Biohazard (Band)

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Biohazard
Biohazard-band.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hardcore Punk, Crossover, Metal, Metalcore
Gründung 1987
Auflösung 2005
Neugründung 2008
Website www.facebook.com/BiohazardDFL
Gründungsmitglieder
Gesang, Rhythmusgitarre
Billy Graziadei
Schlagzeug
Anthony Meo (bis 1988)
Leadgitarre
Bobby Hambel
Gesang, Bass
Evan Seinfeld (bis 2011)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Rhythmusgitarre
Billy Graziadei
Schlagzeug
Danny Schuler (seit 1988)
Leadgitarre
Bobby Hambel (1987–1995, seit 2008)
Ehemalige Mitglieder
Leadgitarre
Rob Echeverria (1997–2000)
Leadgitarre (2003–2006); Gesang, Bass (2012–2016)
Scott Roberts

Biohazard (engl.: Biogefährdung) sind eine Hardcore-/Crossover-Band aus Brooklyn, New York. Die Musik von Biohazard ist stark von ihren Vorbildern Agnostic Front geprägt, enthält allerdings auch zahlreiche Metal- und Hip-Hop-Elemente.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Billy Graziadei auf dem Rockharz 2015 in Ballenstedt.

Der ehemalige Carnivore-Roadie Evan Seinfeld (Gesang, Bass), Billy Graziadei (Gesang, Gitarre), Bobby Hambel (Gitarre) und Danny Schuler (Schlagzeug) gründeten 1987 Biohazard. Angespornt von der New Yorker Hardcoreszene, in der die Mitglieder bereits seit Beginn aktiv waren, wurde die Gruppe in New York recht schnell bekannt. Die ersten beiden Demos verkauften sich insgesamt etwa 5.000 mal.[1] Anders als die meisten Hardcore-Punk-Bands traten Biohazard seltener im CBGB auf, sondern spielten im L'amour-Club in Brooklyn. Dort spielten sie schon zu Anfang vor etwa 1.500 Besuchern.[1]

Das selbstbetitelte Debütalbum erschien 1990 über Maze Records und verkaufte sich durch einen schlechten Vertrieb und geringe Promotion außerhalb des Raums New York schleppend. Das Album war eine Vermischung aus Hardcore Punk- und Metal-Gitarren, ein Stil der heute als Crossover bekannt ist. Erste Tourneen mit Mucky Pup und Wargasm machten die Gruppe auch in Europa bekannter.[1]

Das Debütalbum brachte der Band den Vorwurf ein, rassistisches und rechtsextremes Gedankengut zu fördern. Mit Justified Violence und Retribution glorifizierte die Gruppe Selbstjustiz, während die beiden Lieder Blue Blood und Survival of the Fittest neben einem für Teile der New Yorker Hardcoreszene typischen Bekenntnis zur Skinhead-Szene auch sozialdarwinistische Aussagen enthielten. Hinzu kamen ein patriotischer Bühnenaufbau mit dem American Eagle und die Tatsache, dass die Gruppe die US-amerikanische Organisation POW/MIA unterstützte.[2]

Nachdem Biohazard vor allem in Szenekreisen Verbreitung fand, gelang der Gruppe mit dem 1992 via Roadrunner Records zweiten Album Urban Discipline ein Achtungserfolg bei Publikum und Kritikern. Von den Vorwürfen der Vergangenheit distanzierte sich die Gruppe mit dem Lied Black and White and Red All Over. Die anschließende Tour mit Agnostic Front und Kreator machte die Gruppe schließlich auch in der Metal-Szene bekannt.[3] 1993 beteiligte sich Biohazard zusammen mit der Hip-Hop-Band Onyx am Soundtrack zum Film Judgment Night – Zum Töten verurteilt, eine der ersten Kompilationen, bei denen Mitglieder der Metal-Szene zusammen mit Hip-Hop-Größen Lieder aufnahmen. Des Weiteren arbeiteten sie noch zwei weitere Male mit Onyx zusammen: Beim Remix von "Slam" und auf dem Biohazard-Album "New World Disorder" beim gleichnamigen Song.

1994 erschien State of the World Address, das mit Hilfe von Cypress Hill weitere Hip-Hop-Einflüsse verarbeitete. 1995 verließ Gitarrist Bobby Hambel die Band aufgrund bandinterner Probleme. Mata Leão erschien dann in dreiköpfiger Besetzung und baute den eingeschlagenen Weg weiter aus. Mit Rob Echevarria (ex-Helmet) findet die Gruppe anschließend einen neuen Gitarristen. 1997 erschien die Live-CD No Holds Barred, 1999 dann das nächste Album New World Disorder.[3] 2001 erschien eine Sammlung von B-Seiten unter dem Titel Tales from the B-Side.

Seinfeld mit seiner früheren Frau Tera Patrick, 2007

2001 erschien außerdem Uncivillization mit einer Reihe von Gaststars aus Bands wie Type O Negative, Pantera, Hatebreed und Slipknot. Die anschließende Tattoo the Earth-Tour führt die Gruppe mit Slayer, Static-X und Cradle of Filth auf eine ausgedehnte Welttournee, in Europa aufgrund der Terroranschläge am 11. September 2001 in kleinerem Rahmen.[4] Auf der Eastpak Resistance Tour ersetzte Scott Roberts (ex-Cro-Mags) Echevarria.

Kill or Be Killed (2003) markierte zunächst den Schlusspunkt von Biohazard: Das Album floppte und wurde von der Presse verrissen. Seinfeld und Danny Schuler produzierten zunächst das Album Broken Valley für Life of Agony, bevor sie nach zweijähriger Pause am nächsten Biohazard-Album arbeiteten. Means to an End erschien im August 2005.[4]

Evan Seinfeld war seit 2004 mit der Pornodarstellerin Tera Patrick verheiratet und trat mit ihr unter seinem Künstlernamen Spyder Jonez in diversen Filmen auf. Im Sommer 2009 trennte sich das Paar.[5]

Während ihrer Reunion-Tour 2008–2010 versprachen Biohazard für den Sommer 2010 ein neues Studioalbum in Originalbesetzung, also mit Leadgitarrist Bobby Hambel. Am 9. Dezember 2010 kündigten sie dieses Album auch offiziell auf ihrer neuen Internetseite an, der Erscheinungstermin wurde allerdings auf Frühjahr 2011 verschoben.[6]

Im Juni 2011 gaben Biohazard bekannt, dass das Gründungsmitglied Evan Seinfeld die Band verlässt.[7]

Am 20. Januar 2012 erschien das Album Reborn in Defiance.

Am 10. Februar 2016 gab die Band die Trennung von dem Bassisten Scott Roberts, dem Nachfolger von Evan Seinfeld, auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demos

  • 1988: 1. Demo
  • 1989: 2. Demo

Studioalben

  • 1990: Biohazard
  • 1992: Urban Discipline
  • 1994: State of the World Address
  • 1996: Mata Leão
  • 1999: New World Disorder
  • 2001: Uncivilization
  • 2003: Kill or Be Killed
  • 2005: Means to an End
  • 2012: Reborn in Defiance

Livealben, Kompilationen, Sonstiges

  • 1997: No Holds Barred (Live in Europe)
  • 2001: Tales from the B-Side

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Mader: New York City Hardcore. The Way It Was… I.P.Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-931624-10-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Biohazard (band) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Mader 1999, S. 56
  2. Mader 1999, S. 56f.
  3. a b Mader 1999, S. 58ff.
  4. a b Biohazard. Laut.de, abgerufen am 15. November 2009.
  5. Tera Patrick und Evan Seinfeld: Beziehung gescheitert. Sextrends.info, 30. September 2009, abgerufen am 15. November 2009.
  6. www.biohazard.com. 9. Dezember 2010, abgerufen am 5. Januar 2011.
  7. Seinfeld steigt aus. getaddicted.org, abgerufen am 9. Juni 2011.