Bayerischer Löwe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen des Freistaates Bayern
Bavaria und Löwe über der Theresienwiese
Die Lindauer Hafeneinfahrt

Der Bayerische Löwe ist mehrfacher Bestandteil des Bayerischen Staatswappens. Er ist zudem Symbolfigur des Freistaats Bayern, unter anderem auf Denkmälern und Auszeichnungen.

Staatswappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei goldene, rotbewehrte Löwen umrahmen das Wappen als Schildhalter. In den fünf Feldern werden die Teile des seit der Zeit des Königreiches vergrößerten Bayerns gewürdigt.

Der „goldene Löwe“ im schwarzen Feld vertritt den Regierungsbezirk Oberpfalz, es handelt sich um den Pfälzer Löwen. Der rot-weiße Rechen steht für die drei fränkischen Regierungsbezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken, der blaue Panther für Nieder- und Oberbayern, und drei schwarze Löwen symbolisieren den Regierungsbezirk Schwaben.

Im Herzschild sind die auf die Grafen von Bogen zurückgehenden und nach Einzug des Lehens von den Wittelsbachern übernommenen weiß-blauen Wecken, umgangssprachlich als Rauten bezeichnet, enthalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Löwe kam 1214 als Wappentier in die Familie der Wittelsbacher. Nachdem die Linie der Pfalzgrafen der Kurpfalz im Mannesstamm ausgestorben war, vergab König Friedrich II. die Kurpfalzwürde an Otto II., den Sohn Ludwigs des Kelheimers aus dem Haus Wittelsbach. Otto war 1212 im Alter von sechs Jahren mit der Tochter des Pfalzgrafen verheiratet worden. Solange er noch minderjährig war, regierte Ludwig für ihn. Erst 1228 konnte Otto die Regierung antreten. Er führte 1229 ein offizielles Wappen der Kurpfalz mit einem goldenen Löwen auf schwarzem Grund ein, nachdem schon zuvor frühere Kurfürsten der Pfalz verschiedene Löwen in ihren privaten Wappen geführt hatten.[1]

Die Wittelsbacher übernahmen in der Folge den Löwen als Wappentier für alle altbayerischen und pfälzischen Linien. Die Rauten kamen formal 1242 hinzu, als die Grafen von Bogen ausstarben und von den Wittelsbachern beerbt wurden. Ein Kombinationswappen aus Rauten und Löwen ist erstmals 1330 nachgewiesen: In einem viergeteilten Schild stehen diagonal zwei Löwen und zwei Rautenfelder. Dieses Wappen wurde in verschiedenen Variationen von beiden Linien fortgeführt.

Das neu eingeführte Königreich Bayern übernahm 1806 den Löwen in das erste Wappen, gab ihn aber im selben Jahr bei der Einführung eines zweiten Wappens wieder auf. Löwen wurden dann nur noch bei der Darstellung des großen Wappens als Schildhalter eingesetzt. Erst Ludwig I. legte wieder Wert auf den regionalen Bezug seiner Herrschaft, weshalb er 1835 ein neues vereinigtes Wappen einführte, das den pfälzischen Löwen wieder aufnahm. Dieses blieb bis zum Ende der Monarchie 1918 in Gebrauch. Der Freistaat Bayern führt seit 1923 ebenfalls den Pfälzer Löwen, in der Fassung seit 1950 steht er nicht mehr für die Rheinpfalz sondern für den Regierungsbezirk Oberpfalz.[2]

Bekannt ist auch, dass die Wittelsbacher lebende Löwen in verschiedenen Schlössern und Festungen hielten. Seit 1491 ist ein Löwenmeister als Angestellter im Münchner Alten Hof bekannt, 1493 berichtete Hartmann Schedel in der nach ihm benannten Schedel’schen Weltchronik von der Geburt junger Löwen dort. Die Tiere sind mindestens 250 Jahre lang in München nachweisbar und wurden auch als wertvolle Geschenke der Herzogs verwendet. 1551 wurden zwei Tiere an den Hof des Kurfürsten in Heidelberg verschenkt, 1554 einer an den Pfalzgrafen in Neuburg. 1580 wurde am Alten Hof in der Burgstraße ein eigenes Löwenhaus errichtet und 1614 berichtete ein Augsburger Patrizier über einen Löwen, der im Alten Hof gehalten wurde. Der letzte nachweisliche Löwenmeister starb 1734.[3] In der Landshuter Burg Trausnitz ist ein ehemaliger Löwengraben erhalten.[4]

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löwe an der Feldherrnhalle
Bayerische Tapferkeitsmedaille, Rückseite

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bis zu deren Auflösung hatte die Pionierlehrbrigade 60 die Bezeichnung "Bayerischer Löwe"[8].
  • Die Fußballspieler des TSV 1860 München werden auch „Münchner Löwen“ oder kurz „Löwen“ genannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katharina Heinemann, Matthias Memmel: Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen. Sonderedition. Bayerisches Staatsministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat, Öffentlichkeitsarbeit u. a., München u. a. 2014.
  • Wilhelm Volkert: Die Bilder in den Wappen der Wittelsbacher. In: Wittelsbach und Bayern. Band 1: Hubert Glaser (Hrsg.): Die Zeit der frühen Herzöge. Von Otto I. zu Ludwig dem Bayern. Teil 1: Beiträge zur bayerischen Geschichte und Kunst. 1180–1350. Hirmer u. a., München u. a. 1980, ISBN 3-7774-3180-X, S. 13–38.
  • Wilhelm Volkert: Die Wappenzeichen des Landes Bayern („Insignia armorum terrae Bavariae“). In: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte. Bd. 44, 1981, S. 675–692, (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bayerischer Löwe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katharina Heinemann, Matthias Memmel: Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen. 2014, S. 21 f.
  2. Katharina Heinemann, Matthias Memmel: Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen. 2014, S. 33–36
  3. Enno Burmeister: Die baugeschichtliche Entwicklung des Alten Hofes in München. Buchendorfer, München 1999, ISBN 3-934036-07-4, S. 68 und Endnoten.
  4. Katharina Heinemann, Matthias Memmel: Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen. Bayerisches Staatsministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat 2014, S. 71
  5. Süddeutsche Zeitung: Rückkehr der Löwen, 26. März 2014 Seite 31
  6. Bayerischer Löwe für frühere BBV-Spitzenrepräsentanten. 19. Juli 2012, abgerufen am 26. Juni 2015.
  7. Preisplattln um den Bayerischen Löwen
  8. Gelöbnisfeier in Böhmfeld