Bat Masterson

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Bat Masterson 1879

William Barclay Masterson, genannt „Bat“ Masterson (* 24. November 1853; † 25. Oktober 1921), war eine legendäre Persönlichkeit des amerikanischen Wilden Westens. Sein abenteuerliches Leben beinhaltete unter anderem Tätigkeiten als Büffeljäger, Kundschafter für die U.S. Army, Glücksspieler, Deputy U.S. Marshal sowie als Sportredakteur und Kolumnist für eine New Yorker Zeitung. Seine Brüder waren die Ordnungshüter James und Ed Masterson.

Sein Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Bat Masterson erblickte als zweites von sieben Kindern der Iren Thomas und Catharina Masterson, geborene McGurk, das Licht der Welt. Geburtstag, -ort und -vorname Mastersons sind aufgrund widersprüchlicher Dokumente nicht völlig klar. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass er als William Barclay Masterson am 24. November 1853 in Henryville im kanadischen Québec geboren wurde. Für diese Annahme spricht, dass die dortige Kirche seine Taufunterlagen und die seiner Kinder verwahrt. Zudem wurde Masterson 1870 bei einer Volkszählung in St. Claire County, Illinois als Bartholomaeus Masterson, Alter 17, geboren in Kanada, aufgeführt. Bei einer späteren Volkszählung behauptete er hingegen, er stamme aus Illinois.

Masterson wuchs auf verschiedenen Farmen in New York, Illinois, Kansas und Québec auf. Gemeinsam mit seinen Brüdern Ed und Jim verließ er in seinen späten Teenagerjahren den Bauernhof der Familie in Kansas, um Büffeljäger zu werden. Während er ohne seine Brüder weiterreiste, wurde er 1874 in die zweite Schlacht bei Adobe Walls in Texas verwickelt. Dort kämpfte Masterson, gemeinsam mit knapp 30 weiteren Büffeljägern, in einem Handelsposten verschanzt, siegreich gegen etwa 700 bis 1000 Indianer. Daraufhin war Bat Masterson einige Zeit Kundschafter der U.S. Army in einem Feldzug gegen Kiowa- und Comanche-Indianer.

Erwachsenenalter[Bearbeiten]

Revolverheld und Ordnungshüter[Bearbeiten]

Bat Masterson (li.) und Wyatt Earp 1876

Die erste Schießerei, in die Bat Masterson verwickelt wurde, fand in Sweetwater (später Mobeetie), Texas, im Jahre 1876 statt. Er wurde, angeblich wegen eines Mädchens, von einem Mann angegriffen, dem er im Gefecht tödliche Wunden zufügte. Doch auch Masterson selbst blieb nicht unverletzt. Eine Kugel traf ihn ins Becken und die daraus resultierende Verletzung zwang ihn, für den Rest seines Lebens einen Gehstock zu verwenden.

Im Jahr 1877 schloss sich Masterson in Dodge City, Kansas seinen Brüdern Ed, dem hiesigen stellvertretenden Sheriff, und Jim, mittlerweile Mitbesitzer eines Saloons, an. Doch schon bald nach seiner Ankunft geriet Masterson mit dem Marshal der Region, wegen der Behandlung eines in Gewahrsam zu nehmenden Mannes, aneinander. Er wurde inhaftiert und musste eine Strafe bezahlen, die ihm später allerdings vom Stadtrat zurückerstattet wurde. Danach arbeitete Masterson an der Seite des Sheriffs Wyatt Earp als dessen Stellvertreter und wurde innerhalb weniger Monate zum Bezirkssheriff von Ford County, Kansas gewählt.

Masterson kämpfte daraufhin in Colorado auf der Seite der Atchison, Topeka and Santa Fe Railway gegen die Denver and Rio Grande Western Railroad, blieb jedoch Bezirkssheriff, bis er 1879 aus seinem Amt gewählt wurde. Zur gleichen Zeit war Mastersons Bruder Ed Marshal von Dodge City, wo er am 9. April 1878 während der Ausübung seiner Pflicht getötet wurde.

In den darauf folgenden Jahren verdiente sich Bat Masterson seinen Lebensunterhalt als Glücksspieler und bereiste dabei einige der legendärsten Städte des Wilden Westens. Außerdem besuchte er Wyatt Earp in Tombstone, Arizona, und reiste nur kurz vor der berühmten Schießerei am O. K. Corral weiter. Masterson war in dieser Zeit zudem ein Jahr lang Marshal von Trinidad, Colorado.

1883 nahm Bat Masterson am sogenannten Dodge City Krieg teil, einem unblutigen Machtkampf, in den auch viele Revolverhelden auf beiden Seiten verwickelt waren. Gegen 1889 lebte Masterson in Denver, Colorado wo er gemeinsam mit Soapy Smith einen erfolglosen Wahlbetrugsversuch unternahm. Im Gegensatz zu Smith, der aufgrund dieses Skandals aus der Stadt vertrieben wurde, blieb Masterson jedoch in Denver, kaufte dort das Palace Variety Theater und heiratete am 21. November 1881 die Schauspielerin Emma Walters.

Im Jahr 1882 leitete er den Denver Exchange Club in Creede, Colorado und setzte danach seine Reisen durch die aufblühenden Städte im Westen fort. Seinen Lebensunterhalt verdiente Masterson neben dem Glücksspiel mit dem Promoten von Preis-Boxkämpfen. Außerdem eröffnete er den Olympic Athletic Club um den Boxsport zu vermarkten.

Kurz nach der Jahrhundertwende, im Jahr 1902, verließ Bat Masterson den Wilden Westen und ging nach New York City, wo er seine Arbeit als Gesetzeshüter fortsetzte. Präsident Theodore Roosevelt selbst setzte Masterson auf Anraten seines Freundes Alfred Henry Lewis als Stellvertreter des U.S. Marshals des südlichen Stadtgebiets von New York, William Henkel, ein. Roosevelt hatte Masterson zu verschiedenen Anlässen getroffen und sich mit ihm angefreundet. Masterson teilte in den Folgejahren seine Zeit zwischen dem Schreiben für den New York Morning Telegraph und der Wahrung des Friedens im Gerichtssaal, wann immer die U.S. Staatsanwaltschaft eine Verhandlung durchführte, auf.

Im Jahr 1909 wurde Masterson jedoch vom neu gewählten Präsidenten William Howard Taft seines Amtes enthoben. Dies geschah im Zuge von Tafts Bemühungen, alle öffentlichen Positionen von Unterstützern der Regierung Roosevelts zu befreien. Daraufhin kehrte Bat Masterson 1910 ein letztes Mal nach Dodge City zurück.

Schriftsteller[Bearbeiten]

Bat Masterson machte neben seiner Karriere als Ordnungshüter auch als Journalist und Autor von sich reden. Seine Laufbahn als Schriftsteller erstreckte sich von etwa 1883 bis zu seinem Tod im Jahre 1921.

Erstmals veröffentlicht wurde ein Text Mastersons am 9. Juni 1883 im Daily Kansas State Journal. Es handelte sich dabei um einen Brief, der neben seiner Ankunft in Dogde City auch das Eintreffen seiner als Revolverhelden bekannten Freunde erwähnte[1]. Außerdem wird in dem Brief der namhafte Long Branch Saloon genannt, der daraufhin während des Dodge City Kriegs das Hauptquartier der Gruppe um Masterson bildete. In jener Zeit traf Bat Masterson außerdem die Journalistenbrüder Alfred Henry und William Eugene Lewis, die während Mastersons späterer Karriere noch eine Rolle spielen sollten.

Der Veröffentlichung seines Briefes folgte die Herausgabe der Vox Populi von Masterson selbst. Diese nur einmal erschienene Zeitung konzentrierte sich auf die Politik in Dodge City im November 1884.

In den späten 1890er Jahren begann Masterson regelmäßig Artikel für eine Zeitung zu schreiben. Es handelte sich dabei um eine wöchentliche Sportkolumne, die im George’s Weekly, einem Blatt aus Denver, erschien.

Die tatsächliche Karriere des Autors Bat Masterson begann jedoch erst nach seinem Umzug nach New York City, wo er erneut auf die Lewis Brüder traf. Von Mastersons Leben inspiriert schrieb Alfred Henry Lewis in der Folgezeit mehrere Kurzgeschichten und einen Roman, „The Sunset Trial“, während er gleichzeitig Masterson dazu ermutigte, selbst einige seiner Abenteuer niederzuschreiben. Diese Geschichten veröffentlichte Lewis später in dem von ihm herausgegebenen Magazin Human Life (etwa 1907-08). Masterson beschreibt in seinen Artikeln die gemeinsamen Tage mit seinen Revolverheldenfreunden und legt zudem dar, was seiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften eines Revolverhelden seien.

Seine Schriftstellerlaufbahn setzte Masterson etwa 1904 als Sportkolumnist des New York Morning Telegraph fort. Angestellt vom jüngeren der Lewis Brüder, William Eugene, wurde Masterson kurz darauf Lektor des Sportabschnitts. Zudem schilderte er in seiner drei Mal wöchentlich erscheinenden Kolumne „Masterson’s Views on Timely Topics“ (Mastersons Blick auf derzeitige Themen) seine Meinungen zu Politik, Sportereignissen, Theater, Nachtleben und ähnlichem. Nachdem Eugene Lewis zum Generaldirektor und Präsident des Unternehmens aufstieg, beförderte er seinen Freund Masterson sogar zum Vizepräsidenten und Geschäftsführer.

Masterson freundete sich zu dieser Zeit außerdem mit dem Schriftstellerkollegen Damon Runyon an. Dieser lebte und arbeitete ebenfalls in New York und verkehrte in den gleichen Kreisen wie Masterson. Es wird angenommen, dass Masterson die Inspiration Runyons für den Charakter Sky Masterson in den Kurzgeschichten Guys and Dolls war. Damon Runyon kommentierte Mastersons Schriftstellerqualitäten einst mit den Worten: „Bat had no literary style but he had plenty of moxie.“ („Bat hatte keinerlei literarischen Stil, aber er hatte jede Menge Schneid.“)

Tod[Bearbeiten]

Bat Masterson starb im Alter von 67 Jahren am 25. Oktober 1921. Zu dieser Zeit lebte und arbeitete er in New York City. Kurz nachdem er seine letzte Kolumne für den New York Morning Telegraph verfasst hatte, erlitt er an seinem Schreibtisch einen Herzinfarkt.

Sein Leichnam wurde zu Campbells Funeral Parlor überführt und nach einem einfachen Gottesdienst in der Woodlawn Cemetery in der Bronx, New York beigesetzt. Über der Inschrift seines großen Granitgrabsteins „Loved by Everyone“ („Von Jedem geliebt“) steht sein voller Name „William Barclay Masterson“.

Sein Spitzname[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Theorien, wie William Barclay Masterson zu seinem Spitznamen „Bat“ kam. Die einfachste Erklärung lautet, dass es sich dabei um eine Kurzform seines Vornamens Bartholomew handelt. Das würde die Theorie stützen, dass Bat Materson ursprünglich als Bartholomew Masterson das Licht der Welt erblickte.

Etwas anschaulicher ausgeschmückte Annahmen gehen hingegen davon aus, dass sich der Spitzname auf Mastersons obligatorischen Gehstock bezieht. Diesen setzte er in Kämpfen angeblich des Öfteren als Schläger (Englisch auch „bat“) ein, was ihm zu seinem Spitznamen verholfen haben soll.

Außerdem gibt es die Theorie, dass sich „Bat“ aus der in dieser Zeit gebräuchlichen Kurzform für Boxer ableitet. Diese wurden, abgeleitet aus dem englischen Wort für kämpfen („battling“) bzw. Kampf („battle“), ebenfalls häufig „Bats“ genannt. Der Spitzname würde dann insbesondere Bezug auf Mastersons Arbeit als Boxpromoter während seines Aufenthalts in Denver nehmen.

Sein Ruf[Bearbeiten]

Bat Masterson hatte zu seinen Lebzeiten einen Ruf als Revolverheld, der ihm weit voraus eilte. Allerdings tötete Masterson nur einen Gegner in einem direkten Gefecht (die Opfer des Kampfes in Adobe Walls nicht einbezogen) und führte damit ein vergleichsweise harmloses Leben.

So wird Bat Masterson in der Encyklopedia of Western Gunfighters mit lediglich drei Schießereien und eben jenem getöteten Widersacher gelistet[2]. Verglichen mit anderen berühmten Revolverhelden des Wilden Westens, zum Beispiel Billy the Kid, John Wesley Hardin oder "Wild" Bill Hickok, weist er damit einen relativ schwachen Rekord auf. Dass er dennoch als Revolverheld bekannt wurde, verdankte er hauptsächlich seiner Fähigkeit, sich selbst in Szene zu setzen.

Die Fernsehserie[Bearbeiten]

„Bat Masterson“ war ebenfalls der Name einer Fernsehserie, die Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre in 108 Folgen vom Sender NBC in den USA ausgestrahlt wurde. Die Serie basierte relativ frei auf dem Leben der historische Figur Bat Masterson. Dieser wurde dabei porträtiert von Gene Barry.

Masterson wurde in der Serie als fein gekleideter Glücksspieler in schwarzem Anzug und mit Melone dargestellt, der eher dazu neigte, Betrüger mit seinem Gehstock, dessen Griff vergoldet war, zu schlagen („bat“), als diese zu erschießen. Die jeweils halbstündigen Episoden waren in Schwarzweiß gefilmt. Das von Gaylord DuBois geschriebene Drehbuch verwendete dabei - gemessen an den Western dieser Zeit - eine vergleichsweise gehobene Sprache. Während die von Sealtest gesponserte Serie ausgestrahlt wurde, wurden viele Plastikmelonen und -gehstöcke als Kinderspielzeuge verkauft.

Der Verlag Dell Comics veröffentlichte zudem ein kurzlebiges Comicheft, basierend auf der Serie. Die erste Ausgabe wurde 1960 auf den Markt gebracht und hatte, wie alle Folgenden, ein Fotocover. Das Comic wurde bis 1962 herausgegeben.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ausführliche Biografie Mastersons (inkl. seines Briefes von 1883 in Englisch)
  2. Bill O’Neal: Encyklopedia of Western Gunfighters, University of Oklahoma Press 1979 - Information aus der englischen wikipedia - Quelle nicht eingesehen

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Kügler: Sie starben in den Stiefeln. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1976; ISBN 3-87943-415-8.

Weblinks[Bearbeiten]