Anita Schätzle

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Anita Schätzle (* 22. September 1981 in Haslach im Kinzigtal) ist eine frühere deutsche Freistilringerin in der Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anita Schätzle ist gelernte Zimmerin und war Sportsoldatin der Sportfördergruppe Bruchsal. Sie startet seit 2007 für die WKG Koblenz-Rübenach und wird von Waldemar Galwas trainiert. 1988 begann sie zunächst mit Turnen und Leichtathletik, wechselte 1990 jedoch in Haslach zum Ringen. 2000 bis 2004 startete sie für den VfK Mühlenbach, 2004 bis 2006 für den AC 09 Mainz-Laubenheim und 2006 für den VfK Schifferstadt.1994 wurde sie Zweite bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. 1995, 1996 und 1997 gewann Schätzle die Titel. Seit 1998 startete sie im Seniorenbereich. Bei der ersten Deutschen Meisterschaft unterlag sie noch im Finale und gewann Silber. 1999 gewann sie den Titel erstmals und war von 2001 bis 2008 achtmal in Folge Meisterin.

International trat Schätzle erstmals 1995 bei der Europameisterschaft der Juniorinnen in Klippan an, wo sie Rang sieben erreichte. Ein Jahr später in Rødby konnte sie Silber gewinnen, 1997 in Hradec Králové und 1998 in Patras gewann sie die Titel. Zudem gewann Schätzle 1998 in Fredrikstad auch den Titel bei der Junioren-Weltmeisterschaft. 1999 wurde sie in Budapest erneut Junioren-Europameisterin und Zweite der Junioren-WM in Bukarest. 2000 gewann sie in Sofia und Nantes beide Titel. 2001 nahm sie zum letzten Mal als Juniorin teil und gewann nochmals WM-Gold in Martigny.

Im Seniorenbereich trat sie schon seit 1998 parallel an. Bei ihrer ersten EM in Bratislava wurde Schätzle Fünfte, 1999 in Götzis gewann sie Bronze und bei der WM in Boden Silber. 2000 und 2001 fanden die Europameisterschaften in Budapest statt, Schätzle wurde Zweite und Dritte. Sie wurde in diesem Jahr auch deutsche Meisterin in der Gewichtsklasse bis 68 kg Körpergewicht vor Nina Englich, der Doppel-Europameisterin aus Witten. 2001 erreichte sie auch die Spitze der Weltrangliste bei den Frauen ihrer Gewichtsklasse. Die EM 2002 in Seinäjoki brachte eine weitere Bronzemedaille, die WM in Chalkida verlief nicht so erfolgreich, Schätzle wurde Neunte. Den größten Erfolg konnte die Haslacherin 2003 in Riga feiern, als sie Europameisterin wurde. Den Titel konnte sie 2005 in Warna erneut gewinnen. Bei den Olympischen Spielen von Athen wurde Schätzle Sechste. Erfolgreicher verlief die WM 2005 in Budapest, Schätzle gewann Bronze. Eine weitere Bronzemedaille gewann sie 2006 bei der EM in Moskau. Mit dem 3. Platz bei der EM 2008 in Tampere/FIN qualifizierte sie sich für die Olympischen Spiele in Peking. Dort belegte sie Platz 7. Schon vor den Spielen stand ihr Rücktritt vom Leistungssport fest. In ihrer langen Karriere gewann sie bei internationalen Meisterschaften insgesamt 19 Medaillen. Dabei besiegte sie eine ganze Reihe von Weltklasse-Athletinnen. Genannt seien hier Jelena Perepelkina und Anna Schamowa, beide Russland, Stanka Slatewa Christowa, Bulgarien, Toccara Montgomery, Vereinigte Staaten, Katerina Burmistrowa, Ukraine, Ewelina Pruszko, Polen, Lise Golliot-Legrand, Frankreich, Swetlana Sajenko, Ukraine, Katerina Halova, Tschechien, Swetlana Martinenko, Russland, Nina Englich, Deutschland, Ohenewa Akuffo, Kanada, Jenny Fransson, Schweden, Jekaterina Bukina, Russland, Audrey Prieto, Frankreich, Agnieszka Wieszczek-Kordus, Polen und Wassilisa Marsaliuk, Weißrussland.

Anita Schätzle ist heute als Fitness-Kauffrau tätig.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
1995 7. Junioren-EM in Klippan/Schweden bis 52 kg Siegerin: Ida Hellström, Schweden
1996 2. Junioren-EM in Rødby/Dänemark bis 52 kg hinter Ida Hellström, vor Celine Menu, Frankreich
1997 1. Junioren-EM in Hradec-Kralove/Tschechien bis 63 kg vor Swetlana Gratschewa, Russland und Marita Rønninghaus, Norwegen
1998 5. EM in Bratislava bis 68 kg nach einem Sieg über Nina Strasser, Österreich und Niederlagen gegen Galina Iwanowa, Bulgarien und Elmira Kurbanowa, Russland
1998 1. Junioren-WM in Fredrikstad/Norwegen bis 63 kg vor Swetlana Jarosewitsch, Russland, Ari Suzuki, Japan und Sona Chalupowa, Tschechien
1998 8. WM in Posen bis 62 kg nach einem Sieg über Anna Udycz, Polen, einer Niederlage gegen Ludmila Golowtschenko, Ukraine, einem Sieg über Alessja Kiseljewa, Usbekistan und einer Niederlage gegen Lise Golliot-Legrand, Frankreich
1999 3. EM in Götzis bis 68 kg nach Siegen über Margarita Montes, Spanien und Nina Strasser, einer Niederlage gegen Ewelina Pruszko, Polen und einem weiteren Sieg über Nina Strasser
1999 2. Junioren-WM in Bukarest bis 63 kg hinter Ayako Shoda, Japan, vor Lotta Andersson, Schweden und Jelena Perepelkina, Russland
1999 2. WM in Boden/Hildursborg bis 68 kg nach einem Sieg über Galina Iwanowa, einer Niederlage gegen Xiomara Guevara, Venezuela, Siegen über Nina Strasser und Anna Schamowa, Russland und einer Niederlage gegen Sandra Atsuko Bacher, USA
2000 2. EM in Budapest bis 68 kg nach einer Niederlage gegen Lise Golliot-Lagrand, Sieg3en über Nejla Salihoglu, Türkei, Heidi Josefin Skemark, Schweden, Natalja Bodnarez, Ukraine und Galina Iwanowa und einer Niederlage im Finale gegen Lise Golliot-Legrand
2000 1. Junioren-EM in Sofia bis 68 kg vor Natalja Gawrilowa, Russland, Heidi Josefin Skemark und Stanka Slatewa Christowa, Bulgarien
2000 1. Junioren-WM in Nantes bis 68 kg vor Toccara Montgomery, Natalja Gawrilowa und Heidi Josefin Skemark
2000 11. WM in Sofia bis 68 kg
2001 3. EM in Budapest bis 68 kg nach Siegen über Sofia Kampanari, Griechenland und Monika Kowalska, Polen, einer Niederlage gegen Natalja Gawrilowa und einem Sieg über Nina Nilsen, Norwegen
2001 1. Junioren-WM in Martigny bis 68 kg vor Toccara Montgomery, Mimi Sugawara, Japan und Viola Janik, Kanada
2001 3. WM in Sofia bis 68 kg nach Siegen über Norie Saito, Japan und Stanka Slatewa Christowa, einer Niederlage gegen Christine Nordhagebn-Vierling, Kanada und einem Sieg über Swetlana Jarosewitsch
2002 1. Klippan-Lady-Open bis 67 kg vor Katarzyna Jaworska, Polen und Nina nilsen
2002 2. EM in Seinäjoki bis 67 kg nach einem Sieg über Katerina Burmistrowa, Ukraine, einer Niederlage gegen Ewelina Pruszko, Polen, Siegen über Stanka Slatewa Christowa, Nina Nilsen und Anna Schamowa und einer Niederlage gegen Lise Golliot-Legrand
2002 1. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 67 kg vor Annika Örtli, Deutschland und Johanna Jansson, Schweden
2002 9. WM in Chalkida/Griechenland bis 72 kg nach einem Sieg über Kang Ming-Jeong, Südkorea und einer Niederlage gegen Swetlana Sajenko, Ukraine
2003 1. EM in Riga bis 72 kg nach Siegen über Marina Gastl, Österreich, Heidi Hannele Martti, Finnland, Stanka Slatewa Christowa und Katerina Halova, Tschechien
2003 5. WM in New York bis 72 kg nach Siegen über Yasmily Ramos, Venezuela und Katerina Halova und einer Niederlage gegen Wang Xu, China
2004 4. EM in Haparanda bis 72 kg nach Siegen über Aikaterinii Siavou, Griechenland und Anna Wawrzycka, Polen und Niederlagen gegen Swetlana Sajenko und Anna Wawrzycka
2004 6. OS in Athen bis 72 kg nach einem Sieg über Marina Gastl, einer Niederlage gegen Gousel Manjurowa, Russland, einem Sieg über Maria Louiza Vryoni, Griechenland und einer Niederlage gegen Christine Nordhagen-Vierling
2005 1. EM in Warna bis 72 kg nach Siegen über Rita Soos, Ungarn, Swetlana Sajenko, Stanka Slatewa Christowa und Swetlana Martinenko, Russland
2005 1. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg vor Jekaterina Bukina, Russland, Marina Gastl und Sheherazadeh Bentoki, Frankreich
2005 3. WM in Budapest bis 72 kg nach Siegen über Wassilisa Marsaliuk, Weißrussland und Ohenewa Akuffo, Kanada, einer Niederlage gegen Iris Smith, USA und einem Sieg über Stanka Slatewa Christow
2006 3. EM in Moskau bis 72 kg nach einer Niederlage gegen Stanka Slatewa Christowa und Siegen über Jenny Fransson, Schweden und Maria Louiza Vryoni
2006 1. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg vor Maider Unda Gonzalez de Audicana, Spanien, Wassilisa Marsaliuk, Weißrussland und Sheherazadeh Bentoki, Frankreich
2006 1. Golden-Grand-Prix in Baku bis 72 kg vor Stanka Slatewa Christowa, Jenny Fransson und Ana Maria Paic, Rumänien
2006 12. WM in Guangzhou bis 72 kg nach einer Niederlage gegen Ohenewa Akuffo
2007 5. EM in Sofia 72 kg nach einer Niederlage gegen Stanka Slatewa Christowa, einem Sieg über Jenny Fransson und einer Niederlage gegen Gousel Manjurowa
2007 3. Großer Preis von Deutschland in Dormagen bis 72 kg hinter Daria Nasarowa, Russland und Hong Yan, China
2007 31. WM in Baku bis 72 kg nach einer Niederlage gegen Wang Xu
2008 3. EM in Tampere bis 72 kg nach Siegen über Agnieszka Wieszczek-Kordus, Polen und Sumrud Gurbanhadschijewa, Aserbaidschan, einer Niederlage gegen Gousel Manjurowa und einem Sieg über Swetlana Sajenko
2008 7. OS in Peking bi s 72 kg nach einem Sieg über Audrey Prieto, Frankreich und einer Niederlage gegen Agnieszka Wieszczek-Kordus
Erläuterungen
  • alle Wettkämpfe im freien Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]