Bahnstrecke Ranna–Auerbach

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Ranna–Auerbach
Streckennummer:5927
Kursbuchstrecke:zuletzt 421b
Streckenlänge:8,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 12,5 
Minimaler Radius:250 m
Strecke – geradeaus
von Nürnberg Hbf (Nürnberg–Cheb)
   
0,0 Ranna (398,6 m)
   
nach Cheb (Nürnberg–Cheb)
   
Pegnitz
   
2,0 Rauhenstein (405,5 m)
   
4,3 Hohe Tanne (bis 1960) (430,2 m)
   
6,6 Welluck (Sand) (bis 1922) (437,5 m)
   
B 85
   
8,1 Auerbach (Oberpf) (442,4 m)

Die Bahnstrecke Ranna–Auerbach war eine acht Kilometer lange Lokalbahn, die Auerbach in der Oberpfalz über Ranna an die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb anschloss. Sie ersetzte die 1882 von der Maxhütte aus Sulzbach-Rosenberg gebaute Drahtseilbahn, welche bisher die Bodenschätze, die in der Gegend um Auerbach gefördert wurden, zur Bahn transportierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pläne zur Anbindung Auerbachs an die Eisenbahn gab es bereits 1860, als die AG der Bayerischen Ostbahnen eine Bahnstrecke von Amberg nach Bayreuth plante, die in einer Variante über Auerbach geführt werden sollte – verwirklicht wurde sie jedoch nicht. 1867 wurde ein neuer Versuch unternommen, in dem Auerbach an die geplante Pegnitztalbahn angeschlossen werden sollte, was aber aufgrund der sich dadurch stark verlängerten Strecke ebenfalls wieder verworfen wurde. Diverse weitere Planungen sahen unter anderem eine Streckenführung von Michelfeld nach Auerbach und weiter nach Sulzbach-Rosenberg (Auerbacher „Eisenbahnkomitee“ am 29. November 1892) oder von Kirchenthumbach (Endpunkt der Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach) über Auerbach nach Michelfeld oder Ranna (1896) vor, die aber auch nicht zur Ausführung kamen.

Der Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. September 1899 trafen sich mit den Gesellschaftern der Maximilianshütte und der Königin Marienhütte schließlich die beiden Interessenten für den Bahnbau in Ranna und legten mit ihrer Zusage von 6.000 bzw. 3.000 Mark den finanziellen Grundstein für die Strecke. Die Baugenehmigung durch Prinzregent Luitpold von Bayern erfolgte am 30. Juni 1900, so dass unverzüglich mit dem Bau begonnen wurde und die Lokalbahn am 16. Dezember 1903 feierlich eröffnet werden konnte.

Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niedergang der Bahnstrecke wurde mit der Aufgabe des Personenverkehrs am 31. Januar 1970 eingeläutet. Während sogar während des Zweiten Weltkrieges 1944 durchschnittlich vier Zugpaar die Strecke befuhren, verkehrte im Sommerfahrplan 1967 nur noch ein einziges Personenzugpaar zu ungünstigen Zeiten (morgens ab Auerbach 5:03 Uhr nach Neuhaus, abends um 18:40 Uhr ab Ranna nach Auerbach).

Nachdem die Maxhütte das abgebaute Eisenerz mittlerweile mit eigenen Lastwagen abtransportierte, fuhr der letzte Güterzug am 21. März 1982. Der Abbau der Gleisanlagen erfolgte ab Frühjahr 1984, letzte heute noch sichtbare Reste der Strecke sind der mittlerweile ebenfalls stillgelegte Bahnhof von Ranna und die Pfeiler der anschließenden Pegnitzbrücke.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke zweigte nach dem Bahnhof Ranna nach rechts von der Pegnitztalbahn ab, überquerte die Pegnitz mittels einer Brücke und erreichte nach einer Distanz von 2 km den Haltepunkt Rauhenstein. Danach schlängelte sich die Strecke durch den Herzogswald und erreichte nach 2,3 km den Haltepunkt Hohe Tanne, der am 28. Mai 1962 aufgelassen wurde. Von dort führte die Strecke weiter über den Haltepunkt Welluck, der bereits seit 7. Oktober 1922 nicht mehr bedient wurde, unter der Bundesstraße 85 hindurch zum Endbahnhof Auerbach.

Die Strecke überwand somit auf einer Länge von 8,1 km einen Höhenunterschied von 43,82 m bei einer Maximalsteigung von 12,5 ‰.

Züge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1962 kamen auf der Strecke Dampflokomotiven zum Einsatz, anfangs die bayerischen Baureihen D VII, D VIII, D XI sowie die Bayerische GtL 4/4 und nach dem Krieg die Baureihen 64 und 98.10. Von 1962 bis zur Stilllegung befuhren auch Diesellokomotiven der Baureihe V 100 die Strecke. Zur Personenbeförderung wurden Wagen diverser Länderbahn-Bauarten, für die Güterbeförderung und v. a. den Abtransport des Eisenerzes entsprechende Güterwagen eingesetzt.

Die beladenen Erzzüge von Auerbach zur Maxhütte an der Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf wurden von der Baureihe 44 auf dem Streckenabschnitt Auerbach–Hersbruck (rechts Pegnitz) mit dem Tender voran gefahren, dort spannte die Lok um und fuhr den Zug über die Verbindungsbahn nach Pommelsbrunn und von dort aus nach Sulzbach-Rosenberg zur Maxhütte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Fritzsch: Eisenbahnen im Pegnitztal. EK-Verlag, Freiburg 2002, ISBN 3-88255-454-1, S. 67 ff.