Unbeflecktes Herz Mariä

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Unbeflecktes Herz Mariens, Statue unserer lieben Frau in der Kirche St. Franziskus in Bilbao

Die Verehrung des unbefleckten Herzens Mariä ist eine Ausdrucksform der katholischen Spiritualität. Sie äußert sich in liturgischen Festen, Patrozinien von Kirchen und Ordensgemeinschaften und in Weihehandlungen.

Theologischer Kerngedanke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herz-Mariä-Verehrung richtet sich auf Maria, die Mutter Jesu als Person, die ihr innerstes Sein, Verstand, Gedächtnis, Willen und Liebesfähigkeit Gott und den Menschen widmete und sich dem Heilswerk ihres Sohnes unterordnete.[1]

„Du [Gott, allmächtiger Vater] hast der seligen Jungfrau Maria ein kluges und verständiges Herz geschenkt, bereit, auf dich zu hören und deinen Weisungen in allem zu folgen; ein neues und mildes Herz, in das du selbst das Gesetz des Neuen Bundes geschrieben hast; ein schlichtes und reines Herz, mit dem sie als Jungfrau deinen Sohn empfing und mit dem sie dich schauen darf in ewiger Freude; ein waches und starkes Herz, das das Schwert des Leidens furchtlos ertrug und die Auferstehung des Sohnes gläubig erwartete.“

Präfation für Marienmessen[2]

Die Grundtexte aus dem Evangelium sind (Lk 2,19 EU) bzw. (Lk 2,51  EU): „Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“.

Entstehung und Ausformungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andachtsbild

Schon bei den Kirchenvätern gab es Elemente einer Herz-Mariä-Verehrung, so zum Beispiel in Werken von Augustinus, Johannes Chrysostomos, Ephräm dem Syrer. Auch bei Prudentius, Fabius Claudius Gordianus Fulgentius und Leo dem Großen finden sich Bezüge.

Im 13. Jahrhundert kamen Impulse zur Herz-Mariä-Verehrung von dem Spanier Ricardo de San Lorenzo († nach 1254), durch Mechthild von Hackeborn und ihr Buch geistlicher Gnaden sowie durch Gertrud von Helfta und ihr Werk Gesandter der göttlichen Liebe. Besonders bedeutsam im 14. Jahrhundert war Ernst von Pardubitz; auch Birgitta von Schweden schrieb über das Herz Mariä; im 15. Jahrhundert waren es Lorenzo Giustiniani († 1456) und Bernhardin von Siena; im 16. Jahrhundert Johannes Justus von Landsberg, Louis de Blois, Fray Luis de Granada, Petrus Canisius und Franz von Sales.

Im 17. und 18. Jahrhundert konnte sich die Herz-Mariä-Verehrung entfalten. Pierre Kardinal de Bérulle und seine École française de spiritualité begeisterten viele für diese Devotionsform. Einen besonderen Impuls erhielt sie durch Johannes Eudes, Schüler Bérulles, und sein Hauptwerk Le Cœur admirable de la très Sainte Mère de Dieu. Die Bedeutung von Eudes für die Herz-Mariä-Verehrung wurde insbesondere von den Päpsten Leo XIII. (3. Januar 1903) und Pius X. (11. April 1909) hervorgehoben. Auch Schriften der Jesuiten Giovanni Pietro Pinamonti, Jean Croiset und Joseph de Gallifet trugen zur Verbreitung bei. Im 17. Jahrhundert wurde die Herz-Mariä-Verehrung insbesondere vom Jansenismus abgelehnt und bekämpft.

Eingang in die Liturgie erhielt die Herz-Mariä-Verehrung im Jahr 1643 auch durch Johannes Eudes und die von ihm gegründete „Kongregation von Jesus und Maria“ (Eudisten) und durch ein Ideenfest, das vom Bischof von Autun im Jahr 1648 eingeführt wurde. Eine Andacht wurde im Jahr 1668 vom Kardinallegaten Louis I. de Bourbon, duc de Vendôme approbiert. Papst Pius IX. führte am 21. Juli 1855 eine Votivmesse, ein Offizium und ein eigenes „Fest des reinsten Herzens Mariä“ ein.

Darstellung des unfleckten Herzens Mariens auf einem Andachtsbildchen

Papst Pius XII. führte am 4. Mai 1944 das Herz-Mariä-Fest verbindlich für die ganze Kirche als Fest II. Klasse ein, das am 22. August gefeiert wurde. Im nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil neu geordneten Liturgischen Kalender ist der gebotene Gedenktag auf den Tag nach dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu festgesetzt, also am dritten Samstag nach Pfingsten.[3]

Im 20. Jahrhundert erhielt die Verehrung des unbefleckten Herzens Mariens einen Impuls durch die 1917 der späteren Nonne Maria Lucia vom Unbefleckten Herzen angeblich geschehenen Erscheinungen in Fátima. Daraus entwickelten sich die Andacht zum unbefleckten Herzen Mariens und die sogenannten Sühnesamstage. Am 31. Oktober 1942 und noch einmal am 8. Dezember 1942, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, weihte Papst Pius XII. die Kirche und die Menschheit dem unbefleckten Herzen Mariä.

Ikonographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ikonographie wird das Herz Mariens, analog zu Darstellungen des heiligsten Herzens Jesu, meist mit einem Kranz aus Rosen umwunden und von einem Schwert durchbohrt dargestellt. Die Rosen symbolisieren die Jungfräulichkeit und Reinheit Mariens, das Schwert veranschaulicht die Verheißung Simeons an Maria aus dem Lukasevangelium (Lk 2,35 EU), wonach ein Schwert ihre Seele durchdringen werde. Eine ähnliche Darstellung, in der das Herz Mariens von sieben Schwertern durchbohrt wird, symbolisiert die sieben Schmerzen Mariens.

Patrozinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen siehe Maria-Herz-Kirche

Ordensgemeinschaften mit dem Patrozinium des unbefleckten Herzens Mariens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ganze Welt wurde wiederholt von verschiedenen Päpsten dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht:

„Rosenkranzkönigin, Du Hilfe der Christen, Zuflucht der Menschheit und Siegerin in allen Schlachten Gottes! Flehend werfen wir uns vor deinem Throne nieder. Wir sind sicher, Barmherzigkeit und Gnade und wirksame Hilfe im gegenwärtigen Unheil zu erlangen. Wir maßen uns nicht an, dies auf Grund unserer Verdienste zu erwarten, sondern hoffen es einzig von der unermesslichen Güte Deines mütterlichen Herzens.

Dir, deinem unbefleckten Herzen, vertrauen wir uns in dieser schicksalsschweren Stunde der Menschheitsgeschichte an; dir weihen wir uns in Vereinigung mit der heiligen Kirche, dem mystischen Leibe Deines Jesus, der in so vielen Seiner Glieder leidet und blutet und so vielfach gemartert wird; dir weihen wir uns mit der ganzen Welt, die, von wilder Zwietracht zerfleischt, im Brande des Hasses lodert, ein Opfer ihrer eigenen Bosheit.

Lass dich bewegen durch den Anblick von so viel materiellen und sittlichem Elend, von so viel Schmerz und Angst von Vätern und Müttern, Gatten, Geschwistern und unschuldigen Kindern, so vieler Leben, die in der Blüte der Jahre gebrochen sind, so viele Leiber, die in diesem entsetzlichen Blutbad zerrissen wurden, so vieler gequälter und leidender Seelen, so vieler, die in Gefahr sind, auf ewig verloren zu gehen! O Mutter der Barmherzigkeit, erlange uns von Gott den Frieden!“

Papst Pius XII.: Radioansprache an das portugiesische Volk, 31. Oktober 1942

Länder, die dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Nationen wurden von ihren jeweiligen Bischöfen dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht, insbesondere:

Städte, die dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diözesen, die dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiliger Stuhl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portugal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle 21 portugiesischen Diözesen (13. Mai 2016, Kardinal Manuel Clemente zusammen mit allen Bischöfen von Portugal)

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle 42 polnischen Diözesen (9. September 2017, Erzbischof Stanisław Gądecki zusammen mit allen polnischen Bischöfen)

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle niederländischen Diözesen (13. Mai 2017, Kardinal Willem J. Eijk zusammen mit allen Bischöfen der Niederlande)

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schottland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finnland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mexiko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezuela[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolumbien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uruguay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brasilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ozeanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Australien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuseeland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samoa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philippinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle 89 philippinischen Diözesen (4. Mai 2018, Kardinal Romulo Valles zusammen mit allen Bischöfen der Philippinen)

Indien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angola[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Maas-Ewerd: Herz Mariä. I. Verehrung. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, Sp. 60 f.
  • Johannes (Jean) Eudes: Le Coeur admirable de la très Sainte Mère de Dieu. (online: Bücher I–IV PDF 4,78 MB; Bücher V–IX PDF 3,65 MB; Bücher X–XII PDF 3,98 MB)
  • Joseph de Gallifet: L’excellence et la pratique de la dévotion à la Sainte Vierge. Lyon 1750.
  • Charles Lebrun: La dévotion au coeur de Marie. Étude historique et doctrinale. Paris 1918.* Nikolaus Nilles: De Rationibus Festorum Mobilium Utriusque Ecclesiae Occidentalis Atque Orientalis Commentarius usui Clericorum Accomodatus: Accedunt Breves Quaedam Animadversiones in Novam Kalendarii Rationem A Cl. Maedler Propositam. 1868.
  • Hermann Josef Nix SJ: Cultus ss. Cordis Jesu et purissimi Cordis B. V. Mariae.
  • Giovanni Pietro Pinamonti: Il sacro cuore di Maria Vergine. (online bei Google books (italienisch))
  • E. Puyolras: Cultus purissimi Cordis B. M. Virginis. Mailand 1942.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unbeflecktes Herz Mariä – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Maas-Ewerd: Herz Mariä. I. Verehrung. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, Sp. 60.
  2. Theodor Maas-Ewerd: Herz Mariä. I. Verehrung. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, Sp. 60.
  3. Theodor Maas-Ewerd: Herz Mariä. I. Verehrung. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, Sp. 60.
  4. Freiburg gehört der Gottesmutter. (kath.net [abgerufen am 5. August 2018]).
  5. 'Maria bat in Fatima, die Welt ihrem unbefleckten Herzen zu weihen'. (kath.net [abgerufen am 5. August 2018]).