Bahnhof Limbach (Sachs)

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Limbach (Sachs)
Das Bahnhofsgebäude im Jahr 2015
Das Bahnhofsgebäude im Jahr 2015
Daten
Lage im Netz Endbahnhof (1872–1912; 2000/2001)
Trennungsbahnhof (1912–1996)
Durchgangsbahnhof (1996–2000)
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung DLIB
Preisklasse 5
Eröffnung 1872
Auflassung 2000
Architektonische Daten
Baustil Preußischer Historismus
Lage
Stadt/Gemeinde Limbach-Oberfrohna
Ort/Ortsteil Limbach
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 51′ 40″ N, 12° 46′ 25″ OKoordinaten: 50° 51′ 40″ N, 12° 46′ 25″ O
Höhe (SO) 369,32 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen
i16i18

Der Bahnhof Limbach (Sachs) ist ein ehemaliger Bahnhof in der sächsischen Stadt Limbach-Oberfrohna und seit 2000 stillgelegt. Er gehörte der Kategorie 5 der Deutschen Bahn an und verfügte über ein Bahnsteiggleis. Der Bahnhof liegt im Stadtteil Limbach und gehörte neben der Station im Stadtteil Oberfrohna zu den Endhaltepunkten auf der Strecke Limbach-Wittgensdorf.

Das Gebäude wurde 1871 im preußisch-historischen Stil erbaut und ein Jahr später als Endbahnhof feierlich eröffnet. Mit der Eröffnung der Strecke Limbach-Wüstenbrand wuchs die Bedeutung des Bahnhofs und so musste die gesamte Anlage, die unter anderem ein Gebäude für den Güterverkehr, einen Lokschuppen, einen Kohledeport sowie eine Wasserstation umfasste, erweitert und ausgebaut werden. Nachdem die Strecke Limbach-Wittgensdorf kurz nach der politischen Wende 1989/1990 stillgelegt wurde und auch der Güterverkehr immer mehr an Bedeutung verlor, wurde auch die Bahnstation alsbald aufgegeben und im Jahr 2000 endgültig für den Personenverkehr geschlossen. Nach der Jahrtausendwende wurde das ehemalige Empfangsgebäude unter Denkmalschutz gestellt, jedoch ist es seitdem in einem unsanierten Zustand und dem Verfall überlassen. 2015 musste der Trakt der Gepäckabfertigung sowie ein Zwischenbau aufgrund von Witterungsschäden abgerissen werden. Im Oktober 2019 gab der Stadtrat bekannt, dass verbliebene Empfangsgebäude abzureißen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude liegt etwa in 700 Meter nordöstlicher Entfernung zur Limbacher Innenstadt. Das Areal befindet sich an der Straße Ostring, die in westlicher Richtung in die Burgstädter Straße mündet. In Richtung Osten kreuzt sich die Strecke mit der Hohensteiner Straße; das Bahnareal liegt etwa zwischen diesen beiden Hauptverkehrswegen. Der Bahnhofsvorplatz besteht im Großteil aus einem gepflasterten Bereich mit Parkmöglichkeiten und befindet sich vor dem ehemaligen Empfangstrakt, der im Jahr 2015 aufgrund von Verfallsschäden abgebrochen wurde. In diesem Gebäudebereich war zusätzlich die Gepäckabfertigung untergebracht. In westlicher Richtung grenzt eine Kleingartenanlage an das Areal, welche ebenfalls an der Straße Ostring liegt. Unmittelbar vom Vorplatz des Bahnhofs, zwischen der Empfangshalle und der Gartenanlage gelangte man über mehrere Gleise zum Gebäude des Güterbahnhofs, der sich genau gegenüber dem Hauptgebäude befindet.

In näherer Nachbarschaft befindet sich zudem das Wohngebiet Am Tännigt. Es wurde in den 1930er Jahren erbaut und in den Folgejahren mehrfach erweitert. Die Straße, die in dieses Wohnviertel führt, kreuzt sich in östlicher Richtung mit der Straße Ostring und trägt den Namen Am Tännigt. Direkt nach der Einmündung quert sie die Bahnstrecke Limbach-Wittgensdorf unter zwei kleine Brücken. An das Wohngebiet grenzt wiederum eine Kleingartenanlage, die sich von der Straße Am Tännigt bis hin zum Bahnareal in Höhe des Güterbahnhofs erstreckt.[1]

Bahnstrecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof liegt an der Strecke Limbach-Wittgensdorf und ist nach dem Oberfrohnaer Bahnhof der zweite bzw. vorletzte Haltepunkt auf dieser Strecke. Im Stadtteil Oberfrohna beginnt die Trasse eingleisig und teilte sich etwa 150 Meter vor dem Bahnhofsgebäude in Limbach in mehrere Nebengleise auf. Diese Abschnitte wurden in den Jahren nach der Schließung nacheinander zurück gebaut. Etwa 400 Meter nach der Station teilt sich die Strecke in zwei Abschnitte auf: Die Hauptgleise führt weiter zum Haltepunkt in Hartmannsdorf in östliche Richtung bis nach Wittgensdorf. Die zweite Gleise der nach Wüstenbrand führende Nebenbahn zweigt südlich von der Hauptstrecke ab und verläuft etwa 800 bis 900 Meter parallel zu dieser, ehe sie sich auf Höhe der Kreuzung der Straßen Ostring und Feldweg in südöstlicher Richtung nach Kändler abzweigt. Die Gleisanlage der Strecke Limbach-Wittgensdorf ist bis heute erhalten. Der Abschnitt der anderen Trasse nach Kändler und Röhrsdorf wurde inzwischen abgebaut.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof trug während seiner Betriebszeit fünf unterschiedliche Bezeichnungen, im Einzelnen waren dies:

  • bis 30. September 1902: Limbach
  • bis 30. April 1904: Limbach bei Chemnitz
  • bis 30. Juni 1911: Limbach (Sachsen)
  • bis 21. Dezember 1933: Limbach (Sa)
  • ab 22. Dezember 1933: Limbach (Sachs)

Bau der ersten Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Überlegungen zum Bau einer Eisenbahntrasse nach Limbach gab es bereits im Jahr 1869. Jedoch entschied sich die Regierung in Dresden gegen den Bau einer Bahnstrecke nach Limbach, trotz das die Stadt zur damaligen Zeit die doppelte Zahl an Einwohnern als die der von Burgstädt besaß und es auch im topographischen Sinn größere Herausforderungen gab. So kam die Dresdner Regierung zu dem Entschluss, dass die Trasse trotz der vorhandenen Gegebenheiten von Chemnitz nach Burgstädt verlaufen sollte. Das die Entscheidung mit großer Mehrheit auf Burgstädt fiel, war nicht zuletzt dem Burgstädter Abgeordneten Hahn zu verdanken, der sich für eine Bahnverbindung nach Chemnitz einsetzte.[3]

Am 8. April 1872 wurde eine sog. „Sackbahn“, ausgehend von Wittgensdorf mit Haltepunkt in Hartmannsdorf nach Limbach in Betrieb genommen. Dadurch erhielt die Stadt Limbach erstmals einen Bahnanschluss. Somit war es nun auch möglich, nach Chemnitz zu gelangen und weiter nach Leipzig zu fahren. Jedoch war ein Teil der Einwohner nicht sehr zufrieden mit der vorhandenen Bahntrasse und so versuchte man, weitere Anschlussmöglichkeiten zu erreichen und den Streckenausbau auszuweiten. Die Stadt Limbach nahm zwischen 1890 und 1895 zahlreiche Versuche, Verbesserungen im Bahnverkehr vorzunehmen und die vorhandene Trasse auszubauen. So war eine elektrisch betriebene Bahn nach Waldenburg geplant, welche die anliegenden Gemeinden selbst finanzieren wollten. Die Bahnstrecke, die von Limbach über Rußdorf, Falken, Langenchursdorf, Grumbach und Oberwinkel verlaufen sollte, wurde von der Dresdner Regierung aufgrund finanzieller Gründe und Uneinigkeiten zwischen den betroffenen Gemeinden nie gebaut.[4]

Erweiterung der Bahnhofsanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende der 1890er Jahre erweiterte man das Streckennetz nach Wüstenbrand. Diese Trasse führte über ein Nebengleis, welches vom Limbacher Bahnhof abzweigte und nach Kändler über Röhrsdorf nach Rabenstein und weiter nach Grüna führte. In Wüstenbrand bei Hohenstein-Ernstthal befand sich der Endhaltepunkt. Somit war die Stadt auch an die Trasse der Kohlenbahn angeschlossen, die von Wüstenbrand über Lugau bis das im Erzgebirge gelegene Oelsnitz führte. Am 1. Dezember 1897 wurde die Strecke eingeweiht. Mit der Eröffnung der im Zuge mit der 1897 stattgefundenen Streckeneröffnung Limbach–Wüstenbrand wurde daraufhin der Bahnhof in Limbach umfassend erweitert. Es wurde ein komplett neuer Bahnhofsteil für die Züge von und nach Wüstenbrand auf dem Bahnhofsvorplatz angelegt sowie ein großer hölzerner Anbau am Güterschuppen errichtet. Ebenso erhielt die Anlage eine Drehscheibe. Mit der Streckeneröffnung wurde in Limbach eine Lokstation des Bw Chemnitz Hbf eingerichtet. Es entstand ein zweiständiger Lokschuppen, ein Kohlenschuppen und eine Wasserstation. Mit der Eröffnung der Strecke Limbach (Sa)–Oberfrohna 1912 wurde der Bahnhof erneut umgebaut.[5]

Der Bahnhof um 1913

Mit der Unterbrechung des durchgehenden Betriebs auf der Strecke nach Wüstenbrand zum Jahreswechsel 1950/1951 verlor der Bahnhof Limbach (Sachs) stark an betrieblicher Bedeutung, da auf dem verbliebenen Streckenstück bis Röhrsdorf nur noch in geringem Umfang Güterverkehr durchgeführt wurde.

Verlängerung der Strecke nach Oberfrohna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1899 gab es Bemühungen, die Bahnstrecke Limbach-Wittgensdorf weiter auszubauen. Zu dieser Zeit gingen viele Petitionen an die Regierung in Dresden ein. Diese Petitionen sendete der damalige Rat der Stadt an die Regierung, mit dem Ziel, weitere Streckenführungen zu realisieren. So sollte unter anderem eine Trasse um Oberfrohna herum gebaut werden. Zahlreiche Kaufleute und Fabrikbesitzer begrüßten die Pläne der vorgeschlagenen Streckenverläufe. So auch der Kaufmann Rittberger, der in der Karlstraße eine Fabrikgebäude besaß und die Planungen einer Anbindung in Waldenburg an die Strecke Glauchau-Wurzen unterstützte. 1908 verhandelte man im Landtag in Dresden über die Streckenerweiterung. Die neue Trasse sollte vom Endhaltepunkt in Oberfrohna weiter bis nach Niederfrohna, Mühlau, Tauscha verlängert werden und in Penig an die Nebenbahn der Strecke Glauchau-Wurzen anschließen. Auch wäre ein Anschluss bis nach Leipzig denkbar gewesen. Der damalige Bürgermeister von Oberfrohna, Willy Böhme, unterstützte dieses Vorhaben und war auch an deren Planung beteiligt. Jedoch hätte er das Gelände für den künftigen Streckenverlauf kaufen und der Eisenbahnverwaltung dieses kostenlos zur Verfügung stellen müssen.[6]

Am 30. Juni 1913 wurde die Streckenverlängerung nach Oberfrohna mit einem Zug und zwei Lokomotiven um 10:45 Uhr feierlich eröffnet. Das Viadukt an der Kellerwiese war ein Jahr vorher in Stampfbetonbauweise errichtet und eingeweiht worden.

Nach Einbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 konnten keine weiteren Pläne um eine geplante Verlängerung der Strecke bis nach Penig umgesetzt werden. Der Stadt Limbach fehlte es an Geld, um den Ausbau zu finanzieren. Zudem wurde der Zugverkehr durch das wachsende Aufkommen des Kraftwagens immer mehr eingeschränkt. Im Zweiten Weltkrieg kam der Bahnverkehr fast vollständig zum Erliegen, da Tageszüge ausfielen und die Strecke keine hohe Bedeutung für den Transport von Munitionsmaterial hatte.

Deutsche Demokratische Republik, Wende und Niedergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde die Anlage zum Trennungsbahnhof. Nach dem Beitritt zahlreicher Betriebe zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VEB) stiegen die Güterverkehrszahlen im Bahnhof Limbach wieder an. Die Züge transportierten über 30 Jahre Textilware, Maschinenteile und andere zahlreiche Waren vom Endhaltepunkt Oberfrohna und Limbach über Hartmannsdorf und Wittgensdorf bis nach Chemnitz.

Im Zuge der politischen Wende 1989/1990 und den damit einhergehenden Stilllegungen der einzelnen Betriebe sanken die Zahlen des Güterverkehrs drastisch. Von der Schließung der Industriebetriebe in Limbach-Oberfrohna und der näheren Umgebung zu Beginn der 1990er-Jahre war auch der Bahnhof betroffen. In der Folgezeit wurden immer niedrigere Passagierzahlen registriert. Am 1. Januar 1996 wurde der Güterverkehr vollständig eingestellt. Der Personenverkehr blieb vier weitere Jahre bis zur Jahrtausendwende bestehen. Am 24. Februar 2000 teilte das Eisenbahnbundesamt (EBA) mit, den Abschnitt von Oberfrohna nach Limbach stillzulegen. Der Bereich zwischen Limbach und Wittgensdorf wurde erst über ein Jahr später am 11. Dezember 2001 für den Zugverkehr eingestellt. Aufgrund des vorhandenen Güterverkehrs zwischen Hartmannsdorf und Wittgensdorf setzte das Amt die Einstellung juristisch am 31. August 2003 um. Am 11. Dezember 2005 wurde der Abschnitt bis zum Anschluss am Tanklager in Hartmannsdorf in ein Nebengleis des Bahnhofs Wittgensdorf umgewandelt. Der Personenverkehr wurde zum 28. Mai 2000 auf der gesamten Strecke aufgehoben.[7]

Entwicklung ab 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Einstellung des Personenverkehrs am 28. Mai 2000 wurden die Gebäude endgültig für die Öffentlichkeit geschlossen und dementsprechend gesichert. In den Folgejahren der Schließung war das Betreten der Anlage strikt untersagt. Warnschilder, die man an verschiedenen Stellen anbrachte, sollten darauf hinweisen. Lediglich der Bahnhofsvorplatz konnte als Parkmöglichkeit weiterhin genutzt werden.

Seit Mitte der 2000er Jahre gibt es eine Busverbindung als Ersatz für den aufgelösten Schienenverkehr. Die Schnellbuslinie 526 wurde am 11. Dezember 2005 eröffnet. Es gibt in der Stadt drei Haltestellen, die im 3/4 Stundentakt angefahren werden. Der ehemalige Bahnhof ist jedoch kein Ausgangspunkt für Busse und wird nicht als Haltestelle dieser genutzt. Die jetzigen Stationen befinden sich etwa in 500 bis 800 Meter südlicher und westlicher Entfernung.[8] Die Route mit einer Länge von insgesamt 17 km drei weiteren Haltepunkten in der Chemnitzer Innenstadt wird vom Verband Regionalverkehr Erzgebirge vertrieben. Ein Teil der Buslinie führt über die Bundesautobahn A4, wobei die Fahrtzeit lediglich 30 Minuten umfasst.[9]

Anlässlich dem Jubiläum von 125 Jahren Stadtrecht fanden am 27. und am 28. September 2008 erstmals seit der Stilllegung Fahrten statt. Auf der ehemaligen Strecke fuhr eine motorisierte Draisine mit einem Beiwagen, die bis zu zehn Personen befördern konnte, zwischen dem Oberfrohnaer Bahnhof bis zum Limbacher Haltepunkt abwechselnd hin und zurück.

Im Rahmen des Chemnitzer Modells sollte Limbach-Oberfrohna über einen Großteil der vorhandenen Zugstrecke über Wittgensdorf und Hartmannsdorf an die Stadtbahn in Chemnitz angebunden werden. Nach Planungen seitens der Stadträte von Limbach-Oberfrohna und Chemnitz würde die Trasse über Kändler und Chemnitz-Röhrsdorf bis in das Zentrum von Chemnitz führen. 2003 entwarf der Rat von Limbach-Oberfrohna einen Kostenanschlag von bis zu 16 Mio. Euro für das Infrastrukturprojekt. Sieben Jahre später, 2010, sollte über die Verwirklichung des Streckenprojektes entschieden werden; der Freistaat Sachsen lehnte dies mit der Begründung ab, da der angegebene Betrag zu hoch sei und man nicht bereit sei, den Eigenanteil an den Entwicklungskosten für neue Hybridzüge zu tragen.[10]

Das Hauptgebäude des Bahnhofs aus Richtung der Gleisanlagen gesehen. (Zustand im Oktober 2019)

Seit einigen Jahren kritisieren einige Einwohner der Stadt den schlechten heruntergekommen Zustand des Hauptgebäudes sowie des gesamten Areals. Aufgrund der Stilllegung und der nachlassenden Instandhaltung wird die Anlage wiederholt für illegale Müllablagerungen genutzt. So entsorgen immer wieder fremde Personen Abfälle verschiedenster Art im Gelände, oftmals auf den Bahnsteig oder neben der alten Gleisen. Die Stadt sprach sich gegen diese Vorgehen aus und führt oftmals eigens organisierte Aufräum- und Säuberungsaktionen durch. Neben der illegalen Müllentsorgungen ist insbesondere das Hauptgebäude immer wieder Schäden durch Vandalismus und Demolierung ausgesetzt. Dies wird durch den barrierefreien Zutritt des Geländes und der direkten Nähe zur Straße Ostring begünstigt. Bereits in den ersten Jahren nach der Schließung des Bahnhofs wurden Schäden durch Vandalismus am Gebäude gemeldet. So versuchten sich Personen wiederkehrend, Zutritt zum Haus zu verschaffen. Hierfür wurden oftmals Fensterscheiben zerstört und Türen aufgebrochen. Als diese Delikte dem Rathaus bekannt wurden, traf man entsprechende Schutzmaßnahmen. Fenster wurden zugemauert, erst im Erdgeschoss, später auch in den oberen Stockwerken. Die Türen der Haupt- und Nebeneingänge verschloss man mit Brettern, um ein Eindringen unmöglich zu machen.

Im Juni 2015 beschloss der Stadtrat, den Nebentrakt, in der die Empfangs- und Gepäckhalle untergebracht war sowie den Zwischenbau, in dem sich diverse Sozialräume befanden, zwischen den beiden Hauptgebäuden abzureißen. Die Dächer der Gepäckabfertigung sowie des Zwischentrakts wiesen aufgrund der mangelnden Wartung und Pflege an einigen Stellen beträchtliche Mängel auf. Der Schaden vergrößerte sich, als im Winter 2014/2015 der Dachstuhl des Zwischentrakts unter dem Gewicht der darauf liegenden Schneemengen nachgab und einstürzte. Der Rat entschied, dass diese beiden Gebäudeteile abgerissen werden sollen, da auch herabstürzende Gegenstände wie Schieferplatten eine Gefahr für Passanten und Fahrzeugfahrer darstellen könnten. Im darauf folgenden Monat, im Juli, wurde mit den Abrissarbeiten begonnen. Die beiden Haupthäuser, die hölzerne Überdachung des Bahnsteiges sowie das Gebäude des Güterbahnhofes waren in einem noch guten Zustand und blieben erhalten.[11] Der Stadtrat teilte auf einer Anfrage mit, dass es jedoch keinen Nutzungsplan für die verbliebenen Gebäude und das Areal gebe.

Mitte August 2019 brach im Empfangsgebäude in Höhe des Daches ein Brand aus. Die Feuerwehr von Limbach und auch die Polizei Feuerwehr war kurz danach vor Ort und konnte das Feuer innerhalb weniger Minuten unter Kontrolle bringen. Um entstandene Glutnester zu löschen, mussten Teile der Dachkonstruktion entfernt werden. Nach etwa drei Stunden war der Feuerwehreinsatz beendet. Wie die Polizei später mitteilte, stand die Ursache des Feuers nicht fest, da ein Brandherd nicht gefunden werden konnte. Die Höhe des Sachschadens wurde auf mehrere tausend Euro beziffert.[12]

Ende Oktober 2019 plante der Stadtrat das Empfangsgebäude mitsamt der hölzernen Bahnsteigüberdachung abzutragen. Auf Anfrage an Oberbürgermeister Jesko Vogel teilte dieser mit, dass es keine Verwendung für das Bahnhofsgebäude gibt. Die Stadt habe bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Nutzungsvarianten prüfen lassen. Jedoch ist das Gebäude in einem derart schlechten Zustand, dass eine Neunutzung unmöglich erscheint. Der Eisenbahnverein von Limbach-Oberfrohna sprach sich seit Jahren gegen einen Abbruch aus. Es lagen jedoch keine genaueren Lösungen zur Rettung des Ensembles vor. Auch eine mögliche Reaktivierung der ehemaligen Strecke Limbach-Wittgensdorf würde nicht zur Rettung des Bahnhofs beitragen. Im Rahmen des Chemnitzer Modells ist am jetzigen Standort der Station kein Haltepunkt vorgesehen. Diese würden künftig an anderer Stelle errichtet, u. a. an der Burgstädter Straße und am Kellerwiesen-Viadukt. Das Hauptgebäude wurde nach der Schließung 2000 unter Denkmalschutz gestellt. Der Landkreis Zwickau hat auf Anfrage bestätigt, dass das Amt für Denkmalschutz einen Antrag für eine Abbruchgenehmigung an das in Zwickau ansässige Landesamt für Denkmalpflege gestellt habe. Dieses stimmte einem Abbruch des Gebäudes zu. Allerdings müsse der Antrag an das Amt für Naturschutz geprüft werden, da sich in den Jahren der Stilllegung zahlreiche Tier- und Pflanzenarten auf der Anlage entwickelt und angesiedelt haben. Eine Darlegung der dort lebenden Tierarten sei seitens der Stadt noch nicht erfolgt.[13]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnhof Limbach (Sachs) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bahnhof Limbach (Sachs) bei Google Maps
  2. Die Verlauf der ehemaligen Strecken Limbach-Wittgensdorf und Limbach Wüstenbrand bei Google Maps
  3. Stadtgeschichte - Die Eisenbahn von Limbach-Oberfrohna nach Chemnitz
  4. Die Eisenbahn nach Limbach-Oberfrohna
  5. Stephan Häupel, Eberhard Schramm, Jürgen Viehweger: Nebenbahnen um Wüstenbrand. Verlag Kenning, Nordhorn 1998.
  6. Bahnstrecke Limbach-Wittgensdorf - Bemühungen um einen Anschluss nach Leipzig
  7. Bahnstrecke Wittgensdorf–Limbach -Oberfrohna
  8. Busfahrplan der Buslinie 526
  9. Linie 526 Chemnitz - Limbach-Oberfrohna
  10. Das Chemnitzer Schienenmodell - Erweiterung bis nach Limbach-Oberfrohna
  11. Johannes Pöhlandt: Diskussion um Abriss des Limbacher Bahnhofes. In: Freie Presse. Medien Union GmbH Ludwigshafen, 9. Januar 2018, abgerufen am 4. April 2018.
  12. FreiePresse - Feuerwehr löscht Brand am Bahnhof in Limbach
  13. FreiePresse - Neue Hürde für Abriss von Bahnhof in Limbach-Oberfrohna