Hamburg Hauptbahnhof

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Hamburg Hauptbahnhof
Hamburg Hauptbahnhof
Hamburg Hauptbahnhof
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Reiterbahnhof
Bahnsteiggleise
  • 8 Fernbahn-Gleise
  • 4 S-Bahn-Gleise
  • 6 U-Bahn-Gleise
Abkürzung AH
AHS (S-Bahn)
ZMB (IATA-Code)
HB (U-Bahn Hauptbahnhof Süd)
HX (U-Bahn Hauptbahnhof Nord)
IBNR 8002549
8098549 (S-Bahn)
Kategorie 1
Eröffnung 6. Dezember 1906
Profil auf Bahnhof.de Hamburg_Hbf
Architektonische Daten
Architekt Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth
Lage
Ort/Ortsteil St. Georg
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 33′ 10″ N, 10° 0′ 23″ OKoordinaten: 53° 33′ 10″ N, 10° 0′ 23″ O
Eisenbahnstrecken
Hamburg Hauptbahnhof (Hamburg)
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Bahnhöfe im Raum Hamburg
i16i16i18

Der Hamburger Hauptbahnhof ist der wichtigste Eisenbahnknoten von Hamburg und ist mit 480.000[1], teils mit bis zu 500.000 Reisenden täglich, der meistfrequentierte Fernbahnhof der Deutschen Bahn[2]. Er beherbergt zusätzlich zwei U-Bahnhöfe (Hauptbahnhof Nord bzw. Süd) der Hamburger Hochbahn und ist Station der S-Bahn. Der Hauptbahnhof ist in den Hamburger Verkehrsverbund integriert.

Die Station gehört zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Bahnhofskategorie 1 der DB Station&Service. Gemessen an den täglichen Verkehrszahlen im Personenfern- und Regionalverkehr auf zwölf Bahnsteiggleisen ist er nach Angabe des ehemaligen Bahnchefs Rüdiger Grube der größte „Flaschenhals“[3] im Netz der Deutschen Bahn. Seit 2010 gilt der Bahnhof als überlasteter Schienenweg.[4]

Der Durchgangsbahnhof wurde ab 1904 als Ersatz für die früheren verstreut liegenden Kopfbahnhöfe verschiedener Bahngesellschaften erbaut und am 6. Dezember 1906 in Betrieb genommen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hamburger Hauptbahnhof liegt zentral am östlichen Rand der Innenstadt. Er befindet sich etwa 800 Meter nordöstlich vom Hamburger Rathaus, die kürzeste Entfernung zur Elbe bzw. den Anlagen des Hamburger Hafens ist 600 Meter, zur Binnen- und zur Außenalster sind es etwa 450 Meter. Auf dem Gelände des einstigen Hamburger Stadtwalles sowie der alten Steintorfriedhöfe erbaut, folgen die in Tieflage errichteten Gleisanlagen etwa dem Verlauf der alten Befestigungsanlage zwischen Hamburg und der östlich davon gelegenen ehemaligen Vorstadt St. Georg. Der Verlauf der heutigen Stadtteilgrenzen um den Bahnhof ordnet diesen gänzlich dem Stadtteil Hamburg-St. Georg zu.

Die Ausgänge auf der Ostseite führen weiter in diesen Stadtteil mit dem dort gelegenen Hachmannplatz/Heidi-Kabel-Platz mit dem Ohnsorg-Theater im Bieberhaus und dem Deutschen Schauspielhaus an der Kirchenallee, dem Richtung Steintorplatz gelegenen Museum für Kunst und Gewerbe und dem Zentralen Omnibusbahnhof Hamburg (ZOB). Die Ausgänge auf der Westseite führen jenseits des Straßenzuges Glockengießer-/Steintorwall direkt in den Stadtteil Hamburg-Altstadt mit den Einkaufsstraßen Mönckebergstraße und der Fußgängerzone Spitalerstraße sowie zur nordwestlich des Hauptbahnhofes gelegenen Hamburger Kunsthalle.

Im Fernstreckennetz ist der Hamburger Hauptbahnhof Knotenpunkt für die Verbindungen nach Norden (Kiel, Dänemark), Nordosten (Lübeck, Wismar), Osten (Berlin, Rostock) und Süden / Südwesten (Hannover, Bremen).

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die repräsentative Gestaltung des Bahnhofes wurde 1900 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth aus Charlottenburg gewannen. Kaiser Wilhelm II. bewertete ihren ersten Entwurf als „einfach scheußlich“, er musste überarbeitet werden. Die technische Konzeption stammte von Ernst Moeller.

Halle und Empfangsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der daraufhin überarbeitete Plan war monumentaler und betonte von außen die gewaltigen 73 Meter Spannweite der Bahnsteighalle. Die Halle ist 150 Meter lang, insgesamt 114 Meter breit und bis zu 37 Meter hoch. Das von zwei 45 Meter hohen Türmen mit quadratischem Querschnitt flankierte Empfangsgebäude wurde mit einer Brücke bzw. dem „Nordsteg“ quer durch die Bahnsteighalle an die Nordseite gebaut. Am südlichen Ende der Halle läuft innen der schmalere Südsteg als Fußgängerbrücke über die Gleise und außen die breite Straßenbrücke des Steintordamms, die als kurzes Bindeglied zwischen der Mönckebergstraße und der Adenauerallee wirkt. Die Halle wird als ein gelungenes Zitat des Palais des Machines der Pariser Weltausstellung von 1889 angesehen. Der Bahnhof ist auf 800 Stahlbetonrammpfählen tiefgegründet und gehört zu den ersten größeren Bauten mit Stahlbetonpfählen im norddeutschen Raum.

Der Hauptbahnhof im Bau 1905
1906 von Nordwesten
Hamburger Hauptbahnhof, westlicher Seitenbau

Im Zweiten Weltkrieg erhielt der Hamburger Hauptbahnhof im Frühling 1941 eine Tarnabdeckung in Form einer bemalten Holzkonstruktion, um anfliegenden alliierten Bomberverbänden die Orientierung zu erschweren. Trotz dieser Maßnahme wurde er vor allem im November 1941 und Juli 1943 („Operation Gomorrha“) durch Bombentreffer stark beschädigt, so dass nach Kriegsende 1945 sogar der Abriss und Neubau diskutiert wurde. Man entschied sich jedoch dafür, das alte Gebäude beizubehalten, und es wurden zunächst einige notdürftige Reparaturen vorgenommen. Nach der Währungsreform 1948 wurde die Instandsetzung abgeschlossen. In den 1970er Jahren erfolgte schließlich eine Grundsanierung.

Mit der Errichtung der Tunnelstation 1969–1975 östlich der Halle für die City-S-Bahn wurden seitliche Anbauten der Ostseite abgerissen und der Nordsteg („Wandelhalle“) renoviert.

Tunnelanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zum Südsteg verlief unterhalb der Gleisebene der so genannte „Südsteg-Tunnel“ für Fahrgäste. Er war als unterirdische Direktverbindung von den Bahnsteigen unmittelbar zur U-Bahn-Haltestelle Hauptbahnhof Süd (U1/U3) gedacht. Er wurde zum Jahreswechsel 1991/92 bis auf die Zugänge zu den beiden S-Bahn-Bahnsteigen verschlossen. Als Grund wurde der häufige Aufenthalt von Drogen- und Alkoholabhängigen dort angegeben.[5]

Der S-Bahn-Tunnel über Jungfernstieg nach Landungsbrücken (City-S-Bahn, 1979 Verlängerung nach Altona) endet nördlich der Bahnhofshalle in einem teils unter-, teils oberirdischen Einfädelungsbauwerk. Im Zusammenhang damit wurde östlich der Bahnhofshalle eine dazu parallel verlaufende, zweigleisige Tunnelstation mit Mittelbahnsteig für die nordwärts ausfahrenden S-Bahn-Züge errichtet und 1981 in Betrieb genommen. Über dem Südausgang der Tunnelstation entstand anstelle des früheren Seitenflügels ein quaderförmiges Betriebsgebäude mit metallverkleideter Fassade, Keksdose genannt.

Danach wurden die Gleise neu durchnummeriert, die Gleise in der neuen Station erhielten die Nummern 1 und 2, die bisherigen Gleise 1 bis 12 in der Halle wurden zu den Gleisen 3 bis 14. Gleichzeitig wurde der S-Bahn-Betrieb für die südlich ausfahrenden Züge ausschließlich auf die Gleise 3 und 4 verwiesen. Am bisherigen S-Bahn-Gleis 5 (vorher 3) wurde die Stromschiene demontiert, es dient seitdem dem Regional- und Fernverkehr.

Wandelhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandelhalle
Bahnsteighalle, Blick vom Südsteg

Die an der Nordseite des Bahnhofs gelegene Verbindungshalle über den Gleisen wurde unter dem Namen Wandelhalle bekannt. Zu ihr gehören die Eingangs- und Ausgangshallen an der West- und Ostseite des Bahnhofs; als Zugang zum Bahnsteig der S-Bahn (jetzige Gleise 3 und 4) gibt es noch eine zusätzliche Halle über dem ersten (östlichen) Bahnsteig. In der Wandelhalle befanden sich früher die Wartesäle 1. bis 4. Klasse, während die Fahrkartenschalter und die Gepäckabfertigung und -ausgabe in den Eingangs- und Ausgangshallen untergebracht waren.

Im Rahmen der Erneuerung der Tragkonstruktion wurde der Nordsteg des Hauptbahnhofes umgebaut. Die Wandelhalle erhielt eine Galerie mit Läden in Höhe des ersten Stockwerks. Zuvor wurde diese Fläche nur für Werbetafeln genutzt.

1988 fand sich ein privater Investor für den Neubau der Wandelhalle, nachdem die ursprüngliche Halle aus Altersgründen bereits längere Zeit zuvor abgerissen worden war.[6] Die neue Wandelhalle feierte ihre Eröffnung am 1. Juni 1991. Auf 7.600 Quadratmetern und zwei Etagen befinden sich zahlreiche Läden und gastronomische Betriebe, weitere 3.600 qm Büro- und Lagerfläche kommen in den Obergeschossen hinzu.[7] Aufgrund der Lage im Bahnhof unterlagen die Geschäfte nicht den von 1900 bis 2007 gesetzlich begrenzten Ladenöffnungszeiten, sondern waren – und sind – an allen sieben Wochentagen von 6 bis 23 Uhr geöffnet.

Die Gourmet-Station wurde im Jahre 2005 vergrößert und bietet 19 verschiedene gastronomische Richtungen.

Der Immobilienfonds "DG Immobilien-Anlage 22", eine Tochter der Deutschen Genossenschaftsbank, hatte 1991 die Wandelhalle von der Deutschen Bahn im Erbbaurecht für einen Zeitraum von 70 Jahren erworben.[8][9] Im September 2017 wurde bekannt, dass die Wandelhalle verkauft werden soll.[10] Laut einem Pressebericht hoffen die Anbieter auf einen Kaufpreis im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.[11]

Zugehörige Betriebsanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsbahnhof "Hbr" und Bahnbetriebswerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 400 Meter südlich des Personenbahnhofs, von der Strecke nach Harburg abzweigend, befindet sich auf einem Areal von 130 × 500 Metern zwischen Banksstraße und Högerdamm der Betriebsbahnhof, auf dem Züge komplett bereitgestellt und gewartet werden, sowie am südöstlichen Ende das Bahnbetriebswerk zur Wartung der Lokomotiven.[12] Während des Dampflokbetriebs befanden sich dort Bekohlungsanlagen sowie eine Drehscheibe, mit der die Loks mit Schlepptender in die aktuell benötigte Vorzugs-Fahrtrichtung gedreht wurden und ein rechteckiger Lokschuppen mit Schiebebühne. Beim aktuellen Stand 2016 ist dort nur noch eine Tankanlage für die Diesellokomotiven, während der Lokschuppen für andere Zwecke umgebaut und die Schiebebühne entfernt worden ist.

Zentralstellwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Zufahrtsgleisen zum Betriebsbahnhof und der Nordkanalbrücke befindet sich das sechsstöckige Gebäude des Zentralstellwerks „Hzf“ – die Kennung steht für „Hauptbahnhof / Zentral / Fahrdienstleiter“ – für den gesamten Hauptbahnhof-Komplex. Es wurde Mitte der 1970er-Jahre errichtet und 1977 in Betrieb genommen. Dadurch wurden vier einzelne Stellwerke, die sich zuvor in den nördlichen und südlichen Gleisvorfeldern des Personenbahnhofs befanden, nicht mehr gebraucht und größtenteils noch im selben Jahr abgerissen.[13] Bereits zwei Jahre zuvor wurde schon das Brückenstellwerk, das sich über den zum damaligen Postbahnhof führenden Gleisen befand, abgebaut.[14]

Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektronische Anzeiger an den Treppen zu den Gleisen (mit ehemaliger Gleisbezeichnung)

Für den Personenverkehr stehen die Gleise 1–8 und 11–14 zur Verfügung, wobei die Gleise 1 und 2 unterirdisch außerhalb der Halle liegen. Die Gleise 1–4 sind ausschließlich dem S-Bahnverkehr vorbehalten. Der Fern- und Regionalverkehr wird über die Gleise 5–8 und 11–14 abgewickelt. Die fünf Mittelbahnsteige sind über Treppen und Rolltreppen vom Nord- und Südsteg aus erschlossen. Die Bahnsteige sind über das Südende der Halle hinaus verlängert, die Bahnsteige an den Gleisen 11–14 haben in diesem Bereich Überdachungen. Die Bahnsteige der Gleise 5–8 ragen darüber ebenfalls auf der Nordseite über die Bahnsteigshalle hinaus. Der Güterverkehr Richtung Norden läuft über zwei Durchgangsgleise (9 und 10) ohne Bahnsteig. Diese Gleise dienten früher neben dem Güterverkehr auch der Zufahrt zum Bahnpostamt Hühnerposten.

Auf der Nordwestseite gehen die Gleise über die Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn mit den Fernbahnhöfen Dammtor und Altona in Richtung Schleswig-Holstein und Skandinavien.

Auf der Südostseite verzweigen sich die Gleisbündel unmittelbar hinter der Halle in die (nord-)östlichen Richtungen nach Lübeck (siehe: Vogelfluglinie) und Berlin sowie den südlichen Strang über die Elbbrücken, mit weiterer Verzweigung hinter dem Fernbahnhof Hamburg-Harburg nach Süden (Hannover, Rangierbahnhof Maschen) und Südwesten (Bremen, Köln etc.).

Mit zusammen 207 Ankünften und Abfahrten regelmäßiger Fernzüge pro Tag war der Hauptbahnhof im Sommerfahrplan 1989 der vierzehntbedeutendste Knoten im Netz der Deutschen Bundesbahn.[15] Die Bedeutung des Bahnhofs für den Fernverkehr hat seit 1995 nochmals deutlich zugenommen. Die Bahnstrecken in Schleswig-Holstein waren bis dahin nicht elektrifiziert. Seit 1995 ist es für Fernzüge in oder aus Richtung Norden nicht mehr notwendig, den Kopfbahnhof in Altona anzufahren, um einen Lokwechsel vorzunehmen. Seitdem Regionalzüge von und nach Kiel und Flensburg statt im Bahnhof Hamburg-Altona in Hamburg Hbf beginnen und enden, werden Teile des Umsteigerverkehrs von dort hierher verlagert.

Da sich der Hamburger Hauptbahnhof nur mit sehr großem Aufwand baulich erweitern ließe, waren die meisten Bahnsteiggleise in zwei mit jeweils a und b bezeichnete Teile unterteilt. Seit 2015 werden hierfür die Bezeichnungen der Bahnsteigabschnitte genutzt, sodass beispielsweise A–C und D–E an die Gleisnummer angehängt wird. Diese Unterteilung wird bei den Gleisen 5–7 und 11–14 genutzt. Sie ermöglicht es, dasselbe Bahnsteiggleis mit zwei Zügen zu besetzen. Dies betrifft vor allem Regionalzüge, die kurz genug sind, dass sämtliche Wagen beider Züge am Bahnsteig stehen. So kann zum Beispiel ein Regionalexpress in Richtung Norden (z. B. nach Flensburg) von Gleisabschnitt 12 D–F abfahren, während ein Regionalexpress in Richtung Süden (z. B. nach Bremen) den Gleisabschnitt 12 A–C benutzt. (Beispiel: Gleis 12a – heute 12 D-F und 12b – heute 12 A-C)

Beim Gleis 8 wird diese Regelung nicht angewendet, da es mitten im Bahnsteigbereich eine Weiche in Richtung Hamburg-Harburg hat. Dieses Gleis wird in der Regel für Fernzüge genutzt, die in ihrem Zuglauf zwischen Süden und der Ostseeküste mit Hamburg als Zwischenstation dessen Hauptbahnhof als Wendebahnhof nutzen, wie z. B. EC- und IC-Züge von Stuttgart nach Binz auf Rügen und umgekehrt.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Takt
ICE 20 (Kiel –) Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt – Mannheim – Karlsruhe – Freiburg – Basel - Zürich (-  Chur) Zweistundentakt
ICE 22 (Kiel –) Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Frankfurt – Frankfurt Flughafen – Mannheim (– Heidelberg) – Stuttgart Zweistundentakt
ICE 25 (Lübeck –) Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Würzburg – Nürnberg – Ingolstadt – München (– Garmisch-Partenkirchen) Stundentakt
ICE 28 Hamburg – Berlin – Leipzig – Nürnberg – München Stundentakt
ICE 31 Kiel – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt – Würzburg – Nürnberg – München einzelne Züge
ICE 42 (Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster –) Dortmund – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Stuttgart – München einzelne Züge
ICE 75 Berlin Ost – Hamburg – Lübeck – Puttgarden – Kopenhagen einzelne Züge
ICE 76 Berlin Ost – Hamburg – Neumünster – Flensburg – Aarhus einzelne Züge
IC 26 (Binz –) Stralsund – Rostock – Schwerin – Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Gießen – Frankfurt – Heidelberg – Karlsruhe Zweistundentakt
EC 27 (Westerland –) Hamburg – Berlin – Dresden – Praha – Brno — Budapest / Villach zwei Zugpaare
IC 30 Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Stuttgart (bzw. Karlsruhe – Freiburg – Basel – Zürich – Chur) Zweistundentakt
IC 31 (Kiel –) Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Wuppertal – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt (– Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Straubing – Passau) Zweistundentakt
EC 75 Hamburg – Lübeck – Puttgarden – Kopenhagen einzelne Züge
HKX Hamburg – Osnabrück – Münster – Gelsenkirchen – Duisburg – Düsseldorf – Köln 1 Zugpaar Freitag-Sonntag

Die Nachtzüge fahren seit Dezember 2016 als ÖBB Nightjet unter der Gattung EuroNight. Die bisherigen Verbindungen als City Night Line sind zum selben Zeitpunkt entfallen.

Gattung Linienverlauf Bemerkungen
EN ÖBB Nightjet
Hamburg – Hannover – Göttingen – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau – Wels – Linz – St. Pölten – Wien
1 Zugpaar täglich
EN ÖBB Nightjet
Hamburg – Hannover – Göttingen – Würzburg – Nürnberg – Augsburg – München – Rosenheim – Kufstein – Wörgl – Jenbach – Innsbruck
1 Zugpaar täglich
EN ÖBB Nightjet
Hamburg – Berlin – Halle (Saale) – Frankfurt (Main) Süd – Mannheim – Karlsruhe – Offenburg – Freiburg (Breisgau) – Basel – Zürich
1 Zugpaar täglich

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Verlauf EVU
IRE Hamburg – Lüneburg – Uelzen – Salzwedel – Stendal – Berlin DB Regio Nordost
RE 1 Hamburg – Hamburg-Bergedorf – Schwarzenbek – Müssen – Büchen – Rostock DB Regio Nordost
RE 3 Hamburg – Hamburg-Harburg – Winsen – Lüneburg – Uelzen Metronom Eisenbahngesellschaft
RB 31 Hamburg – Hamburg-Harburg – Meckelfeld – Maschen – Stelle – Ashausen – Winsen – Radbruch – Bardowick – Lüneburg Metronom Eisenbahngesellschaft
RE 4 Hamburg – Hamburg-Harburg – Buchholz – Tostedt – Bremen Metronom Eisenbahngesellschaft
RB 41 Hamburg – Hamburg-Harburg – Hittfeld – Klecken – Buchholz – Sprötze – Tostedt –  Bremen Metronom Eisenbahngesellschaft
RE 5 Hamburg – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Horneburg – Stade – Hammah – Himmelpforten – Cuxhaven Metronom Eisenbahngesellschaft
RB 61 Itzehoe – Elmshorn – Tornesch – Prisdorf – Pinneberg – Hamburg Dammtor – Hamburg Nordbahn Eisenbahngesellschaft
RE 7 Flensburg – Elmshorn – Hamburg Dammtor Hamburg DB Regio Nord
RE 70 Kiel – Elmshorn (– Hamburg-Altona bzw. Hamburg Dammtor Hamburg) DB Regio Nord
RE 8 Lübeck – Reinfeld – Bad Oldesloe Hamburg DB Regio Nord
RE 80 Lübeck – Reinfeld – Bad Oldesloe – Ahrensburg – Hamburg DB Regio Nord
RB 81 Bad Oldesloe – Kupfermühle – Bargteheide – Gartenholz – Ahrensburg – Rahlstedt – Tonndorf – Wandsbek – Hasselbrook – Hamburg DB Regio Nord

S-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: S-Bahn Hamburg

Der Hamburger Hauptbahnhof bietet Zugang zu allen S-Bahn-Linien an insgesamt vier Gleisen mit zwei richtungsgebundenden Mittelbahnsteigen. Die Gleise 1 und 2 wurden nachträglich parallel zur Bahnhofshalle in einem Tunnel angelegt. Hier verkehren die Linien „stadteinwärts“. Die bisherigen Gleise 1 und 2 (innerhalb der Bahnhofshalle) wurden mit Fertigstellung der Tunnelhaltestelle in Gleis 3 und 4 umbenannt. An diesem Bahnsteig verkehren die Linien „stadtauswärts“. Die Gleise 3 und 4 können im Bedarfsfall auch in der Gegenrichtung bedient werden.

Der S-Bahn-Verkehr wird aufgrund des hohem Fahrgastaufkommen von Mitarbeitern auf dem Bahnsteig abgefertigt. Die Bahnsteige sind barrierefrei mit je einem Aufzug ausgestattet, verfügen über Rolltreppen sowie feste Treppen zur Schalterhallenebene. Mittig auf dem Bahnsteig führt eine Treppe zu einem Tunnel quer unter den Gleisen, dieser ermöglicht den Übergang zur tieferliegenden U-Bahn-Station Hauptbahnhof Süd.

Linie Verlauf
S 1 Wedel – Rissen – Sülldorf – Iserbrook – Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – (geplant: Ottensen –) Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp – Ohlsdorf | – Hamburg Airport (Flughafen) | – Kornweg – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel
S 11 Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – (geplant: Ottensen –) Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp – Ohlsdorf – Kornweg – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel
S 2 Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf
S 21 Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf – Reinbek – Wohltorf – Aumühle
S 3 Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook – (geplant: Elbbrücken –) Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade
S 31 Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof | – Hammerbrook – (geplant: Elbbrücken –) Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben | – Berliner Tor

Außerdem wird der Bahnhof zweimal täglich von der Linie A1 angefahren:

Linie Verlauf
A1Hamburg A1.svg (Zeitweise: Hamburg – Dammtor – Sternschanze – Holstenstraße – Diebsteich – Langenfelde – Stellingen –) Eidelstedt – Quickborn – Ulzburg Süd – Kaltenkirchen – Bad Barmstedt – Boostedt (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster)

U-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: U-Bahn Hamburg

Am Hauptbahnhof gibt es zwei getrennte U-Bahnhöfe. Die beiden Tunnelstrecken unterqueren nochmals die bereits unter dem Straßenniveau liegenden Eisenbahngleise.

Hauptbahnhof Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof Süd
U-Bahn.svg
U-Bahnhof in Hamburg
Hauptbahnhof Süd
Bahnsteig im U-Bahnhof Hauptbahnhof Süd der U3
Basisdaten
Gleise (Bahnsteig) 4 (Mittelbahnsteig)
Koordinaten 53° 33′ 7,5″ N, 10° 0′ 32,5″ O
Nutzung
Linie(n) U1Hamburg U1.svg U3Hamburg U3.svg
Umstiegsmöglichkeiten FFernverkehr RRegionalbahn Signet HVV.svg SS-Bahn-Logo.svg UU-Bahn.svg

Die Station Hauptbahnhof Süd (bis 1968: Hauptbahnhof) befindet sich südöstlich der Bahnhofshalle und wurde 1912 eröffnet. Hier halten die Züge der heutigen Linie U1 (NorderstedtOhlstedt/Großhansdorf) und der Linie U3 Barmbek–Wandsbek-Gartenstadt (Ring).

Bereits beim Bau des Hauptbahnhofes wurde der von Westen hinzuführende Streckentunnel unter den Bahngleisen fertiggestellt, ebenso ein Fußgängertunnel, der bis zu seiner Schließung 1991 den unterirdischen Zugang zu den Fernbahnsteigen ermöglichte. Die Station besteht aus zwei gemauerten Röhren mit Gewölbedecke und war für vier Gleise ausgelegt: An den äußeren Gleisen hielten die Züge der U-Bahn-Ringstrecke, an den inneren begann die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgebaute Zweigstrecke nach Rothenburgsort. Nach Eröffnung der Station Hauptbahnhof Nord wurden zwischen beiden Röhren Durchgänge geschaffen und die Innengleise durch einen sehr breiten Bahnsteig für die Linie U3 ersetzt. Unmittelbar südlich daneben wurde 1960 eine weitere Tunnelstation für die vom Meßberg kommende Strecke der Linie U1 eröffnet, deren Tunnel 1959 mittels Schildvortrieb unter den Eisenbahnanlagen hindurchgeführt wurde.

Linie Verlauf
U 1 Norderstedt Mitte – Richtweg – Garstedt – Ochsenzoll – Kiwittsmoor – Langenhorn Nord – Langenhorn Markt – Fuhlsbüttel Nord – Fuhlsbüttel – Klein Borstel – Ohlsdorf – Sengelmannstraße – Alsterdorf – Lattenkamp – Hudtwalckerstraße – Kellinghusenstraße – Klosterstern – Hallerstraße – Stephansplatz – Jungfernstieg – Meßberg – Steinstraße – Hauptbahnhof Süd – Lohmühlenstraße – Lübecker Straße – Wartenau – Ritterstraße – Wandsbeker Chaussee – Wandsbek Markt – Straßburger Straße – Alter Teichweg – Wandsbek-Gartenstadt – Trabrennbahn – Farmsen – (geplant: Oldenfelde –) Berne – Meiendorfer Weg – Volksdorf | – Buckhorn – Hoisbüttel – Ohlstedt | – Buchenkamp – Ahrensburg West – Ahrensburg Ost – Schmalenbeck – Kiekut – Großhansdorf
U 3 Barmbek – Saarlandstraße – Borgweg – Sierichstraße – Kellinghusenstraße – Eppendorfer Baum – Hoheluftbrücke – Schlump – Sternschanze – Feldstraße – St. Pauli – Landungsbrücken – Baumwall – Rödingsmarkt – Rathaus – Mönckebergstraße – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Uhlandstraße – Mundsburg – Hamburger Straße – Dehnhaide – Barmbek – Habichtstraße – Wandsbek-Gartenstadt

Hauptbahnhof Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof Nord
U-Bahn.svg
U-Bahnhof in Hamburg
Hauptbahnhof Nord
U-Bahn-Zug in Hauptbahnhof Nord (U2)
Basisdaten
Gleise (Bahnsteig) 2 (Außenbahnsteig)
Koordinaten 53° 33′ 14,5″ N, 10° 0′ 22,2″ O
Nutzung
Linie(n) U2Hamburg U2.svg U4Hamburg U4.svg
Umstiegsmöglichkeiten FFernverkehr RRegionalbahn Signet HVV.svg SS-Bahn-Logo.svg UU-Bahn.svg

Die 1968 eröffnete Station Hauptbahnhof Nord liegt am nördlichen Ende der Bahnhofshalle quer unter den Gleisanlagen der Deutschen Bahn. Sie besteht aus vier Röhren in 30 Metern Tiefe. An beiden Enden der Röhren führen Treppen in Vorhallen mit jeweils weiteren Gängen, von denen aus über Treppen die Oberfläche erreicht wird. Ein Teil der umfangreichen Zugangstunnel ist zwischenzeitlich wieder verschlossen worden.

Hier halten die Züge der heutigen Linie U2 (Niendorf Nord–Mümmelmannsberg) und der Linie U4 (HafenCity–Billstedt).

Von den beim Bau vorsorglich nebeneinander angelegten vier Tunnelröhren sind nur die beiden inneren in Betrieb. Die äußeren Bahnsteige waren für eine U-Bahn-Linie von Winterhude nach Lurup vorgesehen, die in den 1970er Jahren gebaut werden sollte. Ihre Realisierung wurde allerdings bereits Anfang der 1970er Jahre vom Hamburger Senat aus finanziellen Gründen gestoppt. Die Röhren sind heute durch Gitter abgesperrt, in der nördlichen Röhre befindet sich eine Kunstinstallation. Im Jahr 2006 wurden beim behindertengerechten Ausbau der Station Fahrstühle in die nicht benutzten Gleiströge bzw. Anfahrtsschächte eingebaut.

Linie Verlauf
U 2 Niendorf Nord – Schippelsweg – Joachim-Mähl-Straße – Niendorf Markt – Hagendeel – Hagenbecks Tierpark – Lutterothstraße – Osterstraße – Emilienstraße – Christuskirche – Schlump – Messehallen – Gänsemarkt – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt – Merkenstraße – Steinfurther Allee – Mümmelmannsberg
U 4 (im Bau: Elbbrücken –) HafenCity Universität – Überseequartier – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lageplan der Hamburger Bahnhöfe:
in Blau: erste Bahnhöfe und Strecken
in Braun: neuer Hauptbahnhof mit Gleisführung

Die ersten Hamburger Bahnhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1870 endeten in Hamburg folgende Eisenbahnstrecken: von Westen die Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn aus Altona und Kiel, von Nordosten aus Lübeck, von Osten über Bergedorf von Berlin. Jede dieser Strecken hatte ihren eigenen Bahnhof, die sich etwa 200 bis 600 Meter voneinander entfernt nahe dem südöstlichen Stadtkern-Rand in den Stadtteilen Klostertor und Hammerbrook befanden. Dazu kam in der zum Königreich Preußen gehörenden Stadt Harburg auf der südlichen Elbseite die bereits 1847 eröffnete Strecke nach Hannover. Die Strecke Bremen-Hamburg (Venloer Bahn) war noch im Bau.

Vom Bahnhof Klosterthor wurde später ein Gleis vor das Portal des Berliner Bahnhofs gebaut und vom etwa 600 Meter entfernten Lübecker Bahnhof ein Güterverkehrs-Gleis dorthin herangeführt. Besonders ungünstig lag der Venloer/Hannoversche Bahnhof, von dem aus zwei Brücken überquert werden mussten, um in die Altstadt bzw. zu den anderen Bahnhöfen zu gelangen.

Zentralbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im Jahr 1899 die Verträge zur Schaffung eines Zentralbahnhofes in Hamburg ratifiziert worden waren, entstand bis 1906 nördlich des Bahnhofs Klosterthor mit Einbezug der Strecke der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn der neue zentrale Hamburger Hauptbahnhof, der die Einzelbahnhöfe ersetzte. Die Bauausführung geschah unter Regie der Preußischen Eisenbahnverwaltung[16], symbolisch für diesen Vorgang sind mittig an der nördlichen Frontwand zwei große Steinreliefs mit jeweils dem Wappen von Hamburg und von Preußen angebracht.

Postbahnhof und Bahnpostamt Hühnerposten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleichzeitig mit der Errichtung des neuen Zentralbahnhofs wurde auch der Bau des Postbahnhofs und Bahnpostamts Hühnerposten begonnen und ebenfalls 1906 fertiggestellt.[17] Mehrere der nach Süden aus dem Zentralbahnhof herausführende Gleisstränge führten direkt zum gegenüber liegende Postbahnhofsgebäude, es gab dort elf Ladegleise und sieben überdachte Ladebahnsteige.[18] Die andere Seite des Gebäudes war an der namensgebenden Straße Hühnerposten belegen und dort an das Straßenverkehrsnetz angebunden. 1924 wurde das ursprünglich dreistöckige Gebäude um zwei Voll- und zwei Staffelgeschosse erweitert und mit einem Flachdach versehen.[18]

1973 wurde die Paketbeförderung an das Paketpostamt am Diebsteich abgegeben.[18] Zum 31. Mai 1997 wurde die Briefpostbeförderung der Deutschen Post AG mit der Eisenbahn nach 148 Jahren beendet[19] und darauf folgend in dem Gebäude Hühnerposten die Gleis- und Postanlagen abgebaut. Die bogenförmigen Durchbrüche für die Gleisanlagen im „Kellergeschoss“ des Gebäudes sind erhalten und einsehbar geblieben. Seit 2004 ist in dem Gebäude die Zentralbibliothek der Hamburger öffentlichen Bücherhallen untergebracht.[17]

Bunkeranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1940/41 befindet sich auf der Ostseite unter dem Hachmannplatz eine zweigeschossige Bunkeranlage für 950 Personen, deren Kapazität in den 1960er Jahren auf etwa 1700 Plätze erweitert wurde. Auf der Westseite wurde zwischen 1941 und 1944 ebenfalls eine, hier dreigeschossige Bunkeranlage als Reichsbahnbunker unter dem Steintorwall für 2460 Personen errichtet (Erweitert bis 1970 auf 2702 Plätze). Aus dem Südstegtunnel konnten die Reisenden diesen Bunker direkt erreichen.[20]

Zeitweise diskutierte Erweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2008 stellte die DB erstmals Planungen vor, in Verlängerung der Bahnhofshalle nach Süden einen Hochbau zu errichten. Hierzu solle die angrenzende Straße Steintordamm bzw. die Steintorbrücke geschlossen, verlegt oder überdacht werden. Der Südsteg soll verbreitert werden, damit wesentlich mehr Platz für Geschäfte und Gastronomie geschaffen wird.

Diese Planungen treten immer wieder in abgewandelten Formen auf, um der steigenden Anzahl an Passagieren gerecht zu werden.

Umrüstung der Toilettenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 wurden im Hauptbahnhof wassersparende 3,5-Liter-Toiletten eingeführt. 2012 wurde im Keller ein Pilotprojekt gestartet, in dem die Exkremente getrennt und bearbeitet werden. Dabei wird der Kot mit Holzkohle und Mikroorganismen vermischt und zu Terra preta umgewandelt. Der Urin wird mit Mikroorganismen versetzt, die organische Bestandteile zersetzen. Das Abwasser wird danach durch einen Nanofilter geleitet. Auch Medikamente können laut Hamburger Abendblatt ausgefiltert werden.[21]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Staisch: Eisenbahnen rollen durch das „Tor zur Welt“. Eine Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung der Eisenbahnanlagen Hamburgs. Georg Stilke, Hamburg 1956.
  • N.N.: 75 Jahre Hamburger Hauptbahnhof. In: Lok Magazin. Nr. 111. Franckh’sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart November 1981, S. 416–426.
  • Gerhard Greß: Verkehrsknoten Hamburg. EK-Verlag GmbH, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-269-7.
  • Hermann Hoyer, Dierk Lawrenz, Benno Wiesmüller: Hamburg Hauptbahnhof. EK-Verlag GmbH, Freiburg 2006, ISBN 3-88255-721-4.
  • Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt. Ch. Links Verlag, Berlin 2008, ISBN 3-86153-473-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beat Balzli, Nikolaus Doll: „Es gehen Arbeitsplätze verloren“. In: Welt am Sonntag. Nr. 42, 18. Oktober 2015, ZDB-ID 1123516-0, S. 32 (online).
  2. Überfüllter Hamburger Hauptbahnhof soll ausgebaut werden. Hamburger Abendblatt, 19. August 2015, abgerufen am 19. August 2015.
  3. Irene Jung: Was Bahnchef Rüdiger Grube mit Joachim Löw gemein hat. In: Hamburger Abendblatt. Nr. 165, 16. Juli 2016, ZDB-ID 40002-6, S. 19.
  4. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Stephan Kühn (Dresden), Tabea Rößner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/6149 – Überlastete Schienenwege in Deutschland. In: Bundestagsdrucksache 18/6319. Deutscher Bundestag, 13. Oktober 2015, abgerufen am 19. März 2017 (PDF; 837 KiB).
  5. Ulrich Alexis Christiansen: Hamburgs dunkle Welten: der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt, Christoph-Links-Verlag 2008, S. 131.
  6. Meldung Wiederaufbau der Wandelhalle im Hamburger Hbf beginnt – privat finanziert. In: Eisenbahn-Kurier, Nr. 196, 1, 1989, ISSN 0170-5288, S. 9.
  7. Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofs steht zum Verkauf. Abgerufen am 1. Oktober 2017 (deutsch).
  8. DG Immobilien-Anlage Nr. 22 "Hamburg, München". Abgerufen am 1. Oktober 2017.
  9. Hamburger Abendblatt - Hamburg: Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof wird verkauft. (abendblatt.de [abgerufen am 1. Oktober 2017]).
  10. Dreistelliger Millionenbetrag erhofft: Hamburgs bekannteste Shopping-Immobilie wird verkauft. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 1. Oktober 2017]).
  11. Dreistelliger Millionenbetrag erhofft: Hamburgs bekannteste Shopping-Immobilie wird verkauft. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 1. Oktober 2017]).
  12. Hoyer / Lawrenz / Wiesmüller: Hamburg Hauptbahnhof, EK-Verlag, Freiburg, 2006, ISBN 978-3-88255-721-3, S. 147–151.
  13. Hoyer / Lawrenz / Wiesmüller: Hamburg Hauptbahnhof, EK-Verlag, Freiburg, 2006, ISBN 978-3-88255-721-3, Seite 114.
  14. Hoyer / Lawrenz / Wiesmüller: Hamburg Hauptbahnhof, EK-Verlag, Freiburg, 2006, ISBN 978-3-88255-721-3, Seite 57.
  15. Ralph Seidel: Der Einfluss veränderter Rahmenbedingungen auf Netzgestalt und Frequenzen im Schienenpersonenfernverkehr Deutschlands. Dissertation an der Universität Leipzig. Leipzig 2005, S. 46.
  16. Webseite „Geschichte der Hamburger Hochbahn 1891–1912“ (Memento vom 9. Mai 2016 im Internet Archive)
  17. a b PLUS GbR - Gesellschaft für Planung und Urbane Strategien "Gutachten Münzviertel 2006" (Memento vom 22. April 2016 im Internet Archive)
  18. a b c Hoyer / Lawrenz / Wiesmüller: Hamburg Hauptbahnhof, EK-Verlag, Freiburg, 2006, ISBN 978-3-88255-721-3, Seite 141
  19. Helmut Roggenkamp: Jahrbuch Schienenverkehr 16 - Aktuelles vom deutschen Schienenverkehrswesen des Jahres 1996. Verlag Kenning, Nordhorn, 1997, ISBN 3-927587-78-8, S. 13.
  20. Der Bunker am Hauptbahnhof Hamburg – Tiefbunker Steintorwall. Hamburger Unterwelten e. V., abgerufen am 28. Mai 2014.
  21. Angelika Hillmer: Humus vom Hamburger Hauptbahnhof. Hamburger Abendblatt, 28. August 2012, abgerufen am 24. Januar 2016.