Bismarckturm (Kallstadt)

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Bismarckturm auf dem Peterskopf
Rückansicht des Bismarckturms

Der Bismarckturm ist ein 36 m hoher Aussichtsturm auf dem 493,5 m ü. NHN[1] hohen Peterskopf im Gebirgszug der Haardt am Ostrand des Pfälzerwaldes. Er steht auf einer Exklave der Ortsgemeinde Kallstadt (Rheinland-Pfalz) und wird wegen der Nähe der Kreisstadt Bad Dürkheim auch Bismarckturm Bad Dürkheim genannt.[2]

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bossenquaderturm besteht aus Buntsandstein, der in der Nähe des Standortes gebrochen wurde. Er hat eine Grundfläche von 16,7 x 14 m² und ist vertikal in vier Teile gegliedert.

Über 14 auf der Westseite außen am Turm angebrachte Treppenstufen ist der Unterbau zu besteigen, von welchem nach links und rechts Treppen auf die 9,4 m hoch gelegene untere Aussichtsplattform führen. Die Gittertür vor dieser Außentreppe ist jedoch verschlossen. Der heute nutzbare Zugang erfolgt zu den Öffnungszeiten von der Ostseite her durch eine Gittertür, einen Innengang entlang der Südseite des Turms, eine zweite Gittertür und über eine 11-stufige Betontreppe zum Unterbau. Auf der Ostseite des Turms befindet sich auf der unteren Aussichtsplattform die Zugangstür zum im Turm verlaufenden Treppenaufgang, der nach 20 Stufen zum Austritt auf die zweite Aussichtsplattform auf 13 m Turmhöhe führt. Die Innentreppe führt über weitere 72 Steinstufen zu einem Podest und von diesem über eine Metallwendeltreppe mit 14 Stufen zur 30 m hoch gelegenen dritten Aussichtsplattform. Vor allem von dort aus ist ein weiter Blick über die teilweise mehr als 400 m tiefer gelegene Oberrheinische Tiefebene möglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dem Reichskanzler Otto von Bismarck gewidmete Denkmal wurde ab 1896 vom Drachenfels-Club[3] geplant und von 1901 bis 1903 unter der Leitung des Architekten Friedrich Kunst aus Karlsruhe errichtet.

Am 27. Mai 1925 stürzte der Betonboden der zweiten Aussichtsplattform ein, während eine Schulklasse aus Frankenthal im Begriff war, den Turm zu besteigen. Dabei wurden mehrere Kinder verletzt, eines kam zu Tode.[2] 1928 wurde das Relief erneuert, das zuvor von französischen Besatzungssoldaten zerstört worden war.[2] Während des Zweiten Weltkrieges trafen zwei Bomben den Turm und verursachten schwere Schäden.[2]

Eine erste Sanierung durch den Drachenfelsclub erfolgte 1949. In den Jahren 1973/74 wurden weitere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt; dabei wurde auch eine Unterkunft für den Turmwärter errichtet. Der Turm wurde 1986 als „landschaftsbildprägend“ unter Denkmalschutz gestellt.[4]

Berglaufsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Peterskopf mit dem Bismarckturm ist alljährlich im Oktober Ziel des Bad Dürkheimer Berglaufs, der mit 8700 m Streckenlänge und 510 m kumulierter Steigung die längste und steilste Komponente der Pfälzer Berglaufserie darstellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bismarckturm (Kallstadt) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. a b c d Höchster Bismarckturm in Rheinland-Pfalz: Der Bismarckturm in Kallstadt bei Bad Dürkheim. bismarcktuerme.de, abgerufen am 14. Mai 2014.
  3. Chronik ab 1873. Drachenfels-Club, abgerufen am 28. Dezember 2015.
  4. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Koblenz 2013, abgerufen am 11. Mai 2014 (PDF; 1,6 MB).

Koordinaten: 49° 28′ 45″ N, 8° 7′ 46″ O