Bettina Eistel

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Bettina Eistel
Medaillenspiegel

Dressurreiten

DeutschlandDeutschland Deutschland
Paralympische Spiele
Silber 2004 Einzel Kür Grad 3
(mit Aaron)
Silber 2004 Mannschaft
(mit Aaron)
Silber 2004 Einzel Pflicht Grad 3
(mit Aaron)
Bronze 2008 Einzel Pflicht Grad 3
(mit Fabuleux 5)

Bettina Eistel (* 7. Mai 1961[1] in Hamburg) ist eine deutsche Dressurreiterin im Behindertenreitsport, Moderatorin und Autorin.

Biographisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bettina Eistel kam 1961 infolge einer Contergan-Schädigung ohne Arme zur Welt.[2] Sie machte 1979 ihr Abitur und studierte zunächst von 1980 bis 1981 Kunstgeschichte, Archäologie und Völkerkunde in Hamburg, gefolgt von einem achtjährigen Studium der Psychologie. Während ihres Psychologiestudiums nahm sie als contergangeschädigte Sportlerin von 1985 bis 1989 an einem Reitprojekt mit Hamburger Heimkindern teil. 1989 beendete sie ihr Studium mit einem Diplom und arbeitet seitdem als Diplom-Psychologin in einer Hamburger Beratungsstätte für Kinder- und Familientherapie.

Zwischen 1991 und 1994 hatte sie deutschlandweit Grundschulen besucht, um dort – zusammen mit einem Partner – mittels ihrer Puppenbühne „Die 7 Raben“ Kindertheaterinszenierungen zu präsentieren (wie z. B. „Peter und der Wolf“). Im Zeitraum von 2002 bis 2005 konnte sich Eistel im Reitsport für Behinderte profilieren und mehrere Preise gewinnen. Die Zügel ihres Pferdes hatte sie jeweils mit dem Mund geführt. Ihr Trainer und Förderer war dabei über viele Jahre der damalige Bundestrainer Franz-Martin Stankus.

Ab Juli 2005 präsentierte Eistel dann Sommerreportagen für die ZDF-Fernsehsendung Menschen – das Magazin. Vom 7. Juli 2007 bis 26. Juli 2014 war sie Moderatorin dieser zwölfminütigen Reihe, die jeweils samstagnachmittags ausgestrahlt wird und über Themen der Aktion Mensch berichtet. Seit 6. September 2014 moderiert Sandra Olbrich das Magazin.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eistel wurde bisher im Dressurreiten der Reiter mit Behinderung Vize-Europa- und Vize-Weltmeisterin (zweimal Silber und Bronze bei der Europameisterschaft in Portugal 2002, und dreimal Silber bei der Weltmeisterschaft in Belgien 2003) und gewann zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei den Paralympics 2004 in Athen; sie gewann außerdem dreimal die deutsche Meisterschaft. Als bisher letzte Erfolge steht die Bronzemedaille in den Pflichtaufgaben der Einzelwertung bei den Paralympics 2008 in Hongkong zu Buche.[3]

2005 wurde ihr die Sportplakette des Landes Schleswig-Holstein verliehen.[4] Im selben Jahr wurde sie auch als „Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein“ ausgezeichnet.[5] Dafür erhielt sie 2008 von Bundespräsident Horst Köhler das Silberne Lorbeerblatt.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bettina Eistel, Das ganze Leben umarmen (Autobiographie), Ehrenwirth, 2007. ISBN 3-431-03710-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FEI-Kurzbiografie. fei.org, abgerufen am 13. Februar 2017 (engl.).
  2. "Grenzen gibt es nicht". WeltN24, 31. März 2007, abgerufen am 13. Februar 2017.
  3. Erfolge in der FEI-Datenbank
  4. schleswig-holstein.de: Sportplaketten und Sportverdienstnadeln überreicht: Simonis würdigt ehrenamtliches Engagement im Sport (Memento vom 7. Januar 2014 im Internet Archive) vom 27. Januar 2005
  5. Liste der „SportlerInnen des Jahres in Schleswig-Holstein“. (PDF; 3,3 MB) In: Sport Forum. März 2012, S. 5, abgerufen am 13. Dezember 2018.
  6. „Silbernes Lorbeerblatt“ für Olympiateilnehmer. hallo-pferd.de, 24. März 2005, abgerufen am 13. Februar 2017.