Ali Baba

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Ein kleines Titelbild von dem Engländer H. Granville Feil anno 1895

Ali Baba (arabisch علي بابا) ist eine Figur der 270. Geschichte aus der Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht, die den Titel Ali Baba und die vierzig Räuber (arabisch Ali Baba wal arba'een harami) trägt. In der arabischen Fassung von Tausendundeine Nacht war diese Geschichte noch nicht enthalten. Sie war in der ersten europäischen Übersetzung durch den französischen Orientalisten Antoine Galland enthalten, der sie angeblich 1709 in Paris von einem aus Syrien stammenden Märchenerzähler gehört hat.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ali Baba verdient sich seinen Lebensunterhalt als Holzfäller. Mit Hilfe der klugen Sklavin Mardschana (auch Morgiana) gelingt es Ali Baba, eine vierzigköpfige Räuberbande nach und nach zu bezwingen und in den Besitz ihres in einer Felsenhöhle versteckten Schatzes zu gelangen. Mardschana wird zum Dank freigelassen und mit dem Neffen Ali Babas verheiratet.

Die Zahl 40 steht im Orient als Begriff für „viel“ oder „viele“ und nicht für eine exakte Anzahl. Auch in der Bibel erscheint diese Zahl immer wieder. In den deutschen Sprachgebrauch eingegangen ist die Zauberformel „Sesam, öffne dich!“ (arabisch إفتح يا سمسم iftah ya simsim), mit der das Felsentor der Schatzkammer zu öffnen ist.

Auffällig ist die Ähnlichkeit zum Märchen Simeliberg (ATU 954) in der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (KHM 142), in dem es heißt: „Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich auf.“

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Ali Baba hat die europäische Kultur in vielfacher Weise beeinflusst. Das Motiv wurde beispielsweise von Johann Strauss in der Operette Indigo und die 40 Räuber aufgegriffen, es wurde in Dramen beschrieben und in diversen Filmen verarbeitet. Auch in der Bildenden Kunst taucht es auf, so bei Max Slevogt und Arik Brauer. Ernesto Lecuona komponierte 1929 die Rumba Ali Baba als Teil seiner Zarzuela Alma de Raza.[1] Die Comedian Harmonists sangen dieses Lied am 28. Oktober 1933 mit französischem Text von André Tabet und Robert Chamfleury auf Schellackplatte ein.[2][3][4]

Es gibt eine Vielzahl an Verfilmungen der Geschichte.

1916 entstand nach Ali Baba und die vierzig Räuber das Musical Chu-Chin-Chow, das ebenfalls verfilmt wurde:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ali Baba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Catalog of Copyright Entries: Third series. 1958, S. 580 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Eberhard Fechner: Die Comedian Harmonists. Heyne, München 1998, ISBN 3-453-87315-7, S. 399.
  3. Wolfgang Schneidereit: Discographie der Gesangsinterpreten der leichten Muse von 1925 bis 1945 im deutschsprachigen Raum. Band 1. Books on Demand, Norderstedt 2019, ISBN 978-3-7528-2834-4, S. 244 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Ali Baba - Comedian Harmonists auf YouTube