Türkeistämmige in Deutschland

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Foto eines Umzugs vor dem Brandenburger Tor
Janitscharen-Umzug durch das Brandenburger Tor am Türkischen Tag in Berlin

Türkeistämmige in Deutschland sind Menschen, die selbst Staatsbürger der Türkei sind oder waren oder auf deren Vorfahren dies zutraf, und die oder deren Vorfahren ab 1960 aus der Türkei im Gefolge der Gastarbeitermigration in die Bundesrepublik Deutschland aus den verschiedensten Gründen eingewandert sind. In offiziellen Statistiken ist der Begriff Türken in Deutschland die Bezeichnung für Staatsbürger der Türkei, die in Deutschland leben. Darüber hinaus gibt es den mehrdeutigen Begriff Deutschtürken. Ca. drei Millionen Personen in Deutschland mit Migrationshintergrund haben ihre familiären oder religiösen Wurzeln in der Türkei, von denen ungefähr die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.[1] Der Begriff Türkeistämmige ist ein Neologismus, der gegenüber dem im allgemeinen Sprachgebrauch verbreiteten Türkischstämmige zum Ausdruck bringt, dass er alle ethnischen und sprachlichen Gruppen des Staatsgebietes der Republik Türkei umfasst, insbesondere die als ethnische Minderheit innerhalb der Türkei lebenden Kurden (siehe Kurden im deutschsprachigen Raum) und Armenier (siehe Armenier in Deutschland). In der Türkei werden diese Personen als almancılar (zu übersetzen etwa als „Deutschlandfahrer“) oder gurbetçiler („die berufsmäßig in die Fremde gehen“) bezeichnet. Im Milieu der Türkeistämmigen finden sich auch Personen türkisch-muslimischer Herkunft aus den Nachbarstaaten der Türkei, namentlich Westthrakientürken, die aber auch ohne Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit als Bürger der Europäischen Union einen privilegierten rechtlichen Status besitzen.

Geschichte

Im Jahre 1961 wurde das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnet. Die Initiative zur Anwerbung türkischer Arbeitskräfte in Deutschland ging hierbei von der Türkei aus. Dem Abkommen vorausgegangen waren bereits Anwerbevereinbarungen Deutschlands mit Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960). Die Republik Türkei verband mit diesem Abkommen zur Arbeitsmigration mehrere Ziele. Zum einen wollte sie damit ihr Außenhandelsdefizit (Heimatüberweisungen zur Verbesserung der Zahlungsbilanz) reduzieren, und zum anderen sollten die sozialen und ökonomischen Probleme in der Türkei abgemildert werden. Zunächst war nicht daran gedacht, dass die als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitskräfte dauerhaft in Deutschland bleiben sollten. Im Laufe der folgenden Jahre zogen Frauen und Kinder nach. Inzwischen gibt es Urenkel der ersten Migrantengeneration, die türkische Staatsbürger sind, obwohl bereits ihre Eltern in Deutschland geboren wurden.

Vor allem unter denjenigen Kurden, die mit türkischem Pass in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sind, gibt es viele, die als (ehemalige) Asylbewerber oder als Asylberechtigte im Land bleiben durften.[2][3]

Demographie

In amtlichen Statistiken wird die Zahl der Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit erfasst. Werden „Türken“ als Teilmenge der Kategorie „Ausländer“ definiert, dann werden Menschen mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit nicht erfasst. Da es keinen kurdischen Staat, mithin keine kurdische Staatsangehörigkeit gibt, werden die meisten Kurden, die aus der Türkei stammen, zu den „Türken“ gerechnet, es sei denn, sie hätten (wie es auch bei ethnischen Türken der Fall sein kann) die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen.

Eine sinkende Zahl von „Türken“ in Deutschland ist kein Beleg für die Abnahme der Zahl türkeistämmiger Menschen in der Bundesrepublik. Seit dem 1. Januar 2000 erhalten hier geborene Kinder nicht-deutscher Staatsangehöriger mit gesichertem Aufenthaltsstatus in Deutschland automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, werden also nicht mehr als „Türken“ gezählt.

Selbst wenn man die ca. 500.000–800.000 aus der Türkei ausgereisten Kurden aus der Menge der „Türken“ herausrechnet, stellen Türken die größte Gruppe von Ausländern dar, die in Deutschland leben: Ende 2006 lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes[4] in Deutschland 6,75 Millionen Ausländer, zu denen 1,739 Millionen Türken zählten, gefolgt von 535.000 Italienern, 362.000 Polen und 317.000 Serben und Montegriner, 304.000 Griechen und 228.000 Kroaten. Am 31. Dezember 2007 waren 25,4 Prozent aller in Deutschland lebenden Ausländer türkische Staatsbürger.[5]

Zahl der türkischen Staatsbürger in Deutschland (bis 1990: nur altes Bundesgebiet)

  • 1961: 000 6.800
  • 1971: 0 652.000
  • 1981: 1.546.000
  • 1991: 1.780.000
  • 1998: 2.110.000
  • 1999: 2.054.000
  • 2001: 1.998.534, davon 746.651 (37,36 %) in der Bundesrepublik Deutschland geboren.[6]
  • 2004: 1.764.318 (31. Dezember 2004)[7]
  • 2006: 1.738.831 (31. Dezember 2006)[4]
  • 2007: 1.713.551[8]
  • 2008: 1.688.370[9]
  • 2009: 1.658.083[10]
  • 2010: 1.629.480[11]
  • 2011: 1.607.161[12]
  • 2012: 1.575.717[13]
  • 2013: 1.549.808[14]
  • 2014: 1.527.118 [15]
  • 2015: 1.506.113 [16]
  • 2016: 1.492.580 [17]
  • 2017: 1.483.515 [18]

Zahl der türkeistämmigen Menschen in Deutschland

Die Zahl der türkeistämmigen Menschen in Deutschland (Personen mit derzeitiger bzw. früherer türkischer Staatsangehörigkeit bzw. Herkunftsland mindestens eines Elternteils, in Bezug auf in Deutschland als deutsche Staatsangehörige geborene Kinder mit Herkunftsland beider Elternteile) betrug im Jahre

  • 2007: 2.495.000[19]
  • 2008: 2.527.000[20]
  • 2009: 2.502.000[21]
  • 2010: 2.485.000[22]
  • 2011: 2.956.000[23]
  • 2012: 2.998.000[24]
  • 2014: 2.859.000 [25]
  • 2015: 2.851.000 [26]

Der sprunghafte Anstieg von 2010 auf 2011 beruhte auf einer veränderten Zählweise. Ca. 471.000 in Deutschland geborene Kinder türkeistämmiger Eltern, die die deutsche Staatsangehörigkeit kraft Geburt im Inland (§ 4 Abs. 3 StAG) erworben haben, wurden erstmals mitgezählt.[27]

Nach Informationen des Auswärtigen Amtes lebten im Dezember 2012 in der Bundesrepublik Deutschland ca. drei Millionen Menschen türkischer Herkunft, von denen etwas mehr als die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.[28]

Einbürgerungen zuvor türkischer Staatsbürger

  • 1972–1979: 2.219
  • 1980: 399
  • 1985: 1.310
  • 1990: 2.034
  • 1995: 31.578
  • 1998: 59.664
  • 1999: 103.900
  • 2000: 82.812
  • 2001: 76.573
  • 2002: 64.631
  • 2003: 56.244
  • 2004: 44.465
  • 2005: 32.700[6][7]
  • 2006: 33.388[29]
  • 2007: 28.861[30]
  • 2008: 24.449[31]
  • 2009: 24.647[32]
  • 2010: 26.192[33]
  • 2011: 28.103[34]
  • 2012: 33.246[35]
  • 2013: 27.970[36]
  • 2014: 22.463[37]
  • 2015: 19.674[38]
  • 2016: 16.290[39]

Seit dem 1. Januar 2000 erhalten in Deutschland geborene Kinder türkischer Staatsangehöriger die deutsche Staatsangehörigkeit kraft Gesetzes, wenn wenigstens ein Elternteil sich seit acht Jahren rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat (§ 4 Abs. 3 StAG). Eine Einbürgerung erübrigt sich bei diesen (anders als bei den vor dem 1. Januar 2000 geborenen) Kindern. Jedoch müssen sich diese Kinder – sofern sie nicht unter die Neuregelung von 2014 fallen – bei Erreichung der Volljährigkeit, spätestens mit Vollendung des 23. Lebensjahres entscheiden, ob sie die türkische Staatsangehörigkeit aufgeben wollen (Optionsmodell). Optieren sie für die türkische Staatsangehörigkeit oder geben sie keine Erklärung ab, geht die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Optieren sie für die deutsche Staatsangehörigkeit, müssen sie bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres den Verlust der türkischen Staatsangehörigkeit nachweisen, sonst verlieren sie die deutsche Staatsangehörigkeit ebenfalls (§ 29 StAG). Türkische Kinder, die am 1. Januar 2000 noch keine zehn Jahre alt waren und bei denen zum Zeitpunkt ihrer Geburt die Voraussetzungen des § 4 Abs. 3 StAG vorlagen, konnten bis 31. Dezember 2000 die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erwerben (§ 40b StAG). Wer gemäß dieser Übergangsregelung eingebürgert wurde, fällt ebenso unter die Optionsregelung, kann also die deutsche Staatsangehörigkeit mit dem 23. Geburtstag wieder verlieren.

Nicht mehr der Optionspflicht unterliegt seit der Neuregelung der Optionspflicht ab 20. Dezember 2014, wer nach der Definition des Gesetzes „im Inland aufgewachsen“ ist (§ 29 Abs. 1 a StAG). Wer nicht unter die Neuregelung fällt, muss wie bisher optieren.

Verlust der Staatsangehörigkeit durch Wiederannahme der türkischen Staatsangehörigkeit

Seit 1. Januar 2000 führt der Wiedererwerb der türkischen Staatsangehörigkeit nach zuvor erfolgter Einbürgerung in den deutschen Staatsverband zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit. Diese Konsequenz ist durch die Streichung der sogenannten Inlandsklausel in § 25 StAG eingetreten. Schätzungsweise 48.000 frühere türkische Staatsangehörige haben ihre deutsche Staatsangehörigkeit dadurch verloren.

Rückwanderung in die Türkei

Von 2005 bis 2014 kehrten mehr Türkeistämmige aus Deutschland in die Türkei zurück, als von dort nach Deutschland zuwanderten. Für den negativen Wanderungssaldo ist allerdings in größerem Maße der starke Rückgang der Zuwandererzahlen (von über 50.000 im Jahr 2002 auf 30.000 im Jahr 2008) verantwortlich als die Zunahme der Auswandererzahlen zwischen 2006 und 2008[40]. Der Trend setzt sich bis 2018 in geringem Ausmaß fort. [41]

Die Zahl der Menschen, die (auch) mit türkischer Staatsangehörigkeit in Deutschland leben, sinkt seit dem Höchststand 1999 ständig – von damals 2,1 Millionen auf inzwischen (2011) 1,6 Millionen. Als Gründe nennen die Statistiker neben Einbürgerungen und Sterbefällen auch Rückkehrer.

Das Dortmunder Institut futureorg[42] befragte in der TASD-Studie 250 türkische und türkeistämmige Akademiker, von denen knapp drei Viertel in der Bundesrepublik geboren wurden, zu ihrer Lebenssituation. Laut einer Zwischenauswertung erklärten 38 Prozent, sie wollten in die Türkei auswandern. Als Begründung gaben 42 Prozent an, in Deutschland fehle ihnen das „Heimatgefühl“. Fast vier Fünftel bezweifelten, „dass in Deutschland eine glaubwürdige Integrationspolitik betrieben wird“.[43] Darüber hinaus ist allgemein ein Trend zur Rückwanderung in die Türkei zu verzeichnen. Im Jahr 2008 zogen beispielsweise 28.741 Türken nach Deutschland, im gleichen Jahr jedoch 38.889 Türken aus Deutschland in die Türkei.[44] Dieser Trend setzte sich auch in den Folgejahren fort. Auch 2010 und 2011 verließen mehr Türken Deutschland, als Türken nach Deutschland zogen.[45][46]

In den Jahren 2007 bis 2011 sind 193.000 in Deutschland lebende Türken dauerhaft in die Türkei zurückgekehrt. Am häufigsten waren Arbeitslosigkeit und Diskriminierung ausschlaggebend für die Rückwanderung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der türkisch-deutschen Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (TAVAK).[47]

Die Türkei verzeichnete in den vergangenen 10 Jahren sehr hohe Wachstumsraten. Vielen türkeistämmigen Akademikern bieten sich in der Türkei sehr gute Chancen an, etwa in der Automobil-, Zulieferer- oder der Rüstungsindustrie. Auch der Einzelhandel, Textilbranche, Tourismus und Finanzwesen sind sehr beliebt.[48] In deutschen Auslandsschulen können ihre Kinder gegebenenfalls einen deutschen Schulabschluss erlangen.

Gruppen und Status von Bürgern mit türkischer Staatsangehörigkeit

Nach Ethnien

Die türkischen Staatsbürger sind eine heterogene Gruppe aus bis zu 25 bis 30 unterschiedlichen aus der Türkei stammende Ethnien und Sprachgruppen. Den größten Anteil haben die nicht klar abzugrenzenden ethnischen Türken, gefolgt von Kurden, Zaza, Lasen, Tscherkessen und weiteren kleineren Ethnien, wie zum Beispiel die christlichen Minderheiten der Armenier und Aramäer.

Nahezu alle sprechen Türkisch und zusätzlich oft auch ihre ursprüngliche Muttersprache.

Nach Aufenthaltsstatus

Der Aufenthaltsstatus der Türkeistämmigen in Deutschland ist sehr unterschiedlich.

Nach Angaben des Bundesministerium des Innern besaßen am 30. Juni 2000 von den in der Bundesrepublik Deutschland lebenden türkischen Staatsangehörigen

Im Jahre 2011 hatten die 1.607.161 türkischen Staatsangehörigen folgenden Aufenthaltsstatus:[50]

  • 561.355 Personen mit vor dem 1. Januar 2005 ausgestellten Aufenthaltsgenehmigungen, nämlich
    • 502.005 Personen mit einem unbefristeten Aufenthaltsrecht (Aufenthaltsberechtigung); diese gilt seit 1. Januar 2005 nach § 101 Abs. 1 AufenthG als Niederlassungserlaubnis fort,
    • 59.350 Personen mit einem befristeten Aufenthaltsrecht nach dem Ausländergesetz 1990 (Aufenthaltsgenehmigungen in Form der Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltsbewilligung, Aufenthaltsbefugnis; hierbei dürfte es sich überwiegend um unbefristete Aufenthaltserlaubnisse handeln, die seit 1. Januar 2005 ebenfalls nach § 101 Abs. 1 AufenthG als Niederlassungserlaubnis fortgelten),
  • 704.287 Personen mit einer unbefristeten Niederlassungserlaubnis,
  • 280.000 Personen mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis nach dem Aufenthaltsgesetz zum Zwecke der Ausbildung, der Erwerbstätigkeit, aus humanitären Gründen oder aus familiären Gründen,
  • 26.727 Personen, die einen Aufenthaltstitel beantragt und darüber eine Fiktionsbescheinigung erhalten haben, oder deren Aufenthalt erlaubnisfrei ist,
  • 23.183 Personen ohne jeglichen Aufenthaltsstatus,
  • 5904 Personen mit einer Duldung, also ohne rechtmäßigen Aufenthalt, aber mit einem faktischen Bleiberecht; häufig handelt es sich hier um abgelehnte Asylbewerber,
  • 4014 Personen mit einem Aufenthaltstitel nach dem FreizügG/EU; hierbei handelt es sich überwiegend um türkische Staatsangehörige, die mit einem nichtdeutschen Bürger des EWR verheiratet sind und dann Inhaber einer Aufenthaltskarte sind,
  • 1691 Personen mit einer Aufenthaltsgestattung für die Dauer eines nicht abgeschlossenen Asylerstverfahrens.

Unter den 280.000 Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis sind ca. 35.000 türkische Arbeitnehmer mit ihren Familienangehörigen, die einen besonderen Status nach dem Assoziationsratsbeschluss Nr. 1/80 (ARB 1/80) genießen. Diese Personen erhalten formal eine befristete Aufenthaltserlaubnis (§ 4 Abs. 5 AufenthG), hinter der aber ein grundsätzlich unbefristetes europarechtliches Aufenthaltsrecht steht. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Mai 2012 entschieden, dass türkische Staatsangehörige, die unter den ARB 1/80 fallen, eine mindestens fünf Jahre gültige Aufenthaltserlaubnis beanspruchen können, aus der sich ihr Daueraufenthaltsrecht eindeutig ergibt.[51] Wegen der weiteren Einzelheiten siehe → Beschluss 1/80 des Assoziationsrates EWG-Türkei. Der Status nach dem ARB 1/80 schließt es nicht aus, auch einen anderen Aufenthaltsstatus zu erlangen; der ARB 1/80-Status geht dadurch jedoch grundsätzlich nicht verloren. Etliche Personen mit ARB 1/80-Status dürften sich daher unter den Personen mit einem anderen Aufenthaltstitel finden, vor allem mit einer Niederlassungserlaubnis.

Religionszugehörigkeit und Religiosität

1863 angelegter Türkischer Friedhof Berlin (im Hintergrund die Şehitlik-Moschee)

Bei einer im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführten Befragung von 2001[52] gaben die interviewten Türken und Türkeistämmigen die folgenden Religionszugehörigkeiten an:

  • sunnitisch: 63 Prozent
  • alevitisch: 12 Prozent
  • schiitisch: 2 Prozent
  • andere: 7 Prozent
  • konfessionslos: 8 Prozent

Mehrheitlich gehören also türkische Staatsbürger und Türkeistämmige zwei Ausprägungen des Islam an: dem sunnitischen Islam nach der hanafitischen Rechtsschule und den Aleviten. Neben der wirtschaftlich motivierten Einwanderung von Aleviten gab es in den 1980er Jahren auch aufgrund der politischen Lage in der Türkei asylsuchende Aleviten. Seit jeher wird das Alevitentum in der Türkei nicht als muslimischer Minderheitsglauben anerkannt, was für die dort lebenden Gläubigen Einschränkungen in ihrer Religionsausübung bedeutet.

Noch stärkeren Einschränkungen waren Kurden jesidischen Glaubens in der Türkei ausgesetzt. Die Zahl jesidischer Kurden in Deutschland wird auf 35.000 bis 40.000 geschätzt.[53] Nicht alle jesidischen Kurden sind allerdings aus der Türkei zugewandert.

Der dauerhafte Verbleib von muslimischen „Gastarbeitern“ aus der Türkei in Deutschland führte dazu, dass provisorische Hinterhofmoscheen aufgegeben wurden, um auch architektonisch als solche erkennbare Moscheen in Deutschland neu zu bauen. Dieser verspätete Effekt der Arbeitsmigration der 1960er und 1970er Jahre wird in der deutschen Bevölkerung oft subjektiv als islamische Missionstätigkeit, Unterwanderung und Islamisierung interpretiert. Infolge dieser Deutung kam es mehrfach zu Konflikten, beispielsweise um die Zentralmoschee Köln in Köln-Ehrenfeld oder Frankfurt-Hausen.

Außerdem gibt es noch eine christlich-orientalische Gemeinde der syrisch-orthodoxen Christen mit Bischofssitz in Warburg und ein Syrisch-orthodoxes Kloster in Nordrhein-Westfalen. Vorrangig wanderten diese wegen schlechter Lebensverhältnisse aus (vgl. Völkermord an den Assyrern und Aramäern und Aramäer in Deutschland). Die Zahl der syrisch-orthodoxen Christen wird in Deutschland auf 80.000 geschätzt. Sie besitzen mehrere Kirchen in Deutschland, teils neugebaut, teils von anderen Gemeinden übernommen. (Hüsnü Acar: Menschen zwischen Kulturen. Aramäische Jugendliche in Deutschland. Paderborn 1997.)

Die armenisch-apostolische Kirche hat ihren Bistumssitz in Köln. Es gibt mehrere Kirchgemeinden in Deutschland (vgl. Armenier in Deutschland). Viele Armenier kamen bereits im Zuge des Völkermords an den Armeniern aus Anatolien nach Deutschland.

Menschen mit nicht sehr starker Bindung an ihre Religion und Konfessionslose sind eher als ihre stärker an ihre Religion gebundenen Landsleute dazu bereit, die Deutsche Staatsangehörigkeit zu beantragen.[54]

Laut einer Umfrage des Essener Zentrums für Türkeistudien hatten sich 80 Prozent der muslimischen Türkeistämmigen im Alter von 18 bis 29 Jahren als „eher“ oder „sehr religiös“ bezeichnet.[55]

Die im Jahr 2016 veröffentlichte Studie des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster[56] beschäftigte sich in besonderem Maße mit „Facetten der Religiosität“ unter Türkeistämmigen. Sie basiert auf einer in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Emnid unter 1201 Zuwanderern aus der Türkei und ihren Nachkommen ab 16 Jahren. Die Studie stellt fest, dass hinsichtlich der religiösen Praxis (Moscheebesuch, persönliches Gebet) die zweite/dritte Generation weniger aktiv ist als die erste (23 % gegen 32 %, die häufig die Moschee besuchen; 35 % gegen 55 %, die mehrmals am Tag das persönliche Gebet verrichten). Allerdings schätze sich die zweite/dritte Generation als religiöser ein als die erste (72 % gegen 62 % schätzen sich als „tief“, „sehr“ bzw. „eher“ religiös ein). Die Studie deutet diesen Sachverhalt dahingehend, dass die Antworten auf die Fragen möglicherweise weniger die „tatsächlich gelebte“ Religiosität widerspiegelten, „als vielmehr ein demonstratives Bekenntnis zur eigenen kulturellen Herkunft“.[56] Der Aussage „Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe“ stimmten 47 % der Befragten zu.[56] Während Türkeistämmige der ersten Generation dieser Aussage zu 57 % zustimmten, betrug die Zustimmung bei jenen der zweiten/dritten Generation 36 %. Religiös bedingte Gewaltakzeptanz ist hingegen vergleichsweise gering. Der Aussage „Die Bedrohung des Islam durch die westliche Welt rechtfertigt, dass Muslime sich mit Gewalt verteidigen“ stimmten lediglich 20 % der Befragten zu (25 % der ersten Generation, 15 % der 2. und 3.).[56] Bezüglich der „Traditionalen Glaubenspraxis“ bekundeten 23 % der Befragten, dass Muslime es vermeiden sollten dem anderen Geschlecht die Hand zu schütteln.[56] 41 % der befragten Frauen der ersten Generation tragen ein Kopftuch, gegen 21 % der zweiten/dritten Generation.[56] Darüber hinaus stimmten 61 % der Befragten der Aussage „Der Islam passt durchaus in die westliche Welt“ zu. 73 % waren der Meinung, dass „Bücher und Filme, die Religionen angreifen und die Gefühle tief religiöser Menschen verletzen“ gesetzlich verboten werden sollten.[56] Die Haltung gegenüber Christen sei bei 80 % der Befragten „sehr positiv“ oder „eher positiv“, die Haltung gegenüber Atheisten und Juden bei 49 %.[56] Die Studie kommt hinsichtlich der Religion zum Schluss, dass die Befragten den Islam als eine „angegriffene Religion, die vor Verletzungen, Vorurteilen und Verdächtigungen zu schützen ist“ deuteten. Außerdem ließ sich ein „beträchtliche[r] Anteil an islamisch-fundamentalistischen Einstellungen erkennen, die schwer mit den Prinzipien moderner Gesellschaften zu vereinen sind“.[57]

Integration

Poster zum Deutschlandbesuch Erdoğans mit der Aufschrift: „Unser Ministerpräsident ist in Düsseldorf“

Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung aus dem Jahr 2009 wies diejenigen Migranten in Deutschland, die oder deren Vorfahren aus der Türkei zugewandert sind, als die mit Abstand am schlechtesten integrierte Zuwanderergruppe aus.[58] Die Bundeszentrale für politische Bildung stellte hingegen fest, dass „die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland […] so heterogen“ sei, „dass die Erstellung einer Integrationsbilanz für die Gruppe ‚der Türken‘ fast unmöglich“ sei.[59]

Hans-Ulrich Wehler äußerte sich mehrfach kritisch zu dem Themenbereich und bezweifelte die Integrationsbereitschaft der türkischen Einwanderer. Die „muslimische Diaspora“ sei im Prinzip nicht integrierbar. „[…] Man soll sich nicht freiwillig Sprengstoff ins Land holen.“[60] 2007 sagte er im Zusammenhang mit öffentlichen Diskussionen um die (damals geplante und 2009 begonnene) DITIB-Zentralmoschee Köln, es sei „endlich eine offenherzige Diskussion über die Stellung der deutschen Muslime zu führen“, da die DİTİB dazu neige, „sich in einer eigenen Subkultur einzuigeln und jede Assimilation zu verweigern.“[61]

Laut der im Jahr 2016 veröffentlichte Studie des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster (siehe Abschnitt Religionszugehörigkeit und Religiosität) fühlen sich 90 % der befragten Türkeistämmigen in Deutschland wohl, 87 % weisen eine sehr enge bis enge Verbundenheit mit Deutschland, 85 % eine sehr enge bis enge Verbundenheit mit der Türkei auf. Der Wille zur Integration („Ich möchte mich unbedingt und ohne Abstriche in die deutsche Gesellschaft integrieren.“) sei bei 70 % der Befragten vorhanden.[56] 51 % der Befragten fühlen sich als „Bürger 2. Klasse“, nur 24 % jedoch als „Angehörige einer Bevölkerungsgruppe“, die in Deutschland diskriminiert würde.[56]

In einer 2017 durchgeführten Mehrthemenbefragung unter Türkeistämmigen in Deutschland stellte die Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung einen mindestens seit 2012 bestehenden Trend zu einer wachsenden Türkeiorientierung fest, insbesondere bei den Nachfolgegenerationen.[62]

Bildung

Eine Studie, die im April 2010 vorgelegt wurde, ergab: Jeder fünfte türkische Staatsbürger in Deutschland beherrscht die deutsche Sprache nur mangelhaft oder gar nicht.[63] Etliche Zuwanderer der ersten Generation haben in ihrer Heimat keine Schule besucht und hätten so ein niedriges bis niedrigstes Bildungsniveau.[64] Etwa 70 Prozent der türkischen Schüler in Berlin erreichten bestenfalls einen erweiterten Hauptschulabschluss, so dass die meisten Jugendlichen im Ausbildungsalter enorme Bildungsdefizite hätten.[65] So sind beispielsweise knapp 42 Prozent aller Türken in Berlin im erwerbsfähigen Alter arbeitslos.[65] Axel Börsch-Supan spricht in diesem Zusammenhang von einem „Bildungsnotstand“.[66] Türkeistämmige Eltern schicken ihre Kinder auch seltener als Eltern ohne Migrationshintergrund in den Kindergarten, obwohl die Kinder dort vor der Einschulung deutsche Sprachkenntnisse erwerben könnten; die Gründe dafür liegen auch darin, dass wenige Erzieher zweisprachig sind.[67] Die Journalistin Canan Topçu weist darauf hin, dass der ersten Generation der eingewanderten Türken „kaum Angebote gemacht“ wurden.[68]

Unter denjenigen, die keinen Schulabschluss nachweisen können, gaben 2006 mehr als 20 Prozent an, dass sie über eine „geringe oder sehr geringe Schriftsprachfähigkeit im Türkischen“ verfügten.[69] Darunter seien viele Analphabeten in zwei Sprachen.

14 Prozent der Türkeistämmigen in Deutschland besitzen eine Hochschulzugangsberechtigung. An deutschen Universitäten studierten 2007 14.910 türkische Staatsbürger mit einer in Deutschland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung (so genannte Bildungsinländer). Im selben Jahr haben 7180 Studierende in Deutschland mit türkischer Staatsangehörigkeit ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben (so genannte Bildungsausländer).[70]

Die Lage der Frauen unter den Türkeistämmigen weicht teilweise von gängigen Klischees ab: In der ersten Generation der Frauen (35–64 Jahre) haben zwar nur 35 Prozent sehr gute Deutschkenntnisse, aber in der zweiten Generation der Frauen (15–34 Jahre) ist diese Quote bereits auf 70 Prozent angestiegen. Die türkeistämmigen Frauen sprechen heute in der Regel besser Deutsch und absolvieren häufiger das Abitur als die türkeistämmigen Männer.[71]

In der Zeit von 2001 bis 2006 erhöhte sich der Anteil von türkeistämmigen Personen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss von 44 % auf 57 %.[55]

Entsprechend der im Jahr 2016 veröffentlichten Studie des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster (siehe Abschnitt Religionszugehörigkeit und Religiosität) sind 26 % aller Türkeistämmigen in Deutschland ohne Schulabschluss, 40 % der ersten Generation, 13 % der zweiten/dritten Generation. Auf die Frage „Nach Ihrer eigenen Einschätzung, wie gut verstehen Sie Deutsch?“ antworteten 47 % der ersten Generation und 94 % der zweiten/dritten Generation mit „gut/sehr gut“.[56]

Ökonomische Situation

Bei türkischen Haushalten (unter Berücksichtigung der Armutsrisikogrenze) hat sich erwiesen, dass weit unterdurchschnittliche Einkommen erzielt werden, bzw. Abhängigkeit von staatlichen Sozialleistungen besteht. Rund 42,5 Prozent aller Haushalte (44 Prozent aller Personen) haben mit einem Armutsrisiko zu leben.[72] Im Bericht der Bundesregierung wurde vor allem die Situation relevanter Einkommen (anhaltende Arbeitslosigkeit), die geringe Höhe an schulischer beziehungsweise beruflicher Ausbildung und die familiäre Lage vieler Betroffener als zeitgenössische Ursache für Armut ausgemacht.

45,6 Prozent aller Türkeistämmigen betreiben keine private Altersvorsorge (in der Gesamtbevölkerung Deutschlands trifft das auf 35,6 Prozent zu). Vorbehalte gibt es unter Türkeistämmigen insbesondere gegen die Riester-Rente, da Fördermittel und Steuervergünstigungen zurückgezahlt werden müssen, wenn der Sparer im Ruhestand in die Türkei zieht.[73][74]

Im öffentlichen Dienst sind türkeistämmige Menschen mit deutschem Pass weit unterrepräsentiert, da ihnen die Zugangswege und -voraussetzungen oft nicht geläufig sind. Unter den Selbstständigen sind sie noch unterrepräsentiert, allerdings ist ihre Gründungsrate höher als die deutschstämmiger Menschen unter 35 Jahre.

Das HWWI beobachtet eine ausgeprägte „Nischenökonomie“, die Existenzgründer mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland nutzen.[75] Während die ehemaligen Nischenmärkte der 1970er Jahre, in denen vor allem Lebensmittel für die eigenen Landsleute verkauft wurden, und der gastronomische Sektor heute bereits gesättigt seien, sei seit den 1990er Jahren eine „neue Nische“ im Bereich wissensintensiver Dienstleistungen entstanden, die bis heute bestehe. Eine weitere Nische, die vermehrt türkeistämmige Existenzgründer für ihre Zwecke nutzten, bestehe aus kultursensiblen Versorgungsdienstleistungen für Migranten im Rentenalter wie Pflege- oder Bestattungsunternehmen. Solche Nischen seien allerdings nicht auf Dauer angelegt. Dies erläutert ein türkischer Lebensmittelhändler folgendermaßen:

„Heute muss man ein Geschäft für alle Kunden aufmachen. Sich nur auf Türken zu spezialisieren, macht keinen Sinn. Die Türken haben sich an die Deutschen angepasst, bekommen weniger Kinder, kaufen deshalb weniger ein und essen dasselbe wie die Deutschen – Gouda anstelle von Schafskäse.“[76]

2011 gab es mit 80.000 Unternehmen etwa dreimal so viele Betriebe in türkischer Hand wie 1990. Sie beschäftigen rund 420.000 Mitarbeiter und setzen über 40 Milliarden Euro um. Je nach Branche sind dort etwa 35 bis 40 Prozent Deutsche beschäftigt.[77] Die Bereitstellung von Kapital erfolgt zum großen Teil mit Hilfe der Familien, in steigendem Maße auch durch türkische Banken, während sich deutsche Banken oft extrem zurückhaltend gegenüber türkischen Gründern verhalten. Zunehmende Bedeutung erlangen gemischte deutsch-türkische Unternehmen, die eine Brückenfunktion übernehmen, z. B. in der Logistikbranche.

Situation der älteren Bevölkerung

Unter der türkeistämmigen älteren Bevölkerung ist die (subjektive) Lebensqualität insgesamt deutlich geringer als die deutscher Älterer oder anderer nationaler und ethnischer Gruppen. Dies betrifft insbesondere die Dimensionen von Gesundheit und Umwelt, bei denen körperliche Belastungen, ungesunde Wohnverhältnisse und psychosoziale Stressfaktoren aufgrund der Erfahrung von Fremdheit und sozialer Zurückweisung zum Tragen kommen. Armutslage, Unsicherheit und Informationsmangel – etwa zur pensions- und sozialrechtlichen Absicherung in Deutschland und im Herkunftsland – verstärken den Eindruck, die eigenen Lebens- und Umweltbedingungen nicht ausreichend kontrollieren zu können. Die psychische und soziale Dimension von Lebensqualität sind hingegen hoch. Hier kommen familiäre und verwandtschaftliche Ressourcen zum Tragen, ebenso wie die freiwillige Tätigkeit in ethnischen Vereinen und religiösen Institutionen. Besonders positiv bewertet wird die Möglichkeit einer transnationalen Lebensführung sowohl im Herkunftsland als auch im neuen Heimatland, soweit die Ressourcen (Gesundheit, finanzielle Mittel, stabile Netzwerke) dies zulassen. Die Lebensführung älterer türkischer Migranten ist stark auf die Familie bezogen, insbesondere auf die eigenen Kinder. Die Sorge vor Abhängigkeit ist in der türkeistämmigen Bevölkerung besonders ausgeprägt, als Folge ihrer gesellschaftlichen Randstellung. Zugleich bestehen deutliche Vorbehalte gegenüber Tageszentren und insbesondere gegenüber Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland.[78]

Wahlrecht und Wahlverhalten

Türkei

An türkischen Wahlen konnten die in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger bis 2014 nur teilnehmen, wenn sie sich zum Wahlzeitpunkt in der Republik Türkei aufhalten bzw. an einem Grenzübergang. Aus diesem Grund wurden etwa zu den türkischen Wahlterminen 1995 und 1999 Billigflüge von türkischen Gruppen organisiert, die die islamistische Millî Görüş[79][80] oder die rechtsextreme MHP[81] unterstützen wollen. Grundsätzlich sind türkischen Parteien jedoch Auslandsorganisationen verboten.[82] 2008 beschloss das türkische AKP-Kabinett, ein Briefwahlrecht für im Ausland lebende Türken einzuführen. Dies sollte für politische Parteien, nicht aber für unabhängige Kandidaten (als solche treten häufig kurdische Politiker auf) gelten.[83] Das Verfassungsgericht der Republik Türkei hob die Gesetzesänderung mit Beschluss vom 29. Mai 2008 rückwirkend auf, da das Wahlgeheimnis mit Briefwahl nicht gewährleistet sei.[84]

Zur Präsidentschaftswahl in der Türkei 2014 durften erstmals im Ausland lebende türkische Staatsbürger in den Konsulaten ihres Heimatlandes ihre Stimme abgeben, so auch in Deutschland. [85] Dieses Verfahren wurde auch bei den Parlamentswahlen im Juni und November 2015 angewandt, weshalb die türkischen Parteien in Deutschland einen intensiven Wahlkampf betrieben. Vom Wahlrecht machten 8,3 % der Auslandstürken insgesamt Gebrauch. In Deutschland erhielt Recep Tayyip Erdoğan mehr als zwei Drittel der Stimmen.[86]

Beim Verfassungsreferendum im Jahr 2017 stimmten 63 % der türkischen Wähler in Deutschland für die Veränderungsvorschläge.[87]

Deutschland

Türkische Staatsbürger haben als solche in Deutschland kein Stimm- und Wahlrecht, anders als Bürger der Europäischen Union, die an Kommunalwahlen in Deutschland teilnehmen können. In vielen Kommunen haben türkische Staatsbürger jedoch aktives und passives Wahlrecht für den Ausländerbeirat, und aufgrund der zahlenmäßigen Stärke sowie des vergleichsweise hohen türkischen Organisationsgrads sind sie dort oft überproportional vertreten (in NRW: 55 % der Beiratsmitglieder Türken (1995), 57,6 % der Beiratsmitglieder Türken (1999)).[88]

Am häufigsten werden von türkeistämmigen Deutschen die Parteien SPD (ca. 39 Prozent) und Grüne (ca. 13 Prozent) gewählt, da diese die türkeistämmigen Migranten durch ihre Einwanderungspolitik sowie ihre liberale Einstellung hinsichtlich des Staatsbürgerschaftsrechts ansprechen.[89]

Der Berliner Verein Türkische Gemeinde in Deutschland rief im Rahmen der Bundestagswahl 2009 explizit dazu auf, Personen mit türkischer Herkunft, beispielsweise Cem Özdemir oder Lale Akgün, zu wählen.[90]

Bei der Bundestagswahl 2017 am 24. September 2017 wurden 14 türkeistämmige Abgeordnete in den Bundestag gewählt:

Im 18. Deutschen Bundestag (gewählt am 23. September 2013) saßen 11 türkeistämmige Abgeordnete:[91]

Im 17. Deutschen Bundestag (gewählt am 27. September 2009) saßen fünf türkeistämmige Abgeordnete:

Dem 16. Deutschen Bundestag (Legislaturperiode: 2005–2009) gehörten ebenfalls fünf türkeistämmige Abgeordnete an, und zwar drei von den Linken, eine von der SPD und eine von den Grünen. Ausgeschieden sind bei der Wahl 2009 Lale Akgün (SPD), Hüseyin Kenan Aydın und Hakkı Keskin (beide von den Linken).[93]

Das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Data-4U im Auftrag der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) und des Zentrums für Migration und politische Wissenschaften der Hacettepe-Universität in Ankara (HUGO) nach der Bundestagswahl 2013 brachte hinsichtlich der türkeistämmigen Wähler für den 17. Deutschen Bundestag folgende Ergebnisse: „Rund 64 % der türkeistämmigen Wähler haben die SPD gewählt. Dies entspricht rund 425.000 Stimmen für die Sozialdemokraten oder rund 1 Prozentpunkt am Gesamtergebnis der SPD (25,7 %). An zweiter Stelle folgen die Grünen und die Linkspartei mit jeweils 12 % und die CDU/CSU mit etwa 7 %. Die BIG-Partei haben 3 % der wahlberechtigten Türkeistämmigen gewählt. Die FDP ist unter den Sonstigen (2 %) zu finden. Ein Vergleich mit Umfrageergebnissen aus früheren Wahlen zeigt, dass die Grünen mit einem Minus von 17 Prozentpunkten die größten Verluste verzeichnen – zugunsten der SPD.“[94]

Ein parteiübergreifendes „Netzwerk türkeistämmiger MandatsträgerInnen“ von ca. 70 Mitgliedern deutscher Kommunal- und Landesparlamente, des Bundestages und des Europäischen Parlaments, die oder deren Familien aus der Türkei stammen, wurde 2004 von der Körber-Stiftung initiiert. Seine Arbeit und seine regelmäßigen Treffen werden von der Geschäftsstelle des Netzwerks im Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart koordiniert.[95]

Bezeichnung Deutsch-Türken

Definition

„Deutsch-Türken“ oder „Deutschtürken“ ist ein umgangssprachlicher Begriff, zum einen für deutsche Staatsbürger, die oder deren Vorfahren ihren Wohnsitz in der Türkei hatten, zum anderen für alle ethnischen Türken, die in Deutschland leben, und zwar unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Dabei werden auch häufig Angehörige nicht-türkischer Ethnien der Türkei, wie zum Beispiel Kurden, einbezogen. Bei letzteren wird der Wortbestandteil „-türke“ allein auf die (ehemalige) Staatsangehörigkeit bezogen, wie etwa in einer Umfrage der Wochenzeitung „Die Zeit“ unter Deutschtürken.[96]

Der Begriff bezieht sich, so der Ansatz schon in frühen Verwendungen, normalerweise nicht auf eine (Doppel-)Staatsangehörigkeit oder eine doppelte ethnische Zugehörigkeit (ein deutscher und ein türkischer Elternteil), sondern soll vielmehr die Tatsache widerspiegeln, dass Deutschland für die meisten dort lebenden Türkeistämmigen zum Lebensmittelpunkt geworden ist.[97]

Begriffskritik

Der Begriff „Deutschtürke“ wird nicht einheitlich verwendet.

  • Vergleicht man den Begriff mit analogen wie Deutsch- oder Anglo-Amerikaner, fällt auf, dass „Deutschtürke“ den Regeln folgend eigentlich einen türkischen Staatsbürger, der ursprünglich aus Deutschland kommt, bezeichnen müsste. Auf diese Weise verwendet Gerd Bender 2011 den Begriff, indem er den in den 1920er Jahren in die Türkei emigrierten deutschstämmigen jüdischen Rechtsgelehrten Ernst E. Hirsch als „Deutschtürken“ bezeichnet. Diese Wortverwendung folgt den Wortbildungsregeln der deutschen Sprache, die besagen, dass bei Zusammensetzungen von Wörtern das am Ende stehende Wort die wesentliche Bedeutung trägt (hier: der vormals Deutsche wurde zum Türken).[98]
  • Abweichend von dem traditionellen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff „Deutschtürke“ Menschen mit türkischem Migrationshintergrund, die in Deutschland leben. Der Begriff wird von Sozialwissenschaftlern als zum Teil desintegrativ bewertet, da mit diesem Begriff bezeichnete Menschen selbst nach Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin in erster Linie als Türken wahrgenommen würden. Dagegen verwahrt sich z. B. der für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielende Mesut Özil: Nur er werde in der Öffentlichkeit nicht als „Deutscher“ bezeichnet; niemand komme hingegen auf die Idee, z. B. Sami Khedira als „Deutsch-Tunesier“ oder Lukas Podolski als „Deutsch-Polen“ zu bezeichnen.[99] Zudem mangelt es dem Begriff „Deutschtürke“ als Sammelbegriff für in Deutschland Lebende mit türkischem Migrationshintergrund an Präzision: Rund ein Drittel der 2007 in Deutschland lebenden „Deutschtürken“ haben nie in der Türkei gelebt, eine große Anzahl weiterer sind bereits als Kinder eingewandert. Andere wiederum sind erst in der letzten Zeit aus der Türkei nach Deutschland gekommen.
  • Wiederum anders wird der Begriff „Deutschtürke“ in einer im November 2009 veröffentlichten Studie der Meinungsforschungsinstitute INFO GmbH (Berlin) und Liljeberg Research International Ltd. Sti. (Antalya) benutzt. Diese teilt die Befragten in die Gruppen „Deutsche“, „Deutsch-Türken“ und „Türken“ ein. Solche türkeistämmige Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, gelten demzufolge als „Deutsche“ (ohne jeden Zusatz) und nicht als „Deutschtürken“.[100]

Aus Anlass dieser Studie kritisiert Lisa Altmeier den verwirrenden Sprachgebrauch im Wortfeld „Deutsche und Türken“[101], dem sie selbst zum Opfer fällt, indem sie nicht bemerkt, dass in der Studie mit dem Begriff „Deutsche“ nicht nur türkischstämmige deutsche Staatsbürger gemeint sind.

Der Pädagoge und Sachbuchrezensent Yalçın Yıldız sieht den Begriff „Deutschtürke“ als „per se problematisch“ an und weist darauf hin, dass sich an seiner vielfachen Nichthinterfragung Grenzen interkultureller Forschung aufzeigen.[102] Caroline Fetscher vom Tagesspiegel sieht den Begriff auch in erster Linie durch die deutsche Gesellschaft geprägt.[103] Der Begriff werde nicht nur gedankenlos, sondern oft auch bewusst zur Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit einem Migrationshintergrund benutzt. Insbesondere werde oft unterstellt, die (einzige und „eigentliche“) Heimat eines türkischstämmigen Menschen sei die Türkei, und zwar auch dann, wenn er in Deutschland geboren und aufgewachsen sei.

Deutsch-türkische Flagge

Schwarz-Rot-Gold mit Halbmond

Die deutsch-türkische Flagge (teilweise DeuTürk-Fahne genannt)[104] ist eine deutsche Trikolore in Schwarz-Rot-Gold mit den türkischen Symbolen Halbmond und Stern. Die Flagge hat keinen offiziellen Status, wurde in verschiedenen Medien aber immer wieder als Symbol für türkische Einwanderer und deren Nachkommen in Deutschland verwendet,[105] um deren Verbundenheit sowohl mit ihren türkischen Wurzeln als auch mit ihrer neuen Heimat Deutschland darzustellen.[106] Neben ihrer Verwendung in verschiedenen Medien[107] wird sie in erster Linie bei Fußballspielen und -turnieren von türkeistämmigen Fans gezeigt.

Die Erfindung der Flagge beanspruchen Fevzi Ömer Han[106] und Behçet Algan aus Hamburg[104] für sich. Algan übergab sein Exemplar dem Hamburger Museum für Völkerkunde, wo sie 2006 in der Ausstellung Faszination Fußball gezeigt wurde.[108] Tatsächlich tauchte die Flagge vermehrt in verschiedenen deutschen Städten, wie München und Berlin, während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf[109] und auch zwei Jahre später zeigten viele Fans sie bei der Fußball-Europameisterschaft 2008, als die Türkei und Deutschland aufeinandertrafen.[110][111] Hier wurde mit der Vereinigung deutscher und türkischer Symbole für ein friedliches Fußballspiel geworben. Verschiedene Medien, wie zum Beispiel die TAZ nahmen dieses auf,[112] verwenden sie aber auch unabhängig vom Fußball für deutsch-türkische Themen und dies schon vor 2006. So wurde die Flagge bereits 1997 auf einer Titelseite der Zeit benutzt.[113] Das Sonderheft des Zeitmagazins Türken in Deutschland (Nr. 51/97) erhielt vom Art Directors Club eine Auszeichnung in der Kategorie „Zeitschriftengestaltung“.[114]

Da es keine festgelegten Vorgaben für die Flagge gibt, existieren verschiedene Varianten. So können Halbmond und Stern auch goldfarben sein[105] oder auf einer roten Scheibe im Zentrum der Trikolore ruhen.[115] Eine weitere Form führt einen verbreiterten roten Streifen mit Halbmond und Stern.[116]

Liste bedeutender türkischer Kultureinrichtungen in Deutschland

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Deutschtürkische Institutionen

Deutschtürkische politische Organisationen

Türkisch-islamische Organisationen in Deutschland

Türkische Medien in Deutschland

Printmedien

Die auflagenstärkste türkische Tageszeitung in Deutschland war bis zu ihrer vom türkischen Staat verfügten Schließung 2016 die Zaman mit rund 26.000 Exemplaren.[117]

Hörfunk und Fernsehsendung

Siehe auch

Literatur

  • Başar Alabay: Kulturelle Aspekte der Sozialisation – Junge türkische Männer in der Bundesrepublik Deutschland. Springer VS. 2012. ISBN 978-3-531-19609-1.
  • Irmgard Ackermann: Türken deutscher Sprache. Berichte, Erzählungen, Gedichte. München 1984, ISBN 3-423-10311-6.
  • Ismail Boro: Die getürkte Republik : woran die Integration in Deutschland scheitert. 2008, ISBN 978-3-453-15536-7.
  • Hıdır Eren Çelik: Einwanderung zwischen Assimilation und Ghetto : Arbeitsmigration aus der Türkei in die Bundesrepublik Deutschland. Free Pen Verlag, 2009, ISBN 978-3-938114-45-2.
  • Hasan Cil: Anfänge einer Epoche. Schiler, Berlin 2003, ISBN 3-89930-015-7.
  • Kai Diekmann, Ertuğrul Özkök (Hrsg.): Süper Freunde : was Türken und Deutsche sich wirklich zu sagen haben. Piper, 2008, ISBN 978-3-492-05255-9.
  • Andreas Goldberg, Dirk Halm, Faruk Şen: Die deutschen Türken. Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-8232-2.
  • Andreas Goldberg, Faruk Şen: Deutsche Türken – Türkische Deutsche? Lit, Münster 1999, ISBN 3-8258-4396-3.
  • Annemarie von der Groeben: Yıldız und Aytekin. Die zweite Generation erzählt. Hammer, Wuppertal 2006, ISBN 3-7795-0056-6.
  • Karin Hunn: „Nächstes Jahr kehren wir zurück …“. Die Geschichte der türkischen „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-945-7.
  • Hakki Keskin: Deutsch-türkische Perspektiven: Plädoyer für eine zukunftsorientierte Integrationspolitik. Wochenschau Verlag, 2009, ISBN 978-3-89974-474-3.
  • Heike Knortz: Diplomatische Tauschgeschäfte. ‚Gastarbeiter‘ in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, ISBN 978-3-412-20074-9.
  • Stefan Schmid: Integration als Ideal – Assimilation als Realität: Vorstellungen von jungen Deutschen und türkeistämmigen Migranten über ein Leben in Deutschland. V & R Unipress, Göttingen 2010, ISBN 978-3-89971-783-9.
  • Haci-Halil Uslucan: Türkeistämmige in Deutschland – heimatlos oder überall zuhause? In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Heft 12–13/2017, S. 31–37 (online)

Weblinks

 Commons: Türken in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Auswärtiges Amt, Länderinformationen: Türkei – Beziehungen zu Deutschland – Der menschliche Faktor, abgerufen am 6. Januar 2018.
  2. Urteil – Kurden sind asylberechtigt. In: Berliner Zeitung, 28. April 1995
  3. Entwicklung der Zahl kurdischer Flüchtlinge aus dem Irak, Iran, Syrien und der Türkei von 1991 bis 2001 navend.de (PDF; 10 kB)
  4. a b Migrationsbericht 2006 des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge Grafik 6.1.1: Ausländische Bevölkerung nach Staatsangehörigkeiten
  5. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Ausländerzahlen 2007. Diagramm „Ausländer nach den häufigsten Staatsangehörigkeiten am 31. Dezember 2007“ (PDF) S. 8.
  6. a b vgl. Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen: Daten und Fakten zur Ausländersituation. 20. Auflage. Februar 2002 in Zur Integration der Türken in Deutschland: Allgemeine Behauptungen und Ergebnisse von Studien (Memento vom 21. März 2003 im Internet Archive) (PDF) herausgegeben von der Botschaft der Republik Türkei in Berlin, November 2002
  7. a b Migrationsbericht 2005 des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge Tabelle 54: Ausländische Wohnbevölkerung nach ausgewählten Staatsangehörigkeiten und Geschlecht am 31. Dezember 2004, Tabelle 55: Einbürgerungen nach vorheriger Staatsbürgerschaft von 1995 bis 2004
  8. Website des Statistischen Bundesamts (Memento vom 20. März 2008 im Internet Archive): 1.713.551 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2007 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  9. Website des Statistischen Bundesamts: 1.688.370 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2008 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  10. Website des Statistischen Bundesamts: 1.658.083 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2009 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  11. Website des Statistischen Bundesamts: 1.629.480 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2010 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  12. Website des Statistischen Bundesamts: 1.607.161 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2011 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  13. Website des Statistischen Bundesamts: 1.575.717 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2012 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  14. Website des Statistischen Bundesamts: 1.549.808 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2013 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  15. Website des Statistischen Bundesamts: 1.527.118 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2014 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  16. Website des Statistischen Bundesamts: 1.506.113 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2015 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  17. Website des Statistischen Bundesamts: 1.492.580 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2016 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  18. des Statistischen Bundesamts: 1.483.515 türkische Staatsbürger am 31. Dezember 2017 Quelle: Ausländerzentralregister (AZR)
  19. Migrationsbericht des BAMF 2007, S. 191, pdf-Dok. 7,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  20. Migrationsbericht des BAMF 2008, S. 215, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  21. Migrationsbericht des BAMF 2009, S. 219, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  22. Migrationsbericht des BAMF 2010, S. 191, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 22. Februar 2013.
  23. Migrationsbericht des BAMF 2011, S. 158, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 22. Februar 2013.
  24. Migrationsbericht des BAMF 2012, S. 138, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 5. Juli 2015.
  25. Migrationsbericht des BAMF 2014, S. 144, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 3. Februar 2018.
  26. Migrationsbericht des BAMF 2015, S. 162, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 3. Februar 2018.
  27. Lebt eine halbe Million mehr Türken in Deutschland?, Meldung von WELT.de vom 2. Februar 2013, abgerufen am 22. Februar 2013; Zahl der Türken steigt innerhalb eines Jahres um 500.000, Meldung von MIGAZIN vom 31. Januar 2013, abgerufen am 22. Februar 2013.
  28. Auswärtiges Amt: Türkei – Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland. Stand: Länderinfo Türkei, Auswärtiges Amt.
  29. Migrationsbericht des BAMF 2006, S. 175, pdf-Dok. 4,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  30. Migrationsbericht des BAMF 2007, S. 204, pdf-Dok. 7,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  31. Migrationsbericht des BAMF 2008, S. 228, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  32. Migrationsbericht des BAMF 2009, S. 231, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
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  34. Migrationsbericht des BAMF 2011, S. 234, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 16. Juni 2016.
  35. Migrationsbericht des BAMF 2012, S. 234, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 16. Juni 2016.
  36. Migrationsbericht des BAMF 2013, S. 234, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 16. Juni 2016.
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  38. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/07/PD16_236_12511.html
  39. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/06/PD17_195_12511.html
  40. Daniel Steinvorth: Kültürschock in Istanbul. In: Der Spiegel. Nr. 26, 2010, S. 97 (online).
  41. Jörg Oberfell: Abwanderung von Deutschland in die Türkei. Abgerufen im 25. Mai 2018.
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  43. Jung, gut und unerwünscht. In: Der Spiegel. Nr. 21, 2008 (online).
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  47. Weg aus Deutschland: Fast 200.000 Türken gehen in vier Jahren, Nachricht vom 14. März 2013.
  48. Jobmarkt Türkei: Allein 170.000 ausländische Bewerbungen über das Internet in 2012, Nachricht vom 29. November 2012.
  49. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Klaus Grehn, Ulla Jelpke, Petra Pau, Christina Schenk und der Fraktion der PDS – BT-Drs. 14/4118, S. 2.
  50. Migrationsbericht des BAMF 2011, S. 225/226, pdf-Dok. 5,0 MB, abgerufen am 23. Februar 2013.
  51. BVerwG, Urteil vom 22. Mai 2012, Az. 1 C 6.11, und BVerwG, Pressemitteilung Nr. 46/2012 vom 22. Mai 2012.
  52. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Projekt Zuwanderung und Integration. Türken in Deutschland – Einstellungen zu Staat und Gesellschaft. (PDF; 60 kB) Konrad-Adenauer-Stiftung 2001, S. 4.
  53. Ursula Spuler-Stegemann: Die rund 800 000 Jesiden fürchten die Zwangs-Islamisierung und den Verlust ihrer Kultur. Überlebenskampf einer Gemeinschaft. In: Die Welt, 18. August 2007
  54. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Projekt Zuwanderung und Integration. Türken in Deutschland – Einstellungen zu Staat und Gesellschaft. (PDF; 60 kB) Konrad-Adenauer-Stiftung 2001. S. 14.
  55. a b Maximilian Popp, Özlem Gezer und Christoph Scheuer: Fremde Heimat. In: Der Spiegel. Nr. 44, 31. Oktober 2011, Jugend, S. 38–44 (spiegel.de [abgerufen am 22. Juli 2013] Artikel auch als PDF-Datei abrufbar).
  56. a b c d e f g h i j k Detlef Pollack, Olaf Müller, Gergely Rosta, Anna Dieler: Integration und Religion aus der Sichtvon Türkeistämmigen in Deutschland. 2016, S. 8 (uni-muenster.de [PDF]).
  57. „Hälfte der Türkeistämmigen fühlt sich nicht anerkannt“. Abgerufen am 16. Februar 2018.
  58. Türken sind mit Abstand am schlechtesten integriert In: Spiegel Online – Politik, 24. Januar 2009
  59. Faruk Şen: Türkische Minderheit in Deutschland. Heft 277 der Reihe Informationen zur politischen Bildung.
  60. Interview „Muslime sind nicht integrierbar“. In: die taz, 10. September 2002.
  61. Hans-Ulrich Wehler: Türkenprobleme ohne Ende. In: Deutschlandradio Kultur, 26. August 2007.
  62. Martina Sauer: Identifikation und politische Partizipation türkeistämmiger Zugewanderter in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland. Ergebnisse der erweiterten Mehrthemenbefragung 2017. Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung, Essen 2018, S. 101 (PDF)
  63. Türken sind die Sorgenkinder der Integration. In: Die Welt. 17. April 2010.
  64. Türken ohne Schulabschluss. In: Die Zeit, 27. Januar 2009
  65. a b Türken in Berlin: Beruf: Arbeitslos in dritter Generation. In: Tagesspiegel, 26. März 2001
  66. Ralf Grötker: Ein schweres Stück Arbeit. Interview mit Axel Börsch-Supan, in: MaxPlanckForschung 1/2013, S. 78–83, hier S. 81.
  67. Lisa Erdmann: Neue Studie: Warum Migranten ihre Kinder so selten in die Krippe geben. spiegel.de, 5. Juni 2013, abgerufen am 5. Juni 2013
  68. Canan Topcu: Warum schämt ihr euch? zeit.de, 20. Oktober 2014, abgerufen am 20. Oktober 2014
  69. Christian Böß: Migration in Europa am Beispiel der Integration von türkischen Bürgern in der Bundesrepublik Deutschland. 2007. S. 20 f.
  70. Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD) / Hochschul-Informations-System: Wissenschaft weltoffen 2008 wissenschaft-weltoffen.de
  71. Türkischstämmige Frauen auf dem Vormarsch, Deutsch-türkische Nachrichten, 8. März 2011
  72. Malik Özkan: Mit nur wenig auskommen müssen. In: ZfT-Bericht zu Einkommenssituation türkeistämmiger Migranten vom 26. Juni 2008 islamische-zeitung.de
  73. HanseMerkur-Versicherungsgruppe: Große Rentenlücke bei Türkischstämmigen, 1. Dezember 2010
  74. T-online: Türkischstämmige müssen mit größerer Rentenlücke rechnen, 24. November 2010
  75. Ann-Julia Schaland: Selbstständige Migrantinnen und Migranten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen in Deutschland: Eine neue Nischenökonomie? (PDF; 208 kB) HWWI, Hamburg 2009
  76. Ann-Julia Schaland: Selbstständige Migrantinnen und Migranten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen in Deutschland: Eine neue Nischenökonomie? (PDF; 208 kB) HWWI, Hamburg 2009, S. 4.
  77. welt.de Aktualisierung nach Zahl des Bundes türkisch-europäischer Unternehmer: http://www.bteu.de/
  78. Christoph Reinprecht: Verwundbarkeit des Alterns in der Migration. Lebensrealitäten der türkeistämmigen älteren Bevölkerung. In: Aus Politik und Zeitgeschichte APUZ 43/2011. Bundeszentrale für politische Bildung, 18. Oktober 2011, abgerufen am 14. Juli 2018.
  79. Gönül Topuz: Entwicklung und Organisation von Millî Görüş in Deutschland (PDF; 578 kB) Kölner Arbeitspapiere zur internationalen Politik, Nr. 5/2003
  80. Innenministerium Niedersachsen 2003 (PDF)
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  112. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.mut-gegen-rechte-gewalt.deTitelseite der Tageszeitung 2008
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