Kirchenthumbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kirchenthumbach
Kirchenthumbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kirchenthumbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 45′ N, 11° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchenthumbach
Höhe: 467 m ü. NHN
Fläche: 67,43 km2
Einwohner: 3231 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91281
Vorwahl: 09647
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 129
Marktgliederung: 45 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Bahnhofstr. 18
91281 Kirchenthumbach
Website: kirchenthumbach.de
Erster Bürgermeister: Jürgen Kürzinger[2] (SPD)
Lage des Marktes Kirchenthumbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis BayreuthLandkreis SchwandorfWeiden in der OberpfalzLandkreis TirschenreuthLandkreis Amberg-SulzbachGeorgenbergPleysteinNeustadt am KulmPressathTrabitzEschenbach in der OberpfalzBechtsriethWindischeschenbachWeiherhammerWaldthurnWaidhausVohenstraußTheisseilTännesbergStörnsteinSchwarzenbach (Oberpfalz)SchlammersdorfSchirmitzPüchersreuthPirkParksteinNeustadt an der WaldnaabMantel (Markt)Luhe-WildenauLeuchtenbergKohlberg (Oberpfalz)KirchenthumbachKirchendemenreuthIrchenriethGrafenwöhrFlossenbürgFloß (Oberpfalz)EtzenrichtEslarnAltenstadt an der WaldnaabSpeinsharter ForstManteler ForstVohenstraußHeinersreuther Forst (Oberpfalz)TschechienVorbachSpeinshartMoosbach (Oberpfalz)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Kirchenthumbach ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Oberpfalz-Nord.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren 45 Gemeindeteile:[3]

Es gibt folgende Gemarkungen: Burggrub, Fronlohe, Kirchenthumbach, Metzenhof, Neuzirkendorf, Sassenreuth, Thurndorf, Treinreuth, Heinersreuth.

Metzlasreuth, Luftaufnahme (2016)
Neuzirkendorf, Luftaufnahme (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenthumbach (1725 noch Thumbach) war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt Amberg des Kurfürstentums Bayern. Kirchenthumbach besaß wohl seit Beginn des 15. Jahrhunderts das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1946 wurden die Gemeinden Metzenhof und Treinreuth sowie Gebietsteile von Moos eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Sassenreuth hinzu.[4] Neuzirkendorf und Thurndorf folgten am 1. Januar 1978, Heinersreuth am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 3452 3518 3403 3489 3479 3418 3367 3263 3261

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 3384 auf 3241 um 143 bzw. um 4,2 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeinderat sind 16 ehrenamtliche Bürger vertreten. Die Gemeinderatswahlen seit 2014 führten zu folgenden Ergebnissen:

Partei/Liste 2020[6] 2014
% Sitze % Sitze
SPD 25,2 4 23,6 4
CSU 15,8 2 16,5 2
Christliche Wählergemeinschaft (CWG) 30,7 5 24,8 4
Bürgergemeinschaft Thurndorf 11,9 2 12,4 2
Wählergemeinschaft der ehemaligen Gemeinde Sassenreuth 10,5 2 11,5 2
Wählergemeinschaft der früheren Gemeinde Heinersreuth 5,9 1 6,4 1
Freie Wähler – Unpolitischer Wählerblock 4,9 1
Wahlbeteiligung 82,6 % 81,0 %

Erster Bürgermeister ist Jürgen Kürzinger (SPD).[7] Er wurde 2014 Nachfolger von Fritz Fürk (Christliche Wählergemeinschaft) und 2020 im Amt bestätigt.[8] Er gehört qua Amt ebenfalls dem Gemeinderat an.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach, bei dem die Gemeinde Mitglied ist.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Markt Kirchenthumbach
Blasonierung: „In Rot auf silbernem Stufensockel ein blau bedachter silberner Zinnenturm, dem ein Schildchen mit den bayerischen Rauten aufgelegt ist.“[9]

Wappengeschichte: In der heraldischen Literatur fehlt eine Deutung des Turmes im Wappen. Der Zinnenturm mit Spitzdach spielt wohl auf den Ortsnamen an (noch 1725 Thumbach) und steht in heraldisch stilisierter Form für das Wahrzeichen des Ortes, den Turm der 1875 erbauten neuromanischen Kirche. Die Zinnen am Turm lassen auch daran denken, dass die abgerissene alte Kirche aus dem 14. Jahrhundert früher mit einer Wehrmauer mit Ecktürmen und Schießscharten umgeben war. Der wehrhafte Kirchturm kann allgemein auch als Sinnbild für die Kirche als Schutzraum für jedermann interpretiert werden. Das Schildchen mit den bayerischen Rauten erinnert an die wittelsbachische Ortsherrschaft. Kirchenthumbach hat wohl zu Beginn des 15. Jahrhunderts den Marktstatus erlangt. Der Turm ohne Rautenschildchen findet sich schon auf dem aus dem frühen 15. Jahrhundert stammenden und in Abdrucken seit 1459 bekannten Siegel, ebenso auf dem um 1550 angefertigten größeren Marktsiegel. Seit 1819 wurde das Wappen willkürlich mit dem Schildchen seitlich am Turm lehnend abgewandelt. In der heraldischen Literatur wurde dann auch noch unter dem Turm ein Berg hinzugefügt.[9] Dieses Wappen wird seit dem 15. Jahrhundert geführt.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 191 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 64 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1319. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden 96 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3018 Hektar, davon waren 1731 Ackerfläche und 1287 Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1904 bis 1969 (Personenverkehr 1962) war Kirchenthumbach Endstation der Bahnstrecke Pressath–Kirchenthumbach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):

  • einen katholischen Kindergarten mit 151 Kindern und fünfzehn Mitarbeiterinnen in fünf Gruppen[10]
  • eine Kinderkrippe mit zwölf Plätzen[11]
  • eine Grund- und Mittelschule mit fünfzehn Lehrern und 123 Schülern in sechs Klassen, der Mittelschulbetrieb ruht[12]

US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Ortes befindet sich der Truppenübungsplatz Grafenwöhr der US Army.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paulinus Fröhlich: Kirchenthumbach: Beiträge zur Geschichte und Kulturgeschichte des Markts Kirchenthumbach. Laßleben, Kallmünz 1951.
  • Bilder aus alten Zeiten. Markt Kirchenthumbach 1996.
  • Geschichten aus alten Zeiten. Kirchenthumbach 1997.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 564–567 (Digitalisat – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kirchenthumbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Kürzinger Erster Bürgermeister. Gemeinde Kirchenthumbach auf den Seiten der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach, abgerufen am 10. April 2021.
  3. Gemeinde Kirchenthumbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. November 2011.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 460.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652 und 653.
  6. Gemeinderatswahl Markt Kirchenthumbach, 15. März 2020, Amtliches Endergebnis. 25. März 2020, abgerufen am 30. November 2020.
  7. Bürgermeister. Gemeinde Kirchenthumbach auf den Seiten der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach, abgerufen am 30. August 2020.
  8. Bürgermeisterwahlen VG Kirchenthumbach. Abgerufen am 30. November 2020.
  9. a b c Eintrag zum Wappen von Kirchenthumbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Das Kinderhaus. In: pfarreikirchenthumbach.de. Abgerufen am 20. Juni 2017.
  11. Unsere Kinderkrippe. In: pfarreikirchenthumbach.de. Abgerufen am 20. Juni 2017.
  12. Grund- und Mittelschule Kirchenthumbach. (Nicht mehr online verfügbar.) 1. Juni 2017, archiviert vom Original am 6. April 2017; abgerufen am 20. Juni 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vs-kirchenthumbach.de