Bidet

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Bidet mit Mischbatterie.

Ein Bidet (französisch, [biːdeː]) ist ein niedrig angebrachtes Sitzwaschbecken. Es dient zur Reinigung der Genitalien, des Anus und der Füße. Anders als das Dusch-WC wird ein Bidet zusätzlich zur Toilette in ein Badezimmer eingebaut.

Benutzung und Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bidets werden generell dazu benutzt, um sich die äußeren Geschlechtsorgane sowie den Anus mit Wasser zu reinigen. Außerdem können auch andere Teile des Körpers − insbesondere die Füße − bequem gereinigt werden. Obwohl das Bidet dem Aussehen nach der Toilette ähnelt, ist der Vergleich mit dem Waschbecken oder der Badewanne angebrachter.

Obwohl die Benutzung eines Bidets die Verwendung der Hand miteinschließt, welche die Genitalien und den Anus berührt, ist die Benutzung hygienischer als die Säuberung nur mit Toilettenpapier. In der Praxis benutzen die meisten Menschen beides: zuerst das Toilettenpapier für die grobe Säuberung und danach das Bidet für die Fein-Hygiene.

Bidet mit einem in Deutschland als Neuinstallation nicht mehr zulässigen Wasseraustritt am Beckenboden.

Bidets werden in verschiedenen Bauformen hergestellt. Sie besitzen heute meist eine Armatur, mit der sich Wasser in ein Porzellanbecken füllen lässt. Wenn man einen Stöpsel in den Abfluss steckt, kann das Bidet gefüllt werden, oder man lässt das Wasser während der Benutzung abfließen. Andere Bidets besitzen eine Düse, aus der Wasser gesprüht wird.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die Probleme haben, die Badewanne zu benutzen oder Angst vor dem Ausrutschen in der Dusche haben, stellt das Bidet eine gute Möglichkeit dar, die persönliche Hygiene sicherzustellen.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einer französischen Umfrage von 1995 wird das Bidet in Europa in Italien am häufigsten genutzt (97 %), gefolgt von Portugal an zweiter Stelle (92 %) und Frankreich an dritter Stelle (42 %). Am seltensten wird das Bidet in Deutschland (6 %) und Großbritannien (3 %) genutzt.[1]

La toilette intime von Louis-Léopold Boilly (1761–1845)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bidet war vor 400 Jahren das französische Wort für „kleines Pferd“[2] – in altfranzösisch bedeutet bider traben. Diese merkwürdige Etymologie kam dadurch zustande, dass frühe Formen von Bidets auf einem Gestell befestigt waren und man bei der Benutzung aufsteigen musste.

Das Bidet scheint eine Erfindung französischer Möbelbauer im späten 17. Jahrhundert oder frühen 18. Jahrhundert zu sein. Es ist kein genaues Datum oder der Name des Erfinders bekannt. Die früheste literarische Fundstelle eines Bidets kann mit dem Jahr 1710 angegeben werden. Roberto Zapperi nennt als früheste schriftliche Erwähnung des Bidets das Jahr 1726 und als Quelle die Memoiren des französischen Außenministers René Louis d’Argenson. Die früheste bekannte bildliche Darstellung eines Bidets ist das Gemälde La Toilette intime von François Boucher von 1741, das sich heute im Museum in Madrid befindet.[1] Einer der größten Fürsprecher des Bidets war der französische Gesandte in Venedig und Rom François-Joachim de Pierre de Bernis, durch den das Bidet in Italien Einzug hielt.[1]

Bidet mit Klysopumpe um die Jahrhundertwende (Die Frau als Hausärztin, 1911)

Um 1900 wanderten aufgrund der fortgeschrittenen Sanitärinstallationstechnik des viktorianischen Zeitalters das Bidet und der Nachttopf vom Schlaf- ins Badezimmer.

Bis zur Erfindung der Antibabypille wurde das Bidet zur Empfängnisverhütung verwendet.[3]

In dem 1978 erschienenen humoristischen Roman "Das Blaue Bidet oder das eigentliche Leben" von Joseph Breitbach ist die Hauptperson ein vehementer Verfechter des Bidets, versucht stets sein Gegenüber von dessen Nutzen zu überzeugen und verliert völlig die Fassung, wenn in einem Hotelbadezimmer keines vorhanden ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roberto Zapperi: Zu viel Moralismus macht den Körper schmutzig. Warum das Bidet mancherorts verbreitet ist und anderswo nicht. In: FAZ Nr. 95, 24. April 2010, Z3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Roberto Zapperi: Zu viel Moralismus macht den Körper schmutzig. In: FAZ, 24. April 2010.
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 302.
  3. Spiegel Online: Frauendusche und Schafsdarmkondom: Die Geschichte der Verhütung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bidets – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien