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Bahnstrecke České Velenice–Cheb

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(Weitergeleitet von Bahnstrecke Plzeň–Cheb)
České Velenice–Cheb
1913: (Wien Franz-Josefs-Bahnhof –) Gmünd–Eger
Kursbuchstrecke (SŽ):170, 190, 199
Streckenlänge:291,930 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:25 kV 50 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:Zliv–Číčenice
Horažďovice předměstí–Nepomuk
Plzeň-Koterov–Pňovany
Lipová u Chebu–Cheb
Strecke
von Wien Franz-Josefs-Bahnhof (vorm. KFJB)
Grenze
163,100 Staatsgrenze Österreich–Tschechien
Bahnhof
164,061 České Velenice früher Gmünd 490 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Praha hl.n. (vorm. KFJB)
Haltepunkt / Haltestelle
171,578 Vyšné früher Weissenbach
Bahnhof
177,081 Nové Hrady früher Gratzen 475 m
Grenze
ehem. Protektoratsgrenze (1938–1945)
Haltepunkt / Haltestelle
181,845 Petříkov früher Petersin 465 m
Bahnhof
186,974 Jílovice früher Jilowitz 460 m
Haltepunkt / Haltestelle
190,159 Hluboká u Borovan 465 m
Bahnhof
193,498 Borovany 475 m
Haltepunkt / Haltestelle
196,209 Radostice u Trocnova 500 m
Haltepunkt / Haltestelle
198,025 Trocnov früher Záluží-Ledenitz 515 m
Bahnhof
205,175 Nová Ves u Českých Budějovic früher Neudorf 455 m
Abzweig ehemals geradeaus und nach linksStrecke von rechts
(Neutrassierung 2021)
Strecke (außer Betrieb)Brücke
Dálnice 3
Abzweig ehemals geradeaus und von linksStrecke nach rechts
Kilometer-Wechsel
210,363
210,400
Fehlerprofil (-37 m)
Haltepunkt / Haltestelle
210,750 Nové Hodějovice 410 m
Abzweig geradeaus und von links
von St. Valentin (vorm. KEB)
Bahnhof
213,388 České Budějovice früher Budweis 395 m
Strecke von linksAbzweig geradeaus und nach rechts
(Neutrassierung 1968)
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts
vlečka Ferona
StreckeHaltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
215,416 České Budějovice Staré město früher Budweis Altstadt
StreckeBrücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Moldau
BrückeStrecke (außer Betrieb)
Silnice I/34
Haltepunkt / HaltestelleStrecke (außer Betrieb)
215,757 České Budějovice severní zastávka 395 m
BrückeStrecke (außer Betrieb)
ulice Pražská
BlockstelleStrecke (außer Betrieb)
216,810 Výh. Nemanice I-budějovické zhlaví
Abzweig geradeaus und nach rechtsStrecke (außer Betrieb)
nach Veselí nad Lužnicí (vorm. KFJB)
StreckeHaltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
217,880 Čtyři Dvory
Abzweig geradeaus und von rechtsStrecke (außer Betrieb)
Verbindungsschleife von Výh. Nemanice I
Überleitstelle / SpurwechselStrecke (außer Betrieb)
218,150 Výh. Nemanice II 395 m
Brücke über WasserlaufStrecke (außer Betrieb)
219,826 Moldau
Kilometer-WechselStrecke (außer Betrieb)
220,925
220,000
Fehlerprofil (+925 m)
Strecke mit StraßenbrückeStrecke (außer Betrieb)
Silnice II/105
Strecke nach linksAbzweig ehemals geradeaus und von rechts
ehemalige Blockstelle
Odb. Bavorovice
Bahnhof
221,900 Hluboká nad Vltavou früher Frauenberg 385 m
Bahnhof
228,137 Zliv früher Zliw 390 m
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
vlečka Elektrárna Mydlovary
Haltepunkt / Haltestelle
231,860 Zbudov 390 m
Bahnhof
234,570 Dívčice früher Nakři-Netolitz 400 m
Abzweig geradeaus und nach links
nach Netolice (vorm. Netolitzer LB)
Haltepunkt / Haltestelle
238,160 Záblatíčko früher Klein Zablat 395 m
Abzweig geradeaus und von rechts
von Týn nad Vltavou (vorm. LB Wodňan–Moldauthein)
Abzweig geradeaus und von links
von Haidmühle (vorm. LB Wodňan–Prachatitz)
Bahnhof
242,906 Číčenice früher Wodňan-Čičenic 390 m
Haltepunkt / Haltestelle
245,085 Milenovice 390 m
Haltepunkt / Haltestelle
247,785 Protivín zastávka früher Protiwin Haltestelle 390 m
Brücke über Wasserlauf
Blanice
Strecke mit Straßenbrücke
Silnice I/20
Bahnhof
249,853 Protivín früher Protiwin 385 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Zdice (vorm. Rakonitz–Protivíner Bahn)
Haltepunkt / Haltestelle
253,514 Skály 380 m
Haltepunkt / Haltestelle
256,070 Heřmaň obec 375 m
Abzweig geradeaus und von rechts
von Putim (vorm. BMTB)
Bahnhof
258,316 Ražice früher Ražic 375 m
Haltepunkt / Haltestelle
262,148 Sudoměř u Písku 380 m
Bahnhof
265,167 Čejetice früher Štěkna 385 m
Haltepunkt / Haltestelle
268,075 Modlešovice 385 m
Abzweig geradeaus und von rechts
von Březnice (vorm. LB Strakonitz–Blatná–Březnitz)
Bahnhof
272,557 Strakonice früher Strakonitz 400 m
Brücke
Silnice I/4, Silnice I/22
Abzweig geradeaus und nach links
nach Volary (vorm. LB Strakonitz–Winterberg)
Brücke über Wasserlauf
Volyňka
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
273,823 Strakonice hrad
Haltepunkt / Haltestelle
277,619 Pracejovice 405 m
Bahnhof
279,920 Katovice früher Katowitz in Böhmen 410 m
Brücke über Wasserlauf
Otava
Haltepunkt / Haltestelle
282,760 Dolní Poříčí 415 m
Bahnhof
285,440 Střelské Hoštice früher Strahl Hoschtitz 420 m
Bahnhof
289,617 Horažďovice předměstí früher Horažďovic-Babin 435 m
Abzweig geradeaus und nach links
nach Klatovy (vorm. BMTB)
Haltepunkt / Haltestelle
293,152 Velký Bor früher Gross Bor 455 m
Haltepunkt / Haltestelle
296,967 Jetenovice 490 m
Bahnhof
301,350 Pačejov früher Wolschan 530 m
Haltepunkt / Haltestelle
304,067 Kovčín 505 m
Haltepunkt / Haltestelle
306,910 Nekvasovy früher Nekwasow 480 m
Haltepunkt / Haltestelle
309,765 Mileč 455 m
Strecke mit Straßenbrücke
Silnice I/20
Abzweig geradeaus und von rechts
von Blatná (vorm. LB Strakonitz–Blatná–Březnitz)
Bahnhof
313,859 Nepomuk 435 m
Brücke über Wasserlauf
Úslava
Haltepunkt / Haltestelle
317,319 Srby 430 m
Bahnhof
320,567 Ždírec u Plzně früher Ždar-Ždirec 420 m
Bahnhof
325,352 Blovice früher Blowitz 405 m
Haltepunkt / Haltestelle
328,513 Zdemyslice früher Domislitz 395 m
Brücke
Silnice I/19
Bahnhof
332,609 Nezvěstice früher Nezvěstitz 380 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Rokycany (vorm. BCB)
Haltepunkt / Haltestelle
336,085 Šťáhlavy früher Stiahlau 375 m
Bahnhof
339,340 Starý Plzenec früher Pisenetz 360 m
Strecke mit Straßenbrücke
Dálnice 5
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
345,454 Plzeň-Koterov früher Koterow (bis 2022) 335 m
Haltepunkt / Haltestelle
346,982 Plzeň-Slovany (seit 2022)
Abzweig geradeaus, nach rechts und von rechts
von Praha-Smíchov (vorm. BWB) und von Duchcov (vorm. EPPK)
Bahnhof
349,094 Plzeň hlavní nádraží früher Pilsen 325 m
Abzweig geradeaus und nach links
nach Železná Ruda (vorm. EPPK)
Bahnhof
350,640 Plzeň Jižní předměstí früher Pilsen Reichsvorstadt
Abzweig geradeaus und nach links
nach Furth im Wald (vorm. BWB)
Haltepunkt / Haltestelle
353,745 Plzeň-Zadní Skvrňany
Bahnhof
355,482 Plzeň Křimice früher Křimitz
Haltepunkt / Haltestelle
357,738 Vochov früher Wochow
Grenze
~358,500 ehem. Protektoratsgrenze (1938–1945)
Bahnhof
360,078 Kozolupy früher Tuschkau-Kosolup
Bahnhof
366,185 Plešnice früher Ullitz-Pleschnitz
Haltepunkt / Haltestelle
369,155 Pňovany zastávka früher Rajowa
Bahnhof
372,200 Pňovany früher Neuhof
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Bezdružice (vorm. LB Neuhof–Weseritz)
Haltepunkt / Haltestelle
376,052 Sulislav
Haltepunkt / Haltestelle
377,876 Vranov u Stříbra
Bahnhof
382,234 Stříbro früher Mies-Klatrau
Haltepunkt / Haltestelle
387,082 Milíkov
Abzweig geradeaus und von links
von Bor (vorm. LB Schweißing–Haid)
Bahnhof
390,974 Svojšín früher Schweißing-Tschernoschin 420 m
Tunnel
395,776 Svojšínský (151,78 m)
Haltepunkt / Haltestelle
396,930 Ošelín früher Oschelin
Tunnel
397,344 Ošelínský (52,55 m)
Brücke über Wasserlauf
Mže
Brücke über Wasserlauf
Mže
Tunnel
403,339 Pavlovický (220,80 m)
Bahnhof
403,899 Pavlovice früher Josefihütte
Brücke über Wasserlauf
Mže
Brücke über Wasserlauf
Mže
Brücke über Wasserlauf
Mže
Brücke über Wasserlauf
Hamerský potok
Haltepunkt / Haltestelle
408,680 Brod nad Tichou früher Bruck am Hammer
Abzweig geradeaus und von links
von Tachov (vorm. LB Plan–Tachau)
Blockstelle
411,758 odb. Karlín 485 m
Bahnhof
412,556 Planá u Mariánských Lázní früher Plan 490 m
Bahnhof
417,543 Chodová Planá früher Kuttenplan 535 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
420,600 Mariánské Lázně letiště früher Marienbad Flugplatz 540 m
Bahnhof
424,595 Mariánské Lázně früher Marienbad 565 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Karlovy Vary dolní n. (vorm. EB Marienbad–Karlsbad)
Haltepunkt / Haltestelle
427,888 Valy u Mariánských Lázní 580 m
Bahnhof
432,261 Lázně Kynžvart früher Bad Königswart 605 m
Bahnhof
438,381 Dolní Žandov früher Sandau 555 m
Haltepunkt / Haltestelle
441,620 Salajna früher Konradsgrün 530 m
Bahnhof
445,527 Lipová u Chebu früher Lindenau 495 m
Haltepunkt / Haltestelle
448,375 Stebnice 470 m
Brücke über Wasserlauf
Talsperre Jesenice
Haltepunkt / Haltestelle
451,258 Všeboř 450 m
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Wiesau (Oberpf) (vorm. Bayerische Ostbahnen)
Abzweig geradeaus und von links
von Nürnberg Hbf (vorm. K. Bay. Sts. B.)
Bahnhof
455,030 Cheb früher Eger 463 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Chomutov (-Praha-Bubny) (vorm. BEB)
Strecke
nach Plauen (Vogtl) ob Bf (vorm. K. Sächs. Sts. E. B.)

Quellen: [1][2][3]

Die Bahnstrecke České Velenice–Cheb ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich durch die k.k. priv. Kaiser-Franz-Josephs-Bahn (KFJB) als Teil ihrer Hauptverbindung WienEger errichtet und betrieben wurde. Sie schließt in České Velenice an die österreichische Bahnstrecke Wien–Gmünd an und verläuft in Süd- und Westböhmen über České Budějovice (Budweis) und Plzeň (Pilsen) nach Cheb (Eger).

Die Strecke ist Teil des europäischen TEN-T-Verkehrsnetzes (TEN-T comprehensive network). Zwischen Pilsen und Cheb ist sie zudem Teil des Dritten Eisenbahnkorridors in Tschechien.

Die Strecke zwischen Gmünd und Pilsen wurde am 1. September 1868 eröffnet. Die Strecke Pilsen–Eger ging am 28. Jänner 1872 in Betrieb.[4]

Am 1. Mai 1884 wurde die KFJB verstaatlicht und die Strecke gehörte fortan zum Netz der k.k. Staatsbahnen (kkStB).[5]

Bahnhof Gmünd (um 1900)

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden Bauten für die Erhöhung der Bahnkapazität geplant. Das zweite Gleis im Abschnitt Horažďowitz-Babin – Nepomuk, wo der steilste Anstieg ist, wurde am 4. September 1905 in Betrieb genommen. Hier wurde im Gegensatz zum niederösterreichischen Abschnitt der Strecke von Anfang an rechts gefahren. In dieser Zeit (Sommersaison 1904 und 1905) fuhren hier auch die Luxuszüge, die von Wien via Marienbad nach Berlin unterwegs waren.[6][7] Der große Bahnhofsumbau in Budweis erfolgte in den Jahren 1904 bis 1908. Personen- und Güterverkehr wurden in diesem Knoten getrennt und die Strecken der Relationen Linz–Prag und Wien–Eger mit Kreuzungsbauwerken niveaufrei miteinander verknüpft.[8]

Der Sommerfahrplan von 1912 verzeichnete drei Schnellzugpaare von Wien FJB nach Eger, von denen zwei von und nach Karlsbad durchgebunden waren. Ein weiterer Schnellzug bediente die Relation Prerau–Prag–Eger. Zwei Personenzugpaare bedienten die Relation Wien FJB–Eger, ein weiteres verkehrte zwischen Budweis und Eger. Dazu kamen weitere Züge auf Teilstrecken. Die Schnellzüge benötigten zwischen Wien und Eger etwa neun Stunden, die Personenzüge waren mit Halt auf allen Unterwegsbahnhöfen etwa 14 Stunden unterwegs.[9]

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns und der Gründung der Tschechoslowakei im Oktober 1918 ging die Strecke an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über. Sie wurde fortan von der Staatsbahndirektion (Ředitelství státních drah) Plzeň verwaltet. Aus einer zu der früheren Hauptstadt Wien ausgerichteten radialen Strecke wurde eine Tangente am Rand des neuen Staates. Die neu gegründete Tschechoslowakei hatte andere Bahninvestitionsprioritäten als den Bau eines zweiten Gleises an dieser Bahn. Größere Wichtigkeit zu dieser Zeit hatten z. B. die noch eingleisigen Strecken Zdice–Plzeň und Česká Třebová–Olomouc wie auch die Spitzkehre in Břeclav für Züge zwischen Brno und Bratislava und die Spitzkehre in Přerov für Züge zwischen Olomouc und Ostrava oder der Ausbau der zweiten (südlichen) Verbindung zwischen Bratislava und Košice.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Oktober 1938 kamen die Streckenabschnitte Gmünd–Gratzen und Tuschkau-Kosolup–Eger zur Deutschen Reichsbahn. Die Strecke bis Gratzen wurde von der Reichsbahndirektion Wien verwaltet, der Abschnitt ab Tuschkau-Kosolup von der Reichsbahndirektion Regensburg. Die restliche Strecke verblieb zunächst bei den ČSD. Ab März 1939 lag sie im Protektorat Böhmen und Mähren, Betreiber waren dort fortan die Protektoratsbahnen Böhmen und Mähren (ČMD-BMB). Die Deutsche Reichsbahn organisierte den Verkehr weitgehend neu und richtete ihn auf das sogenannte Altreich aus. Der Sommerfahrplan von 1939 verzeichnete aber weiterhin das Luxuszugpaar L205/206 „Paris-Prag-Expreß“ zwischen Paris, Stuttgart, Nürnberg, Eger, Pilsen und Prag. In ähnlicher Fahrplanlage und gleicher Relation verkehrte auch ein „normales“ Schnellzugpaar D147/148.[10]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Strecke im Mai 1945 wieder vollständig zu den ČSD. Aufgrund der geänderten politischen Verhältnisse war die Wiederaufnahme des Verkehrs mit Luxuszügen nicht möglich. Stattdessen gab es 1947 ein Fernzugpaar von Warschau über Prag, Pilsen, Eger, Stuttgart, Strasbourg, Paris und Amsterdam nach Oostende.[11] Zwischen Gmünd und České Velenice verkehrten in der gleichen Zeit dagegen nur zwei Personenzugpaare im kleinen Grenzverkehr.[12]

Güterzug im Grenzabschnitt zwischen Gmünd NÖ und České Velenice (1979)

Eine weitere Zäsur war der kommunistische Februarumsturz von 1948 und die nachfolgende Errichtung des sogenannten Eiserner Vorhanges an den Staatsgrenzen zu Deutschland und Österreich. Der grenzüberschreitende Verkehr in České Velenice und Cheb kam danach weitgehend zum Erliegen. In České Velenice verblieben für Jahrzehnte zwei Personenzugpaare. Eines davon führte Kurswagen von und nach Prag. In der Relation von Prag nach Nürnberg verblieben zwei langlaufende Schnellzugpaare. Das Zugpaar D62/63 verkehrte zunächst weiterhin als „Orient-Expres“ zwischen Warschau und Paris.[13] Später verblieben lediglich zwei Fernzugpaare zwischen Prag, Cheb und Nürnberg. Das Zugpaar 250/251 „Zapadní Expres“ von Prag über Nürnberg nach Frankfurt (Main) Hbf führte später weiterhin Kurswagen von und nach Paris.

Im Grenzabschnitt zwischen Gmünd NÖ und České Velenice verkehrte ab 1957 der mit modernen Schnelltriebwagen geführte Fernzug Vindobona zwischen Wien, Prag und Berlin.

In den 1960er-Jahren wurde die Strecke zwischen České Budějovice und Cheb von Plzeň ausgehend elektrifiziert. Erstmals auf dem Gebiet der Tschechoslowakei verwendete man eine Fahrleitungsspannung von 25 kV 50 Hz. In diesem Zusammenhang wurden weitere Streckenabschnitte zweigleisig ausgebaut. Das zweite Gleis im Abschnitt Lipová u Chebu–Cheb ging am 25. Mai 1962 und zwischen Plzeň hl.n. und Kozolupy am 6. Juni 1962 in Betrieb.

Die Eröffnungsdaten des elektrischen Zugbetriebs zwischen České Budějovice und Cheb zeigt die folgende Tabelle:

Eröffnungsdaten des elektrischen Zugbetriebes
Daten Strecke km
1. April 1962 Blovice–Plzeň
3. Oktober 1963 Nepomuk–Blovice
7. Oktober 1963 Horažďovice předměstí–Nepomuk
22. Jun. 1965 Strakonice–Horažďovice předměstí
8. November 1967 Plzeň–Svojšín
9. Juni 1968 Svojšín–Cheb
29. November 1968 Hluboká nad Vltavou–Strakonice
3. Dezember 1968 České Budějovice–Hluboká nad Vltavou

Im Zusammenhang mit dem Bau des Kernkraftwerkes Temelín wurde in den 1980er-Jahren auch der Abschnitt Zliv–Číčenice zur Erhöhung der Streckenkapazität zweigleisig ausgebaut.

Sei der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei erhielt der Streckenabschnitt zwischen Plzeň und Cheb schon bald seine alte Bedeutung als Teil der wichtigsten Verbindung zwischen Böhmen und Westdeutschland zurück. Auch an der Staatsgrenze zu Österreich zwischen Gmünd NÖ und České Velenice steigt die Verkehrsleistung seitdem wieder an.

Am 1. Jänner 1993 ging die Strecke im Zuge der Dismembration der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC), heute: Správa železnic (SŽ).

In den Jahren 1993 bis 1999 diente die Betriebsstelle Výhybna Nemanice II als RoLa-Terminal für die Rollende Landstraße nach Villach.[14] In dieser Zeit wurden insgesamt 36.791 Lastkraftwagen transportiert.[15]

Im Rahmen der Transeuropäischen Netze (TEN) wurde die Verbindung Teil des Dritten Eisenbahnkorridors (ČadcaBohumínPrag–Plzeň–Cheb–Schirnding) in Tschechien. Zur Erhöhung der Durchlassfähigkeit wurden neben der Erneuerung von Gleisen und Anlagen weitere Abschnitte für zweigleisigen Betrieb umgebaut. 2007 erhielt der Abschnitt Kozolupy–Pňovany ein zweites Gleis.

Ab 2009 wurde auch der Streckenabschnitt zwischen Gmünd NÖ und České Budějovice mit elektrischen Oberleitungen ausgerüstet. Aufgrund der unterschiedlichen Stromsysteme musste an der Staatsgrenze eine Systemtrennstelle eingerichtet werden. Grenzüberschreitend ist damit der Einsatz von Mehrsystemlokomotiven notwendig. Am 11. Juni 2010 wurde dort der elektrische Eisenbahnbetrieb aufgenommen. Seit dem Jahresfahrplan 2011 werden die Regionalzüge der ÖBB von Wien FJB im Zweistundentakt bis České Velenice durchgebunden. Dort besteht jeweils Anschluss an die Züge der ČD nach České Budějovice sowie nach Veselí nad Lužnicí.

SC 511 „Pendolino“ (Františkovy Lázně–Bohumín) im Bahnhof Cheb (2012)

Seit 11. Dezember 2011 verkehrte samstags das Zugpaar SC 502/511 (BohumínFrantiškovy Lázně). Der dafür eingesetzte Neigetechnik-Triebzug der ČD-Baureihe 680 benötigte für die 106 Kilometer zwischen Plzeň und Cheb nur noch 64 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 100 km/h entsprach.[16] Seit Dezember 2014 verkehrten täglich zwei Zugpaare in dieser Relation.

Am 20. November 2025 stießen bei Zliv zwei Reisezüge frontal zusammen. 47 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Im Jahresfahrplan 2026 verkehren Schnellzüge jeweils im Zweistundentakt in den Relationen Brno–České Budějovice–Plzeň, České Budějovice–Protivín–Praha und Praha–Plzeň–Cheb (–Františkovy Lázně). Personenzüge fahren in den Relationen České Velenice–Strakonice, Horažďovice předměstí–Plzeň-Jižní Předměstí, Radnice–Plzeň–Pňovany–Bezdružice und Mariánské Lázně–Cheb. Dazu kommen werktags zweistündlich verkehrende Eilzüge in der Relation Plzeň–Cheb–Karlovy Vary, die zwischen Pňovany und Mariánské Lázně alle Unterwegsstationen bedienen. Zwischen Strakonice und Horažďovice předměstí gibt es außer einigen wenigen Zügen des Berufsverkehrs keinen regelmäßig verkehrenden Schienenpersonennahverkehr mehr.[17]

Ab 2023 soll der Abschnitt zwischen Horažďovice und Plzeň umfassend erneuert und umgebaut werden. Vorgesehen ist ein durchgehend zweigleisiger Ausbau und eine Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h, was auch abschnittsweise Neutrassierungen erfordert.[18] Nach 2030 soll auch der Abschnitt zwischen České Budějovice und Horažďovice předměstí zweigleisig ausgebaut werden. Vorgesehen ist dort eine Streckengeschwindigkeit von 200 km/h.[19]

Streckenbeschreibung

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Vereinfachtes Höhenprofil des Abschnittes České Budějovice–Plzeň

Die Bahnstrecke verlässt České Velenice aus der Niederung der Lainsitz heraus im südlichen Wittingauer Becken Richtung Nordosten, um bei Jakule nordöstlich von Nové Hrady an die Strobnitz zu gelangen und ihrer Senke bis Borovany zu folgen, von wo aus die Bahnstrecke bogenreich die Lišov-Schwelle überquert und ins Budweiser Becken abfällt, das von der Moldau durchflossen wird.

Von Budweis führt die Strecke weiter nordwestwärts nach Vodňany im Tal der Blanice. Über Protivín führt die Trasse nach Strakonice, das bereits an der Otava liegt. Im Bahnhof Pačejov im Nepomuker Bergland erreicht die Strecke mit 630 Metern ihren Scheitelpunkt. In Seitengräben wird dann bergab Nepomuk und damit das Tal der Úslava erreicht, das an dessen orographisch linker Seite nunmehr bis Pilsen im Pilsener Becken genutzt wird.

Von Pilsen an steigt die Strecke nordwestwärts im Tal der Mže (Mies) wieder an. Nördlich von Marienbad erreicht die strecke in einer breiten Talwanne zwischen Oberpfälzer Wald und Kaiserwald einen weiteren Scheitelpunkt, um dann in das Egerbecken abzufallen.

Fahrzeugeinsatz

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Commons: Railway line 170 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Railway line 190 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Railway line 199 (Czech Republic) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  3. Daten auf altlasdrah.net
  4. Ignaz Konta: Geschichte der Eisenbahnen Oesterreichs vom Jahre 1867 bis zur Gegenwart. In: Österreichischer Eisenbahnbeamten-Verein (Hrsg.): Geschichte der Eisenbahnen der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie. Band 1.2. Karl Prochaska, Wien / Teschen / Leipzig 1898, S. 14 (archive.org).
  5. Viktor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens (Eintrag zu Kaiser-Franz-Josephs-Bahn). 2. Auflage. Band 6. Urban & Scharzenberg, Berlin / Wien 1914, S. 316 (zeno.org).
  6. http://www.trains-worldexpresses.com/600/604.htm
  7. Michal Bláha a Tomáš Kraus: Z Českých Budějovic do Vídně za necelé tři hodiny. Dočkáme se?, Zelpage.cz, 2010.
  8. Jan Viktora: Přestavba českobudějovického železničního uzlu v letech 1904 – 1908, 2011.
  9. Fahrplan der kkStB – gültig vom 1. Mai 1912.
  10. Deutsches Kursbuch Sommer 1939 - gültig vom 15. Mai bis 7. Oktober 1939
  11. Winterfahrplan 1947 der Kursbuchstrecke 15 (Praha–Plzeň–Cheb–Schirnding) der ČSD
  12. Winterfahrplan 1947 der Kursbuchstrecke 18 (Plzeň–České Velenice–Gmünd) der ČSD
  13. Sommerfahrplan 1953 der Kursbuchstrecke 15 (Praha–Plzeň–Cheb–Schirnding) der ČSD
  14. http://logistika.ihned.cz/c1-56528970-mozna-zeleznicni-alternativa-k-dalnici-d1
  15. @1@2Vorlage:Toter Link/www.schp.cz (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  16. Jahresfahrplan 2012 der ČD – gültig ab 11. Dezember 2011
  17. Jahresfahrpläne 2026 für die Kursbuchstrecken 177, 178, 190, 191, 199
  18. „Modernizace tratě z Plzně na jihovýchod: Dvě koleje, přeložky, rušení přejezdů a 160 km/h“ auf zdopravy.cz
  19. „Jihozápadní koridor bude pro rychlost 200 km/h. Elektrizace pokročí do Písku a Vodňan“ auf zdopravy.cz