Araucária

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Município de Araucária
Araucária
Brasilkiefer: Namensgeber und wichtiger Wirtschaftsfaktor
Brasilkiefer: Namensgeber und wichtiger Wirtschaftsfaktor
Araucária (Brasilien)
Araucária
Araucária
Koordinaten 25° 36′ S, 49° 25′ WKoordinaten: 25° 36′ S, 49° 25′ W
Lage von Araucária im Bundesstaat Paraná
Lage von Araucária im Bundesstaat Paraná
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 11. Februar 1890
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Paraná
Mesoregion Metropolitana de Curitiba
Mikroregion Curitiba
Gliederung 2 Distrikte: Araucária und Guajuvira mit 58 Bairros
Höhe 897 m
Gewässer Rio Iguaçu
Fläche 469,2 km²
Einwohner 119.123 (2010[1])
Dichte 253,9 Ew./km²
Schätzung 137.452 Ew. (zuletzt: 1. Juli 2017)
Gemeindecode IBGE: 4101804
Zeitzone UTC−3
Politik
Stadtpräfekt Hissam Hussein Dehaini[2] (2017–2020)
Partei PPS
Wirtschaft
BIP 7.360.425 Tsd. R$
56.965 R$ pro Kopf
(2013[3])
HDI 0,740 (2010)

Araucária, amtlich Município de Araucária, ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Paraná. Sie wurde am 11. Februar 1890 gegründet und hatte im Jahr 2010 119.123 Einwohner, die Araucarianos genannt werden.[1] Die Einwohnerzahl wurde zum 1. Juli 2017 auf 137.452 Personen geschätzt.[4] Sie liegt im Nahbereich der Hauptstadt Curitiba, von der sie 27 km entfernt ist.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von der Baumart Auraukarie (Araucária) ab, die ausgedehnte Araukarienwälder bilden. Die Samen der Zapfen dienten den Indios geröstet als Nahrung und sie werden auch heute noch von der Bevölkerung verwendet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1668 verteilte der Generalkapitän und Bandeirante Gabriel de Lara erste Sesmarias auf dem Gebiet des heutigen Araucária an Domingos Rodrigues da Cunha und dessen Söhne Luís Rodrigues Velho und Garcia Rodrigues Velho. Die erste Siedlung nannten sie Tindiqüera. Sie zog weitere Siedler an, von denen die aus Curitiba ausgewiesene Familie Maia, später bedeutende Unternehmer, genannt werden. 1853 war die Provinz Paraná gegründet worden mit dem nahegelegenen Curitiba als Hauptstadt. 1855 wurde der Kirchenbezirk Freguesia de Nossa Senhora dos Remédios do Yguassú (Freguesia do Iguassu) errichtet, ab 1876 vermehrten Kolonisten überwiegend aus Polen, Russland und Deutschland die Bevölkerung.

Am 2. Februar 1890 wurde der Ort bei Gebietsreformen des inzwischen gegründeten Bundesstaates Paraná zu einem Município mit dem Namen Araucária erhoben und das Gebiet aus Curitiba und São José dos Pinhais ausgegliedert. Wirksam wurde der Erlass am 1. März 1890, nachdem die erste Stadtverordnetenkammer (Stadtrat) installiert war. Die Kreisstadt bestand zunächst nur aus dem gleichnamigen Distrikt. Am 10. Oktober 1947 wurde der zweite Distrikt Guajuvira gebildet und der Stadt zugeordnet.[5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt auf der Ersten Paranaischen Hochebene zwischen der Serra do Mar und dem Planalto de Ponta Grossa an den Ufern des Rio Iguaçu. Das Klima ist subtropisch und nach der Klimaklassifikation Köppen-Geiger: Cfb.

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtpräfekt (Exekutive) war nach der Kommunalwahl 2012 für die Amtszeit 2013 bis 2016 Olizandro José Ferreira[6] von der Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB), nach der Kommunalwahl 2016 wurde Hissam Hussein Dehaini des Partido Popular Socialista (PPS) für die Amtszeit 2017 bis 2020 zum amtierenden Stadtpräfekten gewählt.[2]

Die Legislative liegt bei der Câmara Municipal, der Stadtverordnetenkammer aus 11 Stadträten. Der Ort ist gleichzeitig Sitz des gleichnamigen Distrikts, der zweite Distrikt ist Guajuvira. Das große Verwaltungsgebiet ist in weitere 19 urbane und 39 ländliche Bairros gegliedert. Die städtisch besiedelte Fläche beträgt etwa 30 %.

Mit 18 weiteren Gemeinden bildete sie bis 2017 die Mikroregion Curitiba, diese war eine von fünf Mikroregionen der Mesoregion Metropolitana de Curitiba.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethnische Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Bevölkerung setzte sich aus den portugiesischstämmigen Brasilianern, Indios und Schwarzen zusammen. Es folgte die Immigration von Polen, Italienern, Ukrainern, Syrern, Libanesen, Deutschen, Japanern insbesondere hervorgerufen durch die fortschreitende Industrialisierung der 1970er Jahre.

(Stand 2010 mit 119.123 Einwohnern)

Gruppe Anteil in % Anmerkung
Pardos (Mischrassige) 000000000031614.000000000031.614 32,96 meist Mulatten und Mestizen
Pretos (Schwarze) 000000000004471.00000000004.471 4,18
Brancos (Weiße, Nachfahren von Europäern) 000000000082266.000000000082.266 61,92
Asiaten 000000000000639.0000000000639 0,21
Indigene 000000000000132.0000000000132 0,73

Quelle:[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zur Kolonialzeit wurde ausgiebig Holzwirtschaft betrieben, die Araukarien-Urwälder schnell gerodet und das Holz vor allem im Schiffbau und als Bauholz verwendet. Durch die Einführung der Eisenbahn und Ausbau der Straßen, später für große Lastwagen, fand zwischen 1870 und den 1940er Jahren eine schnelle Vernichtung der Urwälder auf Gemeindegebiet statt, was teilweise durch Forstkulturen einen Ausgleich fand. Das Holz wird hauptsächlich heute für den Möbelbau, als Industrieholz und auch für den Musikinstrumentenbau verwendet. Die Gegend war auch für den ab Mitte des 19. Jahrhunderts boomenden Anbau von Yerba Mate geeignet, bis die Exportmöglichkeiten für den Mate-Tee nachließen. Andere Wirtschaftszweige wie Keramik, Mühlenprodukte, Herstellung von Holzkisten, Papiermühlen, Leinen oder Kaffeeröstereien traten hervor.

Ab den 1970er Jahren erfolgte eine Industrialisierung, darunter die Ansiedlung der petrochemischen Refinaria Presidente Getúlio Vargas 1973 durch die Petrobras. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Araucária betrug 2013 56.965 Reais,[3] was überdurchschnitt hoch in Brasilien ist. Das BIP für Araucária gesamt betrug 2013: 7.360.425.000 Reais.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört der Parque Cachoeira (Wasserfall-Park), der auf rund 28 Hektar einen künstlichen See, gespeist durch den Ribeirão Chimbituva, einem Zufluss des Iguaçu, bietet. Der Naturpark enthält Araukarienwälder mit verschiedenen Arten, dazu eine artenreiche Tierwelt. Auf dem nur tagsüber geöffneten Erholungsgebiet findet sich das Museu Tingüi-Cuera, ein heimatkundliches Regionalmuseum.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Araucária Futebol Clube spielte 2002 in der Dritten Liga der Staatsmeisterschaft von Paraná.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Araucária – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b IBGE: Cidades@: Araucária. Abgerufen am 11. August 2016 (portugiesisch).
  2. a b Hissam 23 (Prefeito). In: com.br. Eleições 2016, abgerufen am 18. Januar 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. a b IPARDES: Perfil avançado do Município de Araucária. (portugiesisch) [abgerufen am 11. August 2016].
  4. IBGE: Estimativas da população residente no Brasil e unidades da federação com data de referência em 1° de julho de 2017. Abgerufen am 18. Januar 2018 (PDF; 2,7 MB; portugiesisch)
  5. Araucária: Histórico.
  6. Eleições 2012: Olizandro 15 auf der Website www.eleicoes2012.info [abgerufen am 11. August 2016 (portugiesisch)].
  7. Instituto Paranaense de Desenvolvimento Econômico e Social (IPARDES): Caderno estatística Município de Araucária. August 2016, S. 14 (portugiesisch).