Hofolpe

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Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Regierungsbezirk Arnsberg
Landkreis: Kreis Olpe
Gemeinde: Kirchhundem
Höhe: 324 m ü. NN
Einwohner: 740 (31. Dez. 2014)

Hofolpe ist ein Dorf im Nordwesten der Gemeinde Kirchhundem.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofolpe liegt im Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges. Darin gehört es zum sogenannten Bilsteiner Bergland im Gebiet des Olper Landes.[1] Die Ortslage gehört zu den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges. Das Dorf befindet sich in einem von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Tal, das hier von der Olpe zur Hundem hin entwässert wird. Es liegt auf einer Höhe von zirka 320 bis 380 m über NN. Im Osten liegt die 505 m hohe Hohe Lohe, im Südwesten die 545 m hohe Höhe, im Nordwesten der 586 m hohe Alberstein und die 581 m hohe Hohe Bracht und im Norden der 482 m hohe Krähenberg.[2]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Hofolpe sind Kirchhundem im Nordosten, Flape im Osten, Berghof im Südosten, Wirme im Süden, Heidschott im Westen, Bilstein im Nordwesten und Altenhundem im Norden.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schriftliche Ersterwähnung von Hofolpe aus dem Jahr 1454 mit der Schreibweise Hoeffoelpe ist verhältnismäßig spät.[4] Das Grundwort des Ortsnamens ist ein Gewässername, der so viel wie „Bach in einer Flußniederung“ bedeutet. Durch das Bestimmungswort „Hof“ ist der Ortsname als „Hof an der Olpe“ zu deuten.[5]

Frühe Anhaltspunkte über die Größe des Ortes ergeben sich aus einem Schatzungsregister (diente der Erhebung von Steuern) für das Jahr 1543. Demnach gab es in „Hoffolpe“ 11 Schatzungspflichtige (die höchsten Abgaben entfielen auf Hanß Stelken)[6]; diese Zahl könnte mit den damals vorhandenen Höfen bzw. Häusern übereingestimmt haben.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen ist Hofolpe auch heute noch vorwiegend katholisch geprägt. Der Ort gehörte zur katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Kirchhundem. Nach dem Bau der katholischen Kirche St. Antonius in den Jahren 1905/06 erhielt das Dorf 1910 einen eigenen Geistlichen und wurde schließlich als Pfarrvikarie 1923 von Kirchhundem getrennt[7]. Insbesondere durch die Flucht und Vertreibungen von Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die auch in Hofolpe die religiöse Struktur der Bevölkerung. Weitere Veränderungen in dieser Hinsicht erfolgten aufgrund der Migrationsereignisse der jüngeren Zeit.

Nach dem Stand vom 31. Dezember 2014 leben in Hofolpe 575 katholische und 55 evangelische Christen. In der Bevölkerungsstatistik werden ferner 110 Menschen ohne Angaben zu einer Religionszugehörigkeit genannt, hierunter sind diejenigen zu zählen, die keiner Religion angehören wie auch die, die muslimischen Glaubens sind.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1843/44 bis zur kommunalen Neugliederung zum 1. Juli 1969 war Hofolpe ein Ort in der zum Amt Kirchhundem gehörenden Gemeinde Kirchhundem. Mit der kommunalen Neugliederung kam der Ort zur heutigen Gemeinde Kirchhundem.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 hatte Hofolpe 1.047 Einwohner. Bis 1974 stieg die Einwohnerzahl leicht auf 1.095 an, ging dann aber in den folgenden Jahren zurück: 1978 = 1007, 1985 = 943, 1990 = 919.[9] Nach der Einwohnerstatistik der Gemeinde Kirchhundem zum 31. Dezember 2014 zählt das Dorf noch 740 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild von Hofolpe wird geprägt durch die Papierfabrik der Gebrüder Grünewald, die Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände der vormaligen Hofolper Eisenhütte entstand. Der Betrieb ist einer der bedeutenden Industriestandorte mit zahlreichen Arbeitsplätzen innerhalb der Gemeinde Kirchhundem.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wird von zwei wichtigen südwestfälischen Verkehrsverbindungen durchzogen, und zwar der B 517 und der Ruhr-Sieg-Eisenbahn. Ein Bahnhaltepunkt besteht hier aber nicht mehr.[10] An der 1861 eröffneten Bahnstrecke gab es im Ort einen 65 m langen Tunnel, der 1963 aufgeschlitzt wurde. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bundesstraße parallel zur Bahnstrecke verlegt und die nun getrennten Teile des Dorfes durch zwei Brücken miteinander verbunden. Die Bauarbeiten für diese Maßnahmen dauerten bis 1977.[11]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofolpe hat einen Kindergarten in Trägerschaft der katholischen Kirche. Eine eigene Schule ist im Ort nicht mehr vorhanden. Grundschüler besuchen die kath. Grundschule St. Christophorus in Kirchhundem. Weiterführende Schulen gibt es in Kirchhundem und Altenhundem (Lennestadt). Hofolpe liegt im Einzugsbereich der Universität Siegen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofolpe hat einen aktiven Männerchor, den MGV 1918 Hofolpe e.V., der mehrfach Meisterchor und Volksliederleistungschor im ChorVerband Nordrhein-Westfalen wurde.

Als weiterer Musikverein besteht das 1921 gegründete Tambourkorps Hofolpe.

Naturpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hofolpe verläuft die Grenze der beiden Naturparke Ebbegebirge und Rothaargebirge. Beide gingen 2015 im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge auf.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein Hofolpe unterhält einen eigenen Ascheplatz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schützenfest des Heimatschutzvereins 1919 e.V. Hofolpe-Heidschott zählt zu den Höhepunkten im Jahreslauf des Dorfes Hofolpe. Das Fest wird gefeiert am letzten Wochenende im Juni.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Lucas: Das Olper Land. Arbeiten der Geographischen Kommission im Provinzialinstitut für Westfälische Landes- und Volkskunde. Bd. 4. Münster 1941. S. 22
  2. Landesvermessungsamt NRW, Wanderkarte 1:25000. Lennestadt-Kirchhundem in den Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. Auf Grundlage der Topographischen Karte 1:25000. 2. Auflage 1998.
  3. Landesvermessungsamt NRW, Wanderkarte 1:25000. Lennestadt-Kirchhundem in den Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. Auf Grundlage der Topographischen Karte 1:25000. 2. Auflage 1998.
  4. Inventare nichtstaatlicher Archive. Inventar des Graf v. Spee’schen Archivs Ahausen. Bearb. von Horst-Oskar Swientek. Münster 1968. Nr. 200a, S. 73.
  5. Michael Flöer. Die Ortsnamen des Kreises Olpe. Bielefeld 2014. S. 134 – 135 und 186 – 188.
  6. Schatzungsregister 1543 für das kurkölnische Sauerland (Internetdatei) Archivlink (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heimatverein-finnentrop.de PDF S. 30
  7. Herbert Rauterkus: Aus der Geschichte des Dorfes Hofolpe. In: 1918 – 2008. 90 Jahre MGV Hofolpe.Festbuch. O.O.u.J (Hofolpe 2008)
  8. Einwohnerstatistik der Gemeinde Kirchhundem
  9. Günther Becker und Martin Vormberg: Kirchhundem. Geschichte des Amtes und der Gemeinde. Kirchhundem 1994. S. 430.
  10. Landesvermessungsamt NRW, Wanderkarte 1:25000. Lennestadt-Kirchhundem in den Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. Auf Grundlage der Topographischen Karte 1:25000. 2. Auflage 1998.
  11. Herbert Rauterkus: Aus der Geschichte des Dorfes Hofolpe. In: 1918 – 2008. 90 Jahre MGV Hofolpe.Festbuch. O.O.u.J (Hofolpe 2008)

Koordinaten: 51° 4′ N, 8° 4′ O