Cembalo

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Dieser Artikel behandelt das Musikinstrument. Zu weiteren Bedeutungen siehe Cembalo (Begriffsklärung).

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Cembalo
Donzelague-Clavecin- 1716 -.jpg
Französisches Cembalo von Donzelague, Lyon 1716
Klassifikation Chordophon
Tasteninstrument
Verwandte Instrumente Klavier, Clavichord
Musiker
Kategorie:Cembalist, Liste von Cembalisten
Rosette eines Cembalos von Karl Conrad Fleischer; Hamburg, 1720

Das Cembalo (Plural Cembali; ital.: clavicembalo, französ.: clavecin, niederl.: clavecimbel, engl.: harpsichord, portug.: cravo) ist ein Kielinstrument, das seine Blütezeit vom 15. bis 18. Jahrhundert hatte. Vom heutigen Klavier (Pianoforte) hebt es sich vor allem durch seinen hellen, obertonreichen Klang ab. Im Gegensatz zum Klavier werden die Saiten beim Cembalo nicht mit Hämmerchen angeschlagen, sondern mit sogenannten Kielen gezupft.

Etymologie und Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cembalo ist ursprünglich eine Kurzform für Clavicembalo, wobei italienisch clavicembalo auf mittellateinisch clavicymbalum zurückgeht (mittellateinisch clavis „Taste“, cymbalumZimbel“).[1] Eine Nebenform im Italienischen war gravicembalo.

Die Bezeichnungen Zupfklavier, Kielklavier sowie Clavicembalo (oder eingedeutscht Klavizimbel)[2] sind mehr oder weniger veraltet.

Cembali mit der verbreiteten flügelförmigen Bauart werden auch Kielflügel genannt.[3]

Tonerzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktionsweise der Cembalomechanik (schematisch)
Moderner Springer aus Metall: Mit Stellschrauben oben und unten kann die Auslösung reguliert werden
Springer Detail: Man sieht den Nylonkiel (weiß) und den Dämpfer (rot)

Man kann das Cembalo als „Zupfinstrument mit Klaviatur“ beschreiben. Die Tonerzeugung beruht darauf, dass die Saiten durch Kiele (dornförmige Plektren) angerissen werden. Die Kiele waren früher aus Federkielen (daher der Name Kielflügel) und sind heute meist aus einem besonderen Kunststoff, der sich Delrin nennt. Sie stecken beweglich in sog. Springern, die beim Anschlag der Tasten aufwärts bewegt werden. Beim Loslassen der Taste fällt der Springer zurück und dämpft mit seinem Filz die Saite ab. Die Kiele unterliegen dem Verschleiß und sind vom Spieler selbst austauschbar.

Anders als beim Klavier beeinflusst der Anschlag die Tonlautstärke nicht. Wie eine Orgel kann ein Cembalo Register, d. h. verschiedene aus- und einschaltbare Sätze von Saiten haben. Dadurch lassen sich Lautstärke und Klangfarbe verändern. Da die Registrierung nur über größere Abschnitte geändert wird, gestaltet man den musikalischen Vortrag im Wesentlichen über die Artikulation, Agogik und differenziertes Legato-/Legatissimo. Die meisten Cembali verfügen über einen Lautenzug, eine zuschaltbare Dämpfung, die das Zupfen einer Laute imitiert.

Bei nachbarocken Cembali wurden weitere Möglichkeiten der Tonbeeinflussung erprobt. So besitzen die zweimanualigen englischen Cembali (u. a. von Kirkman und Shudi) einen sogenannten Deckelschweller, der mittels eines Pedals geöffnet oder geschlossen werden kann. Die dynamische Wirkung ist mit der eines Schwellwerks einer Orgel aber nur bedingt zu vergleichen. Manche Cembali des 20. Jahrhunderts, meist in Rastenbauweise, das heißt, einem nach unten offenen Corpus, lassen dynamische Änderungen zuweilen auch innerhalb eines Registers zu, indem sich die Stellung der Kiele zu den Saiten verändern lässt. So werden die Saiten einmal stärker, einmal schwächer angerissen. Diese Einrichtung hat sich jedoch nicht bewährt.

Der Instrumentenhersteller Roland aus Japan hat ein elektronisches Cembalo mit digitaler Klangerzeugung entwickelt, das nicht nur den Klang nachbildet, sondern auch das Design des klassischen Vorbildes berücksichtigt. Inzwischen sind schon einige Ensembles mit den Roland-Harpsichords aufgetreten.[4] Als weitere Möglichkeit der elektronischen Realisierung des Cembaloklanges bietet sich z. B. die Software GrandOrgue an, mit der Samplings originaler Cembali gespielt werden können. Interessant ist dabei die Möglichkeit, alte Stimmungen zu nutzen.

Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italienisches Cembalo von Pietro Faby (1677), Paris, Musée de la musique.

Das Cembalo kommt in drei Haupt-Bauformen vor. Zwischen den beiden kleineren Formen, Spinett und Virginal, gab es allerdings gelegentlich Mischformen.

Kielflügel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim eigentlichen Cembalo in Flügelform („Kielflügel“) verlaufen die Saiten in der Verlängerung der Tasten; die Klaviatur mit der Mechanik befindet sich an einem Ende der Saiten. Vereinzelt kommen historisch[5] und in modernen Instrumenten auch Pedalklaviaturen vor. Eine hochkant stehende Flügelform hat das Clavicytherium.

Einmanualige Cembali[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmanualige Cembali – also Instrumente mit nur einer Klaviatur – haben manchmal zwei verschiedene Saitenbezüge (Register). Diese klingen meistens auf derselben Tonhöhe (8') mit verschiedener Klangfarbe. (Die normale Tonlage bezeichnet man als „Achtfuß“ (8') in Anlehnung an die Pfeifenlängen tonhöhenanaloger Orgelregister.) Der unterschiedliche Klang entsteht durch verschiedene Anreißpunkte der Kiele: Je näher der Anreißpunkt der Mitte der Saite, desto voller und runder ist der Ton; das zweite Register mit dem näher der Taste gelegenen Anreißpunkt klingt etwas heller und silbriger. Die beiden Register können einzeln oder auch gleichzeitig, also „gekoppelt“, gespielt werden.[6] Diese Art von Instrumenten waren vor allem im 17. und 18. Jahrhundert in Italien verbreitet, aber es gab sie auch in anderen Ländern.

Frühe italienische Cembali im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert hatten ursprünglich oft zwei Register in unterschiedlicher Tonhöhe;[7] und ebenso die Cembali der berühmten Ruckers-Couchet-Dynastie in Antwerpen, die von ca. 1580 bis 1655 tätig war: Zu einem Saitenbezug in normaler 8'-Lage kam ein zweiter, der kürzer war und eine Oktave höher klang.[8] Dieses Register bezeichnet man als „Vierfuß“ (4'). Die historische Tatsache dieser 8'-4'-Disposition war lange nicht bekannt, denn viele Original-Instrumente waren z. T. schon im 17. Jahrhundert umgebaut und das Vierfuß- gegen ein zweites Achtfußregister ausgetauscht worden, oder es war sogar ein dritter Saitenbezug eingebaut worden (oft im 18. Jahrhundert bei Ruckers-Cembali).

Zweimanualige Cembali[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cembali mit zwei Manualen haben meist drei Saitenbezüge, zwei verschieden klingende 8'- und ein 4'-Register. Zweimanualige Cembali mit dieser Disposition von 8'-8'-4' waren mindestens ab 1648 in Gebrauch,[9] anscheinend zuerst in Frankreich, später auch in England, Deutschland und den südlichen Niederlanden (heutiges Belgien). Normalerweise hatte jedes der beiden Manuale ein 8'-Register; das 4'-Register konnte nur von einem Manual gespielt werden, das dann also die alte Ruckers-Disposition 8'-4' hatte. Bei vielen dieser Instrumente gab es aber eine sogenannte Schiebekoppel, mit der man durch Verschieben eines Manuals die beiden „Achtfüße“ oder auch alle drei Register gleichzeitig spielen konnte. Dadurch sind auch forte-piano- oder Echo-Effekte zwischen den Manualen möglich.

Weitere Register[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur sehr wenige Cembali wurden mit einem vierten Register in Sechzehnfußlage (16') gebaut, und dies fast ausschließlich von Cembalobauern in Hamburg, Sachsen und Thüringen.[10] Solche Instrumente sind wegen der 16'-Saiten auch deutlich länger als normale Cembali. Fast noch seltener war ein hohes 2'-Register.

Wesentlich häufiger waren sogenannte Nasalregister, besonders in süddeutsch-österreichischen Instrumenten des frühen 17. Jahrhunderts,[11] bei einigen Instrumenten von Hieronymus Albrecht Hass,[12] und in späten flämischen Cembali von Dulcken und von Kirkman oder Shudi (Tschudi) in England, wo sie lute-stop hießen und fast in jedem Instrument vorkamen.[13] Der englische Name lute-stop darf nicht verwechselt werden mit dem sogenannten Lautenzug in flämischen, französischen und deutschen Cembali, der einen ganz anderen Klang hat und in England harp-stop (= „Harfenzug“) hieß (heutzutage: buff-stop).

In Frankreich wurde ab den 1760er Jahren manchmal ein zusätzliches 8'-Register eingebaut, das statt mit Federkielen mit Plektren aus weichem Büffelleder gemacht war. Dieses hieß "peau de buffle", und ergaben einen besonders weichen schmiegsamen Ton, es wurde sogar behauptet, dass leichte dynamische Schattierungen damit möglich waren.[14]

französisches Spinett von Richard (1690), Paris, Musée de la musique

Spinett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Spinett

Beim Spinett befindet sich die Tastatur ebenfalls an einem Ende der Saiten, aber diese verlaufen schräg zur Richtung der Tasten und sind meist kürzer als beim Kielflügel. Dadurch ergibt sich eine platzsparende, meist mehr oder weniger dreieckige Form des Instruments. Das Spinett ist ein Hausinstrument, klanglich dem Kielflügel ähnlich, aber mit fast immer nur einem Manual und einem Register.

Virginal von Ruckers, 1583

Virginal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Virginal

Beim Virginal verlaufen die Saiten quer zu den Tasten. Die Gehäuseform ist dementsprechend fast immer rechteckig mit der Tastatur an einer Längsseite, meist an deren linkem Ende. Auch Virginale haben meist nur ein Register. Der Klang unterscheidet sich aus Gründen der Konstruktion merklich vom Kielflügel- und Spinettklang.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Cembalo und seine Verwandten Spinett und Virginal etablierten sich in der Renaissance (15. bis 16. Jahrhundert) und erlebten eine erste Blütezeit bereits zwischen ca. 1570 und 1630 in Spanien, Italien und in der Musik der sogenannten englischen „Virginalisten“. Unter Ludwig XIV (1638–1715) wurde es zu einem der Lieblingsinstrumente der Franzosen bis in die 1780er Jahre. Viele Werke, die heute als Höhepunkte der Musikgeschichte gelten, wie z. B. die Fugen und Suiten von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel oder die Sonaten Domenico Scarlattis, entstanden ursprünglich für das Cembalo. In der Barockmusik bis ins beginnende 19. Jahrhundert wurde das Instrument nicht nur für Solo-Werke eingesetzt, sondern auch zur Ausführung der Generalbass-Begleitung in Kammermusik, Oper und Orchestermusik, welchen das Cembalo mit seinem silbrig-glitzernden oder rauschenden Klang eine charakteristische Färbung verleiht.

Cembalo von Pietro Faby (1677), Paris, Musée de la musique. Man sieht deutlich die dickeren Wände des äußeren Schutzkastens, und darin die zierlichen Wände des eigentlichen Instruments, die rundherum mit kleinen Elfenbeinkugeln verziert sind

Abgesehen von den ca. 100 Jahre lang immer ziemlich gleich gebauten Ruckers-Instrumenten mit relativ dicken, stabilen Wänden aus Weichholz, sind in Italien, Spanien, Portugal, England, Frankreich und Deutschland bis etwa zum Jahr 1700 vorwiegend dünnwandige, grundtönige Instrumente gebaut worden, fast immer aus einer für das Herkunftsland typischen Holzart (Nussbaum in Frankreich, Eiche in Großbritannien, Zypresse in Italien usw.). Italienische Cembali waren so zierlich und ihre Wände so dünn, dass man sie zum Schutz in ein größeres Gehäuse legte, das oft überbordend verziert war (siehe rechte Abb. des Pietro Faby von 1677); dieses Prinzip eines zierlichen Instrumentes in einem äußeren Kasten mit Deckel nennt man auf englisch inner-outer. Deutsche, englische und französische Cembali des 17. Jahrhunderts hatten Wände von einer mittleren Stärke und brauchten keinen eigenen Schutzkasten.

Auch in Italien wurden ab dem 17. Jahrhundert dickwandigere Instrumente gebaut, die wie in anderen Ländern kein eigenes Gehäuse mehr brauchten, sondern direkt mit diesem und dem Deckel verbunden waren; diese heißen mit englischem Fachterminus false inner-outer, weil die Cembalobauer optisch oft ein Instrument in einem Schutzkasten vortäuschten.

Unter anderem durch den Einfluss der Ruckers-Cembali, deren Klang besonders in Frankreich und England so sehr geschätzt wurde, dass ihre Preise auf z. T. astronomische Höhen stiegen, wurden ab ca. 1700 die Cembali vor allem aus Weichholz gebaut, dafür wurde die Korpusstärke viel dicker, und der ganze Korpus auch breiter.

Der Umfang der Instrumente stieg ebenfalls im 18. Jahrhundert, bis er um ca. 1740 bis 1750 fünf volle Oktaven erreichte. All diese Entwicklungen führten zu immer größeren Instrumenten, und der ursprüngliche, „knackige“ Ton der Cembali aus dem 16. und 17. Jahrhundert ging langsam verloren. Auch und gerade in Italien ist diese Entwicklung sichtbar an den erhaltenen Instrumenten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Cembalo nach und nach durch das Hammerklavier (Fortepiano), verdrängt – doch rechnet z. B. Mozart vor allem in frühen und mittleren „Clavierwerken“ mit einer Wiedergabe auf dem Cembalo und auch die frühen und mittleren Klaviersonaten Beethovens sind original „für das Cembalo oder das Pianoforte“ (pour le clavecin ou pianoforte) tituliert. Wegen seines durchdringenden Klanges war das Cembalo zudem bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein weiterhin als Continuo-Instrument in der Oper in Gebrauch.

Die Wiederentdeckung des Cembalos im frühen 20. Jahrhundert ist mit der Wiederentdeckung der Barockmusik verbunden. Hierbei ist das Wirken der Pianistinnen und Cembalistinnen Wanda Landowska und Eta Harich-Schneider hervorzuheben, welche durch rege Konzert- und Lehrtätigkeit das Instrument einem breiten Publikum bekannt machten. Der bald einsetzende Cembalo-Boom brachte Instrumente hervor, die sich wenig an historischen Vorbildern, sondern am zeitgenössischen Klavierbau orientierten. So wurden Metallrahmen und andere moderne Materialien eingesetzt (auch Spanholzplatten), die den Instrumenten klanglich nur zum Nachteil gereichten, und sie andererseits massiv und schwer machten. Für diese Instrumente, die gegenüber dem Pianoforte klanglich eine perkussive und exotische Richtung einschlugen, komponierten viele Komponisten des 20. Jahrhunderts. Dass der Klang dieser Cembali später als zu starr empfunden wurde, hängt mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis für Alte Musik zusammen, die eine Rückbesinnung auf die instrumentenbauliche Tradition mit ihren historischen Baumaterialien und Handwerksprozessen verfolgte, zum Beispiel die ausschließliche Verarbeitung von Holz für den Korpus.

Damit gibt es zwei verschiedene Bauweisen des Cembalos:

  • Die moderne Bauweise hat einen orgelartigen, metallisch-dünnen und nicht besonders weit tragenden Ton. Diese sogenannte „Rastenbauweise“ – in Anlehnung an die Konstruktionsweise des Konzertflügels – geht auf einen Wettbewerb zur Pariser Weltausstellung 1889 zurück. Großen Einfluss auf den Cembalobau im 20. Jahrhundert hatte dann das von der Firma Pleyel im Jahre 1912 nach Wanda Landowskas Wünschen entwickelte Modell mit vier Registern (16′, 8′, 4′; 8′). Diese Variante des Cembalos verliert heute immer mehr an Bedeutung, ist aber das „Originalinstrument“ für Cembalokompositionen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (z. B. Manuel de Falla, Bohuslav Martinů, Francis Poulenc, Hugo Distler, Bertold Hummel).
    Nachbau eines flämischen Cembalos, mit typischem Tapeten-Dekor und bemaltem Resonanzboden
  • Die historische Bauweise („Kastenbauweise“) hat einen sehr präsenten, schwingenden und weittragenden Ton, der lebhafter und weniger metallisch klingt. Die historischen Vorbilder für diese Bauart sind z. B. Instrumente von Ruckers (flämisch, 17. Jahrhundert), Giusti (italienisch, 17. Jahrhundert), Mietke (norddeutsch, Anfang 18. Jahrhundert) oder Taskin (französisch, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts).

Kompositionen des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manuel de Falla: Concerto für Cembalo und Orchester
  • Francis Poulenc: Concert champêtre für Cembalo und Orchester FP49 (1927–1928), für Wanda Landowska, Richard Chanelaire gewidmet
  • Hugo Distler: Konzert für Cembalo und 11 Soloinstrumente (1930–1932)
  • Bertold Hummel: Concerto Capriccioso für Cembalo und Kammerorchester (1958)
  • Ruth Zechlin: Kristalle für Cembalo und Streichorchester (1975); Linien für Cembalo und Orchester (1986); Amor und Psyche, große Kammermusik mit Cembalo (1966); Venezianisches Cembalokonzert (1993); 14 Stücke für Cembalo/Spinett (1957–1996)
  • Hans Werner Henze: Six absences pour le clavecin (1961)
  • Viktor Kalabis: Konzert für Cembalo und Streicher, gewidmet der Cembalistin Zuzana Růžičková
  • György Ligeti: Continuum für Cembalo (1968); Ungarian Rock, Chaconne für Cembalo (1978)
  • Helmut Bieler: Dialog für zwei Cembali (1971); Wellenschläge für Blockflöten, Gamben und Cembalo, auszuführen für drei Instrumentalisten (1978)
  • Thomas Emmerig: Johann Sebastian Plus für Flöte, Violine, Violoncello und Cembalo (1974)
  • Eines der bekanntesten Stücke mit modernem Cembalo ist Ron Goodwins Titelmelodie bzw. Filmmusik zu den Miss Marple-Filmen mit Margaret Rutherford (1960er Jahre).

Bedeutende Komponisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu französischer Cembalomusik siehe auch: Pièces de clavecin.

Cembalobauer (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

historisch[16][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

zeitgenössisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschland: Ammer, Matthias Griewisch, William Jurgenson, Dietrich Hein, William Horn, Detmar Hungerberg, Matthias Kramer, Eckehart Merzdorf, Neupert, Georg Ott, Volker Platte, Gerhard Ranftl, Sassmann, Klemens Schmidt (Bayreuth), Martin-Christian Schmidt, Martin Skowroneck, Sperrhake (gehört zu Neupert, Bamberg), Thiemann, Michael Walker, Wittmayer.
  • Italien: Konrad Hafner (Südtirol)
  • Schweiz: Bernhard Fleig, Jörg Gobeli, Markus Krebs, David Ley, Mirko Weiss

Weitere finden sich in der Kategorie:Cembalobauer.

Cembalisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste von Cembalisten und Kategorie:Cembalist

Ähnliche Instrumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Beurmann: Historische Tasteninstrumente – Die Sammlung Andreas und Heikedine Beurmann im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Prestel, München u. a. 2000.
  • Igor Kipnis (Hrsg.): Harpsichords and Clavichords. Band 2 von Encyclopedia of Keybord Instruments. Routledge, New York/ Oxford 2007, ISBN 0-415-93765-5.
  • Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003. (engl.; mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis über das Thema Cembalo und Kielinstrumente.)
  • Edward L. Kottick, George Lucktenberg: Early Keyboard Instruments in European Museums. Indiana University Press, Bloomington/Indianapolis 1997 (engl.).
  • Grant O'Brian: Ruckers - A harpsichord and virginal building tradition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1990.
  • Edwin M. Ripin, Howard Schott, John Koster, Denzil Wraight, Beryl Kenyon de Pascual, Grant O'Brian u. a.: Harpsichord. In: Stanley Sadie (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. edition. 2001, S. 4–44.
  • John Henry van der Meer: Cembalo, Klavizitherium, Spinett, Virginal. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Sachteil, Bd. 2. Bärenreiter-Verlag, Kassel / J.-B.-Metzler-Verlag, Stuttgart 1995, S. 487–528.
  • Denzil Wraight: Italian Harpsichords. In: Early Music, 12, no. 1, 1984, S. 151.
  • Denzil Wraight: The Stringing of Italian Keyboard Instruments, c. 1500-c. 1650. Dissertation. Queens University, Belfast 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cembali – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Cembalo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Es ist vielleicht sinnvoll darauf hinzuweisen, dass im besagten historischen Zeitraum eine exakte Trennung von Österreich und Deutschland nicht existierte, weil sie damals zum Deutschen Reich gehörten, und der Kaiser in Wien der Deutsche Kaiser war. Die Zuordnung einiger Komponisten nur zu einem Lande ist daher problematisch, so stand Froberger z. B. 20 Jahre in kaiserlich-habsburgischen Diensten, und lebte trotz seiner Reisen Jahre in Wien. Auch Kerll wirkte sowohl in Wien, als auch in München. Und Mozarts Geburtsort Salzburg gehörte nicht einmal zum damaligen Territorium von Österreich. So wundert es nicht, dass die Musik aller unter Österreich genannten Komponisten damals (international) als 'deutsch' galt. Auf der anderen Seite verbrachte der sehr internationale Händel einen großen Teil seines Lebens in England, wurde dort eingebürgert, schrieb englische Vokalmusik und wird dort durchaus zu recht auch als englischer Komponist angesehen.
  2. Philips war zwar Engländer, wirkte aber den größten Teil seines Lebens in Brüssel.
  3. Draghi war zwar Italiener, lebte jedoch in England, und seine Musik ist völlig unitalienisch, sondern englisch.
  4. D. Scarlatti lebte 10 Jahre in Portugal und 28 Jahre in Spanien. Ein großer Teil seiner Musik hat reizvolle spanische Einflüsse, und er kann als Haupt und Begründer einer iberischen Tastenmusik angesehen werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden online: Cembalo und Clavicembalo
  2. Duden online: Klavizimbel
  3. Duden online: Kielflügel
  4. Homepage zu Roland-Cembali
  5. Martin-Christian Schmidt: Das Pedalcembalo – ein fast vergessenes Tasteninstrument. In: Cöthener Bachhefte, 8. Beiträge des Kolloquiums zum Pedalcembalo am 18./19. September 1997. Herausgeber: Bachgedenkstätte Schloss Köthen und Historisches Museum für Mittelanhalt. Köthen 1998. Inhaltsangabe. (PDF; 87 kB) Abgerufen am 28. Dezember 2011.
  6. Bei historischen Instrumenten aus Italien gab es manchmal keine Registerhebel. Auf solchen Cembali klangen immer beide Register gleichzeitig.
  7. Edward L. Kottick, A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 71–75. Kottick bezieht sich auf die umfangreichen Forschungen von Denzil Wraight, der alle erhaltenen italienischen Cembali untersucht, zahlreiche Artikel publiziert und eine wissenschaftliche Arbeit darüber geschrieben hat. Siehe u. a.: Denzil Wraight: Italian Harpsichords. In: Early Music, 12, no. 1, 1984, S. 151; und: Denzil Wraight: The Stringing of Italian Keyboard Instruments, c. 1500-c. 1650. Dissertation. Queens University, Belfast 1997.
  8. Grant O'Brian: Ruckers - A harpsichord and virginal building tradition. Cambridge University Press, Cambridge et al. 1990, S. 40–41. Auch: Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 112.
  9. Ein zweimanualiges Instrument von Jean Denis II (Issoudun, Musée de l’Hospice Saint-Roch) ist 1648 datiert, und gilt als frühestes erhaltenes französisches Cembalo. Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 163. Ein anderes Cembalo in der Beurmannsammlung in Hamburg wurde von Beurmann selber auf „um 1630“ geschätzt, das ist jedoch nicht verifiziert. Andreas Beurmann: Historische Tasteninstrumente – Die Sammlung Andreas und Heikedine Beurmann im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Prestel, München u. a. 2000, S. 100–102.
  10. Martin-Christian Schmidt: Das 16’-Register im deutschen Cembalobau des 18. Jahrhunderts. Groteske oder beachtenswerte Erscheinung mit aufführungspraktischer Relevanz? In: Eszter Fontana (Hrsg.): Festschrift für Rainer Weber. Halle 1999, ISBN 3-932863-98-4. S. 63–72. (= Scripta Artium, Bd. 1. Schriftenreihe der Kunstsammlungen der Universität Leipzig).
  11. Süddeutsche Cembali, wie das Cembalo von Maier (1619) im Museum Carolino Augusteum in Salzburg, haben die Register außerdem fächerförmig angeordnet, sie laufen in Richtung Bass auseinander. Dadurch sind die 3 Register (bei 2 Saitenbezügen!) sehr unterschiedlich. Das Nasalregister und das dunkle Register zupfen ein und dieselbe Saite an verschiedenen Stellen an. Deshalb können diese beiden Register nicht gleichzeitig benutzt werden. Siehe: Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 179–189.
  12. Vier von sechs erhaltenen Instrumenten: Ein großes zweimanualiges Cembalo von 1723 mit 8'-8'-8'-4'-Disposition, in Copenhagen, Musikhistorisk Museum; vermutlich ein ähnliches Cembalo von 1721 in Göteborg, Göteborgs Museum (dieses Instr. wurde später zu einem Klavier umgebaut, die Originaldisposition wurde von Lance Whitehead rekonstruiert); und die beiden großen 16'-Cembali von 1734 in Brüssel, Musée Instrumental, und von 1740 in einer Privatsammlung in Frankreich. Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 308-312.
  13. Es gibt außerdem ein englisches Cembalo von Jesses Cassus aus dem 17. Jahrhundert mit lute-stop. Siehe: Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 203 (Cassus), 285 (Dulcken), und S. 370 (Kirkman und Shudi).
  14. Es soll entweder von Pascal Taskin oder von Claude Balbastre erfunden worden sein. Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. Indiana University Press, Bloomington (Indiana) 2003, S. 276 & 506 (Fußnote 80).
  15. Paradies wirkte in London, und seine virtuosen Sonaten sind nicht nur von Scarlatti, sondern auch von französischer Musik beeinflusst.
  16. Siehe: Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. University Press, Indiana 2003. (engl.)
  17. Die genannten spanischen Bauer sind nur aus historischen Quellen bekannt, es sind keine Instrumente erhalten. Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. University Press, Indiana 2003, S. 233–239.
  18. Diego Fernández war offizieller Cembalobauer am spanischen Königshof zu Domenico Scarlattis Zeiten. Siehe: Edward L. Kottick: A History of the Harpsichord. University Press, Indiana 2003, S. 237–239, 503. Kottick beruft sich auf Artikel von Beryl Kenyon de Pascual (1982 und 1985).