Avery Zweckform

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Avery Zweckform GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1946
Sitz Oberlaindern, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Peter Sperl[1]
Mitarbeiterzahl 201[2]
Umsatz 55 Mio. €[2]
Branche Büromaterialhersteller
Website www.avery-zweckform.com
Stand: 31. Dezember 2016

Die Avery Zweckform GmbH (bis 30. Juni 2013: Avery Dennison Zweckform Office Products Europe GmbH)[2] ist ein deutscher Büroartikelhersteller mit Sitz in Oberlaindern in der oberbayerischen Gemeinde Valley bei München. Er gehört zusammen mit der eng verwandten CCL Label GmbH im nahe gelegenen Holzkirchen zur kanadischen CCL Industries. Der Name „Zweckform“ zählt zu den bekanntesten deutschen Markennamen.[3]

Auf dem deutschen Markt werden hauptsächlich Formularbücher für den Gebrauch im Büro, Drucker-Etiketten sowie bedruckbare Folien für verschiedene Anwendungen angeboten. Dazu kommen Auszeichnungsgeräte und Sticker, die als Nischenprodukte aber nur untergeordnete Bedeutung haben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche Vorgängerunternehmen wurde 1946 in Oberlaindern in einem ehemaligen Kuhstall von Hermann Steinbeis und Paul Nordmann als Zweckform Schreibwaren und Bürobedarfs GmbH gegründet. Das Unternehmen produzierte zunächst sehr erfolgreich Formular- und Durchschreibbücher. 1949 erzielte Zweckform einen Umsatz von über einer Million DM und beschäftigte 121 Mitarbeiter.

Zweckform-Quittungsblock, um 1950

Das meistverkaufte Produkt aus dieser Zeit war der Quittungsblock 300, von dem seit 1954 über 30 Millionen Exemplare verkauft wurden. Durch dessen weite Verbreitung wurde der Firmenname Zweckform bald zum Inbegriff für Hilfsmittel im Büroalltag in Deutschland.[4]

1956 schloss das Unternehmen einen Lizenzvertrag mit dem amerikanischen Etikettenhersteller Avery ab und vermarktete dessen Produkte auf dem europäischen Markt. Ab 1958 positionierte sich das Unternehmen in Deutschland erfolgreich als Marktführer für Etiketten. 1982 zog die Etikettiertechnik in ein neues Werk ins nahe gelegene Holzkirchen um. Vier Jahre später wurden die beiden Geschäftsbereiche Büroartikel und Etiketten organisatorisch getrennt in die Zweckform Büroprodukte GmbH und die Zweckform Etikettiertechnik GmbH. Zu dieser Zeit war die Zweckform einer der größten Arbeitgeber in der Region.

1999 wurden beide Geschäftsbereiche vom kalifornischen Etikettiertechnik-Konzern Avery Dennison übernommen. Die Etikettiertechnik wurde dabei jedoch schon ein Jahr später als Steinbeis Packaging Group ausgegründet und 2005 an den kanadischen Konzern CCL Industries verkauft, der den neu erworbenen Geschäftszweig in CCL Label umbenannte. In diesem Bereich waren 2011 im Durchschnitt 231 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz betrug 40,5 Mio. Euro.[2][5]

Die Büroartikelsparte blieb bei Avery Dennison und firmierte fortan unter zwei verschiedenen Namen unter dem gemeinsamen Dach der Avery Dennison Europe Holding (Deutschland) GmbH & Co. KG, nämlich der Avery Dennison Zweckform Office Products Europe GmbH für den Vertrieb und der Avery Dennison Zweckform Office Products Manufacturing GmbH für die Produktion. Die zusammen 312 Mitarbeiter erwirtschafteten 2011 rund 33 Mio. Euro Umsatz.[2]

Nachdem 2012 der Verkauf der Büroartikelsparte an den Mischkonzern 3M am Einspruch der Kartellbehörden scheiterte, erwarb CCL nun auch die Büroartikelsparte, die seither als Avery Zweckform GmbH firmiert und damit zum zweiten Mal zum Schwesterunternehmen der Etikettiertechnik wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum
  2. a b c d e Elektronischer Bundesanzeiger
  3. AVERY Zweckform – Das Etikett. (Nicht mehr online verfügbar.) Handelsblatt, 18. Dezember 2012, archiviert vom Original am 28. September 2013; abgerufen am 24. September 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.handelsblatt.com
  4. boss bürowirtschaft international - Nr. 7 / Juli 2004 - bit-Verlag Weinbrenner GmbH & CO.KG, 70771 Leinfelden-Echterdingen
  5. Katrin Hager: Hoffnung auf Geschwisterliebe. In: Münchner Merkur. 1. Februar 2013 (online).

Koordinaten: 47° 52′ 34″ N, 11° 44′ 34″ O