Archibald Clark Kerr, 1. Baron Inverchapel

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Archibald John Kerr Clark Kerr, 1. Baron Inverchapel, GCMG, PC (* 17. März 1882 in Australien; † 5. Juli 1951 in Greenock) war ein britischer Diplomat.

Er wurde 1882 mit dem Namen Archibald John Kerr Clark, als Sohn des schottischstämmigen John Clark († 1836) in Australien geboren. 1911 änderte er seinen Familiennamen von „Clark“ zu „Clark Kerr“.

1906 ging er in den diplomatischen Dienst, u. a. in Berlin und Rom sowie (um 1915) als englischer Legationssekretär in Teheran.[1] Er diente als britischer Botschafter in China während der japanischen Besatzung in den späten 1930ern. Im Februar 1942 wurde er als Nachfolger von Sir Richard Stafford Cripps als britischer Botschafter nach Moskau versetzt, wo er eine hervorragende Beziehung zu Josef Stalin aufbaute. In den Jahren 1943 nahm er als Diplomat an den Konferenzen der Großen Drei (Stalin, Churchill, Roosevelt) in Teheran, Kairo und Jalta teil.

Nach dem Krieg ging er als britischer Botschafter in die Vereinigten Staaten. Dort koordinierte in der Anfangsphase des Kalten Krieges, die in Washington anfallenden Aufgaben im Zuge des britischen Engagements in der NATO und des Marshallplans. Am 5. April 1946 wurde er als Baron Inverchapel, of Loch Eck in the County of Argyll, zum erblichen Peer erhoben, womit ein Sitz im House of Lords verbunden war.[2] Während seiner Amtszeit in Washington liefen die britischen USA-Diplomaten Guy Burgess und Donald Maclean in die UdSSR über.

Seine politische Haltung war im Wesentlichen linksgerichtet, antiimperialistisch und im zwischenmenschlichen Umgang ein wenig unkonventionell, weswegen er von einigen Zeitgenossen verdächtigt wurde, ein kommunistischer Agent zu sein.

Darüber hinaus war Kerr für sein schillerndes Privatleben bekannt: in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war er ein enger Vertrauter von Viktoria von Preußen, einer Schwester des deutschen Kaisers Wilhelm II., er war ein enttäuschter Werber um die Hand von Elizabeth Bowes-Lyon, der späteren Gemahlin von König Georg VI. und Mutter von Königin Elisabeth II. Verheiratet war er zweimal mit einer Chilenin, die 29 Jahre jünger als er war. Da er kinderlos blieb, erlosch sein Adelstitel bei seinem Tod 1951.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Englische Dokumente zur Erdrosselung Persiens. Verlag Der Neue Orient, Berlin 1917, S. 73 f. und 92 f.
  2. The London Gazette: Nr. 37524, S. 1744, 5. April 1946.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]