Aufklärung (Literatur)

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Der Literatur der Aufklärung werden allgemein Werke zugeordnet, die zwischen 1720 und 1800 entstanden sind und bewusst oder unbewusst die Ideen des Zeitalters der Aufklärung vertreten. In vielen Sprachen wird für diese Epoche die Metapher des Lichts verwendet (englisch Age of Enlightenment, französisch Siècle des Lumières, polnisch Oświecenie). Das literarische Großprojekt war die in Frankreich ab 1750 entstandene Encyclopédie. Zahlreiche Vordenker der Aufklärung waren gleichzeitig Literaten.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit der frühen Aufklärung begann das Bürgertum seinen Aufstieg innerhalb des absolutistischen Staates. Die Literatur wandte sich an das bürgerliche Publikum, anstatt weiterhin die Fürsten zu preisen, sodass sich aufgrund dessen neue Literaturformen entwickelten.

Die Literatur der Aufklärung hatte vor allem eine erzieherische Funktion und forderte die „sittliche Besserung“ des Menschen. Mit ihren Gedanken knüpft sie an die – durch die Renaissance wiederbelebten – antiken Ideale und Sichtweisen an. Besonders das gebildete und wohlhabende Bürgertum war bestrebt, sich von den dogmatischen Lehren der Kirche und der „geistigen Bevormundung“ durch die Obrigkeiten zu befreien, um eine „Emanzipation des Denkens“ einzuleiten. Der elliptische Leitspruch Voltaires Écrasez l’infâme[1] war bereits zu seinen Lebzeiten europaweit[2] bekannt, wobei er sich sowohl auf die Institution der Kirche als auch auf Aberglauben bezog.

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufklärung kann als eine Epoche des Übergangs zwischen der Frühen Neuzeit und der Moderne angesehen werden. Zutreffend ist dies in hohem Maße in der Literatur. Die normative Poetik büßte ihre vorherrschende Stellung ein. Infolge einer intensiveren Shakespeare-Rezeption verlor die klassische Einteilung des Theaters in hohe (Tragödie) und niedrige Gattung (Komödie) an Bedeutung. In Frankreich entstand hauptsächlich durch Pixérécourt das Melodram als populäres Unterhaltungstheater. Das Theater selbst entwickelte sich immer mehr zu einer bürgerlichen Institution.

Die Literaten emanzipierten sich von ihren (meist adligen) Auftraggebern und wurden später zu selbständigen Unternehmern. Sie bedienten seitdem nicht mehr nur die Bedürfnisse der europäischen Höfe, sondern einen Markt für Leser, der wie andere Märkte auch durch das Gesetz von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Einen gravierenden Wandel erlebte die literarische Öffentlichkeit seit dem Erscheinen von Literaturzeitschriften.[3] Diese in Entstehung begriffene Öffentlichkeit wurde aber noch stark von königlicher bzw. fürstlicher Zensur kontrolliert und eingeschränkt. Erst die Lockerung der Zensur ab 1740 in Preußen durch Friedrich den Großen machte die Arbeit für Literaten und Journalisten etwas einfacher (siehe Berliner Aufklärung). Durch Lesezirkel, Lesegesellschaften, in Leihbibliotheken und Kaffeehäusern wurde zudem Literatur für weite Kreise öffentlich zugänglich. Frankreich setzte die schon im 17. Jahrhundert begründete Tradition der Literarische Salons[4] fort, die nun auch für die philosophischen und politischen Debatten der Aufklärer bedeutsam waren.

Seit etwa 1760 ist die Aufklärung in England, Frankreich und Deutschland durch die Strömung der Empfindsamkeit mit ihrer Betonung des Privatlebens und der positiven, nicht zerstörerischen Rolle der Gefühle geprägt. Eine klare epochenmäßige Abgrenzung von der Epoche der Aufklärung ist nicht möglich.

Jürgen Habermas vertritt die These,[5] dass erst die Entstehung einer frühbürgerlichen literarischen Öffentlichkeit der Entstehung der bürgerlichen politischen Öffentlichkeit den Weg bereitete, wss allerdings von verschiedenen Autoren mit Blick auf die Quellenlage bestritten wurde.[6]

Wahlspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wahlspruch der Aufklärung bezeichnete Immanuel Kant das horazische: „Sapere aude!“ und übersetzte es mit „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ (wörtl.: „Wage zu wissen!“)

Aufklärung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bedeutendste Autor der Frühaufklärung in Deutschland war Christian Fürchtegott Gellert mit seinen Fabeln, eine literarische Form, die zu dieser Zeit aufblühte, weil sie sich besonders für die Umsetzung der didaktischen Intention der Schriftsteller eignete. Die bedeutendste Figur im literarischen Leben war Johann Christoph Gottsched. Sein wichtigstes Werk stellte eine Sammlung von Theaterstücken dar, die er unter dem Titel Deutsche Schaubühne veröffentlichte. Sein Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen (1730) orientierte sich an der Französischen Klassik, besonders an Boileaus L’Art poétique (1674). Mit seiner Dramentheorie beeinflusste er maßgeblich die Entstehung des klassischen deutschen Dramas, wurde aber zugleich von vielen Seiten scharf kritisiert. Der sterbende Cato aus dem Jahr 1732, sein Versuch, ein Regeldrama zu verfassen, gilt als gescheitert. Gottsched organisierte die deutsche Übersetzung von Peter Baylens historisches und kritisches Wörterbuch (Leipzig 1741–1744). Er setzte sich zudem für eine einheitliche deutsche Hochsprache ein.[7]

Wesentliche Anregungen bezog die deutsche Literatur der Aufklärung aus Frankreich. Schiller und Lessing übersetzten Werke von Denis Diderot.[8] Goethe nutzte eine Schaffenskrise zur Übersetzung folgender Werke: Tancred und Mahomet, beide von Voltaire (1802), und Le Neveu de Rameau von Diderot (1804). Für die Verbreitung der Ideen der Aufklärung setzten sich auch teilweise Geheimbünde wie die Illuminaten ein.

Literarische Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiges Kennzeichen der Literatur der Aufklärungszeit ist das Spiel mit bekannten literarischen Formen bzw. ihre Neu- und Weiterentwicklung. Geradezu revolutionär war BeaumarchaisDie Hochzeit des Figaro (1778, Uraufführung 1784), bei dem der Diener entgegen den literarischen und bisherigen gesellschaftlichen Konventionen die Hauptrolle übernimmt.

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu ist auch die Aufwertung der Prosa: Montesquieu nutzte die Form des Briefromans in seinen Lettres persanes, 1721. Die beiden Protagonisten aus Persien ermöglichten ihm eine neue Perspektive auf die französische Gesellschaft mit entsprechend kritischer Distanz.

England

In England (wo die Frühaufklärung als Neoklassizismus bezeichnet wird) entwickelten sich die moralischen Wochenschriften im frühen 18. Jahrhundert als wichtiger Zweig der Unterhaltungsliteratur und Medium des erstarkenden Bürgertums. Sie dienten diesem zur Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses: „Private“ Geschichten aus dem Umkreis von Ehe, Familie und Geschäft wurden moralisch-didaktisch ausgedeutet. Ein bedeutender Herausgeber solcher Blätter war Richard Steele. In England entwickelten sich auch der politisch-kritische Essay und die Prosasatire zur Blüte. Als Meister der Satire, die die traditionelle Form der in Allegorien verpackten Kritik weit hinter sich lassen, sind der Ire Jonathan Swift und Samuel Butler hervorgetreten. Lawrence Sternes Roman Tristram Shandy ist ein Formexperiment ohne Vorläufer, das an John Lockes Assoziationstheorie anknüpft. Wegen seiner vielfach gebrochenen, zwischen Empfindsamkeit, Ironie und grober Satire schwankenden Erzählhaltung verweist er einerseits bereits auf Romantik und Moderne, andererseits kann man in ihm einen Ausläufer des Schelmenromans erblicken. Die meisten erfolgreichen des 18. Jahrhunderts entstanden in England. Diese wurden dort als Novel bezeichnet.[9]

Deutschland

In dem Roman Insel Felsenburg, dessen vier Teile 1731 bis 1743 erschienen, verbindet Johann Gottfried Schnabel das Genre der Robinsonade mit dem Entwurf einer frühaufklärerisch, pietistisch geprägten Gesellschaftsutopie und heftiger Kritik an den Zuständen in Europa zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Um diese Zeit erreichte das Genre der moralischen Wochenschriften als Unterhaltungs- und Selbstvergewisserungsliteratur des Bürgertums auch Deutschland; es diente vor allem auch als Instrument der moralischen Erziehung der „Frauenzimmer“. 1748 erschien Gellerts Familienroman Leben der schwedischen Gräfin von G***, der mit seinen nur locker verbundenen Episoden an den Stil dieser Wochenschriften ebenso wie an Samuel Richardsons Werk anknüpfte und bereits der Phase der Empfindsamkeit zuzuordnen ist. Auch die Fabeln von Gellert oder Lessing dienten der moralischen Belehrung der Leser. Wegweisende Prosawerke in Deutschland waren der Bildungsroman Geschichte des Agathon (1766/67) von Christoph Martin Wieland und der psychologische Roman Anton Reiser (1785/86) von Karl Philipp Moritz. Kinder- und Jugendliteratur veröffentlichte Christian Felix Weiße.

Frankreich

In Frankreich wurden die contes philosophiques (philosophische Erzählung, Kurzroman), durch Voltaire (Candide, 1759) und D. Diderot als neue Erzählform entdeckt. Mit Rousseaus Confessions („Bekenntnisse“, 1765–1770, posthum ab 1782 erschienen) entsteht eine der ersten modernen Autobiografien. 1771 veröffentlichte Louis-Sébastien Mercier anonym den ersten utopischen Zukunftsroman. In L'An 2440, rêve s'il en fut jamais vergleicht er die absolutistische Monarchie mit einer freien Gesellschaft, in der die Anerkennung nicht auf ererbten Privilegien, sondern den Verdiensten beruht. Goethe übernimmt später die Form des Briefromans in seinem Werther von 1774, der der Epoche des Sturm und Drang zugerechnet wird.

Drama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich

Die meisten Autoren und Werke des französischen Theaters der Aufklärung sind heute mehr oder weniger in Vergessenheit geraten.[10] Nur Beaumarchais vorrevolutionäre Komödie Die Hochzeit des Figaro[11] ist aufgrund des witzigen Charakters Figaros und durch die Opernfassung Mozarts [12] weiterhin populär. Um der Zensur zu entgehen, verlegte Beaumarchais die Handlung des Stückes nach Spanien, dennoch waren die Parallelen zum Ancien Régime für jedermann deutlich. Auch das Aufführungsverbot des Königs konnte den Erfolg des Werkes nicht verhindern. Der Diener als Vertreter des Dritten Standes weiß einfach zu finten- und einfallsreich die Pläne des Grafen zu konterkarieren und zeigt damit deutlich seine moralische Überlegenheit.

Die wichtigste Poetologie zum Theater geht wiederum auf Denis Diderot zurück: Discours sur la poésie dramatique (1758). Sein Vorwort zu Le Père de famille verortet das Theater der Zukunft zwischen klassischer Tragödie und Komödie. Diderot forderte ein drame bourgeois – ein bürgerliches Schauspiel mit gewöhnlichen Protagonisten.

Deutschland

In Deutschland schuf Lessing durch seine Dramen, u. a. Emilia Galotti (1772), die neue literarische Gattung des Bürgerlichen Trauerspiels. Es entspricht in Form (keine Versdichtung) und Inhalt den Identifikations- und Präsentationsbedürfnissen des zunehmend gebildeten, finanziell potenten und politisch noch unbedeutenden Bürgertums. Die Ohnmacht des Bürgertums und die Willkür des Adels im 18. Jahrhundert musste u. a. Schillers Vater als Werbeoffizier im Dienste des württembergischen Herzoges erleben, der frei über seine Bürger verfügte und diese als Söldner nach England verkaufte, um sein aufwändiges Hofleben zu finanzieren. Schiller entzog sich dieser Bevormundung 1782 durch Flucht. Dieser zeitgenössische Konflikt zwischen Bürgertum und Adel steht später auch in seinem Drama Kabale und Liebe (1784) im Mittelpunkt. Im Unterschied zu Lessing nutzte aber Schiller nicht einen historischen Stoff als Vorlage, sondern verortete sein Stück ohne Zeitangabe Am Hof eines deutschen Fürsten. In seinem Vortrag Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet (1784) unterstrich er die aufklärerischen Möglichkeiten der Institution Theater. Interessanterweise verwendet er dafür die Lichtmetapher: „Die Schaubühne ist der gemeinschaftliche Kanal, in welchen von dem denkenden, bessern Theile des Volks das Licht der Weisheit herunterströmt und von da aus in milderen Strahlen durch den ganzen Staat sich verbreitet. … der Nebel der Barbarei, des finstern Aberglaubens verschwindet, die Nacht weicht dem siegenden Licht.“[13]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höfische Dichtung wurde in der Lyrik schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts und damit viel eher abgelöst, als in der Epik oder im Drama. Die Lyrik der Aufklärung besaß eine große Formenvielfalt; sie reichte von Gedankenlyrik, Lehrgedichten über Oden und Hymnen bis zu Balladen.

Literatur- und Kunstkritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 17. Jahrhundert entwickelte sich die Kunst- und Literaturkritik. Diderot gab mit seinen Salons zwischen 1759 und 1781 dazu neue Impulse. In Deutschland war Johann Christoph Gottsched der erste Literaturtheoretiker, der die Arbeiten der frühen französischen Aufklärung rezipierte. Wegweisend war seine Kritik des barocken Schwulststils.[14] Auch ein großer Teil des Werks Lessings ist der Literatur- und Theaterkritik zuzurechnen.

Das Ende der Aufklärung: Sturm und Drang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschsprachigen Literatur tritt mit dem „Sturm und Drang“ Ende des 18. Jahrhunderts eine von der Rousseau-Rezeption beeinflusste heftige Reaktion auf die vernunftbetone Aufklärung ein, die sich auch in einem Kult des Genies äußert. Vertreter dieser literarischen Epoche waren u. a auch der junge Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller, die die „alteinhergebrachten“ gesellschaftlichen Konventionen kritisierten und zum Einsturz bringen wollten. Der wesentliche Unterschied zur Epoche der „Aufklärung“ besteht darin, dass an die Stelle des vernünftigen ein emotionales und leidenschaftliches Handeln tritt.

Okkulte Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff „okkulte Literatur“ wird hier verstanden als Sammelbegriff für das in jener Zeit tradierte „geheime Wissen“, das alles umfasst, was nach damaliger Ansicht nicht „natürlich“ erklärt werden kann. Das Spektrum dieser tradierten, weit verbreiteten Ansichten entfaltet sich in einem fast uferlosen Schrifttum in vielfältigen Formen. Da sind die zahlreichen Sammlungen des alltäglichen Aberglaubens:[15] Ratschläge zur Anwendung magischer Praktiken wie Schadenszauber und deren Abwendung, Berichte von Hellsehern und telepathischer Fernwirkung, die sog. „Materialisationen“ in Spuk und Gespenstern, Bannen und Liebeszauber und schließlich das Beeinflussen von Naturerscheinungen (als Beispiel: die Eskimos können mit magischen Riten angeblich Stürme erzeugen).

Obwohl die Zahl der einschlägigen Literatur in dieser Zeit einige hundert Titel ausmacht, hat die heutige Forschung zur Aufklärungsliteratur bisher diesen Bereich kaum zur Kenntnis genommen. Auch die Aufklärer selbst haben zu Beginn der Epoche diese Werke mehr oder weniger ignoriert. Sie gehörten nach ihrer Auffassung zu einer populären, bestenfalls popularphilosophischen „literarischen Unterschicht“, deren Funktion die Erhaltung eines unaufgeklärten Bewusstseins sei. Erst durch den oft wenig glücklichen Kampf um die Befreiung der Geister aus diesem Traditionszwang kommt es nach der Jahrhundertwende zur ernsthaften Konfrontation, in dem Gegenstand und Bekämpfung im Sinne der Aufklärung intensiv diskutiert werden. Jetzt treten auch die „höheren Chargen“ in den Kampf gegen die Volksverdummung ein – selbst Kant, der zeitweise den Visionen und Totengesprächen des Geistersehers Emanuel Swedenborg durchaus Glauben schenkte, äußert sich dazu. Wie breit die Auseinandersetzung gegen Ende des Jahrhunderts ist, zeigt anschaulich Johann Christoph Adelungs Geschichte von der menschlichen Narrheit oder Lebensbeschreibung berühmter Schwarzkünstler, Goldmacher u. a.,[16] das sieben dicke Bände umfasst.

Mit dem Aufkommen der romantischen Tendenzen intensiveren sich die okkulten Tendenzen in der Literatur, die Kritik der Aufklärung am Okkultismus verstummt zeitweise.[17]

Werke und wichtige Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Pope, 1688–1744

Gotthold Ephraim Lessing, 1729–1781

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Defoe, 1660–1731

Jonathan Swift, 1667–1745

Johann Gottfried Schnabel, 1692–1751/58

Christoph Martin Wieland, 1733–1813

Friedrich Nicolai, 1733–1811

Karl Philipp Moritz, 1756–1793

Drama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gotthold Ephraim Lessing, 1729–1781

Christian Fürchtegott Gellert, 1715–1769
Neben zahlreichen Fabeln (2 Bände, 1746–1748), Erzählungen, Abhandlungen, Reden und Vorlesungen veröffentlichte Gellert:

  • Die Betschwester (Lustspiel, 1745)
  • Das Loos in der Lotterie (Lustspiel, 1746)
  • Die zärtlichen Schwestern (Lustspiel, 1747)
  • Das Leben der Schwedischen Gräfin von G*** (Briefroman, 2 Teile, 1747/48)
  • Briefe, nebst einer praktischen Abhandlung von dem guten Geschmacke in Briefen (1751)
  • Geistliche Oden und Lieder (1757)

Philosophische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Locke, 1632–1704

Montesquieu, 1689–1755

Voltaire, 1694–1778

Jean-Jacques Rousseau, 1712–1778

  • Julie ou la Nouvelle Héloïse (1761) (Julie oder Die neue Heloise)
  • Les Confessions (1782) (Die Bekenntnisse, Autobiographie)
  • Les rêveries du promeneur solitaire (1782) (Die Träumereien des einsamen Spaziergängers)

Georg Christoph Lichtenberg, 1742–1799

  • Ab 1761 schrieb Lichtenberg Gedankensplitter in Form von Aphorismen in Schreibhefte, von ihm Sudelbücher genannt. Diese wurden postum veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Literatur der Aufklärung 1765–1800; Hg. Edith Rosenstrauch-Königsberg, Böhlau, Wien 1988, Lizenzausgabe Verlag Volk und Welt (DDR) 1988 (österreichische Literatur)
  • Peter André Alt: Aufklärung. Lehrbuch Germanistik. 3. aktualisierte Auflage. Stuttgart 2007, ISBN 978-3-476-02236-3.
  • Fritz Brüggemann: Aus der Frühzeit der deutschen Aufklärung: Christian Thomasius und Christian Weise; H. Böhlaus Nachfahren, Weimar 1928; Unveränderter reprografischer Nachdruck Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1972, ISBN 3-534-02914-3
  • Fritz Brüggemann: Das Weltbild der deutschen Aufklärung: Philosophische Grundlagen und literarische Auswirkung: Leibniz, Wolff, Gottsched, Brockes, Haller; Reclam, Leipzig, 1930
  • Gerhard Kaiser: Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang. Geschichte der deutschen Literatur. 6. erw. Aufl. UTB, Stuttgart 1996, ISBN 3-8252-0484-7.
  • Iwan-Michelangelo D’Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Akademie Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-05-004364-7 (Akademie Studienbücher – Literaturwissenschaft).
  • Lieselotte Steinbrügge: Das moralische Geschlecht. Theorien und literarische Entwürfe über die Natur der Frau in der französischen Aufklärung, Beltz, Weinheim/ Basel; 2. Aufl. Metzler, Stuttgart 1992 ISBN 3-476-00834-7.
  • dies.: The Moral Sex. Woman’s nature in the French Enlightenment, Oxford University Press, New York 1995 ISBN 0-19-509493-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeint war unter anderem Écrasez l’infâme superstition, dt.: „Zerstört den niederträchtigen Aberglauben“
  2. Voltaire unterzeichnete seit 1761 zahlreiche Briefe mit der Floskel Écrasez l’infâme bzw. Écrlinf
  3. Deutschland: Die vernünftigen Tadlerinnen 1725–1726 und Der Biedermann 1727–1729, Beyträge zur Critischen Historie der deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit 1732–1744, Neuer Büchersaal der schönen Wissenschaften und freyen Künste 1745–1750 alle vier herausgegeben von Johann Christoph Gottsched, Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters ab 1750, herausgegeben von Christlob Mylius und Lessing, Briefe, die Neueste Litteratur betreffend 1758–1765, herausgegeben von Friedrich Nicolai, Moses Mendelssohn und Lessing, Allgemeine Deutsche Bibliothek (ADB) 1765–1796 (1–118), herausgegeben von Friedrich Nicolai, Der Teutsche Merkur 1773–1789, herausgegeben von Christoph Martin Wieland, Thalia 1787, Die Horen 1795–1797, beide herausgegeben von Friedrich Schiller, Deutsche Monatsschrift 1790–1799, herausgegeben von Friedrich von Gentz (bis 1795) und Gottlob Nathanael Fischer, Neue Deutsche Monatsschrift 1795, herausgegeben von Friedrich von Gentz, Neue Allgemeine Deutsche Bibliothek (NADB) 1793–1806 (1–107), herausgegeben von Friedrich Nicolai; Frankreich: Correspondance littéraire, philosophique et critique 1747–1793, herausgegeben von Friedrich Melchior Grimm, Guillaume-Thomas Raynal, Denis Diderot
  4. vgl. die Salons der sog. Preziösen unter Ludwig XIV.
  5. Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit, Frankfurt 1962.
  6. Vgl. z. B. Andreas Gestrich: Absolutismus und Öffentlichkeit. Politische Kommunikation zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Göttingen 1994.
  7. Grundlegung einer deutschen Sprachkunst, Leipzig 1748
  8. Das Theater des Herrn Diderot übersetzt von Lessing, 1760, darin u. a. Le fils naturel (1757) und Le père de famille (1758); Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache. Aus einem Manuskript des verstorbenen Diderot gezogen, Thalia, 1, 1785 übersetzt von Schiller (Volltext auf Wikisource)
  9. Daniel Defoe Robison Crusoe (1719), Moll Flanders (1722), Roxana (1724), Jonathan Swift Gullivers Reisen (1726), Samuel Richardson Pamela (1740), Clarissa (1748), Sir Charles Grandison (1753), Henry Fielding Joseph Andrews (1742), Jonathan Wild (1743), Tom Jones (1749), Tobias Smollett Roderick Random (1748), Peregrine Pickle (1751), Laurence Sterne Tristram Shandy (1760–1767), A Sentimental Journey Through France and Italy (1768)
  10. Michel-Jean Sedaine (1719–1797), Le Philosophe sans le savoir 1765, Voltaire Zaïre 1732, Mahomet ou le Fanatisme 1741; D. Diderot Le fils naturel 1757, Le père de famille 1758
  11. Der Barbier von Sevilla, 1775 und Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit, 1784
  12. Le nozze di Figaro, 1786
  13. Vorgelesen bei einer öffentlichen Sitzung der kurfürstlichen deutschen Gesellschaft zu Mannheim im Jahr 1784
  14. J. Chr. Gottsched: Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen. Leipzig 1729.
  15. vgl. J.G. Schmidt: Die gestriegelte Rocken-Philosophia, Oder Auffrichtige Untersuchung derer Von vielen super-klugen Weibern hochgehaltenen Aberglauben. Chemnitz, 1705.
  16. Leipzig 1785–1789. Digitalisat: [1]
  17. Vgl. dazu Jean Pauls Einschätzung dieser Phänomene; dazu Walter Lauterwasser: Das okkulte Schrifttum im 18. Jahrhundert. Versuch eines Überblicks. Weimarer Beiträge 4, 2005, S. 588–611.