Attest

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Attest des königlichen Leibarztes Georges Maréchal, Frankreich 1727

Ein Attest (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; lateinisch attestatio, „Bescheinigung“, „Beglaubigung“) ist ein meist im medizinischen Bereich gebrauchtes Wort für eine Bescheinigung oder ein Gesundheitszeugnis.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgangssprache wird darunter meist eine Bescheinigung der Arbeits- oder Schulbesuchsunfähigkeit verstanden, die in der Regel vom Hausarzt ausgestellt wird. Ein Attest ist aber jede Art (ärztlicher) Bescheinigungen, beispielsweise kann ein arbeitsmedizinischer Untersucher attestieren, dass jemand frei von ansteckenden Krankheiten ist. Ein Attest kann auch ein über den einfachen Befundbericht hinausgehender Arztbrief sein, der beispielsweise die Diagnose, die durchgeführte Therapie und eine Empfehlung zur Weiterbehandlung durch einen weiteren Arzt oder Zahnarzt beinhaltet. Die häufigste Art des Attestes ist jedoch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Rechtsfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist vom Arbeitnehmer dem Arbeitgeber unverzüglich zu Beginn seiner Fehlzeit vorzulegen, spätestens jedoch gemäß § 5 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz nach mehr als drei Kalendertagen. Da Ärzte auch nicht bei jedem vom Patienten geschilderten Krankheitsbild zwischen „echter“ und „vorgetäuschter“ Krankheit unterscheiden können („Gefälligkeitsattest“, „gelber Urlaubsschein“), können beim Arbeitgeber Zweifel über die Beweiskraft eines Attestes aufkommen.

Hierbei kann der Arbeitgeber auf die Unterstützung durch die Krankenkassen oder den Amtsarzt zurückgreifen. Das Attest mit der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit hat lediglich die Bedeutung eines medizinischen Gutachtens für die Entscheidung über den Entgeltfortzahlungsanspruch. Die Krankenkassen sind gemäß § 275 Abs. 1 Nr. 3b SGB V verpflichtet, zur Beseitigung von Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung einzuholen. Diese Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit sind gemäß § 275 Abs. 1a SGB V insbesondere in Fällen anzunehmen, in denen Arbeitnehmer auffällig häufig oder auffällig häufig nur für kurze Dauer arbeitsunfähig sind oder der Beginn der Arbeitsunfähigkeit häufig auf einen Arbeitstag am Beginn oder am Ende einer Woche fällt oder die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Häufigkeit der von ihm ausgestellten Bescheinigungen über Arbeitsunfähigkeit auffällig geworden ist. Die Prüfung hat unverzüglich nach Vorlage der ärztlichen Feststellung über die Arbeitsunfähigkeit zu erfolgen. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass die Krankenkasse eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes zur Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit einholt. Die Krankenkasse kann von einer Beauftragung des Medizinischen Dienstes absehen, wenn sich die medizinischen Voraussetzungen der Arbeitsunfähigkeit eindeutig aus den der Krankenkasse vorliegenden ärztlichen Unterlagen ergeben. Die mutmaßliche Nutzung der Arbeitsunfähigkeit zu Privatzwecken (vergrößerte Freizeit) kann nach dem Verständnis des § 275 Abs. 1a SGB V angenommen werden, wenn die Abwesenheitsquote eines bestimmten Arbeitnehmers über 50 % der Quote der Kollegen innerhalb derselben Abteilung liegt; dann ist stets von einem „auffälligen Verhalten“ auszugehen.[1]

Bestehen Zweifel über die Dienstunfähigkeit des Beamten, ist er verpflichtet, sich nach Weisung der Behörde ärztlich untersuchen zu lassen und, falls ein Amtsarzt dies für erforderlich hält, auch beobachten zu lassen (§ 44 Abs. 1 BBG).

Honorierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Honorierung für Atteste erfolgt nach der GOÄ-Nr. 70 Kurze Bescheinigung oder kurzes Zeugnis, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung der Gebührenordnung für Ärzte (5,36 € beim 2,3-fachen Satz) beziehungsweise nach der BEMA-Nr. 7700 des Bewertungsmaßstabs zahnärztlicher Leistungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Attest – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Achim Lepke, Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers bei Krankheit als Kündigungsgrund, in: NZA 1995, S. 1089
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