Annelise Pflugbeil

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Annelise Carla Martha Pflugbeil, gesch. Deutsch, geb. Buss (* 3. Mai 1918 in Stettin; † 15. November 2015 in Greifswald[1]), war eine deutsche Kirchenmusikerin. Die Cembalistin gilt als die „Mutter der Greifswalder Bachwoche“.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annelise Pflugbeil studierte in Stettin bei dem Straube-Schüler Theo Blaufuß Klavier und Cembalo. 1938 heiratete sie Werner Deutsch. Ab 1941 unterrichtete sie an der 1938 gegründeten Kirchenmusikschule Stettin-Finkenwalde und wurde ihre stellvertretende Leiterin. 1945 flüchtete sie und kam nach Greifswald, wo sie Hans Pflugbeil kennenlernte, dessen engste Mitarbeiterin sie wurde und den sie 1947 heiratete. Sebastian Pflugbeil ist ihr gemeinsamer Sohn.

Mit ihrer Unterstützung organisierte Hans Pflugbeil ab 1946 ein jährliches Kirchenmusikfest, das bald den Namen Greifswalder Bachwoche trug und heute das älteste Musikfest in Mecklenburg-Vorpommern ist. Sie sorgte mit dafür, dass die Kirchenmusikschule in Greifswald als ein Seminar innerhalb der Pommerschen Evangelischen Kirche wieder aufgebaut werden konnte, und unterrichtete hier Cembalo und Clavichord. Nach 1989 wurde die Kirchenmusikschule ein Universitätsinstitut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft an der Universität Greifswald.

1989 wurde sie zur Kirchenmusikdirektorin ernannt und 1994 zur Honorarprofessorin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. 1999 erhielt sie den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Förderpreis), und am 28. Mai 2013 die Bugenhagenmedaille der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.[3]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weihnachtsmusik im Dom zu Magdeburg. Christophorus-Verlag/Note 1 Musikvertrieb 1993

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irmfried Garbe: „Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht …“ – Kriegsende und Wiederaufbau 1945 aus dem Geist der Kirchenmusik. Interview mit Annelise Pflugbeil. In: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern. Bd. 9 (2005), Heft 1, S. 101–112.
  • Ursula Hardmeier: Annelise Pflugbeil, Musikerin. In: Antje Heinrich-Sellering (Hrsg.): Künstlerinnen in Vorpommern. Weibliches Kunstschaffen wahrnehmen, wertschätzen und etablieren. Eine Ausstellung der Hansischen Frouwen Greifswald in der Turmhalle/Winterkirche des Doms St. Nikolai und in der Galerie des Sozio-Kulturellen Zentrums St. Spiritus. Greifswald 2008, S. 17–19.
  • Eckhard Wendt: Pflugbeil, Annelise (Carla Martha). In: Eckhard Wendt: Stettiner Lebensbilder (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V, Band 40). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, ISBN 3-412-09404-8, S. 359–360.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer Schobeß: Norddeutscher Rundfunk, 16. November 2015; archiviert bei WebCite (Memento vom 17. November 2015 auf WebCite).
    Mutter der Greifswalder Bachwoche gestorben: Annelise Pflugbeil ist tot. (Memento des Originals vom 17. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-greifswald.de Medieninformation der Ernst-Moritz-Arndt-Universität vom 16. November 2015, abgerufen am 16. November 2015
  2. Peter Tenhaef, Walter Werbeck: Messe und Parodie bei Johann Sebastian Bach (= Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft Band 12). Lang, Frankfurt, 2004, ISBN 9783631501191, S. 182.
  3. Bugenhagen-Medaille für Annelise Pflugbeil. Nordkirche ehrt die „Mutter der Greifswalder Bachwoche“, Pressemitteilung vom 28. Mai 2013, abgerufen am 24. August 2013