Bacharacher Werth

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Bacharacher Werth
Bacharacher Werth
Bacharacher Werth
Gewässer Rhein
Geographische Lage 50° 3′ 58″ N, 7° 46′ 20″ OKoordinaten: 50° 3′ 58″ N, 7° 46′ 20″ O
Bacharacher Werth (Rheinland-Pfalz)
Bacharacher Werth
Länge 800 m
Breite 150 m
Fläche 8,4 ha
Einwohner unbewohnt

Der Bacharacher Werth (weitere Namen Heyles’en Werth oder Heilissenwerth, auch die Werth oder das Werth) ist eine heute unbewohnte Rheininsel im Tal des Mittelrheins, die nur wenige hundert Meter nördlich von Bacharach liegt. Auf dem Merianstich von 1645 und einer Postkarte von 1910 aus der Bildersammlung des Bacharacher Geschichtsvereins ist ein Wohngebäude zu sehen, das wie eine herrschaftliche Villa erscheint.[1] Die Insel war bis 1937 bewohnt von der Familie Bastian. Danach wurde die Villa aufgegeben und verfiel.[2] Im Sommer 1975 diente die noch betretbare Villa sowie ein Teil des Auwalds und des Panoramas der Insel als Drehort für eine Schlüsselszene des Spielfilms „Im Lauf der Zeit“ des Filmemachers Wim Wenders.[3] Heute steht von den ehemaligen Gebäuden nur noch ein Schuppen auf der Insel.

Als erster Besitzer wird 1593 Hans Heylesen in einer Urkunde von Pfalzgraf Friedrich IV. bestätigt. Seit 1797 befindet sich die Insel als exklusive Weinlage im Besitz des Weingutes Friedrich Bastian.[4] Die Hugenotten-Familie war 1635 in das Viertälergebiet um Bacharach eingewandert. Mehr als 150 Jahre bis 1970 war die Insel zwar landwirtschaftlich, aber nicht für den Weinbau genutzt.

Die Insel ist circa 800 Meter lang und bis zu 150 Meter breit und flach. Im Kern ist sie aus Hunsrückschiefer aufgebaut.[5] Sie ist an den Ufern mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Im nördlichen Drittel befindet sich ein Auwald. Der größere Teil der Insel ist mit Weinstöcken bepflanzt. Der Rheinarm, der den Bacharacher Werth vom linken Ufer trennt, heißt der Hahnen. In ihm liegen mehrere Untiefen, beispielsweise die Diebsteine. Nördlich der Insel liegt das wilde Gefähr, eine frühere Stromschnelle des Rheins. Bei Ausbau des Rheins wurde ein vom Nordende des Bacharacher Werths ausgehendes Parallelwerk gebaut.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Postkarte von 1910
  2. Beschreibung von 2008
  3. In: Im Lauf der Zeit – Audiokommentar von Wim Wenders, Arthaus / Zweitausendeins Edition, 1/1976; Aufnahmen von 1975 (Standbilder): Panorama, Villa, Rheinkilometer 544
  4. Mittelrhein-Weinführer
  5. Wilhelm Meyer, Johannes Stets: Das Rheintal zwischen Bingen und Bonn. (=Sammlung geologischer Führer, Band 89) Borntraeger, Berlin 1996, ISBN 3-443-15069-1, S. 242.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]