Robinson Crusoe

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Robinson Crusoe von Walter Paget

Robinson Crusoe [r'ɔbɪnsn kr'u:sou] ist ein Roman von Daniel Defoe, der die Geschichte eines Seemannes erzählt, der mehrere Jahre auf einer Insel als Schiffbrüchiger verbringt. Das Buch erschien 1719 und gilt als der erste englische Roman. Das literarische Motiv des Eingeschlossenseins auf einer Insel bezeichnet man nach ihm auch als Robinsonade.

Der vollständige Titel des englischen Originals lautet: The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe of York, Mariner: Who lived Eight and Twenty Years, all alone in an un-inhabited Island on the Coast of America, near the Mouth of the Great River of Oroonoque; Having been cast on Shore by Shipwreck, wherein all the Men perished but himself. With An Account how he was at last as strangely deliver'd by Pirates. Written by Himself. („Das Leben und die seltsamen überraschenden Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, Seemann, der 28 Jahre allein auf einer unbewohnten Insel an der Küste von Amerika lebte, in der Nähe der Mündung des großen Flusses Oroonoque; durch einen Schiffbruch an Land gespült, bei dem alle außer ihm ums Leben kamen. Mit einer Aufzeichnung, wie er endlich seltsam durch Piraten befreit wurde. Geschrieben von ihm selbst.“)

Der große Erfolg des Buches – nach der Erstveröffentlichung am 25. April 1719 erschienen noch selbigen Jahres drei weitere Auflagen – führte zur Fortsetzung The Farther Adventures of Robinson Crusoe vom 20. August 1719 und einem eigentümlichen Nachklapp unter dem nunmehr eingeführten ‚Markennamen‘ Serious Reflections during the Life and Surprising Adventures of Robinson Crusoe, with his Vision of the Angelick World. Written by himself (6. August 1720).[1]

Zu den bekannten Illustratoren des Buches gehört Walter Paget.

Inhalt[Bearbeiten]

Robinson Crusoe und Freitag auf einem Gemälde von Carl Offterdinger (1829–1889)

Robinson Crusoe, Sohn eines nach England ausgewanderten Bremer Kaufmanns mit dem ursprünglichen Namen Kreutznaer, wird 1632 in York geboren. Sein Vater schärft dem jungen Robinson ein, er gehöre in den Mittelstand, und warnt ihn eindringlich davor, zur See zu gehen, dort würde er seinen Untergang finden. Robinson Crusoe missachtet diese Ermahnungen und wird auf einer seiner ersten Fahrten vor der Küste Nordafrikas von Piraten überfallen und versklavt. Erst nach zweijähriger Gefangenschaft in der marokkanischen Hafenstadt Salé gelingt ihm zusammen mit dem ebenfalls versklavten Jungen Xury die Flucht; beide segeln entlang der afrikanischen Atlantikküste nach Süden. Schließlich werden sie von einem portugiesischen Kapitän auf hoher See aufgenommen. Er bringt sie über den Ozean nach Brasilien; Robinson verkauft Xury an den Kapitän, lässt sich von ihm aber schriftlich zusichern, dass Xury nach 10 Jahren Dienst, wenn er ein Christ geworden ist, die Freiheit erhalten soll.

In Brasilien kommt Robinson durch Geschick im Handel schnell zu Geld. Er erwirbt eine eigene Zuckerplantage und bewirtschaftet sie so gut er es vermag. Um schwarze Sklaven für seine und andere Plantagen aus Guinea zu holen, geht er wieder zur See. Auf dieser Fahrt erleidet er bei einem Sturm in der Karibik Schiffbruch, den er als einziges Mitglied der Besatzung überlebt. Er strandet an einer abgelegenen Insel im Mündungsgebiet des Orinoco. Crusoe kann an den folgenden Tagen mit einem selbstgebauten Floß noch verschiedene Ausrüstungsgegenstände aus dem Schiffswrack retten, bevor er eines Morgens feststellen muss, dass es nach einem weiteren Sturm verschwunden ist.

Robinson baut sich eine kleine Festung, in deren Schutz er lebt. Er beginnt, Getreide anzubauen, zu jagen und Kleidung aus den Fellen wilder Ziegen herzustellen. Etwa am zwölften Tag nach seiner Landung errichtet er ein großes Kreuz, in das er den 30. September 1659 als Datum seiner Ankunft auf der Insel einritzt, und beschließt, fortan jeden Tag eine Kerbe in das Kreuz zu ritzen. Auch führt er ein Tagebuch, bis ihm schließlich die Tinte ausgeht. Seine Festung rüstet er mit vom Schiff geretteten Musketen aus. All dies tut er mit äußerster Vorsicht, da er sich auf der Insel nicht sicher fühlt.

Crusoe erkrankt ernsthaft. Im Fieber erscheint ihm ein Mann, der von einer schwarzen Wolke auf einer großen Flamme herabsteigt und ihm sagt, dass sein Leben ihn noch nicht zur Reue gebracht habe. Robinson wird letztlich wieder gesund. Zuvor nicht religiös, erstarkt er zunehmend im Glauben an Gott, dem er sein Leben und alles zu verdanken glaubt, was er auf der Insel besitzt. So liest er jeden Morgen in einer Bibel, die er vom Schiff bergen konnte.

Abseits seiner Festung errichtet sich Crusoe noch eine Laube. Bei einer Expedition zum Westende der Insel macht er in der Entfernung im Ozean Land aus. Auf der Insel gefangene Ziegen verwendet er zur Zucht und gelangt so zu einer eigenen Ziegenherde.

Crusoe findet Reste einer Kannibalenmahlzeit (von W. Paget)

Eines Tages entdeckt er im Sand einen Fußabdruck, der größer ist als sein eigener. Zwei Jahre später findet er am Strand die Überreste eines Kannibalengelages. Die Insel wird offenbar bisweilen von Kannibalen besucht, die dort ihre Festmähler abhalten.

Eines Nachts träumt Robinson, dass Kannibalen die Insel, auf der er lebt, mit einem Opfer aufsuchen, das jedoch entkommt und zu Robinson läuft. Tatsächlich erscheinen anderthalb Jahre später wieder „Wilde“ auf der Insel, und eines ihrer vorgesehenen Schlachtopfer läuft, von zwei Kannibalen verfolgt, auf Robinsons Versteck zu. Robinson und dem Verfolgten gelingt es, die beiden Kannibalen zu töten. Den zu ihm geflohenen Wilden, der später sein Freund und Diener wird, nennt Robinson Freitag zur Erinnerung an den Tag, an dem er ihm das Leben gerettet hat. Er bringt Freitag die englische Sprache bei, macht ihn mit der europäischen Lebensweise vertraut und führt ihn an die christliche Lehre heran.

Bevor Robinson nach 28 Jahren schließlich gerettet wird, gelingt es ihm und Freitag, einen schiffbrüchigen Spanier und einen anderen Eingeborenen aus den Klauen der Kannibalen zu befreien, die wieder einmal einen Festschmaus auf Robinsons Insel abhalten wollen. Der gerettete Eingeborene stellt sich als Freitags Vater heraus, während der Spanier berichtet, dass weitere mit ihm zusammen gestrandete Spanier auf Freitags Heimatinsel ein bedauernswertes Dasein führen. So wird beschlossen, dass Freitags Vater mit dem Spanier losfahren soll, um die anderen Europäer zu Robinsons Insel zu bringen.

Während die beiden noch unterwegs sind, ankert eines Tages ein englisches Schiff vor der Insel, dessen Mannschaft gemeutert und beschlossen hat, den Kapitän und noch zwei Unglückliche auf der scheinbar unbewohnten Insel auszusetzen. Nach harten und verlustreichen Kämpfen mit den Meuterern gelingt es Robinson, das Schiff zurückzuerobern. Nun werden die überlebenden Rädelsführer der Meuterei auf der Insel ausgesetzt, und Robinson fährt am 19. Dezember 1686 nach England zurück, wo er am 11. Juni 1687 nach 35 Jahren Abwesenheit eintrifft.

Von dort schifft er sich mit Freitag nach Lissabon ein, wo er den alten portugiesischen Kapitän wiedertrifft, der ihm Rechenschaft über seine Pflanzungen in Brasilien gibt. Robinson erfährt, dass er während seiner Abwesenheit zu einem wohlhabenden Mann geworden ist, da seine Plantage inzwischen ein kleines Vermögen eingebracht hat. Für die Rückkehr nach England benutzen Robinson und Freitag zunächst den Landweg, auf dem sie Abenteuer mit Wölfen und einem Bären bestehen. Zurück in England verkauft Robinson seine Pflanzungen in Brasilien, legt das Geld an und heiratet.

Nach dem Tod seiner Frau besucht er die Insel erneut und lässt sich von den Bewohnern ihre Geschichte berichten. Die Spanier haben sich nach zunächst heftigen Kämpfen mit den Meuterern geeinigt, da die Insel von Kannibalen angegriffen wurde. Die Bewohner bilden inzwischen eine friedliche Kolonie, zu der Robinson bei späteren Besuchen sogar Neuansiedler bringen kann.

Hintergrund der Geschichte[Bearbeiten]

Freitag (Illustration von W. Paget)

Die Geschichte von Robinson Crusoe kann auf das Leben des Abenteurers Alexander Selkirk zurückgeführt werden. Dieser gehörte zur Mannschaft des Freibeuters William Dampier und wurde 1704 nach einem Streit mit seinem Kapitän auf der zum Juan-Fernández-Archipel gehörigen Insel Mas a Tierra, die heute Robinsón Crusoe heißt, ausgesetzt.[2] Selkirk blieb vier Jahre und vier Monate auf der Insel, bis er am 2. Februar 1709 gerettet wurde.[3] Nach seiner Rückkehr nach England zeichnete Richard Steele Selkirks Geschichte auf und veröffentlichte sie 1713 in seiner Zeitschrift „The Englishman“. Durch diesen Text ließ sich Daniel Defoe vermutlich zu seinem Roman Robinson Crusoe anregen. Angeblich soll Defoe Selkirk auch in einem noch heute existierenden Pub (Llandoger Trow) in Bristol getroffen haben. Steeles Bericht über Selkirks Abenteuer und Defoes Fantasie vereinten sich zu einem Werk, das heute zu den Klassikern der Weltliteratur gehört.

Dieser Klassiker wurde bereits kurz nach seinem Erscheinen auf einen Abenteuerroman reduziert – Defoes Original ist eigentlich eine zweiteilige Gesellschaftskritik, bei der nur der erste Teil von Robinsons Zeit auf der Insel handelt.

Rezeption im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Robinson Crusoe mit Sonnenschirm von Offterdinger & Zweigle, um 1880

Schon im Jahr nach Erscheinen der Originalausgabe des Werks waren in Deutschland vier verschiedene Übersetzungen erhältlich, ab 1722 folgte dann eine bedeutende Zahl von mehr oder weniger originellen deutschsprachigen Bearbeitungen des Stoffs. Zu den bedeutendsten unter diesen Robinsonaden zählen Johann Gottfried Schnabels Insel Felsenburg sowie der Schweizerische Robinson von Johann David Wyss. Eine der ersten Rezensionen mit Abbildung des Buchhelden im Holzschnitt fand sich 1720 in der Zeitschrift Remarquable Curiosa.[4]

Die Robinsonaden orientierten sich teils mehr an der belehrenden, teils mehr an der abenteuerlichen Seite des Originals. Oft wurde im Titel der Name Robinson, sowie zur Unterscheidung von der Konkurrenz, der Beruf oder die Herkunftsregion des Helden genannt – letzteres insbesondere in Österreich.

Österreichische Robinsonaden erschienen zahlreich ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zeichneten sich in der Regel dadurch aus, dass sie Robinsons Gefährten Freitag durch eine weibliche Person ersetzten. Der ungarische Robinson Adreas Jelky von Ludwig Hevesi beruhte auf wahren Begebenheiten, ebenso wie der autobiographische kärntnerische Robinson von Leonhard Eisenschmied. Karl Temlichs österreichischer Robinson (1791) Andreas Geißler aus Wien ist dagegen ebenso fiktiv wie die meisten anderen. Auch der steirische Robinson (1793) und der Robinson aus Böhmen (1796) haben sich bis heute erhalten. Schließlich erschien 1802 Robinson der Ober-Österreicher, eine fiktive Autobiografie von Johann Georg Peyer.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Die Geschichte von Robinson Crusoe wurde seit der Stummfilmzeit vielfach verfilmt.

Von den Kinofilmen ist besonders die russische Fassung Robinzon Kruzo von 1946 zu erwähnen, mit Pawel Kadotschnikow als Crusoe und Juri Ljubimow als Freitag. Dieser Film wurde als 3D-Film in Farbe gedreht und als erster Spielfilm auf einer Drahtraster-Leinwand vorgeführt. Dies ermöglichte es, ihn räumlich ohne die sonst üblichen 3D-Brillen anzusehen.

1954 nahm sich auch Luis Buñuel der Vorlage an und erzielte damit einen unerwarteten kommerziellen Erfolg. Der Darsteller der Titelrolle Dan O’Herlihy wurde für den Oscar nominiert.

Für die Reihe der Abenteuervierteiler des ZDF wurde die Geschichte von Robinson Crusoe 1964 als erster Stoff ausgewählt (Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, von ihm selbst berichtet). Die Titelrolle spielte der bis dahin unbekannte Robert Hoffmann, den Freitag spielte Fabian Cevallos. Diese Fassung gilt als die bisher werkgetreueste Verfilmung.

Die 1966 entstandene Walt-Disney-Produktion Robin Crusoe, der Amazonenhäuptling mit Dick Van Dyke in der Titelrolle war ein erfolgloser Versuch, den Stoff in der heutigen Zeit anzusiedeln.

Beachtung fand auch die von Jack Gold 1975 realisierte Verfilmung unter dem Titel Freitag und Robinson (Man Friday) mit Peter O’Toole (als Robinson) und Richard Roundtree (Freitag) in den Hauptrollen. Jack Gold hielt sich an die Geschichte, benutzte sie jedoch gleichzeitig dazu, die damaligen Vorstellungen vom „zivilisierten weißen Mann“ zu karikieren und somit gleichzeitig harsche Kritik an Kolonialismus, Missionierung, Rassismus und ähnlichen Erscheinungen zu üben.

1976 drehte Sergio Corbucci mit Robinson jr. (auch Robinson Junior genannt) eine in der Gegenwart angesiedelte Parodie auf den Defoe-Stoff, in der ein luxusverwöhnter Mailänder Modedesigner (Paolo Villaggio) auf eine einsame Insel gespült wird und später einen weiblichen Freitag (Zeudi Araya) zur Seite bekommt.

1981 wurde von Krátky Film in Prag ein aufwendig produzierter Puppentrickfilm, mit Zeichnungen als Rückblenden, fertiggestellt. Dieser wurde in Deutschland 1983 als „Die wundersamen Abenteuer des Robinson Crusoe“ (tschechischer Originaltitel: „Zivot a podivuhodna dobrodruzstvi Robinsona Crusoe namornika z Yorku“) erstmals aufgeführt.[5]

1988 gab es eine Fassung aus Großbritannien von Caleb Deschanel, in der Hauptrolle Aidan Quinn, Originaltitel „Crusoe“, deutscher Titel „Robinson Crusoe – Reise ins Abenteuer“. Die Filmmusik wurde von Michael Kamen komponiert.

In den USA gab es 1997 eine weitere Verfilmung mit Pierce Brosnan als Robinson Crusoe und William Takaku als Freitag, die jedoch der Originalerzählung nicht so nah ist wie die anderen. Die Regie führten George Miller und Rodney K. Hardey.

2002 drehte Thierry Chabert einen französischen Fernseh-Zweiteiler im Format 16:9 (Originaltitel: L'île de Robinson und Robinson et Vendredi, deutsche Titel: Die Insel des Robinson und Robinson und Freitag) mit Pierre Richard als Robinson (ca. 190 Min). Auch diese Fassung ist gesellschaftskritisch. So verlangt Robinson von seinem Diener Freitag zivilisiertes Verhalten und begründet es als Fortschritt gegenüber Freitags Volk, den Wilden. Jedoch zeigen sich die zivilisierten Europäer in diesem Film häufig als Feiglinge, Lügner und Mörder, wohingegen Freitag (Nicolas Cazalé) als Wilder eher die typischen Tugenden wie Mut, Charakterstärke, Treue und Ehrlichkeit aufweist. Abweichend von der Romanfassung begleitet Freitag Robinson am Ende zu seiner Plantage zurück und erlebt dort die Unterdrückung und Ausbeutung der Sklaven. Als Dunkelhäutiger wird er von den Weißen nicht respektiert. Sowohl Robinson als auch Freitag versuchen die Sklaven zu beschützen. Die anderen Plantagenbesitzer zünden daraufhin Robinsons Haus an. Robinson und Freitag flüchten nach Europa. Dort will Robinson die Idee verbreiten, dass alle Menschen gleich sind.

Das Motiv der Geschichte bildet die Basis für weitere Filme. So weist unter anderem Robert Zemeckis Film Cast Away – Verschollen, mit Tom Hanks als Verschollenem, unverkennbare Parallelen zur Darstellung des Crusoe auf.

Bereits 1964 drehte der US-amerikanische Regisseur Byron Haskin unter dem Titel Robinson Crusoe on Mars, vom deutschen Verleih Notlandung im Weltraum betitelt, eine Science-Fiction-Version.

Im Jahr 2005 drehte die Private Media Group eine Porno-Adaption namens Robinson Crusoe on Sin Island, die mit einem AVN Award ausgezeichnet wurde.

In Deutschland sind ferner einige Hörspiele und Lesungen erschienen. Besonders erwähnenswert sind hierbei eine Lesung von Rufus Beck, erschienen bei „Hörbuch Hamburg“, und ein Hörspiel in der Bearbeitung und unter der Regie von Sven Stricker, erschienen 2005 beim Münchner „Hörverlag“, das auf der Urfassung des Stoffes basiert.

2008/2009 Wurde bei NBC eine TV-Serie Namens Crusoe ausgestrahlt. Dort hat der Gestrandete Robinson Philip Winchester bereits eine Familie und zwei Kinder, die er auf der Flucht vor falschen Anschuldigungen verlassen musste, und will nichts sehnlicher als zu ihnen zurück. Er rettet Freitag Tongayi Chirisa und lebt mit ihm fortan auf der Insel, auf der der technisch und handwerklich begabte Crusoe schon einiges gebaut hat.

Bedeutung für die phantastische Literatur[Bearbeiten]

Titelseiten von Defoes Robinson Crusoe (Erstausgabe London: W. Taylor, 1719) und einer der zeitgenössischen Parallelausgaben von Fénelons Telemach (London: E. Curll, 1715)

Stärker als z. B. in Edgar Allan Poes Seltsame Erlebnisse des Arthur Gordon Pym aus Nantucket (1838) und anders als in Herbert Georges Wells' Die Zeitmaschine (1895) tritt in Robinson Crusoe der Mensch in die Ödnis des Raumes, der Zeit und der Ewigkeit. Dadurch kann die den Menschen bedrückende Einsamkeit ganz in ihrer Schwere empfunden werden und hat der Roman bedeutenden Einfluss auf die Science-Fiction genommen.[6] Neben weiteren ungezählt-unterschiedlichsten Anregungen – wie etwa auf den Titel The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman (1759–1767) von Lawrence Sterne – liefern The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe of York, Mariner Vorlage wie Hintergrund von The Lord of the Flies (1954), für den William Golding 1983 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Sonstiges[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Anhang: Entstehungsgeschichte und Quellen der Romane“ in: Norbert Miller (Hrsg.), Daniel Defoe. Romane. Erster Band. 2., veränderte Auflage München: Carl Hanser Verlag 1974, S.732 ff.
  2. Oliver Zelt: Gemein, brutal und lasterhaft. Die echten Piraten alten Schlages waren ganz anders als die in Hollywood-Filmen. In: Berliner Zeitung. 24. Mai 2007, Vermischtes S. 32.
  3.  Marco Evers: Gestrandet im Paradies. In: Der Spiegel. Nr. 6, 2009, S. 130–131 (2. Februar 2009, online).
  4. Poliander: Remarquable Curiosa, Erfurt 1720, Acta Publica S. 314-319, mit Holzschnittdarstellung
  5. http://www.robinsone.de/auth/defoe-alles.htm
  6. Michael Salewski: Zeitgeist und Zeitmaschine. Science Fiction und Geschichte. Dtv, München 1986, S. 9–12.

Literatur[Bearbeiten]

  • Constantin von Wurzbach: Jelky, Andreas. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 10, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1863, S. 134–136.
  • Hermann F. Wagner: Robinson in Oesterreich. Ein Beitrag zur Geschichte der Deutschen Robinson-Litteratur. Salzburg 1886.
  • Hermann F. Wagner: Robinson und die Robinsonaden in unserer Jugendliteratur. Literaturgeschichtliche Studie. In: Jahresbericht der k. k. Franz Joseph-Realschule. Wien 1903, Band 28, S. 3–20.
  • Ian Watt: >Robinson Crusoe, Individualismus und der Roman<. In: Willi Erzgräber (Hrsg.): Interpretationen Band 7 · Englische Literatur von Thomas Morus bis Laurence Sterne. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. et al. 1970, S. 227-260.

Der Klassiker selbst ist in verschiedenen Ausgaben im Buchhandel erhältlich. Hier eine Auswahl:

Neu übertragen und für die Jugend bearbeitet von Marianne Wagner:

Literarische Bearbeitungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robinson Crusoe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Robinson Crusoe – Quellen und Volltexte (englisch)