Alfredo Bryce Echenique

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Alfredo Bryce Echenique während einer Konferenz in Lima, seiner Heimatstadt, im Jahr 2005

Alfredo Bryce Echenique (* 19. Februar 1939 in Lima, Peru) ist ein peruanischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Jurist.

Leben[Bearbeiten]

Alfredo Bryce Echenique wurde am 19. Februar 1939 in Lima als Sohn einer wohlhabenden peruanisch-englischen Familie geboren. Seine Eltern waren Elena Echenique Basombrío und Francisco Bryce Arróspide. Sein Vater war Bankier und sein Urgroßvater, José Rufino Echenique Benavente, 1851 Staatspräsident von Peru.

1957 begann er mit seinen Studien in Jura und Literaturwissenschaften an der Nationaluniversität San Marcos in Lima. Seinen Titel als Anwalt erlangte er 1963. Im Jahr darauf schloss er sein literaturwissenschaftliches Studium mit einer Arbeit über Ernest Hemingway ab.

Im selben Jahr erhielt er von der französischen Regierung ein Stipendium, welches ihn nach Paris führte, wo er an der Sorbonne neben Diplomen in Klassischer und Moderner Französischer Literatur auch eine Doktorarbeit begann. Neben seiner Lehrtätigkeit an verschiedenen Schulen und Universitäten Frankreichs, darunter Nanterre, Montpellier und Vincennes unterrichtete er auch außerhalb Frankreichs, unter anderem an den Universitäten von Yale, Austin und Puerto Rico.

1984 zog er nach Madrid, wo er als freier Schriftsteller arbeitete. Wie einige seiner Protagonisten lebte Bryce Echenique lange Zeit fern von seiner Heimat. Erst 1999 kehrte er nach Lima zurück.[1]

Gleich sein erster Roman, "Un mundo para Julius" (1970) (dt. Titel "Eine Welt für Julius", 2000) wurde ein überwältigender Erfolg. Der Roman wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und zählt heute zu den Klassikern der lateinamerikanischen Literatur.

Bryce Echenique hat seitdem mehr als zwanzig Bücher veröffentlicht. Darunter Romane, Erzählungen, Autobiographisches und Artikelsammlungen. In der spanischsprachigen Welt gehört er zu den bekanntesten und angesehensten lateinamerikanischen Autoren.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für sein Werk "La amigdalitis de Tarzan" (dt. Titel "Küss mich, Du Idiot") erhielt er 2002 den renommierten italienischen Literaturpreis Premio Grinzane Cavour. Im gleichen Jahr wurde er für ""El huerto de mi amada" mit dem Planeta-Preis, dem höchstdotierten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt, ausgezeichnet.

Werke[Bearbeiten]

  • Huerto cerrado (Erzählungen, 1968)
  • Un mundo para Julius (Roman, 1970) dt. Eine Welt für Julius (2002), ISBN 3-518-41320-1
  • La felicidad ja ja (Erzählungen, 1974)
  • A vuelo de buen cubero (Reiseberichte u.a., 1977)
  • Tantas Veces Pedro (Roman, 1977)
  • La vida exagerada de Martín Romaña (Roman, 1981)
  • El hombre que habla de Octavia Cádiz (Roman, 1984)
  • Magdalena peruana y otros cuentos (Erzählungen, 1986)
  • Crónicas personales: edición aumentada de A vuelo de buen cubero (1987)
  • Goig (in Zusammenarbeit mir der salvadorianischen Schriftstellerin Ana María Dueñas, 1987)
  • La última mudanza de Felipe Carrillo (Roman, 1988)
  • Dos señoras conversan (Drei Erzählungen, 1990), daraus erschienen Ein Frosch in der Wüste (2003), ISBN 3-518-22361-5
  • Permiso para vivir ("Antimemorias" I, 1993)
  • No me esperen en abril (Roman, 1995)
  • A trancas y barrancas (1996)
  • Reo de nocturnidad (Roman, 1997)
  • Guía triste de París (Erzählungen, 1999)
  • La amigdalitis de Tarzán (Roman, 1999) dt. Küss mich, du Idiot (2000), ISBN 3-518-41180-2
  • Crónicas perdidas (2001)
  • El huerto de mi amada (Roman, 2002)
  • doce cartas a dos amigos (2003)
  • Permiso para sentir ("Antimemorias" II, 2005)
  • Entre la soledad y el amor (2005)
  • Las obras infames de Pancho Marambio (Roman, 2007)

Belege[Bearbeiten]

  1. Vom Unglück, Peruaner zu sein, Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Alfredo Bryce Echenique, 24. August 2002, Neue Zürcher Zeitung

Weblinks[Bearbeiten]