Arnum

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Dieser Artikel beschreibt Arnum, einen Stadtteil von Hemmingen. Zu dem gleichnamigen Ort in Dänemark siehe Arnum (Dänemark).

52.3036111111119.740555555555656Koordinaten: 52° 18′ 13″ N, 9° 44′ 26″ O

Arnum
Stadt Hemmingen
Wappen von Arnum
Höhe: 56 m ü. NN
Fläche: 4,62 km²
Einwohner: 7432 (1. Jan. 2006)
Bevölkerungsdichte: 1.609 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30966
Vorwahl: 05101
Ortskern von Arnum, 2015
Historische Wehrkapelle

Arnum ist ein Stadtteil von Hemmingen in der Region Hannover in Niedersachsen und liegt an der Bundesstraße 3, die der Strecke der ehemaligen Handelsstraße von Hamburg nach Basel folgt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wird erstmals im Jahr 990 urkundlich als Ernun erwähnt.[1] Im Leineschotter bei Arnum wurden Faustkeile und Klingen aus der Altsteinzeit entdeckt, so dass davon auszugehen ist, dass vor 13.000 Jahren Jäger auf den Kiesinseln im weitverzweigten Leinelauf gelebt haben.

Um 1400 wurde die noch heute erhaltene Wehrkapelle erbaut. Im 19. Jahrhundert erhielt Arnum durch den Einsatz des Arnumer Lehrers einen eigenen Friedhof.

Am 1. März 1974 wurde Arnum in die neue Gemeinde Hemmingen eingegliedert.[2]

Der Ort beging das Jahr 1990 mit einer großangelegten 1000-Jahr-Feier.

Bebauung[Bearbeiten]

Nach der historisch gewachsenen Entwicklung des Dorfes Arnum setzte 1956 eine planmäßige Bebauung ein. Von 1956 bis 1963 entstanden westlich der Bundesstraße im Bereich Bultfeld/Bergfeld 100 Wohneinheiten. Bis 1966 folgten hier rund 420 weitere. In Arnum Mitte entstand das sogenannten „Komponistenviertel“ mit einer Vielzahl von Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Am Harkenblecker Weg baute der Reichsbund Einzel- und Reihenhäuser sowie Eigentumswohnungen. Am Pattenser Feldweg erschloss die Stadt Hemmingen Einzel- und Reihenhausgrundstücke für junge Familien.

1965 folgte die Bebauung im Gebiet südlich der Landwehr (Sieksfeld) und setzte sich am Pattenser Feldweg fort. Am Nordrand erschloss die Gemeinde Arnum ein Gewerbe- und Industriegebiet. 1992 wurde ein Wohnbereich zwischen dem Hohen Eschenweg und der Hiddestorfer Straße geschaffen. Auch östlich der Bundesstraße 3 entstanden Wohnsiedlungen.

An der Wilkenburger Straße im Bereich der historischen Wehrkapelle wurde ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum errichtet, am Moulineauxplatz entstanden Stadthäuser.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. September 1961 durch den Regierungspräsidenten in Hannover genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Silber über Rot; oben ein blaubewehrter Adler, unten im silbernen Ring ein silbernes Eichenblatt.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Historische Wehrkapelle wurde um 1400 errichtet. Im Jahr 1571 wurde die Kapelle in einem Dokument als „Maria Magdalena Kirche“ bezeichnet, der Name wurde später allerdings nicht mehr verwendet. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es 1626 zur Zerstörung und Wiedererrichtung des Gebäudes, das 1985 restauriert und 2006 im Kern saniert wurde.
  • Die 1991 eingeweihte Friedenskirche konnte der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde den nötigen Platz bieten, nachdem die Wehrkapelle zu klein geworden war.
  • Aus einem Kiesabbaugebiet entwickelte sich der „Naherholungspark Arnum“, ein Campingplatz um einen in die Landschaft eingebundenen See.

Sport[Bearbeiten]

In Arnum gibt es drei Fußballplätze, ein solarbeheiztes Freibad, eine Tennisanlage (neun Ascheplätze), Reithöfe, sowie zwei Sporthallen.

Kirchen[Bearbeiten]

Evangelische Kirchen: Die evangelisch-lutherische Friedenskirchgemeinde gehört zur Kirchenregion Hemmingen und verfügt über zwei Gotteshäuser. Die historische Wehrkapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert. Da diese nicht mehr den Anforderungen der Gemeinde genügte, entstand 1991 die moderne Friedenskirche.

ehem. Katholische Kirche Arnum (2009 abgerissen)

Katholische Kirche Herz Mariä: Durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen stieg ab etwa 1946 auch in Arnum die Zahl der Katholiken stark an. Katholische Gottesdienste fanden zunächst in der evangelischen Kapelle oder in einer Privatwohnung statt, dann in einer dazu errichteten Baracke. 1960/61 entstand an der Straße Pattenser Feldweg 17 eine katholische Kirche als Massivbau mit Turm. Die Pläne stammten vom Architekten Hodler. Am 25. März 1961 erfolgte ihre Benediktion. Geweiht wurde sie als Marienkirche mit dem Namen Unbeflecktes Herz Mariä. Seit Mitte der 1960er Jahre war Arnum Sitz einer katholischen Pfarrei, zu der auch die Ortsteile Devese, Westerfeld und Wilkenburg gehörten. Später gehörte sie als Filialkirche zur katholischen Kirche St. Johannes Bosco in Hemmingen-Westerfeld. Am 27. November 2008 erfolgte die Profanierung des Gebäudes durch Generalvikar Werner Schreer, welches im März 2009 zugunsten des Neubaus einer städtischen Kinderkrippe abgerissen wurde. Die Gemeindemitglieder gehören heute der Pfarrgemeinde St. Augustinus in Hannover (Dekanat Hannover des Bistums Hildesheim) an.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anke Sawahn (Hrsg.): Arnum, 2 Bände im Schuber:
    • Band 1: Von der Schenkung zum vorstädtischen Ort. 990–1990. Beiträge zur Geschichte von Arnum, mit Texten von Anke Sawahn, Joachim Kempe, Heinrich Lewinski, Horst-Rüdiger Marten, Ulfrid Müller, Alfred Schraepler, Hans Stavenow, Ottmar Sturm, Rolf Tostmann, Heinz Weber, Walter Weber u.a., hrsg. im Auftrag der Gemeinde Hemmingen, Hemmingen 1990: Selbstverlag, ISBN 3-9802415-1-3
    • Vom Dorf zum vorstädtischen Ort. Ein Foto-Spaziergang durchs alte Arnum (Innentitel auch: Eine Dokumentation in Fotografien), Hemmingen 1990: Selbstverlag, ISBN 3-9802415-0-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anke Sawahn (Hrsg.): Arnum. Von der Schenkung ... (siehe Literatur)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  3. Geschichte der Katholischen Kirchgemeinde - abgerufen am 7. Juli 2015