Bella Alten

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Bella Alten als Musetta in La Bohème

Bella Alten (* 30. Juni 1877 in Zaxaczewo, Polen[1] ; † 31. Dezember 1962 in London) war eine deutsch-britische Opernsängerin (Sopran/Koloratursopran).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bella Alten[2] studierte bei Gustav Engel[3] in Berlin und bei Aglaja Orgeni in Dresden. Sie hatte ihr Bühnendebüt 1897 am Opernhaus Leipzig als Ännchen in Der Freischütz und blieb dort engagiert bis zum Jahr 1900. In Deutschland hatte sie danach Engagements ab 1900 am Hoftheater Braunschweig, ab 1903 am Opernhaus Köln, ab 1904 am Nationaltheater Berlin, von 1908 bis 1911 war sie Mitglied des Hamburger Stadttheaters. Zwischen 1904 und 1914 trat sie auch an der Metropolitan Opera in New York auf und sang 1905 unter den Augen von Engelbert Humperdinck die Gretel in der Premiere von Hänsel und Gretel, was dort ihre Paraderolle wurde, ebenfalls 1905 die Adele in der Erstaufführung der Fledermaus. An der Met bestritt sie bis 1914 sechs Opernpremien und hatte über 400 Auftritte, darüber hinaus auch am Broadway. 1912 wurde sie für die italienische Premiere von Ermanno Wolf-Ferraris Le donne curiose unter Arturo Toscanini nach Mailand geholt. 1908 und 1909 sang sie bei den Bayreuther Festspielen den Waldvogel im Siegfried und die Wellgunde im Ring des Nibelungen. Gastspiele führten sie auch an die Hofoper nach Dresden, an die Covent Garden Oper, 1910 an die Grand Opéra Paris und an das Théâtre de la Monnaie. Dazu war sie auch eine Konzertsängerin.

Sie war seit 1912 als Bella Deri-Alten verheiratet mit dem Wiener Bankdirektor Hermann Deri (1874–1941), Bruder von Max Deri[4]. Von 1917 bis 1923 hatte sie mehrere Engagements an der Staatsoper Wien. Sie lebte später als Gesanglehrerin in Wien. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten in Deutschland emigrierten sie und ihr Mann 1936 aus Wien, und damit rechtzeitig vor dem Anschluss Österreichs, nach London, wo sie 1948 eingebürgert wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannes Heer; Jürgen Kesting; Peter Schmidt: Verstummte Stimmen : die Bayreuther Festspiele und die "Juden" 1876 bis 1945 ; eine Ausstellung. Festspielpark Bayreuth und Ausstellungshalle Neues Rathaus Bayreuth, 22. Juli bis 14. Oktober 2012. Berlin : Metropol, 2012 ISBN 978-3-86331-087-5 , S. 320
  • Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Dritte, erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin 2000 S. 386
  • Ulrich Dahmen: Vom Hamburger Stadttheater zur Hamburgischen Staatsoper : Sänger und Sängerinnen am Hamburger Stadttheater und der Hamburgischen Staatsoper. Austro Mechana 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Geburtsort in Polen ist in der biografischen Literatur nicht eindeutig festgestellt worden, siehe dazu die Anmerkungen von Sven Fritz und Jens Geiger in Verstummte Stimmen, S. 374
  2. Ob ihr Geburtsname, wie in der zeitgenössischen antisemitischen Literatur behauptet, Rebekka Apfelbaum war, ist nicht belegbar, siehe dazu die Anmerkungen von Sven Fritz und Jens Geiger in Verstummte Stimmen, S. 374
  3. zu Gustav Engel siehe Dietmar Schenk: Die Hochschule für Musik zu Berlin, Steiner, Wiesbaden 2004, S. 135
  4. Nachkommen der Familie Wolf