Anaal Nathrakh

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Anaal Nathrakh
V.I.T.R.I.O.L. auf dem Party.San 2013
V.I.T.R.I.O.L. auf dem Party.San 2013
Allgemeine Informationen
Genre(s) Black Metal, später Extreme Metal
Gründung 1998
Website myspace.com/anaalnathrakh
Gründungsmitglieder
„Irrumator“ (Mick Kenney)
V.I.T.R.I.O.L. (Dave Hunt)
„Leicia“
Aktuelle Besetzung
„Irrumator“ (Mick Kenney)
„V.I.T.R.I.O.L.“ (Dave Hunt)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Attila Cshihar
E-Gitarre
Seth Teitan
Live- und Session-Mitglieder
E-Gitarre
„Ventnor“
E-Bass
Shane Embury
Schlagzeug
Nick Barker
Danny Herrera

Anaal Nathrakh ist eine britische Extreme-Metal-Band. Der Name stammt aus John Boormans Film Excalibur (1981). Dort ist er die erste von drei Zeilen des Zauberspruchs, den Merlin gelegentlich benutzt. Laut Michael Eversons Übersetzung bedeutet Anaal Nathrakh so viel wie „Atem der Schlange“. Die Band wurde 1998 in Birmingham gegründet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band wurde im Jahr 1998 in Birmingham von Dave Hunt (Benediction) und Mick Kenney (Mistress, Aborym) gegründet. Zur ersten Besetzung gehörte zudem Bassist Leicia, als Schlagzeuger wurde Battlesticks genannt, hinter dem sich ein Drumcomputer verbarg. 1999 erschien zunächst ein selbstbenanntes Demo gefolgt von Total Fucking Necro. Beide Demos erschienen 2000 als Kompilation bei Leviaphonic Records. Bassist Leicia verließ Anaal Nathrakh und das Duo veröffentlichte 2001 das Debütalbum The Codex Necro über Mordgrimm Records, das musikalisch noch dem Black Metal zugeordnet wird. 2003 erschien ebenfalls bei Mordgrimm Records die EP When Fire Rains down from the Sky, Mankind Will Reap as It Has Sown, an der als Gastmusiker Attila Csihar (Mayhem) und Seth Teitan (später Dissection) mitwirkten.

Am 13. November 2003 nahm die Band eine Peel Session auf, an der Schlagzeuger Nick Barker (Dimmu Borgir, Cradle of Filth) als „Battlesticks II“ und Bassist Shane Embury (Napalm Death) als „The Mad Arab“ mitwirkten.[1] Die Aufnahme wurde am 16. Dezember 2003 auf BBC Radio 1 gesendet. Es folgte ein Vertrag bei Season of Mist und 2004 das Album Domine Non Es Dignus. Im März 2005 nahm die Band erneut eine Radiosession für die BBC Rock Show auf, verstärkt wurde sie wie bei der Peel Session im November 2003 durch Schlagzeuger Nick Barker, Bassist Shane Embury (diesmal unter dem Pseudonym Embryonomous) und zusätzlich Gitarrist „Ventnor“. Das Live-Debüt von Anaal Nathrakh fand im Londoner „Underworld“ am 15. Dezember 2005 als Headliner der von Musikmagazin Terrorizer veranstalteten Show A Cold Night in Hell statt, gefolgt von einem weiteren Auftritt im Birminghamer „Edwards No 8“ am 16. Dezember 2005. Als Live-Schlagzeuger wurde Danny Herrera von Napalm Death engagiert. 2006 erschien das dritte Album Eschaton ebenfalls bei Season of Mist.

2007 gründeten Mick Kenney und Shane Embury das Label FETO Records, wo das nächste Album Hell Is Empty, and All the Devils Are Here erschien. Aus dem Live-Geschehen zog sich die Band wieder zurück. Ab 2009 veröffentlichte Anaal Nathrakh über Candlelight Records drei weitere Alben und absolvierte wenige Festival-Auftritte, unter anderem beim Party.San. 2014 erschien das Album Desideratum bei Metal Blade Records, 2016 The Whole Of the Law.

Stil und Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn orientierte die Band sich am schnellen und aggressiven Black Metal skandinavischer Bands, laut The Wendigo von Whiskey-soda.de „wirkt Total Fucking Necro wie eine gehirnkranke Version von Emperor, Satyricon, Thorns oder Khold“.[2] Inzwischen vermischt die Band Black-Metal- und Grindcore-Elemente.[3][4] Die Band erhielt gute Kritiken, bemängelt wurde vor allem das programmierte, sehr klinische Schlagzeug. Typisch sind schnelle, brachiale Parts, welche sich seit dem 2006er Album Eschaton mit eingängigen, mit Klargesang versehenen Refrains abwechseln.[3] Die Gruppe selber fühlt sich weder dem Black Metal, Death Metal oder Grindcore zugehörig[5] und bezeichnet sich selber als Extreme-Metal-Band.[6] Zwar fließen in die Musik Grindcore-typische Riffs und Industrial-typische Samples und Soundeffekte ein, allerdings lehnt die Band eine Zuordnung zu diesen Genres ab.[7]

Anaal Nathrakh publiziert die eigenen Liedtexte nicht, allerdings lässt sich anhand der Liedtitel und Aussagen in Interviews feststellen, dass sich ihre Arbeit in erster Linie mit apokalyptischen Themen, der Sterblichkeit sowie misanthropischen Inhalten befasst. Der auf einem Teil von Bertrand Russells A Free Man’s Worship basierende Text zu A Firm Foundation of Unyielding Despair beschreibt laut Dave „V.I.T.R.I.O.L.“ Hunt „auf eine sehr klare, bewegende Weise die Tatsache, dass sich das Universum einen Dreck um uns schert“. Hunt stimme jedoch nicht mit den „eher optimistischere[n] Dinge[n]“ im weiteren Verlauf von Russells Text überein.[6] Captain Chaos von Vampster schrieb über Anaal Nathrakh, wenige Bands gingen „derart gnadenlos bei der Vernichtung allen Lebens auf diesem dreckigen runden Scheißhaufen genannt Erde vor“ wie sie.[4] Erik Danielsson von Watain nennt Anaal Nathrakh neben Profanatica und Dimmu Borgir als Beispiele für die leidenschaftslose und mittelmäßige Szene im Gegensatz zum wahren Black Metal. Wenn man bei diesen Bands etwas an der Oberfläche kratze, finde man nichts.[8]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demos
  • Anaal Nathrakh (1999)
  • Total Fucking Necro (1999)
Alben
  • The Codex Necro (2001)
  • Domine non es dignus (2004)
  • Eschaton (2006)
  • Hell Is Empty, and All the Devils Are Here (2007)
  • In the Constellation of the Black Widow (2009)
  • Passion (2011)
  • Vanitas (2012)
  • Desideratum (2014)
  • The Whole Of The Law (2016)
  • A New Kind Of Horror (2018)
EPs
  • When Fire Rains down from the Sky, Mankind Will Reap as It Has Sown (2003)
Singles
  • More of Fire than Blood (2009)
  • Man at C&A (2011)
  • Of Fire, and Fucking Pigs (2012)
Sonstiges
  • Total Fucking Necro (2000, Gesammelte Demos)
  • The Candlelight Years (Boxset, 2015)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Anaal Nathrakh – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ken Garner: The Peel Sessions. Story of Teenage Dreams and One Man's Love of new Music. BBC Books, London 2007, ISBN 978-1-84607-282-6, S. 252.
  2. The Wendigo: Anaal Nathrakh - Total Fucking Necro. (Nicht mehr online verfügbar.) Whiskey-soda.de, archiviert vom Original am 11. November 2014; abgerufen am 11. November 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.whiskey-soda.de
  3. a b Oliver Schreyer: Anaal Nathrakh: In The Constellation Of The Black Widow. Musikreviews.de, abgerufen am 11. November 2014.
  4. a b Captain Chaos: ANAAL NATHRAKH: In the Constellation of the Black Widow. Vampster, 28. Juni 2009, abgerufen am 11. November 2014.
  5. Dufaq: Interview with Mick Kenney (Anaal Nathrakh, Fukpig, Professor Fate). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Mortem Zine. Archiviert vom Original am 12. November 2014; abgerufen am 12. November 2014 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mortemzine.net
  6. a b Alexander Eitner: Interview: Anaal Nathrakh. (Nicht mehr online verfügbar.) In: metalnews.de. 3. Oktober 2014, archiviert vom Original am 20. Oktober 2014; abgerufen am 12. November 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.metalnews.de
  7. Bastian Voigtländer: Anaal Nathrakh: Interview mit Dave Hunt zu "Passion". (Nicht mehr online verfügbar.) In: metal.de. 20. August 2011, archiviert vom Original am 12. November 2014; abgerufen am 12. November 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.metal.de
  8. Roel de Haan: Watain. Lords of Metal, abgerufen am 11. November 2014 (englisch).