Peter und der Wolf

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Peter und der Wolf op. 67 (russisch Пéтя и волк) ist ein Musikmärchen für Kinder von Sergei Prokofjew aus dem Jahre 1936. Ein Hörspielsprecher erzählt das Märchen des Komponisten und ein Sinfonieorchester verklanglicht es mit der Programmmusik des Komponisten. Das Werk hat das Ziel, Kinder mit den Instrumenten eines Sinfonieorchesters vertraut zu machen. Heute ist es Prokofjews bekanntestes Werk und weltweit eines der am meisten gespielten Werke klassischer Musik.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter, ein kleiner Junge, lebt mit seinem Großvater im ländlichen Russland. Ein langer Winter ist vorbei. Am ersten Frühlingsmorgen öffnet Peter vergnügt das Gartentor und geht hinaus auf die große Wiese vor dem Haus. Dort begrüßt ihn sein kleiner, freudig aufgeregt zwitschernder Freund, der Vogel. Beide setzen sich auf einen Baum und der Vogel zeigt ihm dort den Grund für seine Freude, sein Nest, in dem sechs frisch gelegte Vogeleier liegen. Während Peter und der Vogel sich auf dem Baum vergnügten, war noch eine Freundin von Peter mit heftigem Frühlingsfieber aufgewacht: eine leicht verwirrte Ente. Die Ente weiß, dass sie im Garten bleiben soll, aber der Winter war auch ihr sehr lang geworden, und sie wollte so gerne wieder einmal wieder richtig schwimmen. „Na ja, der kühle, blaue Teich ist doch nur ein paar Watschelschritte entfernt“, dachte sich die Ente und watschelt heran. Sie stürzt sich ins Wasser. Als der Vogel die Ente sieht, fliegt er zu ihr und meint hämisch: „Was bist du für ein Vogel, wenn du nicht fliegen kannst?!“ Da erwidert die Ente: „Und was bist du für ein Vogel, wenn du nicht schwimmen kannst?!“ So gibt ein Wort das andere, bis ein anderes Wesen auf leisen Pfoten durch das Schilf geschlichen kommt: Peters Kater. Er hört den Vogel. „Der Vogel ist damit beschäftigt, sich mit der Ente zu beschäftigen“, dachte der Kater, „wenn ich mich näher heranschleiche, dann kann ich ihn vielleicht erwischen.“ Der Kater stürzt sich auf den Vogel, aber der war blitzschnell in der Luft. „Na ja, da ist ja auch noch die Ente“, dachte der Kater. Aber damit hatte er auch nicht mehr Glück. Da kommt Peters Großvater über die Wiese gestampft und schimpfte wie ein altes, rostiges Fagott, weil Peter alleine auf der Wiese ist und vergessen hat, das Gartentor zu schließen. Es sei sehr gefährlich auf der Wiese. Der Wald beginnt gleich hinter der Wiese und darin versteckt leben alle möglichen, wilden Tiere. Was wäre, wenn mit einem Male ein böser Wolf aus dem Wald käme und würde Peter fressen? „Du wärst dann in seinem Bauch!“, warnt er seinen Enkel. Mit Nachdruck warnt der Großvater Peter nochmals, dass die Sache mit dem Wolf nicht zum Lachen, sondern eine sehr ernste Sache sei. Aber ein Junge wie Peter hat keine Angst vor Wölfen. Der Großvater nimmt den Jungen, schließt das Gartentor und kommt mit Peter wieder ins Haus.

Ganz plötzlich wird es auf der Wiese sehr still. Und dann, kaum hörbar, raschelt es im Laub am Ende der Wiese unter ein paar Bäumen, die am Rande des tiefen dunklen Waldes standen. Der Wolf wittert die Ente. Er hört die Ente. Als erster sieht der Kater den Wolf. Dann sieht auch der Vogel den Wolf und versucht die Ente zu warnen. Aber es ist zu spät! Der Wolf packt die Ente und schluckt sie herunter.

Nun beginnt Peters große Abenteuer.

Der Kater sitzt auf einem Ast, der Vogel auf einem anderen. Inzwischen läuft der Wolf um den Baum herum und beäugt den Kater und den Vogel mit gierigem Blick. Die Ente ist offenbar nur die Vorspeise gewesen. Peter ist wachsam und tapfer: „Ich muss etwas unternehmen“, denkt er sich und will den Wolf überlisten: Er holt ein Seil und klettert über die Gartenmauer und rennt schnell über die Wiese. Er muss den Wolf ablenken. Dann klettert er zu seinem Kater und den Vogel in den Baum hinauf. „Nun sei doch nicht so ein Angsthase“, mahnt Peter seinen Kater. Er trägt dem Vogel auf, dem Wolf um den Kopf herumzufliegen, um ihn abzulenken. Sein Freund, der Vogel, macht dies, und das ärgert den Wolf sehr, denn er kann den Vogel nicht fangen. Nun schickt Peter seinen Kater mit einer Seilschlinge hinab, mit der sie den Wolf am Schwanz fängt. Peter fängt den Wolf, indem er sich am anderen Ende des Seils vom Baum lässt und den Wolf in der Seilschlinge an den Baum hängt. Der Wolf ist in die Falle getappt! Das ärgert ihn noch viel mehr.

Da kommen die Jäger aus dem Wald und schießen auf den Wolf. Doch das will Peter nicht! Er hat eine viel bessere Idee: Der Wolf wird in den Zoo gebracht. Alle gehen hintereinander her: Peter, sein Großvater, sein Kater, die Jäger und eingesperrt der böse Wolf. Am Schluss hört man noch die Ente im Bauch des Wolfs quaken, „denn der Wolf hatte sie in der Eile lebendig hinuntergeschluckt.“

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Libretto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergei Prokofjew schrieb das Libretto für einen Hörspielsprecher, der das Märchen von Peter und der Wolf erzählend vorträgt.

Verschiedene Deutungen der Komposition reichen von einer „naiven Geschichte“ über das erfolgreiche Aufbegehren (Peter) gegen das Establishment (Großvater, Eltern, Partei?) bis zur Parabel über die junge Sowjetunion und das gierige kapitalistische Europa und Hitler-Deutschland.[1]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik ist für ein Sinfonieorchester konzipiert, besetzt mit Streichinstrumenten (Violinen, Bratsche, Cello, Kontrabass), Blechblasinstrumenten (3 Hörner in F, 1 Trompete in B♭ und 1 Posaune), Holzblasinstrumenten (1 Querflöte, 1 Oboe, 1 Klarinette in A und 1 Fagott) und Schlaginstrumente (1 Pauke, 1 Triangel, 1 Tamburin, 1 Becken, 1 Kastagnetten, 1 kleine Trommel, 1 große Trommel).

Jede Figur in der Geschichte ist einem bestimmten Instrument zugeordnet und hat ein eigenes musikalisches Leitmotiv:

  • Die Violinen begleiten den kleinen Peter.
 \relative c'' { \clef treble \time 4/4 \set Staff.midiInstrument = #"violin" \tempo "Andantino" 4=92 g4\p-- c8.( e16-.) g8-.[ a-.] g8.->( e16) | g8-.( a-.) b8.-> c16 g8( e) c-.( d-.) | ees4->\< ees8--( b'--) ees,4-- ees8--( b'--)\! | ees,4->\mf( bes) }
 \relative c''''  { \clef treble \time 4/4 \set Staff.midiInstrument = #"flute"  \tempo "Allegro" 4=176 \slashedGrace a8\mf( g8-.)[ e-.] \slashedGrace a( gis-.)[ gis-.] gis-.[ gis-.] \slashedGrace a( gis-.)[ e-.] | d16->( ees des c b8) \times 2/3 {a16( b a } g8->) g-. c-. e-. | \slashedGrace a8( g8-.)[ e-.] \slashedGrace a( gis-.)[ gis-.] gis-.[ gis-.] \slashedGrace a( gis-.)[ e-.] | d16->( ees des c g'!8-.) \slashedGrace b,( a-.) g2-> }
  • Die Oboe quakt wie eine Ente.
 \relative c' { \clef treble \time 3/4 \set Staff.midiInstrument = #"oboe"  \tempo "L'istesso tempo"4=92 \key aes \major \slashedGrace fes8( ees2.\mf->) | \slashedGrace ees8( d[ des c des] \slashedGrace d g[ f)] | \slashedGrace fes( ees2.->) }
 \relative c { \clef treble \time 4/4 \set Staff.midiInstrument = #"clarinet"  \tempo "Moderato" \partial 4*1 d8-.\p g-. \bar "||" b4-. g8-. d-. cis4-. d8-. g-. | b-. d-. c4->~ c8 b g a | b( a) fis-. g-. a( g) e-. fis-. | g2-> }
  • Das Fagott brummt wie ein Großvater.
 \relative c { \clef bass \time 4/4 \set Staff.midiInstrument = #"bassoon"  \tempo "Poco più andante" 4=92 \key b \minor \partial 16*1 b,16\f( \bar "||" fis'8)[ r16 fis] b,4->~ b8._"pesante" cis16 d8. e16 | fis8. d16 a'8 a a-> a-> \times 2/3 { a-> b-> bis-> } | cis4->~( \times 2/3 { cis8 d dis } ais) r }
 \relative c { \clef bass \time 4/4 \set Staff.midiInstrument = #"french horn" \tempo "Andante molto" 4=66 \key bes \major <d bes g>2->\mp <bes' g d>16( <a fis ees> <bes g d> <a fis ees> <bes g d>8) <bes g d> | <d bes g>-- <cis a ees>-- <d bes g>-- <bes g d>-- <c f, c>2-> |}
 \relative c' { \clef treble \time 4/4 \set Staff.midiInstrument = #"trumpet"\tempo "Allegro moderato" 4=116 \partial 4*1 c4\mf( | des8)->[ r ees-. r e->] r c4( | des8->)[ r ees-. r e->] r c4 | des8-> e f aes c4-> b8 c | des-.[ r f-.] r e2-> }

Die Musik ist leicht verständlich und eingängig. Obwohl der Untertitel „Ein sinfonisches Märchen für Kinder“ lautet, folgt die Musik der Handlung hauptsächlich beschreibend und untermalend; der Begriff „sinfonisch“ bezieht sich auf die Instrumentation und nicht auf die strukturelle und formale Anlage des Werkes. Die Themen werden zwar scheinbar kaum entwickelt und verarbeitet, doch gibt es zahlreiche Transformationen der Motive. So verschränken sich, der Geschichte entsprechend, die Themen der einzelnen Charaktere immer wieder, mit verschiedenartiger Färbung. Besonders auffällig sind hier die zahlreichen Variationen und Verschachtelungen des Vogel- und Peter-Motivs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergei Prokofjew besuchte nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion mit seinen Söhnen einige Male das Moskauer Theater für Kinder. Die künstlerische Theaterleiterin Natalija Saz sprach ihn eines Tages einmal an [2] und beauftragte ihn im Jahre 1936, ein Musikmärchen für Kinder zu schreiben. Sie wünschte ein Werk, das Kinder mit den Instrumenten des Sinfonieorchesters vertraut macht.

Die (später in der Sowjetunion bekannt gewordene) russische Kinderbuchautorin Antonia Sakonskaja präsentierte im ersten Entwurf zum Libretto einen Jungpionier namens Peter, der sehr tugendhaft ist: Er liebt seine Heimat, achtet seine Eltern, liebt den Frieden, hält Freundschaft (mit Tieren), lernt fleißig, ist ordentlich und diszipliniert, achtet alle arbeitenden Menschen und hilft überall tüchtig mit, ist anderen ein guter Freund, singt, tanzt und bastelt gern, treibt Sport und hält seinen Körper sauber und gesund. Vor allem aber macht er einen Fehler wieder gut, indem er auch einmal die Haltung eines älteren Erwachsenen (sein Großvater) in Frage stellt, um ein ganzer Jungpionier zu sein. Dies war um 1936 in der Sowjetunion ein allgemein anerkanntes Ziel in der Kindererziehung. Das Libretto hob so Tugenden wie Wachsamkeit, Tapferkeit und Ideenreichtum gegenüber einer Sturheit der nichtbolschewistischen älteren Generation (der Großvater) besonders hervor.

Doch Prokofjew war unzufrieden mit dem sich reimenden Text und schrieb eine neue Version des Librettos, bei der Peter einen Wolf fängt. Mit einigen Orchesterinstrumenten verklanglichte er seine Geschichte untermalend oder beschreibend in Form einer Programmmusik.

Die Uraufführung fand am 2. Mai 1936 mit Natalija Saz als Hörspielsprecherin statt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prokofjews Musikmärchen ist weltweit bei Jung und Alt so beliebt, dass es Peter und der Wolf inzwischen in zahlreichen Bearbeitungen gibt, so etwa für gemischten Chor, ein Blockflötenensemble, Akkordeonorchester und Hörspielsprecher oder für Bläserquintett und Hörspielsprecher. Das Musikmärchen bietet eine ganze Reihe von Ansatzpunkten für den Musikunterricht an. Über die reizvolle Geschichte können einige Orchesterinstrumente eingeführt werden. Die Geschichte kann auch durch die Schülerinnen und Schüler szenisch dargestellt werden. Oft wird mit Peter und der Wolf auch als exemplarisches Werk aus der Programmmusik im Unterricht höherer Klassenstufen erneut bearbeitet.

Walt Disney produzierte 1946 im Episodenfilm Make Mine Music eine Zeichentrickadaption mit Sterling Holloway als Hörspielsprecher.

1958 ging von der American Broadcasting Company ein auf Video aufgezeichnetes TV Special mit dem Titel Art Carney Meets Peter and the Wolf, Art Carney als Hörspielsprecher und den Bil Baird Marionetten auf Sendung. Es war so erfolgreich, dass das TV-Special ein zweites Mal ausgestrahlt wurde. Die Show hatte einen originellen Handlungsstrang, bei dem Carney mit einigen sprechenden Tiermarionetten interagierte, insbesondere mit dem Wolf, dem Unruhestifter der Gruppe. Diese erste Hälfte der Show wurde als ein Musical präsentiert, das Musik aus Leutnant Kishe und anderen Werken Prokofjews adaptierte. Dann ging das Programm in eine vollständige und urtextgetreue Aufführung des Musikmärchens Peter und der Wolf über, veranschaulicht vom Spiel der Marionetten.

Um 1960 nahm Hans Conried das Musikmärchen mit einer Dixieland Musicalband auf. Seitdem ist keine Oboe mehr in einer Dixieland Musicalband, das Leitmotiv der Ente spielte ein Saxophon.[3] Die Clyde Valley Stompers nahmen eine Jazzversion für Parlophone Records (45-R 4928) im Jahre 1962 auf, die seinerzeit von den US Popmusik Charts registriert wurde.[4] Allan Sherman parodierte das Musikmärchen auf seinem Album Peter and the Commissar (1964), das er mit Arthur Fiedler und dem Boston Pops Orchestra produzierte.[5] 1966 arrangierte und dirigierte Oliver Nelson eine Jazzversion für Big Band und Hammond-Orgel. Die Orgel wurde von Jimmy Smith gespielt. Die von Creed Taylor produzierte und bei Verve erschienene Platte gilt bei Kritikern und Jazzfans als eine der besten Aufnahmen von Jimmy Smith. Hervorzuheben sind die präzisen Bläsersätze, die Rhythmusgruppe mit dem Bassisten Richard Davis und dem Schlagzeuger Grady Tate und fantasievollen und leidenschaftlichen Soli von Jimmy Smith. Schließlich verwendete die US-amerikanisch-kanadische Filmemacherin Caroline Leaf Sandanimation, um das Musikmärchen in Sand or Peter and the Wolf zu adaptieren. Dies war ihr erster Film.

The Rock Peter and the Wolf ist ein Album von Jack Lancaster und Robin Lumley aus dem Jahre 1975, das Prokofjews Werk adaptiert. Das Album wurde für RSO Records in fünf Sprachen veröffentlicht, die Hörspielsprecher waren Vivian Stanshall (engl.), Wilken F. Dincklage (dt.), Pierre Clémenti (frz.), Maurizio Arcieri (it.) und Luis Del Olmo (sp.). Die instrumentale Besetzung war prominent (u. a. Gary Moore, Manfred Mann, Phil Collins, Stéphane Grappelli, Alvin Lee, Cozy Powell, Brian Eno, Jon Hiseman, Bill Bruford, Chris Spedding, Gary Brooker, Julie Driscoll, Keith Tippett und der English Chorale), die Musik sehr heterogen – von psychedelischem Rock bis zum Jazz (Grappellis Violinsolo in Bluesform über das Thema der Katze mit Alvin Lee an der Rhythmusgitarre). 1976 verwirklichte Anatoli Karanowitsch kurz vor seinem Tod den Sojusmult-Trickfilm Пéтя и Волк („Peter und der Wolf“) mit einem Jungpionier als Hörspielsprecher und dem Jungpionierorchester der Musikschule am Moskauer Konservatorium.

Der Film Fröhliche Weihnachten (1984) enthält Musik des Musikmärchens, besonders während der Charakterszenen, bei denen Scott Farkurs andere Charaktere schikaniert. Der Nachname Farkus ist eine Variation von farkas, was Ungarisch ist und Wolf heißt. Justin Locke veröffentlichte 1985 eine Fortsetzung des Musikmärchens, bei der er Prokofjews Originalpartitur verwendete. Peter VS. the Wolf zeigt des Wolfs Strafprozess, bei dem der Wolf sich gegen die Anklage der „Dukizid im ersten Grad mit einem Schluck“ selbst verteidigt. Die Musik wird als Beweismittel verwendet, doch dann ruft der Wolf Musiker in den Zeugenstand und nimmt sie ins Kreuzverhör.[6] Arnie Zane choreografierte 1985 eine Punkmusik Ballettversion des Musikmärchens.[7] 1988 produzierten Weird Al Yankovic und Wendy Carlos eine Comedian-Version des Musikmärchens und verwendeten ein Synthesizer-Orchester und viele librettistische und musikalische Hinzudichtungen. 1989 erschien schließlich Skeeter and the Wolf, eine Episode der Muppet Babies, mit Skeeter (Peter), Gonzo (der Vogel), Scooter (der Kater), Fozzie (die Ente), Nanny (vertritt den Großvater) bzw. Kermit und Piggy (die Jäger).

Am 19. Oktober 1990 sendete der US-amerikanische TV-Sender FOX erstmals Buster und der böse Wolf, die 24. Episode der 1. Staffel der Tiny Toon Abenteuer (die deutsche Erstausstrahlung der Zeichentrickserie erfolgte erst 1992 auf Pro7), in der die Tiny Toons immer wieder vom bösen Wolf gestört werden (und dies ausgerechnet bei ihren Musikproben), also sagen sie dem Wolf den Kampf an. In dieser Episode werden die Tiny Toons durch Orchesterinstrumente repräsentiert: Buster Bunny (eine Trompete); Babs Bunny (eine Harfe); Furrball, (eine Violine); Sweetie (eine Querflöte); Hamton J. Pig (eine Tuba); Plucky Duck (eine Fahrradhupe, später ein Dudelsack, dann eine Orgel, und schließlich ein Synthesizer); und der Wolf (das Schlagzeug).[8] 1991 veröffentlichte die Deutsche Grammophon das Musikmärchen mit dem Rockstar Sting als Hörspielsprecher und dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Claudio Abbado. Am 13. Mai 1993 sendete das US-Fernsehen erstmals die Schlussepisode von Die Simpsons/Staffel 4 Krusty, der TV-Star (die deutsche Erstausstrahlung der Episode erfolgte erst am 31. Juli 1994 auf Pro7), in der Gaststar Hugh Hefner auf Weingläsern ein Leitmotiv aus Peter und der Wolf spielt. Eine Textvariante von Loriot aus dem Jahre 1993 behält die Handlung im Wesentlichen bei, erweitert den Prokofjew’schen Text aber um viele humorvolle Details im typischen Stil des Autors. Hier kann auch der Wolf sprechen; am Ende bittet er seine Fänger darum, ihn statt in den Zoo zurück in den Wald zu bringen. Auch Peter Schickele schrieb und veröffentlichte eine alternative, komödiante Version des Musikmärchens mit dem Titel Sneaky Pete and the Wolf, die eher ein Western ist.[9] 1995 erweckte BMG Entertainment International die zeitlose Geschichte von Peter und der Wolf in einem wunderbaren Film (Emmy-Gewinner 1996, Herausragende Primetime-Kindersendung) mit Kirstie Alley (als Mutter und Märchenerzählerin), Lloyd Bridges (als Großvater), Ross Malinger (als Peter) sowie einer Reihe liebenswerter Zeichentrickfiguren aus der Feder des legendären Chuck Jones zum neuen Leben. Prokofjews Musik wird darin lebendig, als Peter am ersten Frühlingstag erwacht. In bezaubernden, mit der Animation verwobenen Spielfilmszenen entdeckt ein anderer Junge namens Peter die Magie von Phantasie und Abenteuergeist. Der Film war auch für den Emmy 1996 Herausragende Musikdirektion nominiert. George Daugherty (also einer der Autoren) und Janis Diamond erhielten in dem Jahr auch die Nominierung für den Writers Guild of America Award. Die Produktion erhielt einen Gold Hugo und Silver Hugo beim Chicago International Film Festival. Im September 1996 veröffentlichte das britische Musikproduzentenduo Coldcut in ihrem Song „More Beats and Pieces“ die Scratch-Version eines Leitmotivs aus dem Musikmärchen.[10] Schließlich kreierte 1997 der Choreograph Matthew Hart mit Tänzern der Royal Ballet School und Sir Anthony Dowell als Erzähler (der die Rolle des Großvaters auch tanzte) eine Ballettversion des Musikmärchens.[11]

Im Jahr 2000 produzierte die US-amerikanische gemeinnützige Organisation Sesame Workshop eine Version des Musikmärchens mit Charakteren der Sesamstraße. Tituliert als Elmo’s Musical Adventure, enthüllt die Geschichte mit Elmo (Peter), Oscar the Crouch (der Kater), Telly Monster (die Ente), Zoe (der Vogel), Bibo (der Großvater) und das zweiköpfige Monster (die Jäger) in der Vorstellung von Baby-Bär, wie er mit Papa-Bär an einer Aufführung teilnimmt, die Keith Lockhart dirigiert. Ein Jahr später produzierte das National Public Radio Peter and the Wolf: A Special Report. Dieser Report behandelt Peters Familiengeschichte, als wäre sie die Entdeckung einer neuen Geschichte. Robert Siegel, Linda Wertheimer, Ann Taylor, und Steve Inskeep des All Things Considered Report des National Public Radios berichten von dem Ereignis gegen eine Aufführung des Virginia Symphony Orchestra unter der Leitung von JoAnn Falletta. Im Jahr 2003 veröffentlichten die Sikorski Musikverlage auf Grundlage des Loriot’schen Librettos als Tonträger eine Version für gemischen Chor (SATB) von und mit Carsten Gerlitz. Auch Ex-Präsident Bill Clinton, Michael Gorbatschow und Sophia Loren erzählten für eine Musikproduktion mit dem Russischen Nationalorchester das Märchen von Peter und der Wolf und erhielten im Februar 2004 dafür den Grammy Award for Best Spoken Word Album for Children. Während ihrer USA Tour 2004 mit dem Russischen Nationalorchester brachte das russische und US-amerikanische Model Tatiana Sorokko das Märchen zur Aufführung.[12] Im selben Jahr produzierte das Shirim Klezmer Orchestra auch eine Klezmer Version des Musikmärchens mit dem Titel Pincus and the Pig: A Klezmer Tale. und Maurice Sendak als Hörspielsprecher. 2005 veröffentlichte Jelani Eddington (mit George Woods als Hörspielsprecher) die bislang einzige Adaption für Theaterorgel als Live-Konzertmitschnitt. Psytrance-Künstlerin Eliad Grundland veröffentlichte ein Jahr später ihre musikalische Interpretation des Werkes mit dem Titel Land of the Wolves und Neil Tobin mit dem Melbourne Symphony Orchestra ein Halloween thematisierendes Narrativ mit dem Titel Peter and the Werewolf. 2007 folgte A Prokofiev Fantasy – Peter And The Wolf auf DVD. In dieser filmischen Fassung wird das Märchen auf ungewöhnliche Weise unter Verwendung von Spitting-Image-Puppen dargestellt. Zusätzlich zur englischen Erzählung durch Sting beinhaltet die DVD die Erzählung in italienischer Sprache vom mehrfach ausgezeichneten Oscar-Preisträger und Schauspieler Roberto Benigni.

Im Jahr 2012 nutzte der britische Fernsehsender ITV Peters Leitmotiv als Titelmusik für seine Berichterstattung der Fußball-Europameisterschaft 2012, weil Prokofjew in der heutigen Ukraine geboren wurde, eines der Austragungsorte der Europameisterschaft. 2013 feierte Wes Hurley's Film Peter and the Wolf Premiere – ein graphische Erwachsenenversion des Musikmärchens mit Peter als schwulen Werwolfsjäger und einer von Tom of Finland inspirierten Bildsprache.[13]

Aufnahmen/Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Erzähler Orchester Dirigent Label Bemerkungen
2015 David Tennant The Amazing Keystone Band Le Chant du Monde
2015 Alice Cooper Bundesjugendorchester Alexander Shelley Deutsche Grammophon
2012 Bramwell Tovey Vancouver Symphony Orchestra Bramwell Tovey Video auf YouTube
2011 Phillip Schofield Orchestre national du Capitole de Toulouse Michel Plasson EMI
2008 Jacqueline du Pré[14] English Chamber Orchestra Daniel Barenboim Deutsche Grammophon
2007 Konrad Czynski „Yadu“ London Philharmonic Orchestra Stephen Simon Maestro Classics [15][16][17]
2006 Colm Feore Windsor Symphony Orchestra John Morris Russell Windsor Symphony Society Bislang nicht kommerziell erschienen, sondern erhältlich nur auf der Website des Windsor Symphony Orchestra [18] oder im Geschenkeshop des Sinfonieorchesters.
2005 Willie Rushton London Philharmonic Orchestra Siân Edwards Classics for Pleasure
2003 Mikhail Gorbachev, Bill Clinton, Sophia Loren Russisches Nationalorchester Kent Nagano PENTATONE PTC 5186011
2003 Antonio Banderas, Sophia Loren Russisches Nationalorchester Kent Nagano PENTATONE PTC 5186014 Erzählt auf Spanisch.
2001 Sharon Stone Orchestra of St. Luke’s James Levine Deutsche Grammophon als Teil der A Classic Tale: Music for Our Children (289 471 171–72, 2001)
2000 Lenny Henry Nouvel Ensemble Instrumental Du Conservatoire National Supérieur De Paris Jacques Pési EMI
2000 David Attenborough BBC Philharmonic Yan Pascal Tortelier BBC Music für das BBC Music Magazine; eine Free-CD vom Juni 2000
1997 Anthony Dowell Ross MacGibbon, Videodirektor Film der Ballettaufführung mit David Johnson, Layla Harrison und Karan Lingham
1997 Dame Edna Everage Melbourne Symphony Orchestra John Lanchbery Naxos Records
1996 Sir John Gielgud Royal Philharmonic Orchestra Andrea Licata Intersound Recordings
1996 Ben Kingsley London Symphony Orchestra Sir Charles Mackerras Cala Records
1994 Melissa Joan Hart Boston Symphony Orchestra Seiji Ozawa Sony Classical Hart war in ihrer „Clarissa“ Rolle der Nickelodeon TV-Serie Clarissa Explains It All.
1994 Patrick Stewart Orchestra of the Opéra National de Lyon Kent Nagano Erato
1994 Sting Chamber Orchestra of Europe Claudio Abbado Deutsche Grammophon Verwendet als Soundtrack des TV-Specials Peter and the Wolf: A Prokofiev Fantasy.
1993 Peter Schickele Atlanta Symphony Orchestra Yoel Levi Telarc Mit einem neuen Text von Peter Schickele
1991 Oleg and Gabriel Prokofiev New London Orchestra Ronald Corp Hyperion Records Die Erzähler waren der Sohn und Enkel des Komponisten.
1989 Sir John Gielgud Orchestra of the Academy of London Richard Stamp Virgin Classics Sir John Gielgud’s Lizenzgebühren für diese Aufnahme wurden der „League of Friends of Charity Heritage“ gespendet, eine Organisation für physisch behinderte Kinder.
1989 Christopher Lee English String Orchestra Sir Yehudi Menuhin Nimbus Records
1989 Sir Peter Ustinov Philharmonia Orchestra Philip Ellis Cirrus Classics CRS CD 105[19]
1989 Jonathan Winters Philharmonia Orchestra Efrem Kurtz Angel Records Jonathan Winters erzählte auch Saint-Saëns/Ogden Nash Karneval der Tiere
1987 Paul Hogan Orchestre de Paris Igor Markevitch EMI Enthält die traditionelle Handlung, aber transferiert den Handlungsort in die australische Umgebung. Die Aufnahme wurde schon bald nach der Veröffentlichung zurückzogen wegen wenig schmeichelhaften Porträts der Aborigines und wird heute als „vergriffen“ betrachtet.
1987 Lina Prokofiev (Sergei Prokofiev’s widow) Royal Scottish National Orchestra Neeme Järvi Chandos Records
1986 Itzhak Perlman Israel Philharmonic Orchestra Zubin Mehta EMI
1984 William F. Buckley, Jr. Orchestra of Radio/TV Luxembourg Leopold Hager Proarte Digital Records
1984 Dudley Moore / Terry Wogan Boston Pops Orchestra John Williams Philips Die US-amerikanische Veröffentlichung (412 559–2) wurde von Dudley Moore erzählt, die britische Veröffentlichung (412 556–2) von Terry Wogan.
1980 Tom Seaver Cincinnati Pops Orchestra Erich Kunzel MMG
1979 Carol Channing Cincinnati Pops Orchestra Erich Kunzel Caedmon Records TC-1623
1977 Cyril Ritchard Philadelphia Orchestra Eugene Ormandy Columbia Records ML 5183
1978 David Bowie Philadelphia Orchestra Eugene Ormandy RCA Red Seal Erreichte Nummer 136 der Billboard 200 Charts.
1975 Karlheinz Böhm Wiener Philharmoniker Karl Böhm Deutsche Grammophon
1974 Will Geer English Chamber Orchestra Johannes Somary Vanguard Records VSO-30033
1973 Mia Farrow London Symphony Orchestra André Previn EMI ASD 2935
1972 Rob Reiner studio orchestra Jerry Yester United Artists Records UAS-5646 Aktuelle Version von Carl Gottlieb und Rob Reiner; bislang nicht auf CD erschienen
1972 George Raft London Festival Orchestra Stanley Black Phase 4 Stereo SPC-21084 In dieser Version wird die Geschichte umgedichtet als Gangstermärchen im Hollywood-Stil.
1971 Richard Baker New Philharmonia Orchestra Raymond Leppard EMI
1970 Sir Ralph Richardson London Symphony Orchestra Sir Malcolm Sargent Decca Records Volume 5 der The World of the Great Classics Serie. Diese Version wird in verschiedenen Editionen des The Stereo Record Guide als die beste Aufnahme und Erzählung des Werkes gepriesen, die jemals gemacht wurde.
1968 Kyu Sakamoto The Philharmonia orchestra Herbert von Karajan Angel Records Erzählung auf Japanisch.
1966 Richard Attenborough Hamburger Philharmonie Hans-Jurgen Walter Columbia Records
1965 Sean Connery Royal Philharmonic Orchestra Antal Doráti Phase 4 Stereo
1965 Lorne Greene London Symphony Orchestra Sir Malcolm Sargent RCA Victor
1960s Garry Moore Philharmonic Symphony Orchestra of London Artur Rodziński Whitehall WHS20040.[20] Die B-Seite dieser LP enthält auch Karneval der Tiere von Saint-Saëns mit Garry Moore (Erzähler), Josef and Grete Dichler (Duopianisten), und dem Wiener Staatsopernorchester, dirigiert von Hermann Scherchen.
1960 Leonard Bernstein New York Philharmonic Leonard Bernstein Columbia Records Die Popularität der TV-Reihe Young People’s Concerts machte dies zu einer glückverheißenden Veröffentlichung
1960 Captain Kangaroo Stadium Symphony Orchestra of New York Leopold Stokowski Everest Records SDBR-3043
1960 Beatrice Lillie London Symphony Orchestra Skitch Henderson Decca Records
1959 José Ferrer Vienna State Opera Orchestra Sir Eugene Goossens Kapp Records Erzählt auf Spanisch und Englisch.
1959 Michael Flanders Philharmonia Orchestra Efrem Kurtz EMI Records
1957 Boris Karloff Wiener Staatsopernorchester Mario Rossi Vanguard Records
1956 Peter Ustinov Philharmonia Orchestra Herbert von Karajan Angel Records
1955 Arthur Godfrey Andre Kostelanetz’s Orchestra Andre Kostelanetz Columbia Records mono recording; bislang nicht auf CD erschienen
1953 Victor Jory unknown Vicky Kosen Peter Pan Records mono recording; bislang nicht auf CD erschienen
1953 Alec Guinness Boston Pops Orchestra Arthur Fiedler RCA Victor
1950 Milton Cross Mario Janero, piano Musicraft Records 4 78-rpm discs
1950 Eleanor Roosevelt Boston Symphony Orchestra Serge Koussevitzky RCA Victor mono recording
1949 Frank Phillips London Philharmonic Orchestra Nikolai Malko Decca LX 3003 Frank Phillips war ein bekannter BBC Radio Nachrichtensprecher
1946 Sterling Holloway Disney ursprünglich aufgenommen für eine Episode des Films Make Mine Music (1946)
1941 Basil Rathbone All-American Orchestra Leopold Stokowski Columbia Masterworks Restauriert aus dem originalen Masterworks Set M-477 von Bob Varney [21]
1939 Richard Hale Boston Symphony Orchestra Serge Koussevitzky RCA Victor

Kinderbuch mit Hör-CD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Peter und der Wolf. Übersetzt von Heinz Janisch, mit Bildern von Birgit Antoni, Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH, Berlin 2016
  • 2016: Peter und der Wolf. Übersetzt von Liselotte Remané, mit Bildern von Ilon Wikland, Oetinger, Hamburg 2016
  • 2015: Musikalische Meisterwerke für Kinder: Sergei Prokofjew – Peter und der Wolf: Ein musikalisches Märchen für Klasse 2-4. Kopiervorlagen mit Lösungen. Broschure von Juliane Linker als Lehrmittel für die Grundschule, Oldenbourg Schulbuchverlag, München 2015
  • 2013: Peter und der Wolf. Übersetzt von Werner Thuswaldner, mit Bildern von Květa Pacovská, Mined 2013
  • 2007: Peter und der Wolf, von Michael Fuchs, Lilli Messina, Xavier Naidoo, Kinderbuchverlag Wolff, Bad Soden 2007
  • 2007: Sergej S Prokofieff Peter und der Wolf, ein musikalisches Märchen. Frei erzählt von Loriot, mit Bildern von Jörg Müller, 9. Aufl., Sauerländer, Düsseldorf 2007 (Ein Bilderbuch für „jugendliches Publikum“: 12 Blätter mit großformatigen Illustrationen und einer Audio-CD).[22]
  • 2003: Peter und der Wolf: Unterstufen-Werkstatt von Jeanette Frei, Walti Bräm, Pfäffikon ZH 2003, ISBN 3-03715-044-0.
  • Peter und der Wolf von Frans Haacken. Beltz und Gelberg, Weinheim / Basel / Berlin 2003, ISBN 3-407-79318-9.
  • 1981: Peter und der Wolf, als Schattenspiel arrangiert und bearbeitet von Friedel Doért. Mit einer Tonkassette, Arbeitsgemeinschaft Theater der Carl-Sonnenschein-Schule, Schule für Geistigbehinderte des Märkischen Kreises Iserlohn-Sümmern. Stein’sche Buchhandlung, Werl 1981, ISBN 3-920-98011-5.
  • 1979: Peter und der Wolf. Übersetzt und mit Bildern von Erna Voigt, Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH, Berlin 1979
  • 1958: Petja i volk, Peter und der Wolf. Übersetzt von Lieselotte Remané, mit Bildern von Frans Haacken, Holz, Berlin / Parabel, München 1958, OCLC 73651001; 1968, DNB 575683015; Nachdruck: Beltz & Gelberg, Weinheim / Basel 2015
  • 1955/56: Peter und der Wolf, mit Bildern von Allan Howard, Lucas Cranach Verlag, München; o. J. [1955/56?]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walt Disney (1946)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walt Disney produzierte 1946 im Episodenfilm Make Mine Music eine Zeichentrickversion mit Sterling Holloway als Erzähler. Hier gibt es zahlreiche Änderungen gegenüber der ursprünglichen Geschichte: so tragen etwa Jäger wie Tiere Namen (der Vogel „Sascha“, die Ente „Sonja“ und die Katze „Iwan“), Peter und seine Freunde wollen schon von Anfang an den Wolf fangen, und am Ende enthüllt der Erzähler, um die Geschichte kinderfreundlicher erscheinen zu lassen, dass die Ente Sonja gar nicht vom Wolf gefressen worden ist. Der Film erhielt bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1946 den Grand Prix für Beste Animation.

Anatoli Karanowitsch (1976)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der russische Regisseur Anatoli Karanowitsch verwirklichte 1976 kurz vor seinem Tod noch den Sojusmult-Trickfilm Пéтя и Волк („Peter und der Wolf“) mit einem Jungpionier als Hörspielsprecher und dem Jungpionierorchester der Musikschule am Moskauer Konservatorium.

Chuck Jones (1995)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 1995 erweckte BMG Entertainment International die zeitlose Geschichte von Peter und der Wolf in einem wunderbaren Film (Emmy-Gewinner 1996, Herausragende Primetime-Kindersendung) mit Kirstie Alley (als Mutter und Märchenerzählerin), Lloyd Bridges (als Großvater), Ross Malinger (als Peter) sowie einer Reihe liebenswerter Zeichentrickfiguren aus der Feder des legendären Chuck Jones zum neuen Leben. Prokofjews Musik wird darin lebendig, als Peter am ersten Frühlingstag erwacht. In bezaubernden, mit der Animation verwobenen Spielfilmszenen entdeckt ein anderer Junge namens Peter die Magie von Phantasie und Abenteuergeist. Der Film war auch für den Emmy 1996 Herausragende Musikdirektion nominiert. George Daugherty (also einer der Autoren) und Janis Diamond erhielten in dem Jahr auch die Nominierung für den Writers Guild of America Award. Die Produktion erhielt einen Gold Hugo und Silver Hugo beim Chicago International Film Festival.[23]

Britisch-polnische Koproduktion (2006)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Peter und der Wolf (2006)

Die freie Bearbeitung der britischen Regisseurin Suzie Templeton gewann den Oscar 2008 für den besten animierten Kurzfilm. Die Charaktere wurden stark verändert, ebenso die zu Grunde liegende Fabel: So sind die Jäger gefährliche Jugendliche und Peter lässt am Ende den Wolf wieder frei. Insgesamt nahmen die Arbeiten des in Stop-Motion-Technik gedrehten Puppentrickfilms fünf Jahre in Anspruch, Prokofjews Originalmusik wurde vom Philharmonia Orchestra unter Leitung von Mark Stephenson eingespielt.[24][25]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natalia Saz: Novellen meines Lebens. (Originaltitel: Novelly moej žizni / Новеллы моей жизни, Moskau 1973, übersetzt von Erich Ahrndt), erweiterte Neuauflage, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1986, ISBN 3-362-00004-5 (Buch 1 und Buch 2: Natalia Saz schreibt u. a. über sich und ihr Moskauer Kindermusiktheater sowie über Begegnungen mit Otto Klemperer, Dmitri Kabalewski, Walter Felsenstein, Albert Einstein u. v. a.).
  • Reiner Scheuch: Prokofieff, „Peter und der Wolf“. Oldenburg 1965, OCLC 256722454 (Abschlussarbeit Pädagogische Hochschule Oldenburg, 1965, 73 Seiten).
  • Thomas Schipperges: Sergej Prokofjew. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-50516-9.
  • Friedbert Streller: Sergej Prokofjew und seine Zeit. Laaber-Verlag, Laaber 2003, ISBN 3-89007-554-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Schipperges: Sergej Prokofjew. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-50516-9
  2. Robinson, Harlow (10 November 1985). „PROKOFIEV’S 'PETER AND THE WOLF' is 50 YEARS OLD“. The New York Times.
  3. Obiturary: Kenny Davern, 71, Leading Jazz Clarinet Player. The New York Sun. Letzter Zugriff: 12. Mai 2018.
  4. The Geoff Boxell Home Page. Geoffboxell.tripod.com. Letzter Zugriff: 12. Mai 2018.
  5. Peter and the Commissar. Der Künstler direkt. Archiviert vom Künstler am 12. Juni 2008.
  6. Peter VS. the Wolf. Justin Locke Productions. Letzter Zugriff: 12. Mai 2018.
  7. Banes, Sally (1987). Terpsichore in Sneakers: Post-Modern Dance. Wesleyan University Press. ISBN 978-0-8195-6160-2.
  8. Tiny Toon Adventures episode guide. Mindspring.com. Letzter Zugriff: 12. Mai 2018.
  9. Sneaky Peter and the Wolf. Offizielle Website von Peter Schickele. Letzter Zugriff: 12. Mai 2018.
  10. The Boston Phoenix Archiviert am 28. September 2007 auf der Wayback Machine.
  11. Peter and the Wolf (TV 1997) auf IMDb
  12. Russian Wind Quintet 2004 US Tour. Russianarts.org. Archiviert vom Künstler am 9. Mai 2008. Letzter Zugriff: 12. Mai 2018.
  13. Peter and the Wolf auf IMDb
  14. http://www.musicweb-international.com/classrev/2009/Mar09/du_Pre_Peter_4800475.htm
  15. https://www.amazon.com/Peter-Wolf-London-Philharmonic-Orchestra/dp/B000RO8Q3W
  16. https://www.maestroclassics.com/peter-and-the-wolf.html
  17. https://www.allmusic.com/album/release/stories-in-music-peter-amp-the-wolf-mr0002135815
  18. http://www.windsorsymphony.com/concerts/wsogifts.html
  19. Prokofiev, Saint-Saens, L Mozart, Peter Ustinov, Nicholas Walker, Laura O’Gorman, The Philharmonia, Philip Ellis – Peter and the Wolf, Carnival of the Animals, Toy Symphony, discogs.com
  20. Review by T.H., Gramophone, June 1961, p. 31
  21. Peter and the Wolf, Op. 67. audio recording. Columbia Masterworks Records, Internet Archive. July 1941.
  22. Erstausgabe: Sauerländer, Aargau © 1985, ISBN 3-7941-2724-2 mit einer Langspielplatte
  23. Peter and the Wolf auf der IMDb
  24. „And the Oscar goes to… Peter & the Wolf“ (arthaus-musik.com) angesehen am 19. November 2010
  25. Making of Peter und der Wolf. Mitschnitt einer Ausstrahlung auf 3sat am 3. Oktober 2010