Ali Tekintamgaç

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Ali Tekintamgaç
  Personenbezogene Informationen  
Geburtsjahr 1968 oder 1969
Geburtsland TurkeiTürkei Türkei
Spitzname Mafia-Ali
Wohnort DeutschlandDeutschland Berlin
Live-Turniererfolge
Höchstes Preisgeld 343.307 $
Gesamtes Preisgeld 503.628 $
  Main Event der World Poker Tour  
Titel 1
Cashes 1
  Main Event der European Poker Tour  
Titel keine
Cashes 2
Letzte Aktualisierung: 1. April 2018

Ali Tekintamgaç (* 1968 oder 1969 in der Türkei),[1][2] auch bekannt als Mafia-Ali,[3] ist ein deutschtürkischer Pokerspieler. Er gewann 2010 irregulär das Main Event der World Poker Tour und wurde 2014 wegen Betrugs beim Pokerspielen zu einer Haftstrafe verurteilt.

Pokerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tekintamgaç nahm von 2009 bis 2012 an renommierten Live-Turnieren teil.[4]

Seine ersten Live-Preisgelder gewann Tekintamgaç im Jahr 2009 im King’s Casino in Rozvadov bei Turnieren der Variante No Limit Hold’em mit Buy-ins von maximal 800 Euro.[4] Ende April 2010 erreichte er erstmals beim Main Event der European Poker Tour die Geldränge und belegte in Monte-Carlo den 125. Platz mit 15.000 Euro Preisgeld.[5] Im Mai 2010 gewann Tekintamgaç das Main Event der World Poker Tour (WPT) in Barcelona. Dafür setzte er sich gegen 325 andere Spieler durch und erhielt eine Siegprämie von 278.000 Euro.[6] Anfang August 2010 saß Tekintamgaç am Finaltisch des Main Events der Italian Poker Tour in Venedig und erhielt für seinen fünften Platz ein Preisgeld von 46.000 Euro.[7]

Insgesamt hat Tekintamgaç mit Poker bei Live-Turnieren mehr als 500.000 Dollar verdient.[4]

Betrug und Verurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2010 erreichte Tekintamgaç den Finaltisch beim Main Event der Partouche Poker Tour in Cannes, deren Siegprämie 1,3 Millionen Euro betrug.[8] Noch vor dem Start des Finaltischs wurde er jedoch disqualifiziert, da ihn die Organisatoren mithilfe von Kameraaufzeichnungen des Betrugs überführt hatten. Ein Komplize von Tekintamgaç, der sich als Blogger ausgab, spähte während des Spiels die Handkarten seiner Gegner aus und signalisierte sie dann über Handzeichen an Tekintamgaç. Mithilfe dieser Masche hatte er auch zuvor das WPT-Main-Event gewonnen.[9] Bei anderen Turnieren bediente sich Tekintamgaç eines anderen Hilfsmittels: In den Pokerkarten befanden sich versteckte Magnetstreifen, die von einem Gerät, das wie ein Handy aussah, gelesen werden konnten. Durch einen Knopf im Ohr konnte er so von seinen Komplizen die Karten der anderen Spieler erfahren.[10]

Im Juli 2014 wurde Tekintamgaç vom Augsburger Landgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt.[9] Im März 2015 wurden acht seiner Komplizen zu Bewährungsstrafen verurteilt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ali Tekintamgac gewinnt WPT Barcelona. In: PokerNews. 26. Mai 2010, abgerufen am 13. Mai 2018.
  2. Ali Tekintamgac geht ins Gefängnis. In: PokerNews. 14. Juli 2014, abgerufen am 1. April 2018.
  3. Rafael Buschmann, Conny Neumann: Kriminalität: Falsches Spiel. In: Der Spiegel 45/2013. 4. November 2013, S. 50–52, abgerufen am 1. April 2018.
  4. a b c Ali Tekintamgaç. In: Hendon Mob Poker Database. Abgerufen am 12. Mai 2018 (englisch).
  5. EPT – 6 – Grand Final (€ 10,000 + 600 No Limit Hold’em – Main Event). In: Hendon Mob Poker Database. Abgerufen am 12. Mai 2018 (englisch).
  6. WPT Spanish Championship (€ 3,200 + 300 No Limit Hold’em). In: Hendon Mob Poker Database. Abgerufen am 12. Mai 2018 (englisch).
  7. IPT – 2 – Venice (€ 2,000 + 200 No Limit Hold’em – Main Event). In: Hendon Mob Poker Database. Abgerufen am 12. Mai 2018 (englisch).
  8. Partouche Poker Tour – Main Event (€ 7,750 + 750 No Limit Hold’em – Main Event). In: Hendon Mob Poker Database. Abgerufen am 12. Mai 2018 (englisch).
  9. a b Arved Klöhn: Ali Tekintamgac wegen Betrugs beim Poker zu Haftstrafe verurteilt. In: pokerolymp.com. 12. Juli 2014, abgerufen am 1. April 2018.
  10. a b Jan Meinert: Acht Komplizen von Ali Tekintamgac wegen Poker-Betrug verurteilt. In: pokerolymp.com. 21. März 2015, abgerufen am 1. April 2018.