Anna von Boetticher

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Anna von Boetticher (* 1969 oder 1970 in München)[1][2] ist eine deutsche Sportlerin und deutsche Rekordhalterin im Apnoetauchen.

Familie und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte sie zunächst Theaterwissenschaft, Komparatistik und Spanisch in München und ging dann nach London, um beim Auktionshaus Christie’s Kunstgeschichte zu studieren. Dort arbeitete sie in einer Galerie, bevor sie 2006 nach Berlin zog und dort einen Buchladen eröffnete.

Erfolge im Apnoetauchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon mit 17 Jahren machte Anna von Boetticher einen Tauchkurs, kam aber erst 2007 bei einem Wochenend-Workshop auf einer Marinebasis in England mit dem Apnoetauchen in Berührung. Sie absolvierte im April 2007 einen Urlaubskurs im ägyptischen Dahab. Innerhalb eines halben Jahres stellte sie daraufhin 3 deutsche Rekorde auf, im Constant weight with fins (CWT; konstantes Gewicht mit Flossen), Constant weight no fins (CNF; konstantes Gewicht ohne Flossen) und im „Free Immersion“ (FIM)[3] und holte bei der 4. AIDA (Association Internationale pour le Dévelopement de l’Apnée) Individual-Tiefenweltmeisterschaft in Scharm asch-Schaich in der Disziplin konstantes Gewicht ohne Flossen überraschend die Bronzemedaille.

Am 21. August 2009 stellte sie in Arhus den aktuellen deutschen Rekord im Static (STA) auf und hielt dabei 6:12 Minuten die Luft an. Bei dem 3. Mediterranen Weltcup im Freitauchen erreichte Anna von Boetticher im Oktober 2010 als erste deutsche Frau die 100 Meter Tiefenmarke in der Disziplin Variable Weight (VWT; variables Gewicht).[4]

Nachdem sie im Juni 2011 zusammen mit ihrem Trainer und Tauchpartner Andrea Zuccari als erste Europäer einen neuen Weltrekord in der Disziplin Tandem No Limits (125 Meter) aufgestellt hatte, versuchte sie sich im Juli in Scharm asch-Schaich an dem bestehenden Weltrekord im Variable Weight (VWT, 126 Meter) und ließ sich 130 Meter in die Tiefe ziehen, wurde aber beim Auftauchvorgang in 30 Meter Tiefe ohnmächtig.[5]

Bei der AIDA Individual-Tiefenweltmeisterschaft in Kalamata/Griechenland im September 2011 holte sie abermals die Bronzemedaille im Free Immersion (freies Eintauchen), erneut mit deutschem Rekord (71 Meter).

12 Tage vor der AIDA Individual-Tiefenweltweisterschaft im September 2013 musste sie nach einer Schnittwunde am Fuß genäht werden, trat deshalb zunächst ohne Training im Free Immersion an und gewann mit 73 Metern zum dritten Mal die Bronzemedaille. Danach entschied sie, doch wie geplant im Constant weight with fins (CWT) anzutreten und belegte hierbei den 5. Platz mit 81 Meter, wobei sie ihren eigenen deutschen Rekord einstellte.[6]

Derzeit hält Anna von Boetticher in sechs von acht Apnoe-Disziplinen im Pool und Meer den deutschen Rekord. Insgesamt hat sie bisher 27 deutsche Rekorde aufgestellt.[7]

Ausbilderin bei der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wurde sie von der Bundeswehr angesprochen, ihr Wissen bei der Ausbildung von Kampfschwimmern einzusetzen. Mit ihrer Erfahrung schulte sie Kampfschwimmer darin, rechtzeitig die Anzeichen der beim Apnoetauchen drohenden Ohnmacht zu erkennen. In der Bundeswehr wurde sie später auch bei Minentaucher- und die Schwimmtaucher-Lehrgängen, bei der U-Boot-Rettung und anderen tauchenden Bereichen der Marine eingesetzt.[8]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Dreharbeiten für den Film Das Mädchen auf dem Meeresgrund über den Tauchpionier Hans Hass wurde die Schauspielerin Yvonne Catterfeld 2010 bei den Unterwasser-Stuntszenen von Anna von Boetticher gedoubelt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porträt von Anna von Boetticher, November 2007
  2. „Erfolg oder Ausreden – aber nicht beides“. In: Magath & Fussball. 8. Dezember 2015, abgerufen am 30. Juli 2017: „Ich bin in München geboren.“
  3. Apnoe-Tauchen - Einfach mal die Luft anhalten. In: Spiegel Online, 13. Oktober 2010.
  4. Apnoe - Variables Gewicht. unterwasserwelt.de.
  5. Atemlos in der Tiefe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. August 2011.
  6. Deutschlands erfolgreichste Freitaucherin holt erneut Bronze. unterwasser.de.
  7. Deutsche Rekorde. (Memento des Originals vom 16. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aida-deutschland.de AIDA Deutschland.
  8. Sebastian Eder, Henning Bode: Das bisschen Atmen. FAZ, 26. April 2017, abgerufen am 6. Mai 2016.
  9. „Ich bin das Tauch-Double von Yvonne Catterfeld“, BILD vom 9. Dezember 2011