Berno Wischmann

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Berno Wischmann (* 26. Dezember 1910 in Tondern, Königreich Preußen; † 25. September 2001 in Bad Sobernheim) war ein deutscher Leichtathlet, Hochschullehrer und Funktionär im Deutschen Leichtathletik-Verband.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wischmann war Absolvent der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin, gehörte zum Generalstab Rommel in Nordafrika. Nach dem Krieg war er als Leichtathletiktrainer bei Rot-Weiß Koblenz erfolgreich und wurde aus dieser Position in der Französischen Zone als Hochschulsportlehrer an die Universität Mainz berufen. Hier baute er erstmals eine Sportlehrerausbildung auf. 1958 promovierte Wischmann in Mainz zum Dr. phil. mit einer Arbeit über Zum Problem des Mutes in der körperlichen Erziehung. Zeitweise führte Wischmann das Institut als eine eigenständige Hochschule und war in den 1960er Jahren in der Lage der Deutschen Sporthochschule Köln qualitativ Konkurrenz zu machen. Wischmann war Gründer und langjähriger Dekan des Fachbereichs Sport der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.[1]

In der Saison 1950/51 betreute Wischmann vom 1. bis zum 6. Spiel als Trainer den 1. FSV Mainz 05. Er wurde danach durch Hans Geiger abgelöst.

Am 9. September 1959 gründete er den Universitäts-Sportclub Mainz. Auf Initiative Wischmanns wurde in Mainz die Auslandstrainerschule des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gegründet, in der seit 1974 Leichtathletinnen und Leichtathleten aus Entwicklungsländern ausgebildet werden. Er war Betreuer und Cheftrainer der deutschen Leichtathletikmannschaft bei den Olympischen Spielen in Melbourne, Rom, Tokio, Mexiko-Stadt und München.[2][3] Wischmann war lange Jahre der Vorsitzende der Bundessportkommission der FDP. In dieser Eigenschaft arbeitete er eng mit Liesel Westermann (seiner Nachfolgerin im Amt), Arnd Krüger, seinem Stellvertreter, Detlef Parr und Wolfgang Mischnick, als Sportsprecher der Bundestagsfraktion der FDP zusammen.

Berno Wischmann war selbst im hohen Alter noch ein aktiver Leichtathlet und errang viele Senioren-Weltmeistertitel im Hürdenlauf, Stabhochsprung, Diskus-, Speer- und Hammerwurf, zuletzt drei Titel bei den Weltmeisterschaften im südafrikanischen Durban in der Altersklasse M85.[4][5] Als Buchautor, Sportlehrer und Seniorensportler versuchte er stets, insbesondere ältere Menschen für den Sport zu begeistern.

Auf dem Gelände der Universität liegt auch die Sport- und Trainerschule „Berno-Wischmann-Haus“.[6] In seiner Heimatstadt Kirn wurde die Sportstätte des TuS 1862 Kirn e.V. in „Berno-Wischmann-Stadion“ umbenannt.[7] Die Sportwissenschaftliche Gesellschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e.V. vergibt seit 2002 jährlich die „Berno-Wischmann-Medaille“ für die beste sportwissenschaftliche Prüfungsarbeit.[8]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Weg zum Erfolg in der Leichtathletik. Grundlagentraining im Schüleralter und Jugendalter. 1989.
  • Sport nach 35. Berlin: Bartels & Wernitz, 1977.
  • Methodik der Leichtathletik. Frankfurt a. M. 1960.
  • Der moderne Sport. Eine der großen, den Menschen prägenden Möglichkeiten. Mainz, Waldfischbach, ohne Jahrgang, ca. 1954/55
  • Jan und Inga-Maria. Eine Novelle zum Lobe des Sports. Kirn: Piepenstock, 1977
  • Zusammen mit Viktor Sergienko: Wie Weltrekorde erarbeitet werden: Erfahrungen aus dem Training von Sergej Bubka, Olympiasieger und Weltmeister im Stabhochsprung. Mainz 1991.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gentz, Dorothea (Hrsg.): Leistung als Prinzip. Berno Wischmann zum 65. Geburtstag. Universitätsverlag, Mainz. 1975.
  • Letzelter, Manfred (Hrsg.): Sport und Sportwissenschaft. Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Berno Wischmann. Bartels & Wernitz, Berlin 1976. ISBN 3-87039-906-6
  • Letzelter, Helga (Hrsg.): Beiträge zur Sportwissenschaft. Festschrift zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. Berno Wischmann. Czwalina, Hamburg 1991. ISBN 3-88020-216-8
  • Internationales Biographisches Archiv 29/1998 vom 6. Juli 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (Memento des Originals vom 28. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-mainz.de
  2. Letzelter, Müller: Sport und Sportwissenschaft – Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Berno Wischmann. 1976, S. 18.
  3. http://www.uni-mainz.de/FB/Sport/physio/pdffiles/SinglerBerichtWischmann02.pdf
  4. http://www.masters-sport.de/neue%20Seite/Annettes_Informationen.html
  5. Archivlink (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leichtathletik.de
  6. http://www.lsb-rlp.de/menue/show.php3?id=36&nodeid=
  7. http://www.kirn-nahe.de/stadt/service/sp_staetten/inhalt.htm@1@2Vorlage:Toter Link/www.kirn-nahe.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. http://www.steeple.de/news/news65.html