerungen an Menschen und Schicksale in der Pommerschen Evangelischen Kirche am Ende des II. Weltkrieges. Greifswald 2008, ISBN 978-3-9811527-0-8, S. 33 (PDF).
  3. a b Ayhan Bakirdögen: Kampf um das Erbe in Polen. In: Die Welt, 22. August 2004.
  4. a b „Da müssen sie mit dem Panzer kommen!“. In: Die Zeit, 27. Mai 2004.
  5. Markus Jager (Hrsg.): Schlösser und Gärten der Mark. Festgabe für Sibylle Badstübner-Gröger. Lukas-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-936872-96-5, S. 117.
  6. Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Republik Polen. 1989 bis 2005 (= Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt, Band 26). Harrassowitz, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-05925-1, S. 177.
  7. a b Jan Puhl, Andreas Wassermann: Kampagne der Lügen. In: Der Spiegel, 1/2007.
  8. Eberhard von Waldow: Lang geheilt. Palac Mierzecin. In: Frankfurter Rundschau, 6. Mai 2004.
  9. Wolfgang Sabath: Heimat, deine Sterne. In: Das Blättchen Jg. 8, 2005, Heft 4.
  10. Irina Repke: Angst vor den Deutschen. In: Der Spiegel, 6/2004.
  11. Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 221 f.
  12. Edgar S. Hasse: Aus Tradition gut gewappnet. In: Welt am Sonntag, 7. März 2004.
  13. Fleisch am Knochen. In: Der Spiegel, 23/1990.
  14. Vorstand (Memento vom 19. Januar 2014 im Internet Archive), EBO, abgerufen am 28. Oktober 2013.
  15. Parteien, Verbände, Personen. In: Junge Freiheit, 10. Juni 2005.
  16. Bundesvorstand (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive), DSU, abgerufen am 28. Oktober 2013.
  17. Parteien, Verbände, Personen (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive). In: Junge Freiheit, 13. Juni 1997.
  18. Appell für die Pressefreiheit. In: Junge Freiheit, 17. Februar 2006.