BHW (Finanzdienstleister)

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BHW (Finanzdienstleister)
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Rechtsform AG
Gründung 1928
Sitz Hameln, Deutschland
Leitung Lars Stoy[1]
Website www.bhw.de
  BHW Bausparkasse AG
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Staat Deutschland
Sitz Hameln
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 254 102 00[2]
BIC BHWB DE2H XXX[2]
Website www.bhw.de
Geschäftsdaten 2014[3]
Bilanzsumme 37,167 Mrd. Euro
Einlagen 19,494 Mrd. Euro
Kundenkredite 29,935 Mrd. Euro
Mitarbeiter 345
Leitung
Vorstand Lars Stoy (Vorsitzender), Dietmar König
Aufsichtsrat Frank Strauß (Vorsitzender)
Unternehmenssitz in Hameln, Lubahnstraße 2

BHW ist ein deutscher Finanzdienstleister mit Sitz in Hameln, der 1928 in Berlin zunächst als Bausparkasse der deutschen Beamtenschaft entstand. Seit Januar 2006 ist BHW eine Tochter der Postbank, die wiederum ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1928 auf Initiative von Johannes Lubahn als „Beamtenbausparkasse, Heimstättengesellschaft der Deutschen Beamtenschaft mbH“, kurz BBS, in Berlin gegründet. Gesellschafter waren der Deutsche Beamtenbund, der Allgemeine Deutsche Beamtenbund und der Deutsche Beamten-Wirtschaftsbund. Lubahn wurde Vorsitzender des aus vier Geschäftsführern bestehenden Vorstands. Die drei anderen Vorstandsmitglieder waren Ernst Remmers, Albert Falkenberg und Max Wagner. Die BBS wurde als einzige Gehaltsabtretungsstelle im Sinne des § 2 des Beamtenheimstättengesetzes am 19 Mai 1928 anerkannt und arbeitete auf gemeinnütziger Grundlage. Damit besaß die Beamtenbausparkasse ein Privileg, welches die anderen Bausparkassen jahrzehntelang zu erlangen versuchten. Hinzu kam ein System von quasi ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Behörden, sogenannten Vertrauensleuten, welches es erlaubte, die Mitarbeiterzahl der Werbeabteilung relativ niedrig zu halten. Die Beamtenbausparkasse konnte also die Spanne zwischen Guthaben- und Darlehenszins konkurrenzlos niedrig halten.

Am 10. November 1933 wurden die Geschäftsanteile der Gründergesellschafter zwangsweise auf den an ihrer Stelle neu gegründeten Reichsbund der Deutschen Beamten übertragen und die Firma in Beamtenheimstättenwerk des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Organ zur Durchführung des Beamtenheimstättengesetzes, Bausparkasse GmbH (BHW) umbenannt.

1945 wurde das Vermögen dieses Gesellschafters nach dem vom Alliierten Kontrollrat am 10. Oktober 1945 erlassenen Kontrollratsgesetz Nr. 2, Anhang 30 beschlagnahmt. In der Sowjetischen Zone wurde es komplett enteignet. Nachdem das Unternehmen 1947 als Voraussetzung für die Genehmigung der Militärverwaltung für die Neuaufnahme des Betriebs in Hameln eine Zonenhauptverwaltung errichtet hatte, wurde Reinhard A. Bitter bis zur Übergabe an die neuen Gesellschafter 1951 Treuhänder für die Westzonen. Juristisch handelte es sich um eine Zweigniederlassung. Eine Verlegung des Firmensitzes nach Hameln scheiterte noch 1950, weil der Berliner Senat und die Berliner Aufsichtsbehörde ihre Zustimmung verweigerten. Die alten Bausparer wurden im März 1948 mit einem Rundschreiben davon unterrichtet, dass der volle Geschäftsbetrieb unter der Firmenbezeichnung „Beamtenheimstättenwerk, Organ zur Durchführung des Beamtenheimstättengesetzes, Beamtenbausparkasse GmbH, Berlin und Hameln“ wieder aufgenommen sei.

Am 17. März 1951 beschloss die Berliner Kommission für Ansprüche auf Vermögenswerte laut Kontrollratsdirektive Nr. 50 entsprechend dem ursprünglichen Stammkapital von 20.000 Reichsmark je einen Geschäftsanteil des BHW in Höhe von 10.000 RM an den Deutschen Beamtenbund in Köln-Deutz und die Vermögens- und Treuhandgesellschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Düsseldorf als Nachfolger der Gründerorganisationen von 1928 zu übertragen. Der Beschluss der Kommission wurde am 22. März 1951 von der Britischen Militärregierung genehmigt und mit Wirkung zum 1. April 1951 vollzogen. Die Genehmigung zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs in der DDR wurde erst 1990 erteilt. Bis zum Verlust der Gemeinnützigkeit im Jahre 1976 war die Bausparkasse als Selbsthilfeeinrichtung nur den Beamten und Angehörigen des Öffentlichen Dienstes zugänglich.

Im Jahre 1955 konnte man in Hameln aus den über das Stadtgebiet verstreuten Büros in das erste eigene Verwaltungsgebäude in Westdeutschland ziehen. Heute ist es das Rathaus der Stadt Hameln.

1990 wurde die BHW Holding GmbH gegründet, die später zur BHW Holding AG umgewandelt wurde. 1997 ging BHW an die Börse. Schon kurze Zeit später wurde die Aktie in den MDAX, den zweitwichtigsten Leitwerteindex der Frankfurter Börse, aufgenommen. Mit der 2003 erfolgten Verkleinerung des MDAX war die BHW Holding im Kleinwerteindex SDAX notiert. Im Januar 2006 legte die Deutsche Postbank nach Übernahme von zirka 91 Prozent des Stammkapitals an der BHW Holding ein Pflichtangebot zum Aufkauf der verbleibenden im Streubesitz befindlichen Aktien vor, pro Aktie sollten 15,04 Euro gezahlt werden. Im Februar 2006 wurde bekannt, dass die Postbank bereits mehr als 95 Prozent der Aktien hielt, weshalb am 21. Februar 2006 die Aktie der BHW Holding aus dem SDAX genommen wurde, Nachfolger war die Baumarktkette Praktiker. Mitte 2007 übernahm der Hannoveraner Talanx-Konzern für 550 Millionen Euro den Lebensversicherer BHW Leben sowie 50 Prozent der PB-Versicherungen, die Talanx bereits zur Hälfte gehörten. Im Februar 2008 wurde die Aktie von der Börse genommen, nachdem ein Squeeze-out der verbleibenden Kleinaktionäre erfolgte. Zusammen mit der Postbank wurde auch die BHW Bausparkasse von der Deutschen Bank übernommen.

Heute übernimmt BHW – und zwar die BHW Kreditservice als Teil des PBC Banking Service – neben der Betreuung eigener Kunden auch die Verwaltung der Kunden anderer Hypothekenbanken und Bausparkassen wie z. B. Axa Bausparkasse und DSL Bank (sogenanntes Kreditprocessing als Outsourcing-Service).

Umgekehrt verkauft die ebenfalls zum Deutsche-Bank-Konzern gehörende DB Bauspar seit 6. Januar 2014 Bausparverträge unter dem Markennamen BHW.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konzerngesellschaft von BHW ist die BHW Holding. Sie hat mit Stand vom Juli 2014 folgende Konzerntöchter:

  • BHW – Gesellschaft für Wohnungswirtschaft
  • BHW Bausparkasse
  • BHW – Gesellschaft für Wohnungswirtschaft Immobilienverwaltung
  • Postbank Finanzberatung
  • Postbank Versicherungsvermittlung
  • Postbank Immobilien
  • BHW Gesellschaft für Vorsorge
  • BHW Kreditservice

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großaktionäre waren bis Dezember 2005 die Nachfolger der Gründungsorganisationen. Dazu gehörten die Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften BGAG mit 39,8 Prozent des Aktienkapitals und der Deutsche Beamtenbund mit 36,6 Prozent. Im März 2005 übernahm die Postbank 9,2 Prozent der Anteile von der Ergo Versicherungsgruppe. Im Oktober 2005 kündigte die Postbank an, die 76,4 Prozent der BGAG und des Beamtenbundes zu übernehmen. Der Vertrag wurde am 2. Januar 2006 vollzogen, nachdem im November/Dezember 2005 die marode Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden aus dem BHW-Konzern herausgelöst worden war.

Mitarbeiterzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Angaben geben die vollzeitäquivalenten Mitarbeiterzahlen der BHW Bausparkasse wieder. Stichtag war jeweils der 31. Dezember des Jahres.

Jahr Mitarbeiterzahl
2004 5191 (BHW-Gruppe gesamt)[4]
2009 1652 [5]
2010 1545 [5]
2011 1473 [6]
2012 406 [7]
2013 372 [8]
2014 345 [9]

Auflösung von Verträgen 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Weihnachten 2014 haben viele Bausparkassen begonnen, teilweise Bausparverträge, die das Sparziel erreicht haben beziehungsweise Verträge, bei denen kein Anspruch mehr auf ein Darlehen geltend gemacht werden kann, abzurechnen. Da die Zinsen über dem aktuellen Marktniveau liegen, empfehlen die Verbraucherschutzverbände den Kunden, die das Konto behalten möchten, Widerspruch gegen die Auflösung des Kontos einzulegen. Wichtig ist es jedoch auch den Darlehenszins im Auge zu behalten, dieser ist bei Altverträgen hoch; hier kann sich die Auflösung des Altvertrages mit Umschichtung des Guthabens in ein aktuelles Bausparkonto für den Verbraucher rechnen. Auch die BHW hat Ende 2014 Bausparern gekündigt, deren Bausparvertrag zwar seit mindestens 10 Jahren zuteilungsreif ist, aber ungenutzt bleibt. Viele Kunden haben diese einseitige Entscheidung jedoch nicht akzeptiert. Im Juli 2015 hat die BHW Verrechnungsschecks an die hartnäckigen Bausparer geschickt, um Verträge endgültig aufzulösen. [10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lars Stoy übernimmt BHW-Vorstandsvorsitz. Artikel in der Immobilien Zeitung, 26. April 2013.
  2. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  3. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse 2014 (PDF-Datei; 1,8 MB) Abgerufen am 22. April 2015.
  4. Geschäftsbericht des BHW-Konzerns 2004/2003. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  5. a b Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse 2010 (Memento vom 14. Februar 2013 im Internet Archive)
  6. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse 2011 (PDF-Datei; 3,5 MB) Abgerufen am 11. Juli 2012.
  7. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse 2012 (PDF-Datei; 1,7 MB) Abgerufen am 19. September 2013.
  8. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse 2013 (PDF-Datei; 2,8 MB) Abgerufen am 23. Juli 2014.
  9. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse 2014 (PDF-Datei; 1,8 MB) Abgerufen am 22. April 2015.
  10. Wirtschaftswoche: Verbraucherschützer warnen vor BHW-Schecks. Abgerufen am 14. August 2015.

Koordinaten: 52° 6′ 24″ N, 9° 23′ 38″ O