Bandcamp

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Bandcamp
BandcampLogo x320.png
Bandcamp.com
Motto Discover new music and directly support the artists who make it.
Beschreibung Musikdownloadshop
Registrierung optional
Sprachen Englisch
Urheber Ethan Diamond
Erschienen 2008
Status aktiv

Bandcamp ist ein Online-Musikdienst und eine Plattform zur Promotion, die sich insbesondere an unabhängige Künstler richtet.[1] Künstler bei Bandcamp besitzen eine veränderbare Microsite mit den Alben, die sie hochladen. Viele Titel können kostenfrei auf der Internetseite abgespielt werden. Künstler können festlegen, ob Musikdownloads kostenlos oder kostenpflichtig möglich oder an die Angabe einer E-Mail-Adresse gekoppelt sind. Bandcamp nimmt einen Anteil von 15 % an den Verkäufen auf der Website, wobei der Anteil nach der Einnahme von mehr als 5.000 US-Dollar durch Verkäufe auf 10 % sinkt.[2] Die Teilnahme bei Bandcamp ist kostenlos.

Bei dem Download der Musik können Kunden zwischen den Formaten MP3 mit einer konstanten Bitrate von 320 kbit/s, MP3 mit variabler Bitrate, FLAC, AAC, Ogg Vorbis mit einer konstanten Bitrate von 192 kbit/s und ALAC wählen. Der Upload ist in den Formaten WAV, AIFF oder FLAC möglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zu Bandcamp entstand 2007, nachdem Ethan Diamond, der Gründer der Website, eine frustrierende Erfahrung beim Versuch gemacht hatte, das selbstveröffentlichte Album einer Band herunterzuladen.[3] Daraufhin verließ er seinen bisherigen Arbeitgeber Yahoo und gründete 2008 Bandcamp.[4]

Bandcamp erhielt im Juli 2010 Aufmerksamkeit, als Amanda Palmer, Low Places und Bedhed ihre jeweiligen Plattenlabels aufgaben und anfingen, ihre Alben auf Bandcamp zu verkaufen, wobei sie über Twitter darauf aufmerksam machten. Amanda Palmer nahm dabei innerhalb von drei Minuten nach Veröffentlichung der EP Amanda Palmer Performs the Popular Hits of Radiohead on Her Magical Ukulele auf Bandcamp 15.000 US-Dollar ein.[5][6] Auch Sufjan Stevens nutzt Bandcamp zum Verkauf seiner Alben; er erreichte mit der EP All Delighted People allein durch Verkäufe bei Bandcamp die Billboard-200-Charts.[4]

Die Beliebtheit der Internetseite stieg 2011, als einige Indie-Games-Entwickler die Soundtracks ihrer Spiele auf Bandcamp veröffentlichten. Dazu gehörten Bastion, Sanctum, Machinarium, Terraria, Pflanzen gegen Zombies, Limbo, Super Meat Boy, To the Moon und Minecraft. Im Dezember 2011 machte die Website zum ersten Mal im Zeitraum eines Monats einen Umsatz von einer Million US-Dollar.[7] 2016 machte Bandcamp erstmals publik, wieviel sie den bei ihr gelisteten Künstlern seit Gründung der Webseite an Geld ausgezahlt habe: Die Summe belief sich auf rund 150 Millionen Dollar.[8] Nachdem Donald Trump das Einreiseverbot für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern erlassen hatte, startete Bandcamp eine Spenden-Aktion: Am 3. Februar 2017 spendete das Unternehmen 100 Prozent seiner Einnahmen an die American Civil Liberties Union (ACLU), rund 400 Label und Künstler auf Bandcamp schlossen sich an. Insgesamt wurden knapp 100.000 US-Dollar gespendet.[9]

Vertriebsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bandcamp können die Künstler genau bestimmen, wie die Fans ihre Musik beziehen können. Erstes Unterscheidungskriterium ist, ob überhaupt ein Download ermöglicht wird. Sofern dies gewünscht ist, kann er auch kostenlos erfolgen. Hierfür steht ein Kontingent von 200 Gratisdownloads pro Monat zur Verfügung. Für je 500 US-Dollar an Umsätzen wird das Kontingent um 1.000 Downloads erhöht. Zusätzlich können für einen Preis von 1,5 bis 3 US-Cent weitere Downloads gekauft werden. Optional kann der Gratis-Download an das Angeben einer gültigen E-Mail-Adresse gekoppelt werden, an die der Download-Link geschickt wird. Nach dem gleichen Schema können auch Download-Codes generiert und vergeben werden. Neben dem Setzen eines festen Preises ist es auch möglich, den Käufer bestimmen zu lassen, wie viel er bezahlen möchte. Hierbei kann ein Mindestbetrag festgesetzt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Download kostenlos oder erst gegen Angabe einer E-Mail-Adresse zu ermöglichen. Die Downloads können um Bonus-Material wie Fotos und Videos ergänzt werden. Es können auch Fan-Artikel angeboten werden, bei denen die Preisgestaltung analog zu den Downloads erfolgt.

Bandcamp unterstützt auch Creative-Commons-Lizenzen. Bei jedem hochgeladenen Musikstück kann neben „All rights reserved“ auch eine der sechs 3.0er-Lizenzen ausgewählt werden. Es kann auch eine Kombination verschiedener Lizenzen genutzt werden.

Bekannte Künstler auf Bandcamp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jason Fitzpatrick: Bandcamp Catalogs Indie Music For Listening And Download. Lifehacker Australia, 10. Oktober 2010; abgerufen am 19. Januar 2012.
  2. James Shotwell: Bandcamp.com changes business model. Alt Press, 20. Juni 2010; abgerufen am 19. Januar 2012.
  3. Adam Pfleider: Ethan Diamond (Bandcamp). absolutepunk.net, 19. November 2010; abgerufen am 20. Januar 2012.
  4. a b John Tozzi: Bandcamp Powers Online Sales, Aims to Fill Myspace ‘Vacuum’. Bloomberg, 2. November 2011; abgerufen am 20. Januar 2012.
  5. Caroline Klibanoff: Amanda Palmer Brings in $15,000 on Bandcamp in Three Minutes. Paste Magazine, 27. Juli 2010; abgerufen am 19. Januar 2012.
  6. Glenn Peoples: Amanda Palmer Sells $15K Worth Of Music, Merch In Three Min. Billboard.biz, 22. Juni 2010; abgerufen am 19. Januar 2012.
  7. Devin Coldewey: December Brings $1M In Sales To Bandcamp. Techcrunch, 3. Januar 2012; abgerufen am 19. Januar 2012.
  8. Bandcamp zahlt über 150 Millionen Dollar an Bands aus. In: Musikexpress. 8. April 2016 (musikexpress.de [abgerufen am 22. Februar 2017]).
  9. Bandcamp raises more than $100,000 for the ACLU. 4. Februar 2017 (avclub.com [abgerufen am 22. Februar 2017]).