Ashausen

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Wappen von Ashausen

Ashausen ist ein Ortsteil mit 3800 Einwohnern in der Einheitsgemeinde Stelle im Landkreis Harburg, Niedersachsen.

Ashausen verfügt über zwei Kindergärten und eine Grundschule. Im Ort befinden sich mehrere Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Betriebe, die in großem Maße das Ortsbild prägen. Das soziale Leben wird stark von den örtlichen Vereinen beeinflusst.

In Ashausen findet jedes Jahr Anfang Juni einer der größten Flohmärkte Norddeutschlands (Größter in Tostedt) in den Straßen des Dorfes statt. Der Sportverein MTV Ashausen feierte 2008 sein 100-jähriges Bestehen. Es werden folgende Sportarten angeboten: Handball, Fußball, Judo, Volleyball, Tischtennis, Turnen, Tanzen, Triathlon (mit eigenem Verein), Tennis (ebenfalls gesonderter Verein). Jährlich finden im Sommer Beachhandballturniere auf dem eigenen Beachplatz statt. Bereits mehrfach konnten sich die Oberliga Damen den Titel der Niedersachsenmeisterschaft im Beachhandball sichern.

Hervorzuheben ist das für ein Dorf dieser Größe umfangreiche Kulturleben sowohl im Zusammenhang mit der St.-Andreas-Kirche als auch durch private Vereine (z. B. Chöre, Orchester, Theatergruppe).

Ashausen ist durch einen Bahnhof der Deutschen Bahn an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg an das Eisenbahnnetz und den öffentlichen Nahverkehr, mit dem metronom regional der Metropolregion Hamburg angeschlossen. Bekannt ist Ashausen vor allem für das Auenwald-Getränk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine Besiedlung der Gegend um Ashausen deuten Hügelgräber aus der späten Steinzeit und älteren Bronzezeit (etwa 2500 bis 1300 v. Chr.) hin, die sich südlich des Dorfes befinden.[1] Aus der vorrömischen Eisenzeit stammen beim Autobahnbau gefundene Schachtöfen.[2] Auf dem Osterberg befand sich ein Gräberfeld aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, in dem auch Schmuck wie ein Halsring, ein Armring und eine Armspirale aus Silber und Waffen wie zwei Spathae, Lanzen und Saxe gefunden wurden.[3]

Ashausen wurde erstmals 1294 als Asselveshusen schriftlich erwähnt.[4] Nach Ansicht des Namensforschers Jürgen Udolph leitet sich der Ortsname vom germanischen und altniederdeutschen Vornamen Aslev bzw. Anslev ab.[5]

Am Ashäuser Mühlenbach, einem Zufluss der Seeve, befindet sich unterhalb des Mühlenteichs eine ehemalige Wassermühle, die 1321 erstmals in einem Kaufvertrag erwähnt wurde. Im Jahre 1887 brannte die Mühle und wurde kurz darauf wieder aufgebaut. Dabei wurde auch ein Sägewerk eingebaut. Erst 1950 wurde das Wasserrad durch eine Turbine ersetzt.[6]

Am 1. Mai 1847 wurde der Abschnitt Celle–Harburg der Bahnstrecke Hannover–Hamburg dem Verkehr übergeben.

Von 1928 bis 1976 fand nördlich des Dorfes der Abbau von ca. 25 Millionen Kubikmetern Kies statt.[7]

In den Jahren 1963 und 1964 wurde die evangelische St.-Andreas-Kirche errichtet. Zuvor gehörte der Ort zur St.-Gertrud-Kirche in Pattensen.[8]

Am 1. Juli 1972 wurde Ashausen in die Gemeinde Stelle eingegliedert.[9]

Im Jahr 1987 wurde die Anschlussstelle Winsen-West der Bundesautobahn 250 (spätere A 39) eröffnet, über die auch Ashausen angeschlossen ist.[10]

1994 feierte Ashausen sein 700-Jahr-Jubiläum.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hügelgräberfeld. Heimatverein Ashausen, abgerufen am 5. Januar 2018.
  2. Autobahnbau. Heimatverein Ashausen, 5. Januar 2018, abgerufen am 13. Juli 2019.
  3. Gräberfeld auf dem Osterberg. Heimatverein Ashausen, 5. Januar 2018, abgerufen am 13. Juli 2019.
  4. Historischer Überblick zur Gemeinde Stelle. Gemeinde Stelle, abgerufen am 13. Juli 2019.
  5. Thomas Lipinski: Was bedeutet Ashausen? In: Kreiszeitung Wochenblatt. 27. August 2013, abgerufen am 13. Juli 2019.
  6. Wassermühle Ashausen. In: Niedersächsische Mühlenstraße. Abgerufen am 13. Juli 2019.
  7. Kiesabbau Ashausen. Heimatverein Ashausen, 5. Januar 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.
  8. Unsere Kirche: Von St. Gertrud in Pattensen zu St. Andreas in Ashausen. St. Andreas Kirchengemeinde Ashausen, abgerufen am 14. Juli 2019.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 228.
  10. Autobahnbau. Heimatverein Ashausen, 5. Januar 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ashausen – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 53° 22′ N, 10° 8′ O