Appel Feinkost

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Appel Feinkost GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1879
Sitz Cuxhaven, Deutschland

Leitung

  • Karl Horst Gehlen
  • Detlef Kowalski
  • Andreas Witte.
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.appel-feinkost.de

Die Appel Feinkost GmbH & Co. KG mit Sitz in Cuxhaven ist eine Feinkostfabrik, die sich auf Fischdauerkonserven spezialisiert hat.

Das Unternehmen gehört heute zur niedersächsischen Heristo Aktiengesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Änne Kokens 1909 entworfener Hummer an der Mayonnaise als Markenzeichen der „Delikatessen-Grosshandlung und Nahrungsmittel-Fabrik“ Heinrich Wilhelm Appel (H.W.A.);
Zweifarb-Druck der Illustrirten Zeitung Nr. 3538 vom 20. April 1911
Die ehemaligen Feinkostfabrik Appel am Engelbosteler Damm 72 in Hannover

Der Pastorensohn Heinrich Wilhelm Appel (* 27. September 1850 in Schöningen/Elm; † 29. Juli 1923) machte eine Kaufmanns-Lehre und gründete 1879 in Hannover, im Hof des Hotel Kasten, eine Zucker- und Kolonialwaren-Großhandlung. Man nannte ihn auch Zuckerappel. 1886 zog er um in den Engelbosteler Damm 72. Ab 1895 entwickelt sich das Unternehmen zu einer Delikatessen-Großhandlung. Nachdem er zunächst fremde Produkte vertrieb, stellte er bald einen eigenen Tafelsenf und ab 1898 Marinaden für Appels Bismarck- und Rollhering her.[1]

Seinen Sohn Heinz Appel, der ab 1902 eine Lehre in einer Hamburger Erz-Importfirma gemacht hatte, nahm er 1905 in sein Unternehmen auf. Ab demselben Jahr stellte er auch eine Mayonnaise nach deutschem Geschmack her, mit der der Name „Appel“ Weltgeltung errang.

1909 entwarf Änne Koken das Markenzeichen der Firma mit dem Hummer. Im selben Jahr erhielt Heinz Appel Prokura. Er erweiterte 1911 die Produktion mit einem Zweigwerk in Altona zur Verarbeitung von Fischen.

Im Jahr 1912 ersetzte Heinz Appel das Fremdwort „Delikatessen“ durch die Eindeutschung „Feinkost“. Sie ist Teil des Firmennamens – früher: Feinkost-Fabrik H. W. Appel, heute: Appel Feinkost.[2]

Die Produktion wurde 1916 erneut mit der Einrichtung eines Zweigwerkes in Lauterbach auf Rügen erweitert. Im gleichen Jahr begründeten Heinrich und Heinz Appel eine betriebliche Sozialfürsorge.

Heinz wurde 1920 Teilhaber. Nach dem Tod seines Vaters 1923 übernahm er das Unternehmen, wandelte es in eine Aktiengesellschaft um und expandierte es stark: 1924 und 1934/35 durch Erweiterungen in Hannover Engelbosteler Damm und Schöneworth, 1925 und 1928 in Altona. 1931 übernahm er die Krebsabteilung der Triumph AG in Prostken/Ostpreußen. 1939 stellte Appel mit über 1.400 Mitarbeitern mehr als 1.000 Feinkostartikel her und war das größte Unternehmen seiner Art in Deutschland.[3]

Im Zweiten Weltkrieg fielen seine drei Söhne. Mit Kriegsende waren die Fabriken in Ostpreußen und auf Rügen verloren, die in Hannover und Altona zerstört. Aber Heinz Appel baute das Unternehmen wieder auf. Nachdem er 1958 einen Schlaganfall erlitten hatte, übergab er den Vorstandsvorsitz seinem Schwiegersohn Werner Blunck. Nach Heinz Appels Tod benannte die Landeshauptstadt Hannover 1962 ihm zu Ehren die Militärstraße in Appelstraße um.

Im Jahr 1973 verkaufte die Familie Appel ihre Aktienmehrheit an die Südzucker, die aber das Geschäft in der Rezession nach der Ölkrise nicht in den Griff bekam. 1975 wurde es an die Düsseldorfer Senf- und Konserven-Industrie Frenzel KG verkauft, die noch im gleichen Jahr das Werk Hannover stilllegt und das Gebäude 1976 an die Diözese Hildesheim verkauft.[4] Die Produktion der Appel & Frenzel Feinkost wurde in ihren Werken Düsseldorf und Jülich konzentriert. 1977 wurde es in eine GmbH umgewandelt.[5] Als Appel Feinkost GmbH & Co. KG mit Sitz in Cuxhaven gehört das Unternehmen seit 1999 zur Heristo AG.

Medienecho (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • „Triumph“ Krebs-Kochbüchlein. herausgegeben von der Krebskonserven-Fabrik „Triumph“. Enthält 41 Krebsgerichte, wie Krebstörtchen, Krebsschaumbrot nach Kardinals-Art oder Krebsnasen-Füllungen. um 1920.
  • Gerd Schulte, Heinz Appel: Appel: 1879–1954; zum 75jährigen Jubiläum den Freunden unseres Hauses herzlich zugeeignet. 1954.[6][7]
  • N.N.: Neues Fabrikationsgebäude H. W. Appel, Feinkost AG. In: Bauen und Wohnen. Jg. 17, 1962, Heft 5, S. 220f., mit 3 Abbildungen und einen Plan
  • Edgar Kalthoff (Hrsg.): Niedersächsische Lebensbilder. Band 6 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Band 22). hrsg. im Auftr. der Historischen Kommission. Lax, Hildesheim 1969, S. 72–91.
  • Kristina Huttenlocher: Appel Feinkost. Ein Familienunternehmen im Wandel der Zeit. zu Klampen Verlag, Springe 2013, ISBN 978-3-86674-185-0. Angaben aus der Verlagsmeldung
  • Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Heimat bewahren, Heimat gestalten. Beiträge zum 100jährigen Bestehen des Heimatbundes Niedersachsen. 1901–2001. hrsg. im Auftrag des Heimatbundes Niedersachsen e.V. Hannover. Heimatbund Niedersachsen, Hannover 2001, ISBN 3-9800677-4-2, S. 151f.
  • Waldemar R. Röhrbein: Appel, Heinz. sowie Appel, H. W. A., Feinkost AG. In: Stadtlexikon Hannover. S. 31.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Appel Feinkost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Böttcher: Hannoversches biographisches Lexikon. S. 30.
  2. vgl. Huttenlocher, Kristina: Appel Feinkost - Ein Familienunternehmen im Wandel der Zeit, zu Klampen Verlag, 2013.
  3. appel-feinkost.de
  4. c-w-hannover.de abgerufen am 8. Februar 2012.
  5. Geschichte der Feinkost-Appel AG
  6. gso.gbv.de
  7. gso.gbv.de

53.8561128.727041Koordinaten: 53° 51′ 22″ N, 8° 43′ 37″ O