Altwied

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Altwied
Stadt Neuwied
Wappen der ehemaligen Gemeinde Altwied
Koordinaten: 50° 28′ 58″ N, 7° 28′ 4″ O
Höhe: 82 m ü. NHN
Einwohner: 657 (30. Jun. 2010)
Eingemeindung: 7. November 1970
Postleitzahl: 56567
Vorwahl: 02631
Altwied (Rheinland-Pfalz)
Altwied

Lage von Altwied in Rheinland-Pfalz

Der Ort Altwied mit der gleichnamigen Burg
Ruine der Burg Altwied und Ortseingang mit dem Haupttor

Altwied ist der kleinste Stadtteil von Neuwied in Rheinland-Pfalz. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Neuwied am 7. November 1970 war Altwied eine eigenständige Ortsgemeinde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altwied liegt im Norden der Stadt Neuwied im Wiedtal. Über dem alten Ortskern liegt die Ruine der Burg Altwied, der Stammsitz der Grafen zu Wied. Nordöstlich grenzt der Stadtteil an die Ortsgemeinde Melsbach, im Süden liegt der Neuwieder Stadtteil Niederbieber, nordwestlich liegt die Ortsgemeinde Datzeroth. Altwied liegt im Naturpark Rhein-Westerwald.

Zu Altwied gehören auch die Siedlung Kümmelberg sowie die Wohnplätze Laubachsmühle und Meinhof.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist anzunehmen, dass zur Zeit der Errichtung der Burg Wied (vor 1129) durch Metfried von Wied der Talkessel am Fuße des Burgfelsens nahezu siedlungsfrei war. Nach dem Bau der Burg bildete sich in der Talaue unterhalb der Burg seit dem 12. Jahrhundert eine bäuerlich-bürgerliche Talsiedlung. Im Schutz der Burg siedelten bald Handwerker, aber auch Bedienstete der Burg. Das Dorf wird erstmals im Jahre 1275 urkundlich erwähnt.

Im Zuge der weiteren Befestigung der Burg wurde der Burgflecken in das Befestigungssystem mit einbezogen. Die Mauer hatte eine Gesamtlänge von 500 m, die Mauerhöhe betrug 4 bis 5 m, im Osten erreichte die Mauer 8 m und war mit Wehrgang, Zinnen und Bogenfries versehen. Die Mauer war verstärkt durch vier quadratische Türme, drei Rundtürme und drei Tortürme: Das Mühlentor im Norden, das Judentor im Süden und das Haupttor („Ahl Porz“ = „Alte Pforte“) im Osten, welches den Zugang zu Ort und Burg bildete. Im Jahre 1470 wird erstmals die innerhalb des Marktfleckens stehende St.-Antonius-Kapelle urkundlich erwähnt. In den Urkunden über den Marktflecken Altwied taucht ab dem 14. Jahrhundert häufig der Begriff „Burgfrieden“ auf. Die Menschen innerhalb des Burgfriedens waren dem besonderen Schutz des Grafen anvertraut und genossen besondere Rechte, so die Befreiung von Frondiensten, bestimmten Steuern und Einquartierungen, Recht auf eine Bürgerwache, eigene Flurschützen und anderes mehr. Die Rechte und Pflichten der Bürger sowie des Grafen wurden in einem Vertrag geregelt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs lag Altwied ab dem 13. März 1945 unter amerikanischen Artilleriefeuer bis Soldaten der US-Armee am 23. März 1945 in Altwied einrückten. Etwa 15 Soldaten der Wehrmacht, welche sich auf der Burg Altwied verschanzt hatten, leisteten nur kurzen Widerstand bevor sie sich den US-Streitkräften ergaben.[2]

1975 errang Altwied im achten Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ als einer der 31 Sieger unter fast 5000 Konkurrenten die Silberplakette und darf sich seitdem offiziell zu den schönsten Orten Deutschlands zählen.[3]

Gemeinde Altwied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zuvor eigenständige Gemeinde Altwied gehörte bis zur Eingemeindung in die Stadt Neuwied zur Verbandsgemeinde Niederbieber-Segendorf. Mitte der 1960er Jahre begann die rheinland-pfälzische Gebiets- und Verwaltungsreform. Dabei wurde durch das „Achte Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz“ vom 28. Juli 1970, das am 7. November 1970 in Kraft trat, die Verbandsgemeinde Niederbieber-Segendorf aufgelöst und die Gemeinde Altwied der neuen Stadt Neuwied zugeordnet.[4] Mit Beschluss des Stadtrats Neuwied vom 22. Januar 1971 wurde Altwied ein Stadtteil, der durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten wird.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Altwied zeigt im Schildhaupt einen Burgturm mit ruinösem Zinnenkranz, der die Ruine der Burg Altwied, der Stammburg der wiedischen Grafen, darstellt und im Schildfuß einen Wellenbalken, der die Wied symbolisiert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Burgruine und dem Haupttor der Wehrmauer zählt der erhaltene Teil der Ostmauer mit zwei Türmen zu den Sehenswürdigkeiten aus dem Befestigungssystem. Im Ortskern steht die im Jahr 1357 erstmals erwähnte St.-Antonius-Kapelle, ein spätgotischer Bruchsteinbau, die heutige evangelische Pfarrkirche. Sie war zeitweise Grablege der Grafen zu Wied. Im Chor sind spätgotische Fresken zu sehen, die Holzdecke des Langhauses ist mit Rankenmustern ausgemalt. In die Chorwände und an den Außenmauern sind eiserne und steinerne Grabplatten eingelassen, welche in den 1920er Jahren aufgefunden wurden. Weiterhin stehen im Ort einige Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Oberhalb des Ortskerns befindet sich eines der ältesten Wasserkraftwerke Deutschlands.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altwied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 29 (PDF; 1,9 MB).
  2. Nach Tagebuchblättern von Ingeborg Wiemath-Binge: „Erinnerungen an den März 1945“, in: „Heimatkalender 1965 des Landkreises Neuwied“, Kreisausschuss Neuwied (Hrsg.), Strüder KG (Druck), Neuwied 1965, S. 29f.
  3. Altwied in der Internetpräsenz der Stadt Neuwied
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 26. Dezember 2011 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 189 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.