Andreas H. H. Suberg

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Andreas Heinz Hugo Suberg (* 13. März 1958 in Essen) ist ein deutscher Komponist, Klang- und Medienkünstler, der unter dem Namen Andreas H. H. Suberg veröffentlicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Suberg erhielt ab 1964 Klavier- und Orgelunterricht und von 1972 bis 1978 seine erste künstlerisch bildnerische Ausbildung bei dem Kunstsammler und Beuys-Freund Franz Joseph van der Grinten. Nach dem Abitur am Collegium Augustinianum Gaesdonck folgte von 1978 bis 1983 ein Studium der Kunst, Visuellen Kommunikation und Musik an den Universitäten Gießen und Frankfurt. Nahezu zeitgleich studierte er von 1981 bis 1986 Klavier an Dr. Hoch’s Konservatorium, Frankfurt sowie ebenda Komposition bei dem österreichischen Komponisten Gerhard Schedl. Von 1986 bis 1993 folgte ein Kompositionsstudium bei Toni Völker sowie ein Klavierstudium bei Grigory Gruzman an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. 1994 bis 1999 studierte er abschließend Elektronische Komposition bei Hans Ulrich Humpert im Studio für elektronische Musik der Staatlichen Musikhochschule Köln.

Schon während der Studienzeit gründete er 1990 das Glasotronik-Projekt, das er seitdem künstlerisch leitet. Neben diversen Dozenturen für Freie und Kontrollierte Improvisation innerhalb der berufsbegleitenden Musiklehrerfortbildung in Deutschland und der Schweiz seit 1992 war er 2000 Lehrbeauftragter für interdisziplinäres Arbeiten am Institut der Künste der Pädagogischen Hochschule Freiburg, 2005 bis 2006 für Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe und 2009 im Bereich Theatermusik und Klangkunst innerhalb der Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg an der Akademie Schloss Rotenfels. Im Jahr 2000 gründete er das Klang Art Studio Freiburg. Im Jahr 2012 wurde auf seine Initiative hin die Interessengemeinschaft Freiburger Komponisten gegründet. Seit 1988 erhielt er diverse Stipendien (u. a. Internationale Ferienkurse Darmstadt und Institut für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt) und war 2010 Preisträger des Internationalen Kompositionswettbewerbs des Forums Zeitgenössischer Musik Leipzig. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik und des Netzwerks Neue Musik Baden-Württemberg.[1]

Er lebt und arbeitet in Endingen-Kiechlinsbergen im Kaiserstuhl.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Arbeitsansatz in seinem Schaffen ist die Generierung multimedialer Welten als Option multisensorischer Rezeption. In diesem Kontext entstehen seit 1990 u. a. Videos, Klang-Objekte, Klang/Raum/Video-Installationen und Graphik in oszillierender Reaktion auf sein kompositorisches Œuvre.

Seine Arbeit wurde durch Rundfunk- und Fernsehporträts bzw. -produktionen und Mitschnitte, durch Konzertbeiträge bei Festivals für Neue Musik (u. a. Darmstädter Ferienkurse, Rheinisches Musikfest, Köln) durch Konzertbeteiligungen und Porträtkonzerte in Europa, Nord- und Südamerika, durch Ausstellungen sowie Katalog-, Zeitschriften- und Noten-Publikationen und CD-Veröffentlichungen dokumentiert.

Neben seinem kompositorischen und künstlerischen Schaffen, das durch den Diskurs um Klang-Material und Material-Klang bestimmt wird, den Grenzgang zwischen der Bildenden Kunst und der Musik auslotet und seinen Niederschlag findet in Solo- und Kammermusik, Kammerorchester-, Orchester- und Vokalkompositionen, elektronischer und elektroakustischer Musik, Performances, Musikaktionen und -videos, Klang/Raum/Videoinstallationen und Klang-Objekten sowie Film- und Theatermusik arbeitet Suberg seit 1998 mit im Nachlass René Acht und war seit 1991 kuratorisch wie redaktionell an diversen Ausstellungen und Publikationen (u. a. Joseph Beuys, Denken ist bereits Plastik, Langen 1992; René Acht – Scherenschnitte 1968–98, Freiburg, 2003; René Acht. Werke aus sechs Jahrzehnten, Bielefeld) mitbeteiligt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magistrat der Stadt Langen (Hrsg.): Andreas Heinz Hugo Suberg – Lineamente. Katalog. Langen 1990.
  • Patio Galerie (Hrsg.): Glasotronik. Fünf Sekunden oder fünf Jahrtausende. Improvisationskonzepte, Graphiken, Partituren und Xerographien. Neu Isenburg 1992 (PARABÜ).
  • Klangmaterial – Materialklang. Grenzgänge im Werk von Andreas H. H. Suberg. In: Antje Erben, Clemens Gresser und Arne Stollberg (Hrsg.): Grenzgänge – Übergänge: Musikwissenschaft im Dialog. Hamburg 2000.
  • Andreas H. H. Suberg: Klangmaterial – Materialklang, Die Emanzipation des Geräusches in der Musik des 20. Jahrhunderts. Köln 1999.
  • Leopold Hoesch Museum Düren (Hrsg.): Glasotronik – Colis fragile. Katalog anlässlich der Ausstellung im Leopold Hoesch Museum 2005. Textbeiträge v. Dorothea Eimert, Franz Joseph van der Grinten, Hans Ulrich Humpert und A. H. H. Suberg. Frankfurt 2005.
  • Signalstrom + -. Hörkaleidoskop für zwei Trompeten und elektronische Klänge. Produktion des Studios für elektronische Musik der Musikhochschule Köln 1999. CD-Auftragsproduktion Museum Schloss Moyland.
  • Glasotronik – Fragile Klänge. CD-Produktion-NZfM-Schott/Wergo, Mainz 2009.
  • Anette Lange: Die Bruchgefahr ästhetischer Erfahrung und wie ihr Andreas H. H. Suberg mit Glasotronik begegnet. In: Neue Zeitschrift für Musik. Schott-Musik-Verlag, Mainz 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder des Netzwerks Neue Musik Baden-Württemberg e. V.