Böminghausen

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Böminghausen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Regierungsbezirk Arnsberg
Landkreis: Kreis Olpe
Gemeinde: Kirchhundem
Höhe: 409,6 m ü. NN
Einwohner: 44 (31. Dez. 2014)

Böminghausen ist ein Dorf im Norden der Gemeinde Kirchhundem im Kreis Olpe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Böminghausen in der Gemeinde Kirchhundem liegt am Westhang des in einer historischen Karte[1] als „Böminghauser Köpfchen“ bezeichneten, in topographischen Karten aber „Buchhagen“ genannten 496,3 m hohen Berges. Im Südosten liegt der zirka 530 m hohe Dastein, im Südwesten ein 507 m hoher nördlicher Ausläufer des Stüvelhagen und im Norden der 436,7 m hohe Königsberg. Westlich des Dorfes verläuft von Süden nach Norden das Tal des Albaumer Baches, der im Nachbarort Würdinghausen in die Hundem mündet. Die Ortslage gehört zu den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Böminghausen sind Marmecke im Osten, Albaum im Südwesten, Flape im Westen und Würdinghausen im Norden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böminghausen gehört zu den wenigen Orten in der Gemeinde Kirchhundem, die bereits vor 1300 schriftlich erwähnt werden. Die Ersterwähnung findet sich in einem Zehntlöseregister der Familie Rump, Haus Wenne (Eslohe) von 1279.[2] Der Ortsname ist zu deuten als „bei den Häusern der Leute des Buni/Buno“.[3] Die Ortschaft liegt an historischen Wegeverbindungen. Der Kriegerweg führt über den westlich gelegenen Stüvelhagen von Süden nach Norden. Östlich des Dorfes verläuft die „via Francofurtensis“, einer Verbindung, die von „Bilstein über Kirchhundem, Herrntrop, Würdinghausen durch die Rüspe nach Laasphe, Wetzlar und weiter ins Ausland“ führte.[4] Am Dastein gelegene Sperrwälle, die als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen sind, zeugen noch heute von dieser Fernverbindung.[5] Durch die günstige Verkehrslage spielte das Fuhrmannsgewerbe in der Ortsgeschichte eine wichtige Rolle. In einem Schatzungsregister von 1717 werden für den kleinen Ort vier Fuhrleute genannt.[6] Im Schatzungsregister von 1536 werden bei fünf Hofstellen acht Steuerpflichtige genannt, die 12 1/4 Gulden an Schatz zu zahlen hatten. Der Familienname „Moller“ in den Schatzungsregistern des 16. Jahrhunderts lässt die Vermutung zu, dass für den Ort zeitweise eine eigene Mühle betrieben wurde, die man später aufgab. Denkbar ist, dass diese am Albaumer Bach stand, dort wo später der Albaumer Hammer errichtet wurde. An dieser Stelle, die jetzt „Böminghauser Werk“ bezeichnet wird, befindet sich heute die Firma HERA Hermann Rahmer GmbH & Co. KG.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen ist die Bevölkerungsstruktur von Böminghausen noch heute überwiegend katholisch geprägt. Von den 44 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2014) sind 36 römisch-katholisch, 3 evangelisch und zu 5 liegen Angaben zur Religionszugehörigkeit nicht vor.[7]

Die Ortschaft gehörte bis zur Gründung der Filialkirchengemeinde Albaum 1898 zur katholischen Pfarrei Kirchhundem.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böminghausen war von 1843/44 eine Ortschaft der Gemeinde Kirchhundem im Amt Kirchhundem. Mit der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 kam sie zur heutigen Gemeinde Kirchhundem.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der kommunalen Neugliederung 1969 lebten in Böminghausen 41 Einwohner. In den folgenden Jahren sind starke Schwankungen in der Einwohnerzahl zu beobachten: 1974 = 42, 1978 = 32, 1985 = 52, 1990 = 43. Am 31. Dezember 2014 hatte das Dorf 44 Einwohner.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im Naturpark Rothaargebirge.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich von Böminghausen liegt an den Ausläufern des Stüvelhagen das Naturschutzgebiet Krähenpfuhl, südlich das Naturschutzgebiet Albaumer Klippen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böminghausen wird über eine Gemeindestraße erreicht, die nördlich von Albaum von der L 713 abzweigt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Vormberg: Die Jagdbezirke von Schloss Adolfsburg. Historische Ortsansichten und Landschaftselemente im Südsauerland um 1743/44. Kirchhundem 2013. S. 70.
  2. Horst Conrad: Ein Zehntlöseregister der Familie Rump aus dem Jahre 1279. In: SüdWestfalen Archiv 2 (2002), S. 55–68.
  3. Michael Flöer: Die Ortsnamen des Kreises Olpe. Bielefeld 2014. S. 51–52.
  4. Martin Vormberg: Die Jagdbezirke von Schloss Adolfsburg. Historische Ortsansichten und Landschaftselemente im Südsauerland um 1743/44. Kirchhundem 2013. S. 59.
  5. Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem
  6. Martin Vormberg: Die Jagdbezirke von Schloss Adolfsburg. Historische Ortsansichten und Landschaftselemente im Südsauerland um 1743/44. Kirchhundem 2013. S. 51.
  7. Einwohnerstatistik der Gemeinde Kirchhundem
  8. Die Ortsgeschichte von Albaum und Böminghausen. O.o.u.J. (Albaum 2013), S. 141.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolf Wilms u. a.: Die Ortsgeschichte von Albaum und Böminghausen. Hrsg. vom Heimat- und Förderverein Albaum e.V., O.o.u.J. (Albaum 2013).

Koordinaten: 51° 4′ N, 8° 8′ O