Büromaterial

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Unter Büromaterial versteht man im Rechnungswesen Betriebsstoffe, die in Büros oder sonstigen Verwaltungen für die Abwicklung der Büroarbeit eingesetzt werden.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büromaterial gehört zu den Betriebsstoffen,[1] ist also ein betrieblicher Produktionsfaktor. Ein Teil des Büromaterials wird verbraucht und geht in das Produkt oder die Dienstleistung ein wie etwa ein erstellter Geschäftsbrief; diese Büromaterialien gehören zu den Repetierfaktoren. Der andere Teil der Büromaterialien dient im Rahmen der Betriebsbereitschaft der dauerhaften Produktion und gehört zu den Potentialfaktoren (wie etwa Kalender).

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Verwendungszweck des Büromaterials unterscheidet man Ordnungsmittel (Aktenordner, Büroklammern), Schreibmittel (Kugelschreiber, Textmarker) und Schreibunterlagen (Briefpapier, Kopierpapier). Büromaschinen und Bürogeräte (mechanische Bürogeräte wie Locher oder Hefter; elektrische wie Drucker oder Kopiergeräte) gehören nicht zum Büromaterial, sondern sind als Betriebs- und Geschäftsausstattung zu aktivieren. Auch Büromöbel wie Schreibtisch oder Papierkorb gehören nicht zum Büromaterial.

Steuerliche Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Finanzbuchhaltung werden Ausgaben für Büromaterial als Sofort-Aufwand gebucht und im Rahmen des Jahresabschlusses auf das GuV-Konto abgeschlossen. Das ist allerdings nur bei sogenannten „selbständig nutzbaren Gütern“ der Fall. Ein Scanner, der zum Betrieb an einen Computer angeschlossen werden müsste, kann beispielsweise nicht als Aufwand für Büromaterial verbucht werden, obwohl er eventuell weniger als 150 Euro netto kostet, sondern zählt ebenso wie alle Büromaschinen oder Büromöbel, die mehr als 150,00 Euro netto bei ihrer Anschaffung gekostet haben, zur Betriebs- und Geschäftsausstattung (BGA) bzw. zu Büromaschinen.

Rechnungswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bilanz wird das Büromaterial nach § 266 Abs. 2 A II Nr. 3 HGB zusammen mit der Betriebs- und Geschäftsausstattung verbucht, sofern aus steuerlichen Gründen nicht eine Verbuchung als Sofort-Aufwand zulässig ist. Der Einsatz oder Verbrauch von Büromaterial verursacht in der Kostenrechnung Gemeinkosten, da eine genaue Zuordnung zum einzelnen Kostenträger nicht möglich oder zu aufwendig ist; konkret gehört das Büromaterial zu den Materialgemeinkosten.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dietger Hahn/Gert Laßmann, Produktionswirtschaft - Controlling industrieller Produktion, Band 1, 2013, S. 330
  2. Werner Zimmermann/Hans-Peter Fries/Gero Hoch, Betriebliches Rechnungswesen, 2003, S. 158

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Büromaterial – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Büromaterial – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien