Amtsgericht Wald-Michelbach

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Das Amtsgericht Wald-Michelbach (bis 1879 Landgericht Waldmichelbach) war von 1853 bis 1968 ein hessisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in Wald-Michelbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1853 wurde auf Veranlassung des Großherzoglichen Ministerium der Justiz in der Provinz Starkenburg das Landgericht Waldmichelbach errichtet[1], dessen Bezirk zunächst aus den Orten Waldmichelbach, Affolterbach, Aschbach, Buchklingen, Corsica, Dürrellenbach, Flockenbach, Gadern, Gorxheim, Grasellenbach, Hartenrod, Kocherbach, Kreidach, Kunzenbach, Löhrbach, Ludwigsdorf, Mackenheim, Oberabtsteinach, Obermumbach, Oberscharbach, Oberschönmattenwaag, Raubach, Schönbrunn, Siedelsbrunn, Trösel, Unterabtsteinach, Unterscharbach, Unterschönmattenwaag, Vöckelsbach und Wahlen gebildet wurde[2]. Am 15. Oktober 1853 wurde der Ort Raubach wieder vom Landgerichtsbezirk Waldmichelbach getrennt und dem Bezirk des Landgerichts Beerfelden zugeteilt.[3] Mit Wirkung zum 1. Oktober 1879 erfolgte aufgrund des Gerichtsverfassungsgesetzes die Umbenennung in Amtsgericht Wald-Michelbach und die Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Darmstadt.[4]

Nachdem das Amtsgericht Wald-Michelbach bereits 1943 zur Zweigstelle des Amtsgerichts Fürth herabgestuft worden war, kam es am 1. Juli 1968 zur endgültigen Auflösung dieses Gerichts und zur Eingliederung in den Amtsgerichtsbezirk Fürth.[5] In dem Gebäude an der Ecke Ludwigstraße/Eichendorffstraße befand sich später die Polizeistation Wald-Michelbach, heute befindet sich an der Stelle ein Busbahnhof.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bekanntmachung, 1. die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt und Waldmichelbach, 2. die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichtsbezirke in der Provinz Starkenburg betr. vom 20. Mai 1853 (Hess. Reg.Bl. S. 377)
  2. Bekanntmachung vom 15. April 1853, betreffend:
    1) die Aufhebung der Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt, Waldmichelbach, Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
    2) die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen. (Hess. Reg.Bl. S. 221–230)
  3. Bekanntmachung, die Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend vom 1. Oktober 1853 (Hess. Reg.Bl. S. 640)
  4. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  5. Der Hessische Minister der Justiz: Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 1 g) (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 298 kB]).

Koordinaten: 49° 34′ 27″ N, 8° 49′ 20,9″ O