Benigna von Krusenstjern

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Benigna von Krusenstjern (* 10. September 1947 in Clenze, Landkreis Lüchow-Dannenberg) ist eine deutsche Historikerin.

Benigna von Krusenstjern wurde als Tochter des baltendeutschen Schriftleiters Ewert von Krusenstjern und seiner Frau Käte, geb. Majus, geboren. Sie besuchte das Gymnasium in Bielefeld und Wiesbaden und studierte seit dem Wintersemester 1966/67 Geschichte und Germanistik in Mainz und in München. 1972 erhielt sie in Mainz den Magistertitel, 1979 wurde sie dort im Fach Osteuropäische Geschichte mit einer von Gotthold Rhode betreuten Arbeit über die erste ungarische Kleinlandwirte-Partei promoviert. Von 1972 bis 1975 arbeitete sie als Redakteurin bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Von 1980 bis zu dessen Schließung 2007 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind das 17. und 20. Jahrhundert. Im Jahr 1997 legte sie über Selbstzeugnisse als Geschichtsquellen während des Dreißigjährigen Krieges eine Veröffentlichung vor. Im selben Jahr wurde zum 350. Jahrestag des Westfälischen Friedens eine internationale Tagung am Göttinger Max-Planck-Institut für Geschichte abgehalten. Die gemeinsam mit Hans Medick herausgegebenen 26 Beiträge behandeln u.a. die technischen Faktoren der Kriegsführung, die Rolle der Soldaten und Frauen im Krieg, die Selbstzeugnisse, die Literatur und Musik bis hin zur Nachwirkung des Kriegs in späteren Jahrhunderten. Der Tagungsband erschien 1999.[1] Über den Hitler-Gegner und Mitverschwörer des 20. Juli 1944 Adam von Trott zu Solz veröffentlichte sie 2009 die erste wissenschaftliche Biografie.[2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Philip Crusius von Krusenstiern (1597–1676). Sein Wirken in Livland als Rußlandkenner, Diplomat und Landespolitiker (= Wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Ost-Mitteleuropas. Bd. 102). J.-G.-Herder-Institut, Marburg 1976, ISBN 3-87969-137-1 (= Magisterarbeit Universität Mainz 1972).
  • Die Ungarische Kleinlandwirte-Partei (1909–1922/1929) (= Studia Hungarica. Schriften des Ungarischen Instituts München. Bd. 18). Trofenik, Mainz 1981, ISBN 3-87828-145-5 (Zugleich: Mainz, Universität, Dissertation, 1979, mit Lebenslauf).
  • Selbstzeugnisse der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Beschreibendes Verzeichnis (= Selbstzeugnisse der Neuzeit. Bd. 6). Akademie Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-002743-6.
  • „daß es Sinn hat zu sterben - gelebt zu haben“. Adam von Trott zu Solz. 1909–1944. Biographie. Wallstein Verlag Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0506-9.

Herausgeberschaften

  • mit Hans Medick: Zwischen Alltag und Katastrophe - Der Dreißigjährige Krieg aus der Nähe (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte Bd. 48). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-35463-0.
  • mit Hans Erich Bödeker und Michael Matthiesen: Rudolf Vierhaus. Vergangenheit als Geschichte (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 183). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 978-3-525-35179-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benigna von Krusenstjern, Hans Medick (Hrsg.): Zwischen Alltag und Katastrophe - Der Dreißigjährige Krieg aus der Nähe. Göttingen 1999.
  2. Besprechung von Erik Lommatzsch in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 58 (2010), S. 667–669.