Allan Holdsworth

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Allan Holdsworth, etwa 1975 im Beacon Theatre, New York City

Allan Holdsworth (* 6. August 1946 in Bradford, Yorkshire) ist ein britischer Jazzgitarrist.

Da nach seinen Klangvorstellungen die Gitarre wie ein Saxophon klingen sollten, experimentierte er früh mit elektronischen Verfremdungen. Er war einer der britischen Pioniere des Rockjazz. „Er ist ein höchst individueller Spieler, der sich durch ein äusserst flüssiges Spiel und einen schier unerschöpflichen Ideenreichtum auszeichnet.“[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allan Holdsworth (2007)

Holdsworth hatte Klavierunterricht bei seinem Vater, einem Pianisten. Erst mit 17 Jahren kam er zur Gitarre. Als frühe Vorbilder nennt er Charlie Christian und John Coltrane. Entgegen anderslautenden Gerüchten hat Holdsworth nie Saxofon gespielt.[2]

Er spielte erst im Raum Leeds; Ende der 1960er zog er nach London, wo er bei Ian Carrs Nucleus und anschließend bei John Hisemans Colosseum-Nachfolger Tempest (1972) und bei Soft Machine (von 1973 bis 1975) wirkte. Dann nahm er mit Tony Williams Lifetime auf. Anschließend spielte er mit Pierre Moerlen's Gong, mit Jean-Luc Ponty sowie John Stevens und Barry Guy. Ende der 70er trat er mit den Progressive- und Jazz-Rock-Formationen UK und Bruford auf. In den frühen achtziger Jahren übersiedelte er – nach einer kurzen Zeit in Paris – in die USA, wo er begann, eigene Projekte zu produzieren. Holdsworth wirkte an Aufnahmen von Stanley Clarke, Herbie Hancock, Esther Phillips, Chad Wackerman, Level 42 und Gary Husband mit.

Neben seinen musikalischen Aktivitäten ist er ein passionierter Radrennfahrer und Bierkenner. Er braut sein eigenes Bier, hält ein Patent auf eine Bierzapfvorrichtung und nennt sein Tonstudio „The Brewery“ (Die Brauerei). Heute lebt er in San Diego, Kalifornien (USA).

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Ruf als herausragender Erneuerer der modernen Jazzgitarre gründet auf mehreren Stilmerkmalen:

  • Verwendung großer Intervalle
  • Hohes Tempo bei Saxofon-orientierter Linien
  • Piano-orientierte Akkorde unter Verwendung Gitarre-untypischer Akkorde in enger Lage (close position voicings)
  • Komplexe Harmonien bei seinen Eigenkompositionen
  • Inside-Outside-Improvisation

Zu seinen Bewunderern zählen Musiker wie Frank Zappa, Pat Metheny, Eddie Van Halen, Carlos Santana, Joe Pass und Joe Satriani.

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1980er Jahre war er einer der ersten, die die Synthaxe, einen Synthesizer-Controller in gitarrenähnlicher Form einsetzte. Der Gitarren-Hersteller Ibanez baute für kurze Zeit das Signature-Modell AH10. Holdsworth nutzt auch unkonventionelle Gitarrenmodelle. Steinberger baute ein nur in Japan erhältliches Signature-Modell GL2TA-AH mit passiven Seymour Duncan SHAH1 Humbuckern, auch Carvin hatte ein Holdsworth Signature-Modell im Programm.

Seit vielen Jahren bevorzugt Holdsworth eine von Bill DeLap gebaute Gitarre mit kleinem Korpus mit zwei Cutaways und einem Humbucker.

Solo-Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Velvet Darkness (1977)
  • The Things You See (1979)
  • I.O.U. (1982)
  • Road Games (1983)
  • Metal Fatigue (1985)
  • Atavachron (1986)
  • Sand (1987)
  • With A Heart In My Song (1988)
  • Secrets (1989)
  • Wardenclyffe Tower (1992)
  • Hard Hat Area (1993)
  • None Too Soon (1996)
  • The Sixteen Men Of Tain (2000)
  • Flat Tire: Music For A Non-Existent Movie (2001)
  • All Night Wrong (2002, live)
  • Then! Live In Tokyo (2003, live)
  • Against The Clock: The Best Of Allan Holdsworth (2005)

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allan Holdsworth and Alan Pasqua Live at Yoshi’s – Featuring Jimmy Haslip and Chad Wackerman, 2007, DVD
  • Allan Holdsworth live at the galaxy theatre, Gnarly Geezer Records, 2002, DVD
  • Allan Holdsworth (Lehrvideo), REH Publications, 1992, VHS
  • Bruford – Rock goes to college, 2006, DVD

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reaching for the uncommon Chord, 21st Century Music Productions/Hal Leonard, 1985
  • Melody Chords for Guitar, Hal Leonard, 1997, ISBN 1-57424-051-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley: Jazz: Rough Guide, Stuttgart, Metzler 1999, S. 297
  2. vgl. Holdsworth Reaching for the Uncommon Chord